Fler auf dem Weg nach Rechtsaußen – Dankbarkeit hast du nicht verdient

13. November 2014 - 17:38 | | Kultur | 1 Kommentare

Fler wird schon seit langer Zeit eine rechte Einstellung nachgesagt, auch wenn er sich zumindest von der NPD distanziert hat, welche seine Musik offiziell begrüßte. Nach seinem aktuellen Brief an den deutsch-marokkanischen Rapper Farid Bang ist seine rechte und rassistische Einstellung aber nun endgültig deutlich geworden. So schreibt er, er erwartet Dankbarkeit, weil „wir Deutsche“ Farids Familie aufgenommen hätten und“noch mehr Asylanten in unser Land“ ließen. Stattdessen würde er von Farid und seinen“Rapper-Freunden, die alle Migrations-Hintergrund haben andauernd beleidigt“.

Seine Worte zeigen, dass er der Ansicht ist darüber entscheiden zu können, wer nun „Deutsch“ ist und wer nicht, dabei zeigt sein bürgerlicher Name (Patrick Losensky), dass auch er einen Migrationshintergrund, auch wenn der ein bisschen weiter zurück liegt. Da uns allerdings relativ egal ist, wo sein Name herkommt oder der von iwem anders, wollen wir uns lieber der Einstellung widmen, die er offenbart und haben daher mal einen kurzen offenen Brief verfasst.

Lieber Fler,

du bist der Ansicht, dass Migranten keine Deutschen beleidigen dürfen, andersrum scheint das allerdings nicht zu gelten, dabei machst du keinen Unterschied zwischen dem jeweiligen Rapper und seiner Familie. Es gibt wenige Rapper, die so oft Mütter beleidigen wie du es tust, es findet sich kein Album auf dem du nicht wenigstens die Mütter von mindestens drei Rappern beleidigst. Wenn du willst, dass die Beleidigungen aufhören, wäre es ein guter Schritt, wenn du dich selber doch mäßigen würdest. Gleiches gilt für deine Aussage, dass die Rapper sich bei dir bedanken sollen, weil Deutschland sie aufgenommen hat, es bleibt stark zu bezweifeln, dass du dafür irgendeinen Beitrag geleistet hast, ebenso sehr ist es zu bezweifeln, dass diejenigen, die als Gastarbeiter hier gearbeitet haben, sich dafür bedanken sollten, dass sie weniger verdient haben, als ihre deutschen Kollegen.Auch ist es äußerst widersprüchlich, wenn du von asozialer Mentalität sprichst und diese bei Farid Bang kritisiert, gleichzeitig aber Menschen drohst, die deiner Ansicht nach „Gäste in diesem Land“ sind.

Wenn du lieber Fler also Dank forderst, dann sollst du ihn auch bekommen und zwar dafür, dass du deutlich gemacht hast, dass es selbst im deutschen Rap inzwischen rechte Tendenzen gibt. Nun können wir uns ganz offiziell dem Thema widmen und deutlich machen das HipHop multikulturell ist, dass es in der Geschichte des Raps eigentlich immer egal war, welcher Religion man angehörte oder aus welchem Land man stammt. Rap bedeutet Auflehnung gegen Missstände, Rap ist die Kunst Reime und Flow zu verbinden und Rap ist die Möglichkeit sich auszudrücken für diejenigen, die sonst leider viel zu oft überhört werden.

Toxik hat Recht: „Natürlich kann jeder denken und sagen was er will. Aber wenn man so was sagt, ist man halt rechts. Und Rechts passt nicht zu Hiphop. Und es ist halt scheiße.“

Also lieber Fler Dankbarkeit hast du nicht verdient, dass irgendwer in Deutschland ist und hier Musik macht, Dankbarkeit hättest du verdient, wenn du endlich mal aufhören würdest die Mütter von Rappern zu beleidigen, wenn du den Nationalismus endlich mal weglassen würdest und dich mal damit auseinandersetzt, warum die NPD deine Musik feiert

 

 

Über den Autor

Bundessprecher der linksjugend ['solid] und Wortakrobat für die Freiheitsliebe, Balkan21 und andere Medien.
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