Wie die Anti-Periodenarmuts-Kampagne in Schottland siegte

Ein Lichtblick inmitten von schweren Zeiten in 2020: Schottland machte im November als erstes Land der Welt Menstruationshygieneartikel kostenfrei zugänglich für alle.

Ähnlich wie für die Acht-Stunden-Arbeitstage gekämpft wurde, die für viele heutzutage als gegeben gelten, werden auch zukünftige Generationen nicht glauben können, dass für die kostenlose Bereitstellung von Monatshygiene gekämpft werden musste.

Den Kampf für diesen Fortschritt bestritten unter anderem Basis-Kampagnen und Aktivisten und Aktivistinnen, die daran glauben, dass jede menstruierende Person das Recht auf eine sichere, hygienische und auch würdevolle Menstruation hat.

Monica Lennon, Mitglied des schottischen Parlaments (Bereich: Gesundheit und Sozialhilfe) der sozialdemokratischen Scottish Labour Party, führte die vier Jahre währende Kampagne, doch war es am Ende der Druck der Bevölkerung, der zur Durchsetzung der Verordnung führte.

Anfangs setzte die Scottish National Party (sezessionistisch, linksliberal) der Kampagne lächerlicherweise entgegen, dass kostenfreie Hygieneprodukte dazu führen würden, dass diese gehamstert werden würden. Außerdem machten sie sich auch Sorgen über die Kosten für diese notwendigen Produkte, obwohl aus Statistiken klar hervorgeht, dass ca. 49 Prozent der britischen Schülerinnen und menstruierenden jungen Menschen aufgrund von Mangel an nötigen Periodenprodukten mindestens einen oder mehrere Schultage verpasst haben.

Umfragen zeigen Notwendigkeit

Laut einer schottischen Umfrage, mit über 1.000 befragten Frauen und menstruierenden Personen, gab mehr als ein Fünftel der Befragten an finanzielle Mühen gehabt zu haben, sich Periodenprodukte zu beschaffen. Notgedrungen greifen betroffene zu Alternativen wie Toilettenpapier, Textillumpen und Handtüchern.

Während der Covid-19-Krise hatte sich diese Problematik nur noch mehr zugespitzt. Bloody Good Period, eine Wohltätigkeitsorganisation/Stiftung für kostenfreie Bereitstellung von Hygieneartikeln für vulnerable und gering verdienende Menschen, berichtet von einem versechsfachten Zuwachs an Nachfrage seit Beginn der Pandemie.

Trotz des anfänglichen Widerstrebens seitens des schottischen Parlaments konnte die Kampagne mit Unterstützung von Gewerkschafterinnen, Gewerkschaftern, Frauenrechtlerinnen, Gemeindegruppen und parteiübergreifenden Aktivist*innen auf ihrem Weg zur Gesetzesänderung Fortschritte erzielen.

Überhaupt stieß die Kampagne auf viel Unterstützung. Schottinnen und Schotten sahen es als selbstverständlich an, dass Monatshygieneprodukte kostenfrei bereitgestellt werden sollten. Selbst der Celtic Football Club kündigte an, dass ab 2018 kostenfrei sanitäre Produkte in ihren Stadien zur Verfügung gestellt werden würden. Im Februar 2020 versammelten sich Aktivistinnen und Aktivisten vor dem schottischen Parlament als Zeichen der Unterstützung für den Gesetzentwurf.

Letztendlich beugte sich die Scotish Labour Party diesem gesellschaftlichen Druck und befürwortete den Gesetzentwurf. Am 24. November 2020 wurde das Gesetz einstimmig verabschiedet. Klar geht hervor, dass kollektives Zusammenarbeiten und Zusammenhalten solch einen Fortschritt erst möglich machten.

In Anbetracht des weitergehenden Kampfes gegen Geschlechterungleichheit und Armut jeder Art, ist es ein Gedanke, an dem wir festhalten müssen. Wenn wir uns verbünden, können wir gewinnen.

Der Artikel von Eliza Gearty erschien im Socialist Review und wurde von Sara Rose übersetzt.

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