#3 – In 100 Schritten zum Gutmensch

27. Januar 2015 - 10:00 | | Gesellschaft | 5 Kommentare
© Felix Korda

Nachdem wir bereits zwei Schritte vorwärts gemacht haben, wird es Zeit einen weiteren zu gehen. Wie ein asiatisches Sprichwort besagt, beginnt jede noch so lange Reise mit den ersten kleinen Schritten. Wie können wir helfen den Druck auf unseren Planeten zu vermindern? Wir müssen immer bei uns selbst anfangen und ein gutes Beispiel für unser Umfeld sein. Taten sprechen für sich und der ein oder andere übenimmt bestimmte Verhaltensmuster und verbreitet sie weiter. So entsteht mit der Zeit ein riesiges Netzwerk und viele kleine Taten können große wunderbare Dinge vollbringen.

So ist es auch ein bisschen mit der Müllentsorgung. Deutschland gehört zu den fortschrittlichsten Mülltrennungsländern weltweit, wir haben ein etabliertes und ausgeklügeltes System für die verschiedensten Stoffe. Die gelbe Tonne für Plastikabfälle, die blaue für Papier, die grüne für Bioabfälle, die schwarze für Haushaltsmüll. Dazu kommt in den meisten Städten die (kostenlose) Spermüllentsorgung  und Wertstoffhöfe für Spezialmüll. Alles was das Mülltrennungsherz begehrt.

In kleineren und größeren Städten finden wir in regelmäßigen Abständen Mülleimer, um den unterwegs angefallenen Müll auf die Schnelle zu entsorgen und unsere Getränkedosen und PET- Flaschen verlocken zur Rückgabe durch hohen Pfand. An Bahnhöfen können wir den Müll sogar fachgerecht trennen und die Entsorgung erleichtern. Klingt theroretisch alles sehr schön und das ist es auch praktisch. Leider nur gibt es viele Menschen unter uns, denen das alles ziemlich egal ist und die ihren (Verpackungs-) Müll noch immer in die Umwelt entsorgen unabhängig wo sie sich gerade aufhalten. Ich wohne in Bremen, das an der wunderschönen Weser liegt. Die Weser fließt in die Nordsee wie viele andere Flüsse Deutschlands auch. Es geht ganz schnell: die Süßigkeiten-Packung aufgerissen oder auch die in Plastik verpackte Banane von ihrer unnatürlichen Hülle befreit (am besten gar nicht erst kaufen) und gedankenverloren auf den Boden geschmissen. Ein Windhauch trägt das extrem leichte Material in den Fluss, von dort ins Meer und hier verweilt es für Tausende von Jahren. Die Verpackung wird mit der Zeit in immer kleinere Teile zerfallen, dem sogeannten Mikroplastik,  und ein fester Bestandteil unserer Umwelt werden mit fatalen Folgen für viele Tiere und letzlich auch uns Menschen. Landet ein Fisch auf unseren Teller, der sich von Plankton ernährt und kleine Plastikteile versehentlich für Nahrung hielt, kann viel vergiftetes Plastik in sich tragen – das wir dann wiederum mit den Fisch in uns aufnehmen. Wir essen sozusagen unseren eigenen Müll – der Kreis schließt sich.

© Tom Vierus

© Tom Vierus

Wir haben alles hier, um zu diesen Problem nicht noch zusätzlich beizutragen! Batterien gehören nicht in den Fluss oder in den Wald, sondern in den Spezialmüll! Plastikprodukte jeglicher Art gehören in den gelben Sack oder noch besser: besonders schlimm verpackte Produkte in Zukunft meiden! Jeder hier in Deutschland sollte Müll trennen – gelbe Säcke gibt es kostenlos (!) und viel Zeit kostet es auch nicht. Der Umwelt zuliebe! Auch wenn viele Deutsche die Folgen niemals mit eigenen Augen sehen werden, sind sie doch da und Millionen von Tieren und Menschen müssen darunter leiden. Besonders Plastik verseucht unsere Ozeane und falsch entsorgte Giftstoffe sowie Medikamente gelangen in unser Grundwasser und schließlich ins Meer. Medikamente gehören nicht in die Toilette, sondern je nach Bundesland in den Hausmüll bzw. zurück zu den Apotheken, die sie fachgerecht entsorgen.

Es geht ganz einfach: informieren, gelben Sack besorgen, Mülltüten kaufen und anfangen! Viel Spaß beim Mülltrennen!

Über den Autor

Tom ist angehender Meeresökologe, leidenschaftlicher Fotograf und Tierschützer. Momentan lebt er auf den Fidschi-Inseln und forscht an Aufzuchtsgebieten von Hammerhaien. Besonders die Ozeane liegen ihm am Herzen und sind Gegenstand vieler seiner Beiträge. Neben den Artikeln für die freiheitsliebe schreibt er auf seinen eigenen Blog livingdreams.tv und ihr findet ihn bei facebook, twitter und instagram.

5 Kommentare

  • 1
    Tom Vierus sagt:

    Strafen gibts ja schon lange lieber Metamensch, nützt sicher auch was, aber noch nicht bei allen. Mich würde mal interessieren, ob du jemals im Ausland warst, uns zwar dort, wo man die Probleme aus unseren Ländern ausbadet? Das wird hier ganz gern weggelacht.. Ach Probelme? Haben wir nicht… Weiter so, hauptsache dir gehts gut!

  • 2
    Isabel sagt:

    Ich finde es auch unverantwortlich wenn bewusst Abfall auf die Straße, in den Wald oder in Gewässer entsorgt wird. Wenn man mal bedenkt, dass man vor 20 Jahre noch im Rhein schwimmen konnte und einem ein drittes Bein wächst wenn man heute drin schwimmen geht…

  • 3
    Tom Vierus sagt:

    Na ja, lieber Metamensch, das Problem ist tiefschichtig, hir einige Beispiele: Damit du jeden Morgen deine Salami, jeden MIttag deine Putenbrust und abends deine Leberwurst auf dem Teller hast, werden in fernen Ländern (besonders Brasilien) tagtäglich riesige Mengen an Urwald gerodet. Allein Deutschland importiert aus Brasilien Futtermittel, die eine Anbaufläche in der Größe von Mecklenburg benötigen! Kaufst du dir deine Shrimps im Aldi, hängt daran unsäglicher Naturraubbau und untragbare Arbeitsbedingungen, die man in vielen Fällen als Sklavenbedingungen bezeichnen kann und wo dein T-Shirt von Primark etc. herkommt, weißt du wohl selbst. Wir Menschen in den reichen Ländern tragen mit unseren Konsumverhalten eine große Verantwortung – damit du hier so leben kannst, wie du es tust, müssen woanders viele Leute viel dafür bezahlen.

    Was hast du nochmal gleich getan, um hier in Deutschland geboren worden zu sein? Richtig – gar nix! Du hast einfach Glück gehabt! Du solltest dich selbst verdammt glücklich schätzen und überlegen, wie du dein Glück mit anderen teilen kannst – vielleicht indem du Leuten, die ein weniger glückliches Los zogen, hilfst? Was hast du für ein Problem mit den Zuwanderern? Du hast doch alles (selbst wenn du nicht arbeitest), und falls du unglücklich mit deinem Leben bist, können die Zuwanderer auch nichts dafür!

    Es wäre toll, wenn du mal versuchst, weniger an dich selbst zu denken!

    • 3.1
      Metamesch sagt:

      Deine Beispiele sind mir längst bekannt.
      Und indem du sie auf mich projezierst, aber meinst, ich solle nicht an mich denken, machst du ziemlich lächerlich.
      vollkommen peinlich wird es, indem du Zuwanderer ansprichst, obwohl es thematisch hier nichts verloren hat.
      Naja, du bist wohl einer dieser Gutmenschen, die wenig nach Verstand leben, aber dafür undifferenziert ihre Abneigung gegen Vernunft kundtun.

      Nimm doch ein paar „Flüchtlinge“ bei dir auf und versuche, ihnen dein verqueres Weltbild beizubringen; Mal sehen, wie weit du kommst.

  • 4
    Florian Hohenwarter sagt:

    Passt nicht gerade zur Überschrift, aber ich möchte dieses Video hier trotzdem nochmal reinstellen, da mich es immer noch wundert, warum es so wenig verbreitet ist.

    Der ehemalige Spiegel Journalist Harald Schumann redet Klartext und prangert die Interne Pressefreiheit in Deutschland an.

    Schumann: “… das ist in der deutschen Presse Gang und Gäbe, dass Chefredakteure oder Resortleiter ihren Untergebenen sagen, wie sie zu denken haben. Dass Vorgaben gemacht werden, was sie recherchieren dürfen und was nicht, und dass viele junge Kollegen daran gehindert werden überhaupt kritische Journalisten zu werden weil ihre Vorgesetzten das gar nicht wollen.”

    Interviewer: “Sie nehmen ausdrücklich die ÖR-Anstallten nicht aus, warum?”

    Schumann: “Weil ich genügend Kollegen aus ÖR-Anstallten kenne, die mir genau solche Geschichten berichtet haben und mir das hundertfach bestätigt haben. Insofern, die sind da nicht aus zunehmen.”

    https://www.youtube.com/watch?v=d1ntkEbQraU