Hallo Herr Sellerie oder war’s Sellering?

7. September 2016 - 14:18 | | Politik | 0 Kommentare
Schweriner Landtag

Machen wir doch mal einen hochpolitischen, praktisch umsetzbaren, aber dennoch unkonventionellen Vorschlag, der ein bisschen Bewegung in die depressive Stimmung in Mecklenburg-Vorpommern bringen könnte:

Deine SPD ist ja mit deutlichem Vorsprung die stärkste Partei bei der Wahl geworden (ob sie auch sonst stark ist, müssen wir erstmal sehen). Meine Partei, die Linke, hat gute Vorschläge gemacht, aber die Leute wollten lieber die dummen und schlechten der AfD hören und wählen.
Deine SPD wiederum leidet unter der Koalition mit der CDU, vor allem der in Berlin. Das wiederum kann meine Partei gut verstehen, weil wir auch sehr gerne hätten, dass die CDU und „die Merkel“ von den Regierungstöpfen verschwindet. Und ob eine Koalition in Schwerin mit einer solchen betröppelten Verlierertruppe wie der CDU deiner SPD gut tun wird, können wir uns auch nicht recht vorstellen.

Deshalb machen wir mal folgenden Vorschlag: Zusammen haben SPD und Linke ja eine knappe Mehrheit im Parlament, könnten also der CDU und AfD ein Schnippchen schlagen. Aber die kleine Linke sollte sich nicht anmaßen, der großen SPD viele Vorschriften zu machen. Deshalb bietet dir die Linke an, wir wählen einen Ministerpräsidenten der SPD, also wahrscheinlich dich. Ohne Vorbedingungen, ohne Sondierungsgespräche, Koalitionsverhandlungen, ohne „rote Haltelinien“ und den ganzen Kladderadatsch. Und dann kannst du anfangen, mit einem tatendurstigen Kabinett, an denen die Linke nicht als Störenfried beteiligt sein möchte, gute Politik für das Land zu machen. Und für alle Maßnahmen, die wir Linke auch gut finden, gibt es eine Zustimmung, und für alle Dinge, die wir nicht gut finden, musst du dir eben eine Mehrheit bei der CDU oder der (….aber daran wollen wir gar nicht denken) holen. Das ist doch fair und demokratisch ist es obendrein auch.

Und die Leute im Land, die in ihrer Verdrossenheit am bisherigen Politikgeschehen verzweifeln und die dummen Kerls der AfD gewählt haben, werden sehen, wie lebendig auch die parlamentarische Demokratie auf ihre alten Tage noch sein kann.

Über den Autor

Thies Gleiss ist Mitglied im Bundesvorstand der Linkspartei und Geschäftsführer des ISP Verlags.
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