76 Jähriger verurteilt, weil er Lebensmittel aus Müll nahm

21. Oktober 2018 - 14:10 | | Gesellschaft | 0 Kommentare

4,4 Millionen Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr in Privathaushalten weggeschmissen, noch mehr von Unternehmen. Dass so viele Lebensmittel verschwendet werden, sorgt allerdings nicht dafür, dass diejenigen die kein Geld haben, Essen erhalten. Im Gegenteil: Sie werden sogar bestraft, wie ein 76-jähriger Rentner nun erfahren musste.

Das Verbrechen des armen alten Mannes: Er nahm Kaffee, der abgelaufen und vom Unternehmen zerstochen worden war. Trotzdem wurde der 76-Jährige, der dem Tipp eines Jugendlichen, der ebenfalls containert, folgte, von einem Kölner Kaufhaus wegen schwerem Diebstahl angezeigt. Vor Gericht wurde er verurteilt, wenn auch nicht wegen schweren Diebstahls. „Die kriminelle Energie, sich an weggeschmissenen Lebensmitteln zu bedienen, ist eher gering“, urteilte der Richter und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 300 Euro auf Bewährung. Wenn er im kommenden Jahr keine Straftat begeht, muss er die Strafe nicht zahlen.

Das eigentliche Problem allerdings bleibt bestehen: Das Menschen hungern, während Konzerne Tonnen an Lebensmittel wegschmeißen, weil das Datum abgelaufen ist oder bald abläuft. Frankreich und Belgien haben auf dieses Problem schon reagiert und Gesetze erlassen, welche es verhindern, dass Unternehmen Lebensmittel wegschmeißen. Die Folge: Nahrungsmittel werden den Ärmsten gegeben und gleichzeitig sinkt der Anteil an weggeworfenen Lebensmitteln deutlich. Deutschland könnte sich daran ein Beispiel nehmen und Hunger und Lebensmittelverschwendung bekämpfen, bisher mangelt es aber am Willen, insbesondere der Union.

Über den Autor

Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung. Als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was nur dem Wohlstand einiger Weniger dient.
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