Der Balkan als neuer Stromerzeuger Europas?

Wenn man sich den Balkan auf Nachtbildern von Satellitenaufnahmen ansieht, gehört er zu den dunkleren Regionen Europas. Ganz im Gegensatz zu Skandinavien, BeNeLux oder Nordrussland, den hellsten Teilen Europas und den am stärksten von Lichtverschmutzung betroffenen Regionen. Neben den positiven Faktoren für Mensch und Umwelt, ist die weniger starke Lichtverschmutzung auch ein Indikator für geringeren Energieverbrauch.

Während Kroatien und Slowenien einen stetig steigenden Energieverbrauch haben und sich so langsam den Werten Westeuropas annähern, liegen Mazedonien, Rumänien und Albanien eher in Bereichen des Globalen Südens. Die Bedeutung des Balkans als Energieverbraucherregion sinkt somit seit Jahren, während seine Bedeutung als Stromerzeuger steigt. Besonders hervorzuheben sind hier die Öl- und Gasfelder in Albanien und Rumänien, vor allem seit der Suche nach neuen Quellen in Küstennähe und dem Aufkommen von Fracking. Politische Brisanz erhält die Energiepolitische Frage jedoch erst, seit sich Russland und Europa in einem neuen kalten Krieg befinden.

Der Balkan hat seit 1991 ca. sieben Millionen Einwohner weniger. Folgen der Transformationsökonomie.

So hat die Europäische Union vor geraumer Zeit den Versuch gewagt, energiepolitisch Unabhängiger zu werden, besonders von russischen Energieimporten wie Gas. Dabei spielt der Balkan eine wichtige Rolle. Hier sollen neue Frackingfelder entstehen sowie Wasserkraftwerke. Doch de Vorhaben aus Washington und Brüssel könnten für die Menschen und Umwelt schwere Folgen haben. Der Linke Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel kritisiert seit Jahren Fracking Programme in Europa. „Die Erdgasförderung, insbesondere Fracking, sowie die Verpressung von Lagerstättenwasser können Erdbeben hervorrufen. Diese Erkenntnis ist nicht neu und von wissenschaftlichen Studien, z.B. aus den USA, bekannt.“

Doch nicht nur Fracking ist geplant. Die Europäische Union arbeitet auch in anderen Feldern der fossilen Verstromung mit Beitrittskandidaten zusammen und neuen EU Mitgliedern wie Kroatien zusammen. Projekte, die in den alten EG-15 Staaten längt keine gesetzliche Grundlage hätten. Doch der Wandel des Balkans von einer Stromimport- zu einer Stromexportregion hat weitere Folgen: Privatisierungen der gesamten Strom-Infrastruktur sind fast immer Voraussetzung für Investitionen. Gleichzeitig steht der Schutz der lokalen Bevölkerung nicht an erster Stelle und die Region würde sich auf unabsehbare Zeit Abhängig von Fossilen-Brennträgern und Stromexporten machen.

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2 Antworten

  1. Grundsätzlich sind neue Stromerzeuger ja positiv und kurbeln den Wettbewerb im internationalten Energiemarkt an. Es wäre aber wünschenswert, gerade bei neuen Investitionen in saubere Techniken zu investieren und nicht unbedingt in Fracking oder AKWs.

  2. Ich schließe mich da meinem Vorkommentator an.
    Fracking im Balkan finde ich nicht sonderlich unterstützenswert genauso wie ich die Privatisierungen sehr kritisch betrachte. Nicht weil es Investitionen fördert, sondern eher weil weniger Leute davon profitieren, die dann von den Auswirkungen direkter betroffen sind.
    Auch wenn man sich ja grundsätzlich freuen kann, dass in Kroatien investiert wird/werden kann.

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