Streik bei Amazon

24. März 2016 - 15:23 | | Wirtschaft | 2 Kommentare
Foto: Daniel Kerekes

Die Beschäftigten von Amazon streiken zum wiederholten Male, um endlich einen Tarifvertrag für den Versandhandel zu erhalten. Der Branchenriese weigert sich jedoch strikt und bezahlt seine Angestellten lediglich nach den deutlich niedrigeren Logistik-Tarifen. Doch womit verdient Amazon sein Geld, wenn nicht durch Versand von Waren?

Mehrere Hundert Amazon-Angestellten haben heute an den Standorten in NRW gestreikt, um so für 0einen Versandhandels-Tarifvertrag zu demonstrieren. Der Streik wird sich an den meisten deutschen Standorten über das Osterwochenende erstrecken.

Vor Ort bekräftigten die Streikenden und die Verdi-Sekretäre, das sich bereits jetzt, aufgrund der andauernden Streiks, die Situation für Mitarbeiterinnen deutlich gebessert habe. Trotzdem sei noch viel Luft nach oben. Auch die Standorte die dieses Wochenende nicht in den Streik getreten sind, wollen weiter am Ball bleiben und ihre Streiktage an anderer Stelle nutzen.

Profite auf Kosten der Belegschaft

Der Eigentümer und Präsident von Amazon ist Jeff Bezos ist laut dem Forbes Magazin der fünfreichste Mensch der Welt. Bis heute hat er ein Vermögen von 45, 2 Milliarden Dollar angehäuft. Wie diese enorme Summe zustande gekommen ist, lassen die Skandale rund um Amazon vermuten. Zum einem ist Amazon in eine Steuervermeidungsaffäre verwickelt, bei der das Unternehmen Gewinne nach Luxemburg verschob, weil sie dort zu keiner Steuerzahlung verpflichtet waren. Die andere Quelle des Reichtums von Jeff Bezos ist wohl die niedrige Bezahlung der Angestellten: In Deutschland beträgt der durchschnittliche Arbeitslohn bei Amazon 10.40 Euro die Stunde. Zusätliche Vergütungen werden laut Unternehmensangaben fair vergeben, wie z.B. Prozente beim Einkauf oder eine „eigene Pensionskasse.“ Trotzdem weigert sich das Unternehmen, die Branchenüblichen Tarife zu zahlen. Die Leidtragenden sind die Angestellten und kleine Unternehmen, die tariflich bezahlen.

Was Verdi fordert

Verdi fordert im Kern eine Vergütung von 2.150 Euro, 1.343 Euro Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld in Höhe von 1.181 bei einer Arbeitszeit von 37,5 Stunden. Doch der Branchenriese weigert sich von der Behauptung abzurücken er sei kein Logistiker. Amazon beschäftigt mehr als 11.000 Menschen in Deutschland.

Über den Autor

Bundessprecher der linksjugend ['solid] und Wortakrobat für die Freiheitsliebe, Balkan21 und andere Medien.
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2 Kommentare

  • 1
    Ollinger sagt:

    Amazon ist mittlerweile mehr wie ein Logistiker. Und wird auch in Zukunft mehr und größer werden. Ich finde es gut, dass sich die Mitarbeiter von Amazon veruchen Standards zu erkämpfen. Nichtsdestotrotz möchte ich darauf hinweisen, dass es sehr viele Menschen in Deutschland gibt, die für Unternehmen arbeiten, die nicht tarifgebunden sind und kein Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld zahlen. Natürlich begrüße ich es, wenn man für einen Tariflohn kämpft, dennoch ist es nicht selbstverständlich ihn zu bekommen. Der größte Skandal von Amazon ist allerdings die Steuervermeidungsaffäre. Leider nutzen solche Riesen wie Amazon des Öfteren Gesetzeslücken aus und kommen mit einem blauen Auge davon, weil sie sich mit dem Gesetz bestens auskennen und die teuersten Anwälte haben.

    • 1.1

      Es sollte selbstverständlich sein, dass jeder Mensch der arbeitet von seinem Geld leben können muss. Und das nicht am Existenzminimum. Und es sollte sein selbstverständlich sein, das jeder Urlaubs- und Weihnachtsgeld bekommt. Daher – nicht nach unten treten sondern nach oben Boxen.