Die Erde ein besonderer Planet

28. Januar 2016 - 14:17 | | Gesellschaft | 2 Kommentare

Der Begründer der Evolutionstheorie Charles Darwin sagte einmal: „Ein Mensch, der nur eine Stunde verschwendet, hat die Bedeutung des Lebens nicht begriffen.“ Wenn wir die Bedeutung des Lebens verstehen wollen, sollten wir uns seine faszinierende Geschichte anschauen, was für ein unglaublicher Glücksfall es war, dass ein Planet wie die Erde entstand, sich dort Leben bilden und über Milliarden Jahre weiter entwickeln konnte, sodass es schließlich Millionen von Arten hervorbrachte, darunter auch uns Menschen.

Der Blick in die faszinierende Vergangenheit der Erde kann uns am besten vor Augen führen, wie bedeutungsvoll dieses Zusammenspiel von Erde und Leben für die nächsten Jahrmillionen sein könnte, wie bedeutungsvoll ein nachhaltiger Umgang mit der Natur ist. Schließlich wollen auch wir nicht unsere Zeit verschwenden, sondern intelligent einsetzen.

Ein besonderer Planet

Obwohl Leben in nahezu jeden Bereich der Erde vorgedrungen ist, konnten außerhalb der Erde bisher keine Spuren von Leben gefunden werden. Die Bildung von Leben in der uns bekannten Form scheint Produkt der Erde selbst zu sein, bzw. Produkt spezieller Bedingungen der Erde. Was macht die Erde so besonders?

In der Milchstraße befinden sich über 100 Milliarden Sterne, vielleicht besitzen auch einige andere von ihnen Planeten, auf denen es höheres Leben gibt. Für die meisten ist dies jedoch sehr unwahrscheinlich, denn nicht überall in der Milchstraße sind die Bedingungen für Leben so optimal wie bei uns. Im inneren Teil der Milchstraße befinden sich sehr viele heiße Gase und sehr viel radioaktive Strahlung, in ihren äußeren Bereichen gibt es keine schwereren Elemente, die für unser Leben notwendig sind. Hinzu kommt, dass viele Sterne mehr Masse als die Sonne haben und daher schneller verbrennen, viel zu schnell, als dass die Entwicklung höheren Lebens auf der Erde möglich gewesen wäre. Es bleiben sicher noch einige Sterne übrig, die Planeten mit Leben beherbergen könnten, diese müssten allerdings noch viele weitere besondere Bedingungen erfüllen.

Die Planeten, welche die Sonne umkreisen sind sehr unterschiedlich, aber auf keinem von ihnen existiert Leben. Die Erde hat in vielerlei Hinsicht eine Sonderstellung.

Zum einen hat sie genau die richtige Größe. Die großen äußeren Planeten, wie Jupiter oder Saturn, besitzen durch ihre Größe eine wesentlich größere Schwerkraft als die Erde. Dadurch können sie auch die leichten Gase Wasserstoff und Helium, die 99% der Masse unseres Sonnensystems ausmachen, binden. Diese Planeten bestehen daher zum Großteil aus diesen Gasen. Würde ein Raumschiff versuchen auf dem Jupiter zu landen, würde es tausende Kilometer in die Gaswolke einsinken, bis der Druck so groß wäre, dass sich Helium und Wasserstoff verfestigen und das Raumschiff wahrscheinlich längst zerstört wäre. Ein unmöglicher Ort für Leben. Glücklicherweise ist die Erde auch nicht zu klein, denn dann wäre ihre Schwerkraft zu schwach, um überhaupt Gase halten zu können und die Erde hätte keine oder nur eine sehr geringe Atmosphäre. Die Atmosphäre spielt eine entscheidende Rolle für Leben.

Die nächste Besonderheit ist die chemische Zusammensetzung der Erde. Bei der Bildung des Sonnensystems wurden nicht alle chemischen Elemente gleichmäßig verteilt. Die Erde besitzt beispielsweise relativ viele radioaktive Elemente. Was zunächst lebensfeindlich klingt, sorgt unter anderem dafür, dass das Erdinnere heiß und die Erde geologisch so aktiv ist. Ohne die geologischen Gesteinskreisläufe wären die chemischen Bedingungen auf der Erdoberfläche und in der Atmosphäre gänzlich andere und Leben hätte sich nie entwickeln können. Die Hitze im Inneren der Erde ermöglicht auch die Strömungen des äußeren Erdkerns, die das Erdmagnetfeld erzeugen. Das Erdmagnetfeld schützt die Erde vor geladenen Teilchen aus Sonnenwinden, die, wenn sie ungehindert auf die Erde treffen würden, für Leben sehr gefährlich wären und vermutlich jedes Leben auf dem Land unmöglich machen würden.

Eine weitere wichtige Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen, ist eine entsprechende Temperatur, genauer gesagt Temperaturen, bei denen Wasser flüssig ist, also zwischen 0°C und 100°C, denn für jedes Leben auf der Erde war und ist flüssiges Wasser eine Lebensgrundlage. Für die Wärme auf der Erdoberfläche ist die Sonne verantwortlich und der richtige Abstand zu ihr. Die Venus, der nächste, der Sonne nähere Planet, hat eine Durchschnittstemperatur auf der Oberfläche von +464°C, der Mars, der nächste von der Sonne weiter entfernte Planet, eine durchschnittliche Oberflächentemperatur von -55°C. Die Erde liegt dazwischen mit +15°C im Durchschnitt. Der Abstand zur Sonne ist dafür allerdings nicht alleine verantwortlich.

Der Planet Merkur liegt noch näher an der Sonne als die Venus und ist trotzdem kühler. Woran liegt das? Der Merkur hat fast keine Atmosphäre. Seine Oberfläche kann die Wärme ungehindert ins All abstrahlen, während die Venus eine sehr dichte und ausgedehnte Atmosphäre besitzt, welche die Wärme wieder auf die Venus zurück wirft, weshalb diese heißer ist, als der Merkur. Dieser sogenannte natürliche Treibhauseffekt führt auch zur Erwärmung der Erde. Ohne diesen wäre die Erde im Schnitt nur -18°C anstatt +15°C warm, die Ozeane wären größtenteils mit Eis bedeckt.

Die Temperaturen auf der Erde sind also für flüssiges Wasser genau richtig. Glücklicherweise besitzt die Erde wesentlich mehr Wasser als die benachbarten Planeten Venus und Mars. Woher das viele Wasser kommt, ist nicht geklärt. Vielleicht von Asteroideneinschlägen, vielleicht durch Vulkane aus dem Inneren der Erde (das immer noch voller Wasser ist). Aber ohne diesen besonderen Wasserreichtum der Erde hätte sich Leben vielleicht überhaupt nicht und sicher nicht in dieser Vielfalt entwickeln können.

Ein Beitrag von David Heuser, der im Magazin „Linkswende“ veröffentlicht wurde.

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2 Kommentare

  • 1
    Hartmut M. says:

    Darwin liegt falsch! Es gibt keine Zufälle, vor allem nicht, wenn sie so gehäuft auftreten müssen, um etwas perfektes zu schaffen!

  • 2
    EuroTanic says:

    ob es ohne wasser kein leben gibt wissen wir nicht. denn erstens wissen wir im prinzip aufgrund unserer physischen und geistigen beschränktheit so gut wie gar nichts über die „wahre realität“, und zweitens definieren wir leben aus menschlicher sicht. Wer sagt denn, dass steine nicht leben? auf ihre art? oder ein O2 molekühl? ich finde das ziemlich anmassend, als NICHTS im universum die regeln definieren zu wollen. so wie der wettbewerb „MISS UNIVERSUM“. gewinnt immer ein erdling 😀