Hubert Thiermeyer, ver.di

Neue Streikwelle für einen Tarifvertrag bei Amazon

In den letzten Wochen haben die Streiks bei Amazon etwas abgenommen, nun soll es bald wieder zu neuen Streikwellen im Ostergeschäft kommen, wodurch die aktuelle Auseinandersetzung nun schon 2 Jahre dauert. Ziel des Streiks soll ein Tarifvertrag sein. Den Auftakt machten sie am vergangenen Freitag in Leipzig – dort verteilten rund 150 Streikende Solidaritätspostkarten an die BesucherInnen der Leipziger Buchmesse.

Den bisherigen Höhepunkt des Streiks gab es Ende des vergangenen Jahres, als kurz vor Weihnachten über 2.500 MitarbeiterInnen an sechs der acht deutschen Standorte in den Ausstand traten. Wirkliche Veränderungen konnten sie dadurch noch nicht erzielen, auch wenn es leichte Verbesserungen wie ein geringe Steigerung des Weihnachtsgeld auf etwa 400 Euro gab. Laut Tarifvertrag des Einzel- und Versandhandels würde den Beschäftigten aber 900 Euro Weihnachtsgeld und 1050 Euro Urlaubsgeld zustehen.

Tarifvertrag gefordert – Amazon verweigert Gewerkschaft Gespräche

Die Gewerkschaft verdi, der sich immer mehr MitarbeiterInnen von Amazon angeschlossen haben, hat Amazon zum wiederholten Male aufgefordert Gespräche über einen Tarifvertrag zu führen, dies wurde bisher immer abgelehnt. Der zuständige Bundesfachgruppensekretär von Verdi im Einzel-und Versandhandel, Stefan Najda, machte im Gespräch mit uns deutlich wie Amazaon seine Position argumentiert und welche Auswirkungen das hat: „Wir haben dem Management von Amazon Deutschland im Januar 2014 noch einmal mitgeteilt, dass wir Tarifverhandlungen führen wollen. Amazon hat uns schließlich schriftlich mitgeteilt, dass sie nicht mit uns sprechen werden. Ver.di könne kein Verhandlungspartner sein, da Amazon nur direkt mit den Mitarbeitern und dem Betriebsrat verhandele. Dazu muss man wissen, dass Betriebsräte gesetzlich überhaupt nicht dazu befugt sind, über Löhne oder Gehälter zu verhandeln. Die Wahrheit ist: Amazon will schlichtweg weiterhin einseitig und willkürlich die Entlohnungs- und Arbeitsbedingungen diktieren.“

Ob die nächste Streikwelle etwas verändern kann, ist noch nich sicher, allerdings ist der Druck auf Amazon in den letzten Wochen gestiegen. Nachdem ein “Inaktivitätsprotokoll” veröffentlicht wurde. Dort wird deutlich wie stark das Unternehmen die Mitarbeiter kontrolliert, in dem Protokoll stejt, dass ein Mitarbeiter “von 07:13 Uhr bis 07:14 Uhr (1 min) inaktiv” war. Das US-amerikanische Unternehmen beteuert, das penible Protokoll sei eine Ausnahme, der betreffende Fall liege schon einige Jahre zurück. MitarbeiterInnen dagegen berichteten anonym, dass der Handscanner, der die “Picker” durch die riesigen Lagerhallen führt, ihre Schritte genau verfolgen kann. Ihre Produktivität werde ständig überwacht, und zwar auch heute, so die Beschäftigten.

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