Jüdischer Publizist fordert Durchführung der „Breaking the Silence“- Ausstellung

15. Juni 2015 - 11:50 | | Politik | 1 Kommentare
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Der jüdische Publizist Abraham Melzer kritisiert das Verbot der „Breaking the Silence“-Ausstellung durch die Stadt Köln. Er sieht in der Absage, die mit dem Verweis auf möglichen Antisemitismus geschehen ist, nur ein Vorschub um der israelischen Botschaft zu gefallen. In einem offenen Brief kritisiert er dies deutlich.

In seinem offenen Brief schreibt er „ich habe mit Entsetzen und tiefster Enttäuschung die Nachricht gelesen, dass Sie nach „Protesten der israelischen Botschaft“ die Ausstellung „Breaking the Silence“ abgesagt haben.“ Und macht deutlich, dass die Aussage auch in anderen Orten abgesagt werden sollte, dies aber nicht geschehen ist, als Beispiel führt er Zürich an: „in Zürich stößt diese Ausstellung auf großes Interesse. Der Andrang der Besucher ist „überwältigend“. Auch in der Schweiz hatte die israelische Botschaft kritisiert und alles getan, damit die Ausstellung abgesagt würde. Die Schweizer sind aber nicht eingeknickt,“ und kritisiert im Anschluss, dass die Stadt Köln eingeknickt ist.
In dem Brief macht er auch deutlich, dass es eigentlich kein Verbot der Ausstellung geben kann, da diese durch das Grundgesetz gedeckt ist. Allerdings handelt es sich in Köln nicht um ein Verbot, sondern um eine nicht zur Verfügungstellung von städtischen Räume, was allerdings nichts daran ändert, dass dies enttäuschend ist. Er kritisiert in dem offenen Brief auch deutlich, dass sich die Botschaft eingemischt hat und deren Motivation für diese Absage: „Alle behaupten immer wieder, auch im Falle der Nakba-Ausstellung, dass solche Ausstellungen „antisemitische Reaktionen hervorrufen könnten“. Antisemitische Reaktionen würden aber die Absetzung hervorrufen, denn die Bevölkerung ist nicht dumm und nicht naiv und sie hat es nicht gerne, bevormundet zu werden.“
Die Aussage, dass die Ausstellung nur im Kontext gezeigt werden dürfe, kritisiert er ebenfalls und verweist auf das Willy-Brandt-Haus, dass diese Ausstellung schon gezeigt hat: „Mit solchen Ausreden zeigen Sie doch nur, dass Sie der Meinung sind, das „das Volk“ nicht reif ist für solche Ausstellungen, die aber das Willy Brandt-Haus in Berlin bereits gezeigt hat, ohne dass es zu antisemitischen Reaktionen gekommen ist.“

Zum Abschluss seines Briefes bittet er noch die Stadt und den Oberbürgermeister Roters „zeigen Sie Zivilcourage und nehmen Sie ihre Absage zurück.“
Der vollständige Brief findet sich hier.

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