Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen – Gewalt auch ein deutsches Problem

25. November 2014 - 10:32 | | Gesellschaft | 0 Kommentare

Heute, am 25. November jährt sich der „internationale Tag gegen Gewalt an Frauen“. Dieser Aktionstag geht zurück auf die Ermordung der Schwestern Mirabal im Jahr 1960, die einer revolutionären Bewegung in der Dominikanischen Republik angehörten und gegen die faschistische Militärregierung kämpften. 1981 deklarierten lateinamerikanische Frauen diesen Tag ihrer Ermordung als Tag des Widerstands gegen die Gewalt an Frauen. International wird dieser Tag begangen, denn es gibt keine Gesellschaft ohne Gewalt gegen Frauen, wobei die Unterschiede allerdings extrem hoch sind.

Dass das Thema auch die deutsche Gesellschaft betrifft wird deutlich nach einem Blick auf die Statistiken. In Deutschland erleiden 35 Prozent der Frauen in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) geht davon aus, dass die Dunkelziffer sogar noch höher ist.. Die Gewalttaten verursachen schwere und nachhaltige gesundheitliche Schäden bei den Opfern.

„Körperliche, sexuelle und psychische Gewalt gegen Frauen ist eine gravierende Menschenrechtsverletzung. Wir begrüßen deshalb das Vorhaben von Bundesjustizminister Heiko Maas, die Gesetzeslücken für von Vergewaltigung betroffene Frauen zu schließen. Zudem ist es erforderlich, das Gesetz gegen den sexuellen Missbrauch von Menschen zu reformieren, die keinen Widerstand leisten können. Denn sexuelle Handlungen, die nicht einvernehmlich erfolgen, müssen grundsätzlich unter Strafe stehen“, erklärt SoVD-Bundesfrauensprecherin Edda Schliepack aus Anlass des Aktionstages gegen Gewalt an Frauen am 25. November.

Armut und Gewalt

Dabei stellt einen großen Anteil die sexuelle Gewalt, je nach Studie werden 8 bis 15 Prozent der Frauen in Deutschland in ihrem Leben einmal sexuell genötigt. Die Anzahl der versuchten Vergewaltigungen liegt etwa doppelt so hoch. Die Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Jugend und Frauen vom November 2008 (»Gewalt in Paarbeziehungen«) erklärt, dass ärmere Frauen tendenziell stärker von Gewalt in Paarbeziehungen betroffen sind. Allerdings findet sich Gewalt gegen Frauen in allen Schichten der Gesellschaft wieder.

Die Autorinnen der Studie führen dies auf den verstärkten sozialen Stress in Beziehungen »in schwierigen sozialen Lagen« und verunsicherten männlichen Rollenbildern zurück. Die Partner können aufgrund ihrer Arbeitslosigkeit oder ihres geringen Verdienstes nicht mehr die (bei allem gesellschaftlichen Wandel immer noch eingeforderte) Ernährerrolle übernehmen. Allerdings ist die Zahl der Gewalt auch in Familien mit hohem Einkommen nur geringfügig niedriger ist, wie die Studie deutlich macht.

Ein effektiver Kampf gegen Gewalt an Frauen ist nur möglich, wenn endlich die Kürzungen an Frauenhäusern gestoppt und Frauen umfassenden sofortigen Schutz erhalten.

Über den Autor

Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung. Als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was nur dem Wohlstand einiger Weniger dient.
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