Stellt euch an die Seite der Unterdrückten – Im Gespräch mit der Rapperin Thawra

23. Oktober 2015 - 15:13 | | Kultur | 10 Kommentare
Thawra
Thawra

Die Antideutschen sind schon lange ein Problem in der deutschen Linken. Die Musiker Kaveh und Thawra haben diesen einen Song gewidmet und ihre Solidarität mit Palästina deutlich dargestellt, daraufhin wurden sie im Internet massiv angegriffen. Wir haben mit Thawra ein Interview über den Song, Solidarität mit den Unterdrückten und ihre musikalischen Ziele geführt.

Die Freiheitsliebe: Du hast vor wenigen Tagen gemeinsam mit Kaven den Song „Antideutsche/Tahya Falastin!“ veröffentlicht, was war deine Motivation?

Thawra: Ich wollte vor allem erstmal meinen Hass auf die Antideutschen zeigen und deutlich machen. Ich habe das Gefühl, dass das bei unseren Leuten auch genauso ankommt. Viele sagen mir welche der einzelnen Zeilen sie besonders berührt haben, was zeigt, dass so ein Song nötig war. Man muss einfach mal ein offensives Statement setzen, jede linke Gruppe und Person sollte das machen. Es gibt in Deutschland viel zu viele Menschen, die sich nicht positionieren, weil sie denken, dass sie nicht genug Informationen haben oder auch einfach zu feige sind. Wir wollten mit dem Song ein Zeichen setzen und es gibt jetzt auch mehr Positionierungen als vorher, was auch ein Erfolg ist.

Die Freiheitsliebe: Die Reaktionen auf den Song waren auch sehr hasserfüllt, hat dich das überrascht?

Thawra: Es wird so getan als hätten sie jetzt erst angefangen. Nein es ist andersrum, ihr Hass war schon wieder immer da und ich wollte das zeigen, dass dann mehr Hass kommt, war daher zu erwarten.

Die Freiheitsliebe: Du wurdest wegen dem Song auch von einem Kurdistan-Solidaritätskonzert ausgeladen, kannst du das nachvollziehen, angesichts der Solidarität, die es immer gab zwischen kurdischen und palästinensischen Linken?

Thawra: Nein ich kann überhaupt nicht nachvollziehen. Ich finde auch die Solidarität der Zionisten mit Kurdistan sehr heuchlerisch, da eigentlich immer die Antiimperialisten auf der Seite Kurdistans standen. Ich habe das Gefühl, sie positionieren sich so, weil sie das Gefühl haben es geht dabei gegen Muslime, die sie im „Islamischen Staat“ repräsentiert sehen.
Die Ausladung ist Ausdruck dieser Feigheit von der ich eben gesprochen habe. Sie haben auch gesagt, dass sie sich nicht gegen mich stellen wollen, sondern einfach keinen Streit wollen, bisher gibt es allerdings kein Statement, ich hoffe, dass das sich noch ändert. Allerdings ist das Schweigen immer auch eine Positionierung an der Seite der Stärkeren, der Unterdrücker. Nächste Woche erscheint auch ein Video zu dem Clip „Bijî berxwedan“ mit Archivbildern und Videos aus Kurdistan und der Türkei. Ich möchte mich auch für die unglaubliche Solidarität von Ruken Serhildan bedanken, die wegen meiner Ausladung auch auf ihren eigenen Auftritt verzichtet.

Die Freiheitsliebe: Du sprichst ja mit deinem Song den Nahostkonflikt an, allerdings ist es ansonsten im Angesicht der Eskalation im Nahen Osten relativ ruhig in Deutschland was Demonstrationen angeht. Ist das ein Versagen der deutschen Linken?

Thawra: Das kann ich so auf jedenfall unterschreiben. Eine Sache ist ja, dass es die Antideutschen nur in Deutschland gibt, weswegen die Solidarität hier nicht so stark sein kann wie in anderen Ländern. Die andere Seite ist aber, dass sich die Leute einschüchtern lassen, weil wohlmöglich ein Islamist bei der Demo sein könnte. Allerdings gibt es aber grade in Berlin sehr gute Versuche mit diesem Problem umzugehen, z.B. das „linke Palästina-Solidaritätsbündnis“ was genau mit diesem Problem umgeht und versucht die fortschrittlichen Kräfte zu einen. Ein anderer Versuch ist die morgige Demo vor der französischen Botschaft, wo es um 14 Uhr eine Solidaritätsdemo für George Ibrahim Abdallah, einen libanischen Kommunisten und ältesten politischen Gefangenen Europas gibt und am Sonntag die Palästina-Demo um 14:00 ab Hermannplatz in Berlin-Neukölln!

Die Freiheitsliebe: Abschließend was kann man musikalisch noch von dir erwarten, außer dem angekündigten Song zu Kurdistan?

Thawra: Songs zum Thema Kapitalismus und Sexismus. Ich kann mir nicht vorstellen etwas nicht so politisches oder explizites zu schreiben. Auf jedenfall würde ich auch gerne was zum Thema Nationalismus sagen und meine politische Kritik an NationalistInnen in Deutschland äußern, wie auch eine Kritik an dem reinen Almosenaktivismus. Vielleicht kommt aber auch was ganz anderes.

Die Freiheitsliebe: Gibt es noch etwas, dass wir nicht thematisiert haben, was du auf jedenfall sagen willst?

Thawra: Bei der Kundgebung gegen den Berlin-Besuch von Netanyahu am Mittwoch wurden zwei Genoss*innen kriminalisiert. Sie hatten Schilder, auf denen stand, Netanyahu sei ein Holocaust-Leugner bzw. mit seinem exakten Hitler-Mufti-Zitat und ihnen wird „Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts“ bzw. „Volksverhetzung“ vorgeworfen. Bitte bleibt dran und solidarisiert euch mit den Genoss*innen!

Die Freiheitsliebe: Danke dir für das Gespräch und viel Erfolg.

Wer Thawra live hören möchte kann das Samstagabend in Jockels Biergarten in Berlin Neukölln. Mehr von Thawra gibt es auf ihrer Facebookseite.

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10 Kommentare

  • 1
    Benjamin Israel sagt:

    “ ich wollte vor allem erstmal meinen Hass auf die Antideutschen zeigen und deutlich machen……“
    So antwortet die Dame auf die erste Frage im Interview.
    Ganz tolle politische Botschaft. Hut ab, Respekt, Chapeau !
    Erst einmal Hass zeigen und deutlich machen,
    so bekundet man Solidarität, so hilft man Unterdrückten, so setzt man sich für Frieden und Freiheit der
    „Palästinenser“ ein. Und Netanyahu als „Holocaustleugner“ zu bezeichnen ist so bizarr und schräg, dass es nicht einmal zum lachen reizt, nicht einmal zum Kopfschütteln. Und mit Damen, die derartiges auf einer Demo bekunden, soll man sich solidarisieren ?
    Das ist einfach nur noch KRANK.
    Ein HEINO ist hundertmal fortschrittlicher als diese Dame.
    Peinlich, ihr ein Forum zu geben.
    Sie ist, abgesehen davon dass die „Musik“ unterirdisch ist ( aber das ist Geschmacksache, da muss man noch ganz anderes aushalten) einfach eine naive, verblendete , hasserfüllte junge Frau, die im Zionismus wahrscheinlich eine Spielart des Imperialismus sieht. Man kann ihr nur wünschen, dass sie Frieden in sich selbst findet und verstehen lernt, dass Hass keine politische Kategorie ist, und eine künstlerische schon gar nicht. Ob sie die messerstechenden Jugendlichen, die derzeit auf Judenhatz sind innerlich bewundert oder eher ablehnt muss sie mit sich selbst ausmachen. Vielleicht erkennt sie aber in einem lichten Moment, dass man so keine Probleme löst und verarbeitet das mal zu einem Lied ?!
    Nur ein Tipp.

  • 2
    Internationale Solidarität sagt:

    Wer die Freiheit liebt, muss auch die Feinde der Freiheit hassen!!! So sieht das aus und nicht anders. Die Antideutschen vertreten den Apartheidsstaat Israel, der für unmenschliche Kriegsverbrechen an den Palästinensern steht.Sowas gehört bekämpft.Hier geht es auch nicht darum, Hetzjagten auf Juden zu tolerieren oder dergleichen. Jeder noch so dumme Antideutsche Vollpfosten sollte eigentlich verstanden haben, das wir Antiimperialisten (und auch dieses Lied) nichts mit Antisemitismus zu tun haben. Diese Gelabere von der Gleichsetzung von Antisemitismus und Antizionismus zieht nicht mehr und dient nur als Totschlagargument, um die berechtigte Kritik an Israel zu unterdrücken und deren Kriegsverbrechen zu legitimieren. Und ja, Netanyahu hat erst kürzlich Adolf Hitler von der Ermordung der Juden entlastet. Er sagte nämlich am letzen Dienstag bei einer Rede vor dem Zionistischen Weltkongress, Hitler habe die Juden „damals nicht auslöschen wollen“. „Er wollte sie ausweisen“. Ich würde eher solche Aussagen als „bizarr und schräg“ bezeichnen. Und das ist noch viel zu harmlos! Peinlich finde ich eher solche Kommentare von Leuten, die die Linke Szene mit ihren Antideutschen Dreck beschmutzen und Kriegsverbrechen Israels verteidigen, leugnen oder auf anderer Art in Schutz nehmen.

  • 3
    Benjamin Israel sagt:

    Ein Holocaustleugner ist jemand, der leugnet dass es den Holocaust gegeben hat.
    Das tut Netanyahu nicht, er wollte lediglich darauf hinweisen, dass der damalige Grossmufti von Jerusalem Hitler angeboten hat, an der Judenvernichtung mitzuwirken. Das ist historisch belegt.
    Es gibt keine eindeutige Definition von Freiheit.
    Der Begriff ist in der Philosophie einer der komplexesten überhaupt.
    Wer von sich behauptet, exakt zu wissen, was Freiheit sei und demzufolge auch die Feinde der Freiheit exakt benennen zu können glaubt, ist mindestens hochmütig.
    Wenn er dann auch noch gutheisst, diese von ihm definierten Freiheitsfeinde zu hassen, dieses sogar fordert (…..muss auch die Feinde der Freiheit hassen) erhebt sich moralisch über andere Menschen.
    Faschismus beginnt in den Köpfen.
    Auch Stalin, Pol Pot, die Kims in Nordkorea, Mao und viele andere „Linke“ haben durch Hochmut und Selbstüberhebung unendliches Leid angerichtet, so wie islamische Gruppierungen wie Hamas, IS, Al Qaida, Al Nusra – Front, Muslimbrüder, Boko Haram und dutzende andere dies tun.
    Israel verteidigt sich gegen blindwütigen Terror. Das winzig kleine Land ist vom ersten Tag seiner Existenz ( deren Berechtigung sogenannte „Linke“ ihm immer noch absprechen) seitens seiner Nachbarn mit Kriegen überzogen worden. Kei Gebiet der Welt wird so hoch alimentiert wie der Gazastreifen und das Geld kommt nicht den Menschen zugute, sondern nur den Funktionären, die Waffen anhäufen und sich privat bereichern.
    Die palästinensische Regierung hat nicht das geringste Interesse an ihrer eigenen Bevölkerung, sie opfern Kinder um ihren blinden Judenhass auszuleben.
    Und selbstverständlich ist Antizionismus Antisemitismus.
    Ihr Tonfall zeugt von Überheblichkeit und Rechthaberei, Herr oder Frau “ Internationale Solidarität“.
    Das ist Ihre Sache. Ideologien vernebeln den Geist und das Herz.
    Tun Sie etwas für die Palästinenser, wie es viele Israelis tun, die sogar Terroristen in ihren Krankenhäusern gesundpflegen, die vielen Arabern Lohn und Brot geben die sonst keine Chance hätten.
    Israel ist ein handlungsfähiges Land mit einer vernünftigen Verfassung, die Juden haben aus einem trockenen Stück Erde ein blühendes Land gemacht mit einer einzigartigen Kultur die zahllose Leistungen erbringt, von denen die Welt profitiert . In Bereichen wie Medizintechnik, Wasseraufbereitung, IT und anderen sind sie führend, Menschen aus allen Kontinenten gibt Israel eine Heimat und nicht nur Juden, es gibt sogar arabische Parteien in der Knesset.
    Warum verachten Sie dieses Land und seine Führung ?
    Geht es um Neid ? Kennen Sie die Geschichte nicht ?
    Können Sie nicht unterscheiden zwischen berechtigtem Widerstand gegen Unterdrückung und islamischem Terrorismus ?
    Haben Sie erstmal genug Fragen zum Nachdenken ?
    Es nützt ja eh nix, Leute wie Sie haben sich eingerichtet in ihrem simplen Weltbild.
    Da darf man nur hoffen, dass Sie nie einen relevanten politischen Einfluss haben.
    In meinem Fall wäre diese Hoffnung vergebens, Gott sei Dank habe ich einigen Einfluss den ich sinnvoll und verantwortungsbewusst nutze.
    Und das ist auch gut so.
    Gute Nacht.

  • 4
    palästina sagt:

    ich find das musik viedeo und der rapp song Falastin super und klasse !
    Free palestine !
    weiter so 🙂

  • 5
    Internationale Solidarität sagt:

    Ich widerhole mich eigentlich ungerne aber einige wollen es nie verstehen.Also zum letzen Male.Wenn du richtig lesen würdest dann wäre dir klar, das Netanyahu mit seiner Äußerung NICHT hinweisen wollte, das er seine Hilfe Hitler angeboten hat,sondern er sagte „Hitler habe die Juden „damals nicht auslöschen wollen“. „Er wollte sie ausweisen“! Er spricht also Hitler ab,das die Idee der Massenvernichtung seine war. Das ist doch eine ganz andere Aussage.Netanyahu wäscht die Weste von Hitler wieder rein.Was du hier tust,ist die Aussage zu verdrehen.
    Wenn wir als Linke von Freiheit reden,dann ist das für uns schon klar definiert.Wie gehn schließlich nicht vom bürgerlichen Begriff aus, sondern wir gehn vom Klassenkampf aus. Es ist ja wohl klar das wir als revolutionäre Linke nicht die Freiheit der Kapitalisten verteidigen. Wer Aussagen trifft wie „Wenn er dann auch noch gutheisst, diese von ihm definierten Freiheitsfeinde zu hassen, dieses sogar fordert (…..muss auch die Feinde der Freiheit hassen) erhebt sich moralisch über andere Menschen.“ verklärt die Tatsache das der Imperialismus auf Gewalt aufgebaut ist und nur durch Gewalt abgeschafft werden kann.
    Wie sonst hätte man den Hitlerfaschismus zerschlagen können?! Also für mich sind Faschisten Feinde und diese hasse ich auch! Für dich anscheinend ja wohl nicht.Aber wundert mich eigentlich nicht bei den Antideutschen,weil eure Ideologien verwandt miteinander sind. Oder ist es für dich etwa auch moralisch verwerflich wenn die Kurden der YPG in Syrien mit Waffengewalt gegen die IS kämpfen? Sollen wohl lieber Lichterketten anzünden und sich weiter abschlachten,versklaven und vergewaltigen lassen?! Ja, auch da bin ich wider so Selbstüberheblich und hasse den IS.Ich bin schon ein ekelhafter Mensch wenn ich solche Massenmörder hassen muss. Da stellt sich für uns doch nicht die Frage welche Gruppe für die Freiheit kämpft. Für dich ist das aber nicht klar definiert 😀
    Aber…Witzigerweise äußerst du selber einen Widerspruch, indem du deiner eigenen Aussage nicht gerecht wirst. Nämlich bezogen auf den angeblichen Widerstand Israels gegen den von dir bezeichneten „blindwütigen Terror“ oder „islamischen Terrorismus“gelten deine Prinzipien auf einmal nicht mehr. Auf einmal hast du dann doch einen Feind ausgemacht, gegen den man sich verteidigen muß. Wie verlogen ist das denn?!
    Mal abgesehen davon, das du die Wirklichkeit verdrehst und leugnest Wer hier Wen hinter Mauern einsperrt,aushungern lässt,seit Jahrzehnten vertreibt und systematisch ausrotten will. Es sind die Palästinenser die in Gaza kein sauberes Trinkwasser haben und nur für wenige Stunden Strom an Tag.
    Du beziehst dich lieber auf Gruppen wie Hamas,IS usw. als ob der Widerstand gegen die Besatzer nur von diesen Gruppen geführt werden würde. Mal abgesehen davon das die IS dort keine Rolle spielt und selber tausende Muslime abschlachtet.Aufgebaut bzw gefördert von den USA. Auch einer eurer Zionistenfreunde.
    Schon immer haben sich Antiimperialisten von religiösen fundamentalisten Gruppen distanziert. Das es solche Gruppen gibt bedeutet aber nicht, das der Widerstand nicht berechtigt ist. Diese Gruppen heranzuziehen als Argument ist einfach lächerlich. Das wäre so als ob ich alle Vegetarier hassen müsste weil Hitler auch kein Fleisch gegessen hat.
    Du schreibst „Menschen aus allen Kontinenten gibt Israel eine Heimat und nicht nur Juden, es gibt sogar arabische Parteien in der Knesset.“
    Was für eine Heimat Israel anderen Menschen gibt,sieht man ja Beispielhaft an den äthiopischstämmigen Israelis, die Rassismus und Zwangssterilisierung ausgeliefert sind. Sowas kennt man ja auch aus dem 3.Reich.
    Du schreibst von den arabischen Partien in der Knesset aber verschweigst wie diese Parteien dort seit Jahren systematisch unterdrückt und kriminalisiert werden.
    Welcher Rassismus dort verankert ist zeigen auch in Äußerungen der israelischen Knesset-Abgeordneten Aylet Shaked. Diese äußerte Sätze wie: „Tötet alle palästinensischen Mütter!“oder auch: „Alle Palästinenser sind unsere Feinde und wir müssen eigenhändig ihr Blut vergießen.“
    Und da stellst du mir allen ernstes die Frage, warum ich die Führung Israels verachte?!
    Offensichtlicher gehts doch nicht.
    Wenn du das selber nicht weißt, kann ich dir auch nicht helfen!
    In diesem Sinne : Freiheit für Palästina!!!

    • 5.1
      Benjamin Israel sagt:

      In einigen Punkten gebe ich Ihnen recht.
      Habe mir Netanyahus Äusserung in verschiedenen Zusammenhängen sowohl in Englisch als auch Ivrit (Neuhebräisch) nochmal genau angehört und diese ist tatsächlich als gezielte Provokation zu werten und historisch so nicht haltbar.
      Es waren naturgemäss überwiegend Juden, die das umgehend scharf kritisiert haben.
      Wenn es seine Absicht war, die Rolle des damaligen Grossmufti ins Bewusstsein zu bringen, der in der Tat eng mit Hitler kooperiert hat und angeboten hat, ausgewiesene Juden auf dem Territorium des heutigen Israel zu vernichten, dann hat er jedenfalls einen, wenn auch unbeabsichtigten, Teilerfolg mit dieser Aussage erzielt. Und zwar in dem Sinne, dass dieses Faktum in der jüngeren Vergangenheit kaum Erwähnung gefunden hat. Und dass dieser Grossmufti bei den Palästinensern einen fast mythischen Ruf geniesst, steht ausser Frage. Ändert aber nichts daran, dass Bibis Bemerkung mehr als ungeschickt war.
      Eine Holocaustleugnung stellt sie allerdings nicht dar. Eher eine Verzerrung der Geshichte zugunsten eines Propagandaeffekts. Das gehört sich nicht für den Staatspräsidenten Israels und ich verurteile eine solche Vorgehensweise. Bereits in „Mein Kampf“ hat Hitler klargestellt welche Absichten er mit den Juden hatte. Das dürfte jedem Juden bekannt sein.

      Zu einem 2. Punkt:
      Ich bin kein sogenannter Antideutscher, sondern halte diese „Bewegung“ für abstrus und wirr.

      3. Wie in allen Demokratien der Welt gibt es auch in Israel Wirrköpfe, Rassisten, Rechtsradikale, Leute, die sich von Hass leiten lassen, Gewaltbereite.
      Trotz dieser Phänomene, die sich wohl niemals gänzlich beseitigen lassen werden weil sie wohl im Menschen angelegt sind, haben wir es insgesamt bei Israel mit der einzigen Demokratie im Nahen Osten zu tun. Bereisen Sie mal das Land, sehen Sie sich Jerusalem und Tel Aviv an, wandern Sie herum, reden Sie mit den Leuten. Sie werden ein unglaublich heterogenes buntes Völkchen erleben, streitbar und offen, begeisterungsfähig und manchmal verbohrt, liebenswürdig und machmal stur und orthodox verhärtet,
      diskussionsfreudig und neugierig, kritisch dem eigenen Land gegenüber und dann wieder von einer Heimatliebe die man sonst kaum findet. Was Sie nicht vorfinden werden ist eine Araber hassende dumpfe Masse.

      4. Natürlich sind Hamas und Fatah und stets wachsend der IS die treibenden Kräfte auf Seiten der Palästinenser, sozialistisch motivierte Kräfte gibt es auch, ihr Einfluss ist jedoch sehr überschaubar.

      5. Es gibt nicht DEN Imperialismus. Der Marxismus ist eine Ideologie, die in der Analyse des Kapitalismus durchaus Verdienste hat ( Mehrwerttheorie, Fetischcharakter von Waren, Verwirtschaftlichung menschlicher Gefühle und Bedürfnisse etc.), im historischen Materialismus und in den philosophischen Grundlagen offenbart er aber unübersehbare Schwächen und Mängel. Die Geschichte verläuft eben nicht im Sinne des Klassenkampfes, im Sinne eines steten Umschlagens von Quantität in Qualität zu nächsthöheren Stufen der Entwicklung hin zur Klassenfreiheit. Jede „irdische“ Paradiesvorstellung hat sich als obsolet erwiesen und ist in Unterdrückung geendet.
      Nicht DER Imperialismus ist auf Gewalt aufgebaut. Es haben sich bestimmte Wirtschafts – und Machtstrukturen verselbständigt, die dem Menschen schaden, aus ihm ein geknechtetes Wesen machen.
      Aber ist keine namentlich festzumachende Personengruppe die beschliesst, oder beschlossen hat, auszubeuten, zu unterdrücken, Profit anzuhäufen, genauswenig wie es eine „Klasse“ gibt, die sich dagegen auflehnt um es besser zu machen. Alles ist sehr viel komplexer und differenzierter, als es eine wie auch immer gestrickte antiimperialistische Theorie dies glauben machen will ( und deren gibt es zahlreiche).

      ALLE bisherigen Versuche, einen Sozialismus zu installieren, sind gescheitert und / oder in Diktatur und Chaos geendet.

      Eine menschliche Gesellschaft wird niemals durch Gewalt errichtet werden.
      Widerstand ist manchmal unausweichlich, aber gewaltsamer Umsturz von Verhältnissen hat noch nie und wird auch nie Gerechtigkeit und Frieden schaffen. Ich habe durchaus Verständnis für linke Ideen, finde sie mitunter sogar ehrenwert, eine antiimperialistische Ideologie jedoch kann ich nicht gutheissen, aber ich habe zu akzeptieren, dass Sie einer solchen anhängen.
      Deswegen sind Sie nicht mein Feind. Politischer Streit gehört für mich zu einer Kultur des Miteinander.

      Zu vielen Punkten, die Israel betreffen, habe ich eine dezidiert andere Auffassung.
      Es würde diesen Rahmen sprengen, auf jeden Punkt einzugehen, deshalb lasse ich meinen Kommentar erstmal so stehen.

      Schönes Wochenende
      Schalom

      B. I.

  • 6
    Humanist sagt:

    Sie spricht in ihren Songs Themen an, die in den Medien nicht oder kaum angesprochen werden und das halte ich für sinnvoll, ihre Art und Weise halte ich allerdings für dumpf und nicht sonderlich geistreich, weil sie damit kaum Leute erreichen wird … und wenn, dann würde es die aufpeitschende Wirkung sein und eben Hass sähen, was ich für absolut negativ halte.

    In einem Film heißt es, daß wir nicht das sind, was wir denken, sondern unser Denken die Reflektion auf das Außen um uns herum. Jetzt kommt es also darauf an, wie wir ihre Texte und die schlechte Melodie(?) verarbeiten oder es besser ganz ignorieren. Jene Menschen, die irrational und inhuman verhalten sind also ebenfalls nur die Reflektion auf das Außen, also abgefüllt mit volksverhetzenden Inhalten aus Radio, Fernsehen und Zeitungen, ich denke das ist nur normal, also sollte man als Konsequenz politische Inhalte meiden und endlich mal alleine denken … und nachdenken, was sinnvoll ist.

    Will ich Frieden oder Krieg? Will ich Sklaven oder eine Gemeinschaft, die wie ein Netzwerk die Welt umspannt, wo man sich gegenseitig mit Wissen befruchtet und bei Problemen hilft?

    Wer den Haß wegen Konflikten nur weiter schürt, der hat noch nicht erkannt, daß man damit die Konflikte als solche nicht beendet, sondern sie am Laufen hält. Veränderung beginnt durch uns selbst, in dem wir eine Vorbildfunktion ein nehmen oder die guten Ideen von anderen Vorbildern adaptieren und mit ihnen synergetisch zusammenarbeiten, was die Menschheit als solche auch voran bringt.

    Wer Texte verfaßt, der sollte sich auch nicht zu schade sein alternative Möglichkeiten mitzuteilen, über die andere nachdenken können, so daß eventuell eine Diskussion stattfinden kann, denn durch eine Diskussion kann man nur wachsen … daß heißt, nur so lange, wie jeder Teilnehmer der Diskussion ohne Ego und Geltungssucht seine Meinung vorträgt und nicht andere Stimmen unterdrückt, weil deren Meinung diametral entgegengesetzt steht. Ein Fehler beim Menschen ist das Ego, welches in unserer Gesellschaft besonders gut antrainiert wird und damit unser gemeinschaftliches unterdrückt, was uns Menschen aber als Humanisten auszeichnen kann und somit Kriege ausschließen würde.

    Mein Rat an die Sängerin ist, weil ich bei ihren Texten von Texten dieser Spinner von sogenannten deutschen Anti-Deutschen (so was von bescheuert *kopf-schüttelt*) vom Gefühl her für gleich und austauschbar halte. Mache Texte um eine Veränderung zu bewirken, und das kannst du mit Herzblut, aber nicht Haß, mit dem du vermutlich die Menschen aufrütteln möchtest. Ich schätze es so ein, daß du noch von jugendlichem Denken durchdrungen bist und deine Gedanken eben die Reflektion auf das Außen ist.

    Reise in ein fernes Land und komme innerlich zur Ruhe, dann veränderst du deinen Blickwinkel total.

    „Reisen ist tödlich für Vorurteile“ (Mark Twain)

    Ich war kürzlich im Iran, und ich war schon überrascht, welch Karikatur die Medien hier über den Iran zeichnen. Absolut gar nichts ist stimmig. Wenn man bei Anreise böse Iraner erwartet, dann könnte man vielleicht welchen begegnen, weil man schon im Voraus eine Hackfresse zieht, aber wer offen für Begegnungen ist und in allen Menschen potentielle Freunde sieht, der wird im Iran keinen bösen Menschen über den Weg laufen und nur freundliche, hilfsbereite Menschen treffen.

    „Wenn es um Gastfreundschaft im Iran geht, dann müßte die Gastfreundschaft in Europa neu erfunden werden.“ schrieb jemand in einem Blog.

    Was soll ich sagen? Ich habe diese Gastfreundschaft erfahren und genossen. Wirklich jeder hat versucht zu helfen, und wenn er kein Englisch konnte, dann wird jemand gefunden, der dolmetschen kann. In Deutschland würde man doch resigniert aufgeben.

    Liebe Grüße an alle Humanisten! ***

    P.S. *** und auch an jene, die noch nicht wissen, daß auch sie Humanisten sind und sich von volksverhetzenden Inhalten freimachen müssen. „Du bist nicht das, was du denkst!“

    • 6.1
      Benjamin Israel sagt:

      Gerade WEIL die Texte dieser und anderer Rapper ( Bushido, Frauenarzt, Massif, Lady Bitch Ray usw.)
      so geistlos und hasserfüllt, obszön und hetzerisch sind, haben sie Erfolg.
      Das ist traurig, aber wahr, lieber Humanist.
      Diese sogen. Antideutschen ( schon der Begriff lässt mich schaudern) sind allerdings keinen Deut besser, wenn sie jetzt mit Hassattacken über die Dame herfallen. Man kann sie locker argumentativ und sachlich auseinanderpflücken ohne zu beleidigen.
      Die Eine wie dei Anderen sind ungezogene, irregeleitete Blagen ( wie man im Ruhrpott sagt). Nö, das ist keine Beleidigung, sondern fast liebevoller Tadel angesichts der Unsäglichkeiten, die sie von sich lassen ( die Palifreunde wie die falschen Israelfreunde)
      So gewinnt man weder Blumentöpfe, noch Revolutionen, noch die Herzen oder gar Hirne von Leuten, die es ernst meinen mit einer besseren Welt. So gewinnt man nur Flachköppe und kleinbürgerliche Möchtegernrevoluzzer.
      Aber gut, muss ja jeder selber wissen, woll ?!

  • 7
    tag heute sagt:

    Wer sich mit den Imperialisten gemein macht, ist nicht auf der Seite der Freiheit, vertritt die Kapitalnteressen der Wenigen, gegen die fortschrittlichen Friedensinteressen der Völker und ist damit alles andere als links. Auch Faschisten der rechtsextremen Schlägertruppe des Kapitalismus tarnten sich damals als Linke, nannten sich sogar „sozialistische Arbeiterpartei“ und haben in Wahrheit die sozialistischen Arbeiter aus den Betrieben gedrängt, verfolgt, ermordet, ihre Gewerkschaften zerschlagen und die Streikkassen gestohlen. Heute wird wieder überall Echtes durch Fälschung ersetzt. „An ihren Taten werdet ihr sie erkennen.“

    • 7.1
      Benjamin Israel sagt:

      wenn ich das schon lese: „die fortschrittlichen Friedensinteressen der Völker “
      Die Menschen wollen Arbeit ( nicht alle, jedenfalls nicht hier, wo viele Linke lieber Papas Kohle verbraten und vom gehassten Staat leben um ungestört Demotourismus betreiben zu können), wollen sich satt essen, eine anständige Wohnung haben, in Frieden leben ( nicht alle, es gibt solche, die lieber Juden abstechen und Hassparolen verbreiten als sich konstruktiv am Aufbau eines Landes zu beteiligen), Kultur erleben ( nicht alle, manche wollen mit primitiven Raps akustischen und geistigen Müll in die Welt schicken, obwohl es so viel grossartige Musik gibt), eine liebevolle Partnerschaft leben ( nicht alle, manchen wollen alles poppen, was nicht schnell genug auf dem Baum ist).
      Und wer , um Gottes Willen, sind denn die „rechtsextremen Schlägertruppen des Kapitals“ ?
      Die Polizei ? Die „Antifa“, die AfD – Leute hetzt, verprügelt, deren Wohnungen und Autos zerstört ?
      Die Neonazis, die Asylantenheime anstecken ? und vom „kapitalistischen Staat“ täglich an den Pranger gestellt werden ? Ja wer denn nun ?
      Diese ganzen Parolen, diese ganzen Verallgemeinerungen, das ist soooooo billig und arm, und soooooo unreif , infantil, peinlich.
      Gehts nicht ein etwas weniger pathetisch ? DIE VÖLKER ! DER FRIEDEN ! DIE KAPTLINTERESSEN DER WENIGEN ! FORTSCHRITT ! Oh Gott, so haben Stalin und Mao und ihre Kollegen auch rumgesülzt und am Ende hatten sie Abermillionen Menschen ermordet, versklavt, zwangsinterniert, zu Arbeitssklaven gemacht, überwacht und unterdrückt. Und sie haben das Sozialismus oder Kommunismus genannt.

      Wer die Welt besser machen will, muss zuallererst REALIST werden und im Herzen HUMANIST sein.
      Sonst wird das nix, Kinder.