Vereinte Nationen nehmen Cannabis aus der Liste der gefährlichsten Drogen

Nach 60 Jahren des Status Quo, drei Jahren wissenschaftlicher Untersuchungen durch die WHO und zwei Jahren diplomatischer Diskussionen haben die Vereinten Nationen Anfang Dezember schlussendlich Cannabis aus der Kategorie 4 der Single Convention gestrichen. Damit ist Cannabis nicht mehr zusammen mit den am gefährlichsten eingeschätzten Drogen eingestuft und die medizinische Wirkung wird anerkannt. Am Verbot von Cannabis als Genussmittel ändert der Beschluss aber nichts.

Konkret geht es dabei vor allem um die Single Convention on Narcotic Drugs von 1961, die das juristische Grundgerüst der weltweiten Verbote bestimmter Substanzen darstellt. Mit diesem Vertrag wurde vor Jahrzehnten auch das Verbot von Hanf durchgesetzt. Die historische Bedeutung dieser Vereinbarungen ist also kaum hoch genug einzuschätzen. Entsprechend wird der aktuelle Beschluss von diversen international agierenden Aktivisten gefeiert. Es ist ein wichtiges Signal für die weltweite Cannabisdiskussion, insbesondere in Ländern, die immer noch keinen Zugang für medizinisches Cannabis geschaffen haben und Patienten für die Anwendung hart verfolgen.

Für Deutschland und viele andere Länder hat der Beschluss dagegen kaum praktische Relevanz, weil sie schon längst in größerem Umfang Zugang zu medizinischem Cannabis geschaffen haben. Und das zeigt das Grundproblem der Verträge: Sie bestimmen nicht mehr wie früher die juristische Realität in allen Mitgliedsstaaten, sondern laufen der faktischen Realität mit großem Abstand hinterher. Immerhin haben mittlerweile einige Staaten Cannabis vollständig reguliert und damit die Verträge ignoriert, weil deren Änderung viel zu lange dauert.

Dass es viel zu langsam vorwärts geht, zeigt auch das Beispiel des Cannabinoids Cannabidiol (CBD). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte nach Expertenanhörungen auch hierzu Vorschläge gemacht. CBD sollte nicht als Droge eingestuft werden, weil es nicht besonders gefährlich ist und vor allem weder einen Rausch, noch eine Abhängigkeit erzeugt. CBD-Zubereitungen mit bis zu 0,2 Prozent THC sollten nicht der internationalen Drogenkontrolle unterliegen. Diesen Vorschlägen ist die „Commission on Narcotic Drugs“ der UN diese Woche allerdings nicht gefolgt, obwohl CBD längst weltweit in vielen Ländern akzeptiert ist und Milliarden damit umgesetzt werden.

Die internationalen Verträge werden die sich weltweit beschleunigende Legalisierung von Cannabis wohl weder aufhalten, noch werden sie sich daran anpassen, sondern eher in der Bedeutungslosigkeit versinken.

Dieser Artikel von Georg Wurth, Vorsitzender und Sprecher des Deutschen Hanfverbands, erschien zuerst hier auf den Seiten des DHV.

Hier könnt ihr euch unser Interview mit Georg ansehen:

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Eine Antwort

  1. Jede Woche sehe ich einen neuen Artikel über die Legalisierung von Cannabis und Hanfprodukten auf der ganzen Welt. Hier ist ein weiterer Artikel zu diesem Thema: https://cannadoc.net/cbd/nebenwirkungen/. Ich verstehe, warum die Leute anfangen, sich besser auf diese Pflanze zu beziehen. Wenn wir uns an die Geschichte erinnern, dann haben die Völker Hanf in einer Vielzahl von Branchen verwendet. Sie wurde nicht nur benutzt, sondern stellte auch Kleidung, Waffen und Medikamente her. Über Cannabis und andere Pflanzen wissen wir nicht viel. Dieses Wissen ist im Laufe der Zeit verloren gegangen. Wir kehren allmählich zu ihnen zurück.

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