Lebensmittelpreise: Konzerne sollten zahlen nicht die Armen

Cem Özdemir, Landwirtschaftsminister der Bundesregierung, hat in einem Interview gefordert, dass die Ramschpreise für Lebenmittel der Vergangenheit angehören sollten. Seine Forderung nach mehr Tierwohl und mehr Geld für Bauern ist richtig, seine Antwort ist falsch, denn sie setzt bei den Konsumentinnen und Konsumenten an statt bei jenen die Milliardengewinne mit Lebensmitteln machen.

Seit Jahren kommt es immer wieder zu Protesten von Bäuerinnen und Bauern vor den Zentralen von großen Supermarktketten wie Lidl oder Aldi. Die Bauern fordern dabei vor allem höhere Preise für Fleisch, aber auch für Obst und Gemüse, die Reaktion der Ketten ist entweder Ignoranz oder eine Weitergabe von höheren Preisen an die Kundinnen und Kunden, die dann meist nach kurzer Zeit zurückgenommen wird. Die Wut derjenigen, die Lebensmittel verkaufen und Tiere halten ist berechtigt, die Reaktion der Konzerne zeigt dagegen die Gleichgültigkeit gegenüber der Lebensrealität von Bäuerinnen und Bauern, wie gegenüber Armen. Dabei wäre die Lösung eine einfache, die Konzerne könnten die Gewinnmargen bei Lebensmittel senken und den Bäuerinnen und Bauern mehr Geld für ihre Produkte geben. Weder Dieter Schwarz, Gründer von Lidl, noch die Erben der Aldi-Brüder (Beate Heister und Karl Albrecht Jr. ) würden infolgedessen in Armut leben, im Gegenteil sie würden immernoch zu den reichsten Menschen in Deutschland gehören. Sowohl Dieter Schwarz als auch die Aldi-Brüder konnten ihr Vermögen während der Krise deutlich mehr, Schwarz von unter 20 Milliarden im Jahr 2019 auf über 36 Milliarden Ende des Jahr 2020, die Erben der Aldi-Brüder von zusammen knapp 30 Milliarden 2019 auf mehr als 39 Milliarden Euro Ende 2020, sie sind damit die reichsten Menschen Deutschlands.

Wer höhere Preise und mehr Tierwohl möchte, der muss bei den Großkonzernen ansetzen, denn diese haben mehr als genug Spielraum um besser zu bezahlen. Dies wird allerdings nicht freiwillig geschehen, sondern nur durch politischen Druck, die Bundesregierung kann die Debatte dafür nutzen um diesen Druck zu erzeugen. Deutlich höhere Preise für Konsumentinnen und Konsumenten ohne die Schaffung einer Mindestrente und einer Mindestsicherung die zum Leben reichen würde nur dazu führen, dass arme Rentnerinnen und Rentner, sowie Menschen im Hartz-IV-Bezug am Essen sparen müssen und damit noch stärker auf „Lebensmittel zu Ramschpreisen“ zurückgreifen müssen.

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