Mit würde schlagen? Der erste Ausrutscher eines ansosnten ziemlich coolen Papstes? Foto: Benny Krutschinna — hier: Düsseldorf.

Jede Jecke is anders – Toleranz und Karneval

Um 11:11 ist heute Weiberfastnacht, der Beginn der letzten Karnevalstage und für ein Großteil der Menschen im Rheinland der Beginn der närrischen stressfreien Zeit. Der Karneval gilt seit jeher als Zeit, in der mit den alltäglichen Sittengesetzen gebrochen wird und ein Leben in „Sünde“ beginnt. Die 11, die so untrennbar mit dem Karneval verbunden ist, galt im Mittelalter als Symbol für ein wenig christliches Leben, auch heute dürften diejenigen wenig Gefallen am Karneval finden, die versuchen, die protestantische Arbeitsethik hochzuhalten.
Für die meisten Jecken jedoch ist die historische Bedeutung der 11 an diesem Tag wenig entscheidend. Es gilt den freien Tagen zu zelebrieren und dass gemeinsam mit allen anderen, die die Last des Alltags abschütteln und sich dem Spaß hingeben wollen.

Jede Jecke is anders

Den Leichtsinn des Lebens und die Offenheit des Karnevals symbolisieren dabei auch die kölschen Sprichworte, die während des „Fastelovend“ auch die schnell lernen, denen das Kölsche bis dahin fremd war. „Jede Jecke is anders“ symbolisiert auch heute, dass es in Kölle nicht darauf ankommt woher die Menschen kommen und wie sie leben, solange sie auch alle anderen frei leben lassen. Der Spruch ist auch zu einem kölschen Symbol geworden für den Einsatz gegen Diskriminierung, so finden sich in allen größeren Karnevalszügen Wägen, die sich mit Humor über rassistische oder diskriminierende Ideen lustig machen. Die Toleranz für die verschiedenen Kulturen wird ausgedrückt durch das Sprichwort „Levve und levve losse“. Das kölsche Redensart „Et kütt wie et kütt“ verdeutlicht, dass man das Leben nicht zu ernst nehmen soll, denn „et hätt noch emmer joot jejange“, wie alle wissen, die sich am Karneval schon Gedanken gemacht haben, wie der Weg zur Arbeit am nächsten Tag überstanden werden soll. Diejenigen, denen das am nächsten Tag partout nicht gelingen wollte, wurde meist mitgegeben „et hätt noch schlimmer kumme künne“, denn auch ein Kater von den Feierlichkeiten ist nichts wovon man sich nicht erholt. Alldenjenigen, die bisher immer die Teilnahme am kölsche Karneval verweigerten, sei empfohlen während des Fasteleer, der Abschluss der Karnevalszeitmal nach Köln zu fahren und bei einem Kölsch die Umzüge zu genießen. In diesem Sinne „drink doch eine met, stell dich nit esu ann“.


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