Der Antisemitismusvorwurf gegen Günter Grass ist erbärmlich!

5. April 2012 - 16:00 | | Gesellschaft | 28 Kommentare

Günter Grass auf dem blauen Sofa - Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/das-blaue-sofa/6318404154/sizes/m/in/photostream/

Günter Grass hat mit seinem Gedicht viel Kritik geernet, aus den verschiedenen Parteien und auch aus Verbänden. Nun wachen die Menschen, welche eine einseitige Positionierung im Nahost-Konflikt ablehnen, auf und versuchen ihn zu verteidigen. Zu den Ersten gehörten, neben der Freiheitsliebe, Wolfgang Gehrcke (MdB der Linken), und ein Journalist der Tagesschau.

Nun nimmt ihn auch der Vorsitzende der SPD-Fraktion in Mecklenburg-Vorpommern, Norbert Nieszery, in Schutz. „Der reflexartig erhobene Vorwurf des Antisemitismus gegen jeden, der Israel kritisiert, ist intellektuell erbärmlich und politisch unredlich“, sagte Nieszery.

Gehrcke sagte über das Gedicht: „Günter Grass beschämt die deutsche Politik, die weithin damit beschäftigt ist, die diplomatischen Folgen eines israelischen Angriffs auf den Iran zu kalkulieren, statt alles zu tun, um diesen Krieg zu verhindern und damit „allen, den Israelis und Palästinensern, mehr noch, allen Menschen, die in dieser vom Wahn okkupierten Region dicht bei dicht verfeindet leben, und letztlich auch uns zu helfen“.

Politiker von CDU, SPD, FDP und Grünen sowie der Zentralrat der Juden in Deutschland hatten mit Empörung auf Grass’ Äußerungen reagiert und ihm unter anderem vorgeworfen, antisemitische Klischees zu vertreten.

Reflexhaftes Schwingen der Antisemitismuskeule 

Nieszery dagegen verteidigte Grass auch gegen die Kritiker aus der eigenen Partei.  Dessen Appell stehe in einer klaren humanistischen Tradition, betonte der SPD-Fraktionschef. Die Forderung nach atomarer Abrüstung, egal gegenüber welcher Nation, sei für die gesamte Menschheit von existentieller Bedeutung. Grass befürchte, daß die Deutschen sich aus falsch verstandener Wiedergutmachung an Israel heraus mitschuldig an einem Atomkrieg im Nahen Osten machten, erläuterte der SPD-Politiker.

Er verstehe daher nicht, „warum es heute immer noch nicht möglich ist, Kritik an Israel zu üben, ohne dafür mit der Antisemitismuskeule verdroschen zu werden und ein entsetztes Aufheulen der vermeintlichen Gutmenschen zu provozieren“. Dieser Reflex sei „so stark im deutschen Schuldstolz verankert, daß auch Grass’ deutliches Bekenntnis zu Israel von derlei Kritikern schlicht ignoriert wird“.

Nieszery stellte sich mit seinen Äußerungen auch gegen die offizielle Position seiner Partei zu dem Vorgang. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hatte am Mittwoch Grass’ Gedicht als „irritierend und unangemessen“ kritisiert.

Auch Günter Grass hat sich inzwischen geäußert, er sagte gegenüber dem NDR:„Es werden alte Klischees bemüht. Und es ist zum Teil ja auch verletzend. Es wird sofort, was ja auch zu vermuten war, mit dem Begriff Antisemitismus gearbeitet.“ Weiter sagte der Schriftsteller: „Es ist mir aufgefallen, dass in einem demokratischen Land, in dem Pressefreiheit herrscht, eine gewisse Gleichschaltung der Meinung im Vordergrund steht und eine Weigerung, auf den Inhalt, die Fragestellungen, die ich hier anführe, überhaupt einzugehen.“

Inzwischen hat sich auch die „jüdische Stimme für gerechten Frieden im Nahen Osten“ geäußert:

„Wir, die Mitglieder der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost, gratulieren Günter Grass für seine aufrichtige Aussage in bezug auf die Atompolitik Israels. Auch wenn Günter Grass durch sein langes Schweigen über seine ehemalige Angehörigkeit zur Waffen-SS Glaubwürdigkeit in Sachen NS-Aufarbeitung einbüßt, so zeigt die hysterische Reaktion jüdischer und nicht-jüdischer Deutscher deutlich, dass er ins Ziel getroffen hat.“

Israel verhängt ein Einreiseverbot

Israel hat Günter Grass inzwischen ein Einreiseverbot auferlegt. Ein Sprecher der Innenministeriums bestätigte, dass Grass eine Persona non grata, also unerwünschte Person, sei und somit nicht mehr nach Israel einreisen dürfe. Jischai sagte dem Sprecher zufolge, das Gedicht von Grass habe darauf abgezielt, „das Feuer des Hasses auf den Staat Israel und das Volk Israel anzufachen“. Grass wolle so „die Idee weiterbringen, die er früher mit dem Tragen der SS-Uniform offen unterstützt hat“.

Über den Autor

Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung. Als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was nur dem Wohlstand einiger Weniger dient.
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28 Kommentare

  • 1
    Kleriker sagt:

    Was hat euch denn geritten? Das paßt doch überhaupt nicht zu euch.
    Ach ja, jetzt verstehe ich. Da kam so eine kleine Welle angerauscht und hopp, ehe man sichs versah, schwamm man schon mit dem Strom. Jaja, wenn man nicht völlig in´s Abseits geraten will, muß man sich schon einen Zug aussuchen, auf den man noch eben schnell aufspringen kann. Gelle?
    Ihr schämt Euch überhaupt nicht, Oder? Seht zu, daß ihr euch nicht zu weit verbiegt und demnächst (am 20sten) noch eine kleine Erinnerung an längst Verflossene unters Volk bringen müßt. Quasi in „liebevoller Erinnerung an Onkel Adolf!“

    • 1.1
      Gast sagt:

       Warum soll das nicht hier hin passen? Es geht schließlich um die Freiheit, seine Meinung sagen zu können. Schämen sollten sich eher die Hasbara-Trolle.

  • 2
    Gast sagt:

    Lass ihn, er ist Kleriker… 🙂

  • 3
    Gast sagt:

    Der ‚fahrende Zug‘ ist übrigens -ganz unabhängig von Günter Grass- Israel zuzujubeln, um ja nicht auch nur denn Anschein von Antisemitismus zu erwecken, dabei aber völlig zu übersehen (ob bewusst oder unbewusst), dass die Politik Israels (nochmal ganz deutlich: Nicht ‚die Juden‘, sondern die israelischen Politiker) inzwischen dem Dritten Reich fast schon Konkurrenz machen kann.

    • 3.1
      lucas sagt:

      Interessante Ansicht, besonders interessant, dass versucht wird dem Antisemitismus auszuweichen, in dem betont wird, man habe ja nicht die Juden gemeint. Wenn diese Aussage nicht Antisemitismus entspringt, wie kommen Sie dann dazu solchen absurden Dummheiten von sich zu geben?
      Vergelichen wir doch mal kurz:
      Das dritte Reich war ein faschistischer Staat der einen lang geplanten Angriffskrieg startete und sich nie zurückzog, und kein Opfer für den Endsieg scheute.
      Israel ist ein Rechststaat, der 1946 und 1976 angegriffen wurde, 1967 in einer Bedrohungslage zuerst losschlug, nach jedem Sieg ein Waffenstillstand schloss oder anbot und weiter zu Friedensverhandlungen bereit war.
      Als ganz ehrlich sind Sie hoffentlich Antisemit, sonst sind Sie einfach nur zu blöd die Situation einzuschätzen.
      hochachtungsvoll und israelsolidarisch
      Lucas

  • 4
    Pablo Ardouin sagt:

    Inzwischen hat sich auch die “jüdische Stimme für gerechten Frieden im Nahen Osten” geäußert:

    “Wir, die Mitglieder der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost, gratulieren Günter Grass für seine aufrichtige Aussage in bezug auf die Atompolitik Israels. Auch wenn Günter Grass durch sein langes Schweigen über seine ehemalige Angehörigkeit zur Waffen-SS Glaubwürdigkeit in Sachen NS-Aufarbeitung einbüßt, so zeigt die hysterische Reaktion jüdischer und nicht-jüdischer Deutscher deutlich, dass er ins Ziel getroffen hat.”Ganz Klar, dagegen kann mann überhaupt nicht mehr sagen, Günther Grass hat recht!

  • 5
    Zeitzeuge sagt:

    Da sicht man mal wieder schön die westliche Heuchlei. In anderen, „bösen“ Ländern wird von unseren Politiker immer ganz groß die fehlende Meinungsfreiheit angeprangert aber meldet sich mal ein Kritiker im eigenen Land zu unbequemen Themen zu Wort wird er gleich niedergemacht, soll sich schämen und am besten nie wieder etwas dazu sagen.

  • 6
    Frager sagt:

    Eigentümlich, ich habe die Kommentare zu einigen Artikeln in Israelischen Zeitungen gelesen. Da waren Schlussfolgerungen zu Lesen:Grass=Nazi=SS=Massenmörder! Das hat er nun nicht verdient. Solches hirnloses Gegeifere anzustimmen, ohne vorher mal nachzurechnen,ob das überhaupt möglich ist. Aber das nur am Rande.
    Er hat ja nicht einmal etwas geäußert, weswegen man ihn de Antisemitismus bezichtigen könnte. Kernaussage ist ja wohl, daß es von Seiten des Israelischen Regimes eine Gefährdung des Weltfriedens gibt. Und das ist wahr. Desweiteren stellt er die Rolle Deutschlands in Frage bei der massiven Unterstützung der Kriegstreiberei. (es ist ja auch nicht das erste U-Boot, dass dieser Tage bewilligt wurde, vier Stück sind ja schon geliefert, was bisher verschwiegen wurde). Unsere Israel-Staatsräson-Natoraketenschild-usw.-Unterstützer, angefangen bei der Kanzlerin, über Volksverhetzer Westerwelle und anderen scheinen noch gar nicht mitbekommen zu haben, dass,wenn sich dieser Konflikt ausweitet,weil Russland und China und einige Länder mehr verwickelt werden würden, Deutschland durchaus im Brennpunkt des Geschehens stehen könnte. Das wäre dann diesmal sicherlich der endgültige Untergang. Das alleroberste Gebot und Kernsatz nach WKII war einmal, dass niemals wieder von deutschem Boden ein Krieg ausgehen darf (ob z.B. die Amis in Ramstein auch dazugehören, weiß ich nicht, aber ein potentieller Kriegsgegner wird es so sehen). Aber soweit muß es wahrscheinlich erst kommen, damit endlich diese erbärmliche Speichelleckerei und A..kriecherei gegenüber den Israelischen Machthabern und ihren „Außenpöstlern“ und auch die Selbstkasteiung der Deutschen mal aufhören. Ich weiß nicht, ich bin zwar auch schon über die geschätzte Lebensmitte hinweg, aber ich kann mich nicht entsinnen, dass ich hätte je in meinem Leben einem Juden etwas Böses getan. Also bin ich unschuldig an dem, was damals passiert ist. Ich habe kein schlechtes Gewissen. Und die Mehrzahl der heute lebenden Deutschen hat damit auch nichts zu tun gehabt. Wäre die deutsche Gesetzgebung damals nicht dergestalt indoktriniert worden von genau solchen Leuten, die heute den Krieg gegen Iran ins Auge fassen, kämen bei entsprechender Geschichtsaufarbeitung sicherlich eh‘ einige für manche Leute unangenehme Dinge ans Licht.

    Grass hat eigentlich in seinem Gedicht nichts anderes verlangt, als darüber nachzudenken. Ob man ihn oder seinen Stil mag oder nicht, er hat recht!
    Was allerdings das Schöne an dem ganzen Rummel ist, durch diesen “Sturm der Entrüstung” in aber auch jedem politisch korrekten Medium tritt sicher der Effekt ein, dass auch der letzte Dödel interessiert fragt, was denn dieser Grass da wird geäußert haben. Leute, denen nie im Leben in den Sinn gekommen wäre, sich überhaupt mit sowas zu befassen. Folglich kan sich Grass gar keine bessere Reklame für das Geschriebene wünschen. Na gut, die Runtermacherei muss er jetzt ertragen. Aber er ist 85, wenn er schlau ist, geht´s ihm am A… vorbei.Aber: Wer’s bis jetzt nicht geglaubt hat, in welchem Zustand die deutsche Mainstream-Berichterstattung ist, der weiß es jetzt mit Sicherheit. Und da wird in Zukunft doch wohl so Einiges hinterfragt werden, was über die Kanäle und die Druckerpressen kommt. Vielleicht tauchen sogar mal Fragen auf, wieso die ferngesteuerte Gesetzgebung in Deutschland überhaupt jede Diskussion in diese Richtung und in Bezug auf unsere “dunklen Geschichte” per Gesetz unmöglich gemacht wird.Ich denke, mit diesem empörten Hassgeschrei haben sich unsere Medienvertreter ein echtes Eigentor geschossen.

    • 6.1
      Elbcutter2004 sagt:

      Stimme dem Inhalt hier völlig zu. Möchte nur die Anführungszeichen von „dunklen Geschichte“ wegnehmen, denn die gab es ja fraglos. Unsere dunkle Geschichte darf heute nicht eine klare Sicht auf Missstände werfen. Mich veranlasst sie dazu, klar zu fordern: Nie wieder Krieg!

      • 6.1.1
        Elbcutter2004 sagt:

        Korrektur:
        Unsere
        dunkle Geschichte darf heute nicht Schatten auf eine klare Sicht auf Missstände
        werfen.

  • 7
    Ketzerin sagt:

    Danke Günter Grass! Leider heißt es im Lied von der Linde sinngemäß und auf Deutschland bezogen der Prophet gilt im eigenen Lande nichts…, und deine Mahnung wird eher zur Prophezeiung als ernstgenommen und bedacht.

  • 8
    DoctorWho sagt:

    Hahaha bevor ihr euch richtig aufregt schaut mal zur BLÖD Jux-Presse rüber das ist so erbärmlich was diese Redaktionsaffen schreiben! Das ist kein Journalismus mehr!

  • 9
    Elfennoa sagt:

    Danke

  • 10
    Landsgesell Michael sagt:

    Es ist immer wieder sehr verwunderlich wie Presse und Politik auf Kritik an ISRAEL reagiert!
    Von wegen tolleranter Rechtsstaat, Pressefreiheit oder das Recht auf freie Meinungsäußerung…
    Jedesmal wird schiebt man die Vergangenheit der deutschen Geschichte vor und missbraucht, dehmütigt somit deren Zahlreichen Opfer.
    Ich sage; „Grass hat das gesagt was viele Denken doch es nicht wagen aus zu sprechen!“
    MMichael L.

  • 11
    Mandana sagt:

    warum sagen auch die andere nicht was gesatg werden muß???

  • 12
    Dieter Deicke sagt:

    Endlich wagt es mal jemand die Wahrheit zu sagen.
    Meine größte Hochachtung für Herrn Grass.

  • 13
    Pro-Grass sagt:

    Die Springer-Presse trommelt und nennt Grass in ihrem Leitartikel vom 5.4.2012 unter der Überschrift „Was für ein Irrsinn“ einen Feind Israels und der Juden. Ich sehe in dem Gedicht jedoch keinen Angriff auf Israel und die Juden, sondern eine Verurteilung der momentanen israelischen Politik des Säbelrasselns. Das Gedicht ist ein Appell, der uns zur Wachsamkeit gegenüber Kriegstreibern und deren Protagonisten aufruft. Grass ergreift hier nicht für irgendeine Region oder Religion Partei, sondern er ergreift Partei für den Frieden und verurteilt Maßnahmnen, die diesen Frieden gefährden können.

  • 14

    Hallo, ich habe auch mal meine Meinung zu Günter Grass und seinem Gedicht zusammengefasst, vielleicht interessiert es ja jemanden:

    http://meinbrennpunkt.wordpress.com/2012/04/07/kommentar-alles-spielt-verruckt-wegen-gunter-grass-oder-meine-meinung-zum-antisemitismus/

  • 15
    Kundenservice sagt:

    Wo sind wir nach dem Zweiten Weltkrieg schon wieder hingekommen, wenn sich mutigen Menschen nicht mehr gegen Krieg äußern dürfen? Die selben die jetzt auf Grass eindreschen fragen dann wieder, was hast Du dagegen unternommen.

  • 16
    Dr. No sagt:

    Sehe ich ganz ähnlich, obwohl ich dringend zur Vermeidung von Formulierungen wie „vermeintliche Gutmenschen“ raten würde.
    http://lebenuniversumrest.blogspot.de/2012/04/echt-grass-was-der-geschrieben-hat.html

  • 17

    Das Problem an den oft so überhitzten und atmosphärisch vergifteten Debatten über Israel ist ja, dass sich immer zwei Diskurse überlagern und einander in die Quere kommen.

    Da wäre zum einen die lange Geschichte der Judenverfolgung mit ihrem (hoffentlich nicht nur) bisherigen Kumulationspunkt, der Shoa, und die sich daran anschließende Erzählung von „Eretz Israel“ als gelobtem Land und letztem Zufluchtsort der Juden.

    Zum anderen gibt es die kaum weniger lange Geschichte der Dominanz des jüdisch-christlichen Abendlandes und seiner Vormachtstellung in der kolonialen und postkolonialen Weltordnung, in der Israel vor allem einen Verbündeten bzw. einen Brückenkopf des „Freien Westens“ und der Supermacht USA im ökonomisch und geopolitisch bedeutenden „Nahen Osten“ darstellt.

    Auch wenn es sicherlich gute Gründe gegeben hätte, nach dem Zweiten Weltkrieg einen Judenstaat eher in einem Teil Deutschlands oder der USA einzurichten als in Palästina, ist an dem Existenzrecht Israels heute aus guten Gründen nicht zu rütteln. Das bedeutet aber auch, dass dieser Staat keine Sonderrechte beanspruchen und genießen sollte, sondern in seiner Innen- und Außenpolitik kritisiert werden darf wie jedes andere Land.

    All jene, die Israel immer wieder eine Sonderrolle zugestehen und Kritik an seiner Regierungspolitik pauschal abschmettern, argumentieren genau in den Kategorien des Antisemitismus, die sie immer ihren Widersachern, oft zu unrecht, vorwerfen.

    Vor allem aber wird so eine konstruktive politische Auseinandersetzung verunmöglicht und ein für Viele schwer erträglicher, für Manche aber sehr einträglicher Status Quo zementiert.

    Die Logik von Drohung und Gegendrohung, Erstschlag und Gegenschlag jedenfalls wird nur immer neue Tote und Gründe für Vergeltung provozieren, wovon allein der militärisch-industrielle Komplex profitiert.

    http://misanthrope.blogger.de/stories/2035529/

    • 17.1
      Antonius Theiler sagt:

      Von 1882 – 1904 kamen 25000 Auswanderer aus
      Osteuropa nach Palästina, fünfzigmal  so
      viele gingen in die Vereinigten Staaten.

  • 18
    Gast sagt:

    Deutschland einig Land der Heuchler und Lügner – Verbrechen gegen die Menschlichkeit werden von den Politikern in Deutschland täglich begangen, wobei es nicht interessiert ob irgendwo ein Mensch durch ein in Deutschland gebautes Uboot oder andere Waffentechnik stirbt. Hauptsache die eigenen Taschen werden gefüllt und Andersdenkende werden mit der Nazikeule oder anderen geeigneten Mitteln nierdergemacht. Wer Stolz auf so ein Land ist, hat nie echte Freiheit genossen.
    Israel wird gedeckt wo man nur kann, es bewahrheitet sich wieder die Aussage, eine Krähe hakt der anderen kein Auge aus. Das es auch dort genug Menschen gibt, die nicht mit der Politik ihrer Regierung einverstanden sind, wird nicht wiedergegeben. Dank der gierigen Politiker werden die Menschen auf dieser Erde niemal in Frieden und Freiheit leben können.

  • 19

     

    Über ein triviales „Gedicht“, das bestenfalls geeignet ist,
    von der eigentlichen Kriegsursache abzulenken, diskutiert die ganze Welt.

     

    Doch ein wissenschaftlich einwandfreier Artikel, der den
    Kern des Problems anspricht, wird von den Allermeisten gar nicht erst zur
    Kenntnis genommen:

     

    http://www.deweles.de/files/krieg.pdf

     

    Wer die tiefere Ursache – nicht nur – für dieses irrationale
    Verhalten verstehen will, muss tatsächlich bei Adam und Eva anfangen:

     

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

  • 20
    Antonius Theiler sagt:

    An alle die nichts böses im Kopf haben, gebrauchen sie bitte
    nicht das Wort antisemitisch.

     

    „Anti semit isch“

     

    Semiten,
    im 18. Jahrhundert entstandener Begriff, der aufgrund der biblischen
    Völkertafel (1. Mose 10) eine Reihe von Völkern als Träger einer gemeinsamen
    Sprache (»Semitisch«) bezeichnet. Danach gingen von Semiten 26 Völker aus, u.
    a. Elamiter, Assyrer, Babylonier und Aramäer. Die Völkertafel ist aber im
    Wesentlichen geographisch orientiert (das Siedlungsgebiet der Semiten reicht
    von Westanatolien bis Persien und von Armenien bis zum Roten Meer), und die in
    ihr genannten Völker bilden keine geschlossene Gruppe im Sinne der Völkerkunde.
    Der Begriff ist daher ethnographisch untauglich und zudem durch seinen
    wertenden Missbrauch in Rassentheorien des 19. und 20. Jahrhunderts
    (Antisemitismus, Rassismus) diskreditiert; er kann nur sprachwissenschaftlich
    und eingeschränkt auf die semitischen Sprachen angewandt werden. 

    (c)
    Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2005 (Eine
    Empfehlenswertes Lexikon)

     

    Antisemitismus
     der, Abneigung und
    Feindseligkeit gegenüber den Juden, auch (nationalistische) Bewegungen mit
    ausgeprägten judenfeindlichen Tendenzen; insofern irreführend, als nicht die
    Gesamtheit der semitischen Völker (z. B. auch Araber) gemeint ist.

    (c)
    Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2005 (Eine
    Empfehlenswertes Lexikon)

     

     

    Sie
    sehen das die Ausdrücke antisemitisch, Semiten, Antisemitismus völlig
    untauglich sind, um politisch und gesellschaftlich herzhaft und ehrlich zu
    diskutieren.

     

    Wen sie Lob oder Kritik üben wollen, über Christen, Zionisten, Israeli,
    Juden, Mosaische,   Islamiten, Türken,
    Palästinenser, Ägypter, Saudis, Bayern, Preußen u. s. w. dann immer den
    korrekten Nenner, den sonst treffen sie viele die sie gar nicht treffen wollen,
    danke. Die Babylonische Sprachenverwirrung müsste uns Lehre genug sein, jetzt
    bitte nicht auch noch eine von Menschen gemachte Sinnverwirrung in die Welt
    setzen.

  • 21
    Antonius Theiler sagt:

    Ich sehe hinter Günter Grass den großen deutschen Dichter
    Gotthold Ephraim Lessing stehen, und sein schönstes Tiermärchen „Gott Jupiter
    und das Schaf“ mit der letzten Tinte von Grass interpretieren. Doch ihr hört
    nicht und lest nicht, ihr schneidet nur Kupons.

     

    Der Dichter Gotthold Ephraim Lessing wusste vom Staat Israel
    nichts.

    Gott Jupiter und das Schaf

    Ein Schafweibchen lebte in einer spärlich bewachsenen
    Gebirgsgegend. Es musste viel von anderen Tieren erleiden und war ständig auf
    der Flucht vor Feinden. Ein Adler kreiste oft über diesem Gebiet, und das
    Schafweibchen war gezwungen, immer wieder ihr kleines Schäfchen zu verstecken.
    Auch musste es Acht geben, dass der Wolf es nicht entdeckte, denn dieser
    strolchte auf dem dicht bebuschten Nachbarhügel herum. Außerdem war es wirklich
    ein Wunder, dass der Bär aus der waldigen Schlucht unter ihm es und sein Kind
    mit seinen riesigen Pranken noch nicht erwischt hatte.

    An einem Sonntag beschloss das Schaf, zum Himmelsgott zu
    wandern und ihn um Hilfe zu bitten. Demütig trat es vor Jupiter und schilderte
    ihm sein Leid. „Ich sehe wohl, mein frommes Geschöpf, dass ich dich allzu
    schutzlos geschaffen habe“, sprach der Gott freundlich, „darum will
    ich dir auch helfen. Aber du musst selber wählen, was für eine Waffe ich dir zu
    deiner Verteidigung geben soll. Willst du vielleicht, dass ich dein Gebiss mit
    scharfen Fang- und Reißzähnen ausrüste und deine Füße mit spitzen Krallen
    bewaffne?“

    Das Schaf schauderte. „O nein, gütiger Vater, ich
    möchte mit den wilden, mörderischen Raubtieren nichts gemein haben.“

    „Soll ich deinen Mund mit Giftwerkzeugen wappnen?“
    Das Schaf wich bei dieser Vorstellung einen Schritt zurück. „Bitte nicht,
    gnädiger Herrscher, die Giftnattern werden ja überall so sehr gehasst.“

    „Nun, was willst du dann haben?“ fragte Jupiter
    geduldig. „Ich könnte Hörner auf deine Stirn pflanzen, würde dir das
    gefallen?“

    „Auch das bitte nicht“, wehrte das Schaf
    schüchtern ab, „mit meinem Gehörn könnte ich so streitsüchtig oder
    gewalttätig werden wie ein Bock.“

    „Mein liebes Schaf“, belehrte Jupiter sein
    sanftmütiges Geschöpf, „wenn du willst, dass andere dir keinen Schaden
    zufügen, so musst du Gezwungenerweise selber schaden können.“

    „Muss ich das?“ seufzte das Schaf und wurde
    nachdenklich. Nach einer Weile sagte es: „Gütiger Vater, lass mich doch
    lieber so sein, wie ich bin. Ich fürchte, dass ich die Waffen nicht nur zur
    Verteidigung gebrauchen würde, sondern dass mit der Kraft und den Waffen zugleich
    auch die Lust zum Angriff erwacht.“

    Jupiter warf einen liebevollen Blick auf das Schaf, und es
    trabte in das Gebirge zurück. Von dieser Stunde an klagte das Schaf nie mehr
    über sein Schicksal.

     

    Und die Moral von der Geschicht:

     

    Der Säbelzahntiger ist ausgestorben, viele Nattern stehen auf der Roten
    Liste, oder sind auch schon ausgestorben, und die Gehörne der Böcke sind
    beliebte Trophäen, aber Schafe gibt es immer noch.

  • 22
    khalil el khatib sagt:

    Fels der Angst (Solidarität mit Günter Grass)
    Du, Fels der Angst, liegst auf der Brust der Wahrheit,
    ihren Atem beengend.
    Der Hauch der Wahrheit ist wie der Wohlgeruch aller Blumen.
    Der Fels der Angst zwängt unseren Brustkorb
    und sperrt das Pochen unseres Herzens ein.
    Er sperrt das Herz ein, damit es nicht in das Ohr der Vernunft
    flüstern kann.
    Das Flüstern ist ein Kern, den der Liebesschnabel verschluckt.
    Es ist hart im Leben, die Wahrheit zu sagen –
    öffentlich zu sagen.
    Sie weicht plötzlich wieder zurück und wartet
    auf eine andere Gelegenheit.
    Der Aufschub gibt Kraft – die Wahrheit am Ende zu sagen.
    Die Wahrheit sagt nichts, außer wenn ein mutiger Kranz
    auf ihrem Haupt sitzt.
    Der Fels der Angst fesselt unsere Füße,
    lässt unsere Schritte straucheln und uns lahm werden.
    Die lahmen Füße, die eine gekrümmte Spur hinter sich lassen.
    Mit selbstbewussten Schritten kann man den Gipfel
    einer Geschichte erreichen.
    Grass, Du hast Dein Wort gesprochen ohne zu zerbrechen.
    Du hast das Heuchlergewand abgelegt und dein leichtgewordener
    Körper hat das Durchscheinende deiner Seele umarmt.
    Du hast dein Wort gesprochen und bist nicht zerbrochen;
    Du hast Nietzsches Theorie überwunden:
    Nicht jedes Wort aus der Mitte unseres Selbst hat die Mittel
    zu zerstören.
    Aus dem Wort der Wahrheit hast du einen Ballon gemacht,
    der hoch aufsteigt und den Lügenrauch sieht,
    der aus dem Brennpunkt der Politik quillt
    und die Augen vernebelt.
    Die Angst spaltet unsere Person in zwei widerstreitende
    Hälften,
    die im Ring der Unvollkommenheit kämpfen.
    Jetzt haben sich beide Hälften gefunden,
    nachdem die Angst sie ins Nest der Ehrlichkeit getrieben hat.
    Die Ehrlichkeit liegt auf den Fingerspitzen der Wahrheit.
    Dort ist sie sicher aufgehoben.
    Die Ehrlichkeit belebt die Ader der Wahrheit.
    Deine Hälften sind sich begegnet.
    Nun bist du wiedergeboren als ein fast-Vollkommener.
    .