Nach dem Brand ist vor dem Brand – Moria 2.0 und das Ende der Hoffnung in Athen

14. November 2020 - 13:00 | | Politik | 0 Kommentare
© Magdalena Fackler & Lukas Geisler

Die griechische Regierung evakuierte in den vergangenen Wochen tausende Geflüchtete von der Insel Lesvos. Dies stellt jedoch nur eine Scheinlösung dar. Magdalena und Lukas berichten von ihren Erfahrungen als humanitäre Helferinnen und Helfer im neuen und alten Geflüchtetenlager Moria. Ein Kommentar.

Die Bilder des Feuers im Geflüchtetenlager Moria gingen um die Welt. Durch die Brandkatastrophe auf der griechischen Insel Lesvos wurden rund 13.000 Geflüchtete über Nacht obdachlos. Tagelang kampierten sie auf der acht Kilometer langen Landstraße zwischen dem niedergebrannten Lager und der Hauptstadt der Insel, Mytilini, auf sich allein gestellt und in Ungewissheit über ihre Zukunft. Ein Wiederaufbau von Moria oder die Errichtung eines neuen Lagers waren keine Optionen für die Menschen. Berichte über die menschenunwürdige Unterbringung und die Verletzung von Menschenrechten wurden auch in den deutschen Medien immer wieder aufgegriffen. Vor allem nachts kam es zu Gewalt und sexuellen Übergriffen. Alles in allem war der liberale Rechtsstaat innerhalb des überfüllten Lagers ausgehebelt.