Medienvertreter nehmen an Bundesversammlung teil

30. Januar 2017 - 14:42 | | Gesellschaft | 0 Kommentare

Am 12.02.2017 wird der neue Bundespräsident und Gauck-Nachfolger durch die Bundesversammlung gewählt. Diese setzt sich aus den 630 Mitgliedern des Bundestages sowie aus ebenso vielen Delegierten  der 16 Landtage zusammen.  Die Wahl gilt bereits im Vorfeld als Entschieden, da SPD, Union sowie FDP im Vorfeld bekundet haben Frank-Walter Steinmeier  zu wählen. Interessant ist aber die Auswahl der Delegierten.

Neben den vielen Landtagsabgeordneten der Parteien CDU, CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, FDP, SSW (Südschleswiger Wählerverband), AFD, Piraten und Freien Wählern wurden wie in den Versammlungen zuvor auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ausgewählt: Prominente aus Sport, Kultur, Gesellschaft aber auch Wirtschaft. Dabei können Interessenskonflikte deutlich werden.

So wurde – wie auch in den vier Bundesversammlungen zuvor – Friede Springer von der Berliner CDU nominiert. Springer ist die Mehrheitsaktionärin am gleichnamigen Medienkonzern. Unter anderem publiziert dieser die Zeitschriften „Bild“ und die „Welt“, besitzt den Nachrichtensender N24 und hält an dutzenden anderen  Verlagen, Fernseh- und Rundfunksendern sowie Online-Portalen im In- und Ausland. Friede Springer gilt als befreundet mit Angela Merkel.

Während bei der vorherigen Bundesversammlung 2012 noch der Verleger Hubert Burda ebenfalls von der CDU entsandt wurde, schickt die FDP Baden-Württemberg nun den Gründer und Herausgeber der zu Burda-Konzern gehörenden Zeitschrift „Focus“, Helmut Markwort.

Die Berliner AfD entsendet den Chefredakteur und Herausgeber der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“, Dieter Stein.

Die Piraten aus NRW entsenden den Youtube-Star und Journalisten Tilo Jung, welcher mit seiner Politserie „Jung und Naiv“ bekannt wurde – neben dem Kabarettisten Volker Pispers und Rayk Anders, welcher u.s. mit seiner „Armes Deutschland“ zu Bekanntheit gelangte.

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Über den Autor

Baujahr 1990 und ein waschechter "Ruhri". Im Laufe meines Lebens befand ich mich politisch oft im Spagat zwischen den Strömungen. Beispiel: Arbeiterkind, (trotzdem) eine Ausbildung in der eher konservativen und finanzstarken Immobilienbranche und nun angehender Sozialarbeiter. Angekommen bin ich im linken Spektrum, u.a. da meiner Meinung nach einen stärkeren linken Ausgleich zur folgenschweren neoliberalen Politik ist. Warum ich blogge? Ich liebe es, kritisch zu sein und habe hier eine Plattform gefunden.