Debatte um Übergriffe in Köln zeigt den Rassismus und nicht die Sorge um Frauen – Im Gespräch mit Antje Schrupp

6. Januar 2016 - 17:42 | | Gesellschaft | 39 Kommentare
Antje Schrupp
Antje Schrupp

In den vergangenen Tagen wurde viel über die Übergriffe auf Frauen geredet, die in der Silvesternacht in Köln stattfanden, statt Kampf gegen Sexismus zeigten jedoch viele Kommentatoren vor allem ihren Rassismus. Wir haben mit der Feministin und Bloggerin Antje Schrupp, die einen viel beachteten Kommentar geschrieben hat, über die Übergriffe, Rassismus und den Kampf gegen sexuelle Gewalt gesprochen.

Die Freiheitsliebe: In den letzten Tagen wurde viel über Köln und die Übergriffe an Silvester gesprochen. Wie hast du die Debatte wahrgenommen?

Antje Schrupp: Die Debatte habe ich erstmal nur so nebenbei mitbekommen, da es leider keine besonders große Neuigkeit ist, dass Frauen sexuell belästigt werden. Ich habe am Montagabend dann nochmal ins Internet geguckt und gemerkt, dass sich da was zusammenbraut. Ich finde es gut, dass die Fälle in den Nachrichten sind, nicht aber, dass sie mit einem rassistischen Kontext verknüpft werden über nordafrikanische Männer, die nach Deutschland kommen und hier in Banden Frauen bedrängen. Ich habe dann erstmal die Fakten zusammengesucht, die auch auf der Pressekonferenz vorgestellt wurden, dass es 60 Strafanzeigen gab, davon ein Viertel sexuelle Belästigung, des weiteren sollen sich hunderte bis zu tausende Männer versammelt haben. Daraufhin habe ich einen Blogpost verfasst, der dazu aufgefordert hat, sich die Fakten anzuschauen und nicht von vornherein rassistische Schlussfolgerungen zu ziehen, desweiteren habe ich klargestellt, dass das nicht heißt, wegzuschauen bei sexueller Belästigung und dass, wenn man sexuelle Belästigung wirklich bekämpfen will, man eine entsprechende Kultur etablieren muss. Dieser Text, der von mir am Montag abend relativ schnell rausgehauen wurde, ging dann viral und bekam viele Reaktionen. Deshalb habe ich mich auch gestern den ganzen Tag intensiv mit dem Thema beschäftigt. Seitdem ist die Debatte sehr rassistisch verlaufen, weshalb ich im Moment sehr frustriert bin.

Die Freiheitsliebe: Ist die Empörung über sexuelle Belästigung nicht etwas Gutes?

Antje Schrupp: Natürlich ist das etwas Gutes, aber ich bin mir nicht sicher, ob die Empörung wirklich den Übergriffen gilt, oder nicht eher der vermuteten Herkunft der Täter. Das zeigen viele klar rassistische Postings wie: „Deutsche Männer vergewaltigen keine Frauen“ oder auch, dass die NPD eine der ersten war, die harte Konsequenzen gefordert hat. Wenn Linke oder Grüne dann hingehen und sagen: „Wir müssen die Täter verfolgen unabhängig von ihrer Nationalität, es darf keinen Bonus für Ausländer geben“, da frage ich mich, wann hat es denn bei uns jemals einen Bonus für Ausländer gegeben?
Es wird eben nicht über die sexuelle Belästigung geredet, sondern es wird über den vermuteten kulturellen Hintergrund der Täter geredet, die man noch gar nicht kennt. Es wird darüber geredet, ob angebliche politische Korrektheit verhindert hat, dass man sich über irgendwas nicht äußert. Es wird das Thema genutzt, um klassische rassistische Klischees auszuleben, entweder subtil oder ganz krass.

Die Freiheitsliebe: Du hast es auch schon geäußert, aber inwiefern ist es glaubwürdig, wenn Parteien des konservativen oder rechten Spektrums, wie AfD, Pro NRW, NPD und CSU, die mit Feminismus nichts zu tun haben, sich nun empören?

Antje Schrupp: Ich habe heute morgen überlegt, ob wir Feministinnen vielleicht mit verantwortlichsind, weil wir das Thema des sexuellen Missbrauchs so ins Bewusstsein des Mainstreams gebracht haben, dass es jetzt zu dieser Vorlage werden kann. Aber dann hat mir jemand gesagt, dass das Quatsch ist, weil Rassisten natürlich auch andere Gründe für ihren Rassismus finden würden. Außerdem ist es ein klassisches rassistisches Narrativ, dass die weiße Frau vom schwarzen Mann bedroht wird, also nichts Neues. Von daher sind wir Feministinnen natürlich nicht Schuld an diesen Diskussionen, aber es ist wichtig, sich eindeutig dazu zu verhalten. Gestern haben alle möglichen Zeitungen mit verschiedenen Frauen gesprochen, die sexualisierte Angriffe schilderten, und dabei wurde zum Beispielbetont, dassdiese Frauen blond oder zumindest deutsch waren. Wir müssen aber klarstellen, dass das bei blonden Frauen nicht schlimmer ist als bei andershaarfarbigen. Gleichzeitig wird Frauen Angst gemacht und gesagt, der öffentliche Raum sei für sie nicht sicher, sie sollen sich von fremden Männern auf eine Armlänge fern halten. In den Medien werden Frauen zitiert, die sagen, dass sie sich nun nicht mehr raustrauen. Damit wird ein Bild vom öffentlichen Raum gemalt, der für Frauen prinzipiell besonders gefährlich wäre. Das ist aber konträr zu dem, was wir über sexuelle Gewalt wissen, dass diese nämlich vor allem im Privaten geschieht, durch Ehemänner, Väter, Freunde. Diese Fakten sind überhaupt nicht vorhanden im jetzigen Diskurs. Es wird sich nicht über sexuelle Gewalt informiert, sondern das Thema wird von vielen nur als Möglichkeit genutzt, um alles mal zu sagen, was man sich bisher nicht zu sagen getraut hat.

Die Freiheitsliebe: Was in den Debatten aufgefallen ist, dass bei Erwähnung der Tatsache, dass eine von sieben Frauen sexuelle Gewalt und Übergriffe erlebt hat, dies als feministisches oder Gendergelaber abgetan wurde.

Antje Schrupp: Ja klar, und das sind ja dieselben Leute, die jetzt angeblich sich zu den Rittern der bedrohten blonden deutschen Frauen aufschwingen. Das ist alles total verlogen. Es entsteht dadurch eine Stimmung, die zu völlig schiefem Aktionismus führt. Das Problem besteht, glaube ich, immer darin, wenn man versucht zwischen guten Feministinnen und bösen Feministinnen zu unterscheiden und zwischen berechtigter Kritik an sexueller Gewalt und unberechtigter. Natürlich ist es ein Unterschied, ob eine Frau vergewaltigt wird oder ob jemand eine anzügliche Bemerkung über ihren Busen macht, und natürlich ist es ein Unterschied, ob man am Bahnhof von einer Gruppe von Männern umzingelt und angemacht wird, so dass man wirklich auch Angst vor der Übermacht hat oder der Stärke, oder ob man sozusagen nur pseudoscherzhaft belästigt wird und eigentlich weiß, dass es eine Grenze gibt, die die Leute nicht überschreiten. Aber das Klima bezüglich dessen, wie Frauen gesehen werden und wie die Körper von Frauen gesehen werden, und wie sich Männer berechtigt fühlen damit umzugehen, das hängt schon zusammen. Der selbe kulturelle Hintergrund, der anzügliche Witze ermöglicht, ermöglicht auch Vergewaltigungen und auch sexuelle Belästigungen in allen ihren Formen. Das heißt nicht, dass sie in allen ihren Formen gleich sind, aber sie haben einen gemeinsamen Charakter und einen gemeinsamen Aufhänger. Was jetzt in der Diskussion passiert, ist, dass genau das geleugnet wird, indem ständig betontwird, dass die sexualisierte Gewalt in Köln eine völlig neue Qualität und andere Dimension gehabt hätte. Und durch die dauernde Zuschreibung der Täter als Nordafrikaner wird schon eine Ursachenbeschreibung festgelegt, bevor überhaupt die Fakten klar sind. Es wird damit auch implizit suggeriert, es sei schlimmer, wenn Männer, die nordafrikanisch aussehen, Frauen belästigen, als wenn es deutsch aussehende Männer sind, weil unterstellt wird, sie hätten andere, schlimmere Motive für sexuelle Gewalt: Jetzt muss man aktiv werden, wo man es sonst nicht wird. Es erfolgt also eine Aufspaltung in sexuelle Belästigung, die untersucht werden muss und um die man sich kümmern muss, und in eine andere, die nicht so wichtig ist.

Die Freiheitsliebe: Aussagen, die relativ häufig gefallen sind – wenn auch nicht nachvollziehbar, weil auch in Köln über ausreichend Alkoholkonsum geredet wurde – waren, dass solche Späße ja an Karneval und während des Oktoberfestes dazugehörten oder es liege am Alkohol. Macht das deiner Meinung nach irgendeinen Unterschied?

Antje Schrupp: Auf Alkoholisiertheit zu verweisen ist eine klassische Legitimation und ein Rechtfertigungsargument. Ich habe nie verstanden, warum unter Alkoholeinfluss begangene Verbrechen weniger schlimm sein sollen und weniger hart bestraft werden. Ich finde eigentlich, dass Leute, die trinken, eher noch härter für die Verbrechen, die sie begehen, bestraft werden müssten, da sie sich ja absichtlich in eine solche Situation begeben haben, in der sie anderen gefährlich werden. Aber Alkoholisiertheit gilt in Deutschland als Entschuldigung für sexuelle Übergriffe. Da kommen dann vielleicht tatsächlich kulturelle Differenzen im Bezug auf sexuelle Gewalt ins Spiel. Jede patriarchale Kultur hat ihre eigenen Legitimations- und Rechtfertigungsstrukturen dafür. In Deutschland ist dasneben dem Verweis auf Alkoholisiertheit auch, der Frau nachzusagen, sie hätte den Täter /Mann provoziert und herausgefordert, zum Beispiel seine Männlichkeit in Zweifel gezogen, ihn eifersüchtig gemacht, oder seine Ehre angegriffen. Es gibt also Situationen, in denen Männer, die Frauen Gewalt antun, entschuldigt werden, und es gibt dann wieder Fälle, in welchen das auf keinen Fall erlaubt ist, wie jetzt in Köln. Das ist alles total verkorkst.

Die Freiheitsliebe: Du kommst am Ende deines Blogbeitrags darauf zu sprechen, dass wir ein Klima schaffen müssen, in dem sich über derartige Vorfälle nicht nur empört wird, wenn diese wie in Köln in größeren Mengen geschehen, sondern jeder sexuelle Übergriff unmöglich gemacht wird. Wie kann man ein solches Klima schaffen?

Antje Schrupp: Das kommt darauf an, wer man jeweils ist. Frauen überlegen sich so etwas ja sowieso schon immer. Manche machen Taekwondo, um sich im Zweifelsfall vielleicht wehren zu können, andere meiden gewisse Orte tatsächlich. Männer haben aber auch eine wichtige Rolle, weil sie mehr Gehör finden bei ihresgleichen. Wenn bei Übergriffen eine andere Frau sich einmischt, wird es weniger gehört, als wenn ein anderer Mann sich einmischt und sich gegen seine Geschlechtsgenossen stelltDiese Verantwortung der anderen Männer ist eine Strategie, die viel zu sehr unterbelichtet wird. Und dann muss man natürlich bei der Erziehung schon anfangen und kann mit Kindern über Verhältnisse von Frauen und Männern sprechen, darüber, was Neinsagen bedeutet und was man machen darf und was nicht. Wenn uns das Thema sexuelle Gewalt tatsächlich interessiert, gibt es sehr sehr viele gesellschaftliche Anknüpfungspunkte, und ich sehe leider momentan nicht, dass sie genutzt würden.

Die Freiheitsliebe: Danke dir für das Gespräch!

Über den Autor

Ich habe 2009 die Freiheitsliebe gegründet aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, wo es keine Grenzen gibt zwischen Menschen. Einen Ort an dem man sich mitteilen kann, unabhängig von Religion, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Freiheit bedeutet immer die Freiheit von Ausbeutung. Als Autor dieser Webseite streite ich für eine Gesellschaft, in der nicht mehr die Mehrheit der Menschen das Umsetzen muss, was nur dem Wohlstand einiger Weniger dient.
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39 Kommentare

  • 1
    hilly sagt:

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Betroffenen, die Anzeigen erstatten haben, die Unwahrheit sagen –
    das zum Ersten. Nicht alle, die Probleme aufzeigen sind ständig als Rassisten usw. zu bezeichnen und zu brandmarken. Dass die derzeitige Situation für unseren Kulturraum meiner Meinung nicht zu schaffen ist ohne unsere Identität und Kultur zu verlieren und die Zukunft unserer Kinder massiv zu gefährden, muss jedem der Verstand hat, klar sein.
    Denn die jetzige Situation ist in der Realität erst der Beginn – denn es ist ein Unterschied wenn Personen und Familien aus andern Kulturkreisen zu uns kommen, die Möglichkeit und den Willen haben hier zu leben wir wir. Diese nun nachweislich in Gang gesetzte Völkerwanderung in dieser Form kann nicht verharmlost werden – nichteinmal die USA sind für Hilfe in dieser Dimension durch Aufnahme von Flüchtlingen in dieser Anzahl und ohne Kontorlle in dieser Form bereit (obwohl die tatsächlichen Urheber dieser politischen Situation dort zu suchen sind) wohl wissend um die enormen nicht einschätzbaren Risken. Freiheit hört dort auf wo die Rechte anderer grundlegend verletzt werden und falsch propagierte Toleranz führt unweigerlich zum Untergang sowohl kulturell als auch wirtschaftlich. Und ein wirtschaftliches Chaos, welches unter diesen derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklungen in dieser Form europaweit droht und eine gefährliche gesellschaftliche Entwicklung in Gang setzt – das hilft weder uns noch den „tatsächlichen“ Flüchtlingen – denn wir werden nicht mehr in der Lage sein in irgendeiner Form denen Unterstützung geben zu können, für die es tatsächlich überlebensnotwendig ist – sowohl der hiesigen Bevölkerung noch den Flüchtlingen, diese und wir gehen Unruhen und Kriegen entgegen vor denen die Betroffenen geflohen sind…. das nenne ich in höchstem Maß für alle Betroffenen
    VERANTWORTUNGSLOS.
    Das alles in seiner Tragweite zu erkennen hat weder mit Rassismus oder ähnlichen Unterstellungen zu tun sondern mit klarem Menschenverstand – wer Geschichte wirklich gelernt hat, kann wohl diese Dinge einschätzen und bewerten …….
    Ergänzend möchte ich feststellen, dass ich viele wertvolle liebe Freunde habe, die aus diesen Ländern stammen – die waren entsetzt über diesen Diletantismus – sie verstehen nämlich alles im Gegensatz zu uns ……und können sehr wohl die richtigen Unterscheidungen beurteilen.

  • 2
    Kerstin G Frank sagt:

    Die Frauen, wenigstens die Frauen, die in Deutschland leben, sollten sich schleunigst zusammen finden, sich solidarisieren! Wie z.B. in Demos oder anderen Aktionen, die auch die Flüchtlingsfrauen nicht ausschließen. Es muss eine Reaktion geben auf die „Ohnmacht“ des Staates, auf die „Ohnmacht“ der Polizei, nicht nur in Köln, Hamburg, Stuttgart. Auch in den Flüchtlingsunterkünften. Auch in deutschen Haushalten. Gewalt gegen Frauen ist ein Verbrechen!

  • 3
    mistkaeferchen sagt:

    ICH DENKE, DAS EIN GROSSTEIL DER ÜBERGRIFFE POLITISCH GESTEUERT IST. ISIS VON DEN AMMIS ERSCHAFFEN,DIE ELITETRUPPE. GLADIO WIRD WEITER AUFGEBAUT HIESS MAL BLACKWATER. WOHER KOMMEN PLÖTZLICH 1000 ANGEBLICHE SYRER. ICH DENKE, MAN BETREIBT DESTABILISIERUNG IM KLEINEN UND IM GROSSEN STIEHL, MAN WILL DIE TOTALE KONTROLLE DER EU BÜRGER. DANN DIE ANTIFA BEZAHLTE ZUENDELTRUPPE DIE IN JEEEDER DEMONSTRATION NATZI NATZI SCHREIEN.WEIL MAN POLITISCH KEINE DEMOS MEHR WILL, VOM NORMALEN VOLK. ICH HABE IM NETZ EIN FOTO GESEHEN, DAS DIESE ANTIFA RANDALIERTRUPPE SOGAR DEMONSTRANTEN MIT EINEM HAMMER SCHLAGEN. ICH SAGE, ES IST ALLES ÄUßERST SUSPEKT. DENN DIE ISIS IST EIN GEMISCHTER SÖLDNER VEREIN AUS ALLER HERREN LÄNDER, UND BESTEHT NICHT NUR AUS MOSLEMS. DIE MOSLEMS WERDEN AUCH BENUTZT FÜR PROPAGANA IN DIESER TRUPPE. ES IST ALLES WIRKLICH POLITISCH NUR NOCH SCHLIMM. ES GIBT EINEN SPRUCH . TERROR KOMMT IMMER VOM STAAT. IMMER: WAS AUCH WIRKLICH SCHLIMM IST DAS SICH RADIKALE UND FRIEDLICHE MOSLEMS STÄNDIG AUFHETZEN LASSEN, DENN DAS NORMALE MOSLEMISCHE VOLK MERKT NICHT WAS LOS IST. DIESE WERDEN AUCH LEIDEN IN DER EU, WENN DIE TOTALE KONTROLLE AUFGEBAUT IST. ES IST EINE SCHANDE DAS MAN MOSLEMS POLITISCH BENUTZT.

    • 3.1
      Greg sagt:

      Was wollen „Sie“ uns wirklich sagen? Wenn Sie schon in den Ländern im Ulaub waren, wüssten sie, dass deren Kultur einfach anders ist. Meines Erachtens rückständig. Ob aufgewiegelt oder nicht ist mir persönlich egal.
      Vor jahren war ich noch glücklich und aufgestellt, wenn ich hübsche Frauen adrett am Abend begegnette. Heute macht mir das Angst. Und was sich geändert hat ist vor allem der Umstand, dass sich unlieberales Denken breit gemacht hat. Neue Dogmen und Ideale wurden „dutzendweise“ in „inzüchtigen“ Sippen importiert. Nichts anderes ist es, wenn man „Andersgläubige“ als Nestbeschmutzer negiert und die „Alten“ die Jungen deswegen in Massen verstossen? Da kann kein Staat helfen, leider. Zwangsheiraten usw. haben westliche Gesellschaften schon lange überlebt und „Sie?“ glauben, das kann man einfach so abschütteln?
      Ich gebe Ihnen aber insofern recht, dass vieles wahrscheinlich durch Eliten gesteuert wird. Merkel ist für mich deswegen auch untragbar. Ihr falsches, infatiles Menschenbild könnte sie vielleicht ändern, wenn sie selber betroffen wäre. Doch da sind sicherlich in einer Armlänge Bodyguards für sie da …

      Es braucht nicht mehr Überwachung oder Polizei, sonder WENIGER Menschen aus den besagten Ländern. Saudi Arabien hat noch viel Platz, wenn Sie wissen, was ich meine …..

      • 3.1.1
        mistkaeferchen sagt:

        GREG SAGT. ICH WEISS WAS SIE MEINEN. AMERIKA NIMMT KEINE ASYLANTEN, UND SAUDI ARABIEN, LUXENBURG EINIGE WENIGE. SAUEREI IST DAS. DIE TOTALE UBERWACHUNG WUNSCHE ICH NICHT, ABER DIE ELITEN, DIE JEEEDES VOLK ANLÜGEN

    • 3.2
      hillybilly sagt:

      Du sprichst mir aus dem Herzen! Danke!

  • 4
    Sebensa sagt:

    Fakt ist doch: Es waren ALLES Ausländer! überwiegend Araber, ansonsten Schwarze. Ferner ist hier mal wieder der übliche ideologische Filter eingesetzt worden. Wahrheiten werden zur Lüge und Lügen werden zur Wahrheit verklärt. Bagatellisieren und Verdrehen von Fakten ist nunmal eine Domäne der linken.

  • 5
    Frank sagt:

    Die meisten, die hier laut nach dem starken Staat schreien haben sich im Leben noch nie um das Schicksal der täglich in Deutschland und anderswo vergewaltigen Frauen oder misshandelten Kinder gekümmert, geschweige denn jemals irgendeinem dieser Opfer persönlich geholfen. Das trifft auch auf die Diskussion um die Obdachlosen zu. Das hat bisher in den Medien und überhaupt niemanden wirklich interessiert, wie es denen geht, oder ob die sterben. Erst seitdem es eine neue Gruppe Menschen gibt auf die man herabblicken kann strebt das (Pseudo)soziale Gewissen des Michel hervor. Pfui.

  • 6
    healer sagt:

    …..Es wird damit auch implizit suggeriert, es sei schlimmer, wenn Männer, die nordafrikanisch aussehen, Frauen belästigen, als wenn es deutsch aussehende Männer sind, weil unterstellt wird, sie hätten andere, schlimmere Motive für sexuelle Gewalt: Jetzt muss man aktiv werden, wo man es sonst nicht wird. Es erfolgt also eine Aufspaltung in sexuelle Belästigung, die untersucht werden muss und um die man sich kümmern muss, und in eine andere, die nicht so wichtig ist.

    sorry,….was soll denn sowas?
    Sie sind es, die diese Unterstellung macht. Ich finde es immer schlimm, es ist ein komplettes NoGo.
    Aber diese Spaltungsphantasien existieren nur in Ihrem Kopf.
    Es ist doch schon ein Fortschritt, dass dieser alberne Pressekodex nicht mehr ein zu halten ist, die Hautfarbe oder Herkunft nicht zu benennen…..war ich es doch satt, z.B. von rivalisierenden Familien zu lesen, die schon eine jahrelange Fehde austragen und gern auch mal mit messern aufeinander losgehen…
    Das klingt, Ironiemodus an, ganz klar nach deutschen Familien. Was soll sowas?
    Mich nervt, dass Herr Brüderle von der Feminismusszene platt gemacht wurde und hier diskutiert wird.
    Tatsachen bleiben Tatsachen, ob euch das nun gefällt, oder nicht.

    • 6.1

      Richtig, da geht es um Verhältnismässigkeit – bei Brüderle waren es blöde Bemerkungen, die einer Journalistin erst nach Monaten Unbehagen bereiten, wo frau dann aber den Namen genannt hat. Hier aber wurden viele Frauen überfallen, betatscht, verletzt und wir sollen um den heissen Brei herumreden, die Täter nicht näher bezeichnen, weil es rassistisch sein soll, auf ihren ethnischen und kulturellen Hintergrund hinzuweisen?

  • 7
    Greg sagt:

    Man muss KEIN Rassist sein, wenn man eine frauenfeindliche Kultur nicht hier haben möchte. Leider fehlen sehr vielen dieser Mensch eine abendländische SOZIALISATION, die auch nicht wieder in solchen Massen „umgestaltet“ werden können.

    Noch schwieriger ist die Situation, wenn der Männerüberhang bleibt oder noch zunimmt. Das sind leider die Fakten. Frau Dr. Merkel hat wohl ihren Verstand den USA abgegeben, dass sie die Kontolle der Zuwanderung aus der Hand gegeben hat. Besser hätte sie sich vor Jahren für die Hilfsgelder der UNO in den Krisenregionen eingesetzt. Vielleicht wollte das die Waffenlobby nicht… !?

    Das einzig akzeptable ist, sie dahin zurück zu schicken, woher sie gekommen sind. DORT dürfen sie weiter ihre Lebensweise führen und dort dürfen sich die Männer weiterhin öffentlich treffen und Frauen als Freiwild auflauern. Zugegebenermassen sollt man „ihnen“ auch helfen. Schliesslich sollen sie ihre Heimat wieder aufbauen und sich auch dafür einsetzen und nicht ins „gemachte“ Nestchen setzen. Wo bleibt der „Nationalstolz“, den man „diesen“ Menschen im Urlaub so gerne abkaufen möchte?

    Zudem muss die EUSATIsche Destabilisierung der Kriegsregionen ein Ende nehmen. Dabei „kann“ auch ein Diktator, der nicht „Rassensäuberungen“ anstrebt unterstützt bleiben. Da ist das kleinere Übel und lässt wenigsten die Chance, dass sich ein Regim unblutig stürzen lässt.

    Nein, solche Menschen sind leider nicht konform, sich hier WIRKLICH in MASSEN anzupassen.

    Das sind wir uns und unseren Kindern schuldig.

  • 8
    mann aus dem süden sagt:

    Antje Schrupp, sie sind ein Paradebeispiel dafür, dass sogenannten Feministinnen die Not der Frauen gleichgültig ist, es geht Ihnen darum gegen Männer zu hetzen, am besten gegen weiße, europäische Männer.
    Natürlich gibt es auch seitens weißer europäischer Männer sexuelle Übergriffe gegen Frauen, doch um auf die Katastrophe in der Sylvesternacht zurück zu kommen: Es geht jetzt um Fakten: Es handelte sich halt um Männer aus dem arabischen und nordafrikanischen Raum. So etwas gab es noch nie: Hunderte Männer gehen !organisiert! auf Frauenjagd. Ich habe noch nie von einer Ihrer Mitstreiterinnen, beispielsweise die kriminelle Person Alice Schwarzer Kritik am Frauenbild in Saudi-Arabien oder auch im Iran gehört, Sie und andere sogenannte „Feministinnen“ kämpfen meines Erachtens nicht für die Rechte der Frauen eintreten, ich finde Sie genau so verlogen, wie Ihre Kolleginnen, was den Vorfall der Sylvesternacht betrifft.

  • 9

    Meine Güte, wie naiv kann frau denn sein, wenn sie sich als kritische Bloggerin versteht? Und wo ist ihre Lösung? Weiterhin refugees (inkl. rapists) welcome ohne Rücksicht auf Verluste? Man kann ihren ständigen Rassismusvorwurf ja auch umdrehen und es rassistisch nennen, einheimische Gewalt gegen einheimische Frauen zu thematisieren (die im Übrigen niemand bestreitet, der es ernst meint).

  • 10
    paulhenty sagt:

    Wo ist mein Kommentar geblieben ???
    Wird hier zensiert? Hab nichts Böses gesagt, ganz im Gegenteil…
    Hmmmmm…

  • 11
    paulhenry sagt:

    Also noch mal:
    Ich fasse es nicht… Es geht weder um Sexismus, noch um Rassismus, es geht hier um STRAFTATEN !!!
    Augenblick mal… Es gibt nicht den geringsten Hinweis, dass es NICHT „Außerdeutsche“ waren.
    Ich habe viele Freunde aus aller Herren Welt, Iran, Griechenland, Italien, etc.etc. Kontakte zur Kripo,
    Alles liebe Freunde. Wie wäre es denn mal, über Rassismus gegen uns Deutsche zu reden? Meine Lebensgefährtin ist Kanadische Indianerin, ist in Berlin auch schon 3x von marodierenden
    „Einwanderern“ behelligt worden. Da platzt mir der Kragen, wie man noch dieses „Gutmenschentum“
    weiter aufrecht halten kann. Es geht um unsere Rechtsordnung, Kultur, Bräuche, etc. ist das nicht wert, verteidigt zu werden? Mir fehlen selten die Worte… An die Feministinnen: ich habe hier als MANN vor knapp 7 Wochen eine völlig traumatisierte Freundin Claudia aus dem Zugriff von ca. 120 marodierenden Somaliern befreien müssen, mit Waffengewalt, die Polizei traf 35 min. Später ein. Schafft Ihr das auch? Könnt ja mal ne Viertelstunde drauf rumdenken…

  • 12
    mistkaeferchen sagt:

    INDER SAGT. DAS DENKE ICH AUCH. INGESAMMT SIND ALLE ANTWORT KOMMENTARE HIER SEHR GUT.

  • 13
    money_rules sagt:

    Wer jetzt nach einem starken Staat schreit, die Masseneinwanderung aber nicht unterbinden und unbedingt so weit als möglich rückgangig machen will, tappt in die Moralfalle, den wenigen wirklichen Flüchtlingen unrecht zu tun. Sie und wir mit unseren menschlichen hohen Werten wurden und werden alle von der Machtelite benutzt.
    Ob diese ganzen Vergewaltigungen überhaupt stattgefunden haben ist sehr zu bezweifeln. Es gibt kein einziges Video bei tausenden Anwesenden. Das ist nicht nur merkwürdig in dieser Handymaniezeit, in der jeder und alles sofort gefilmt wird, das ist ausgeschlossen. Fakt ist, dass unser lieber Staat alles tut um den inneren Frieden zu zerstören, um mehr Macht zu bekommen, und die EU Diktatur zu festigen. Und dazu werden unter anderem die Einwanderer benutzt. Hier geht es nicht um Frauenrechte oder Rassismus oder Menschenrechte. Hier geht es darum unser Land, unsere Freiheit und den Rest unserer Kultur zu erhalten, den Kaleri Plan zum Scheitern zu bringen.
    Die liebe Frau Schrupp meint es ja bestimmt gut, aber sie kann wohl nicht glauben was hier wirklich für grausame unmoralische Kräfte am Werk sind. Lassen Sie sich nicht ablenken von den wahren Absichten hinter diesen schlimmen Vorgängen, die uns alle bei unserer Mitmenschlichkeit packen und in den Abgrund ziehen wollen. So arbeiten Trickbetrüger nun mal.

  • 14
    paulhenry sagt:

    Ähhh, das, ist ja noch viel abwegiger…
    Ich habe iranische, türkische, chinesische .etc. Freunde und Freundinnen…
    Meine Lebenspartnerin ist Kanadische Indianerin.
    Was wir allesamt nicht erdulden können sind Angriffe marodierender Outlaws auf unsere Kulturen, Werte, Rechtsordnungen. Denk noch mal ne Viertelstunde drüber nach…

  • 15
    Johanna Holms sagt:

    Frau Schrupp ich hoffe sehr Sie besuchen uns öfters hier in Köln.

  • 16
    normalo sagt:

    Warum werden hier konservative Kommentare gelöscht? Ist diese Seite schon seriös?

  • 17
    Peter Christian Nowak sagt:

    Natürlich gibt es sexuelle Gewalt unter Feutschen. Und das gilt auch für Migranten. Die „neue Dimension“, die hinter den Ausschreitungen in Köln, Hamburg, Stutgart und möglicherweise in dieser Nacht und in anderen steckt ist die, dass sich hier möglicherweise in Massen möglicherweise Araber zu sexueller Gewalt verabredet haben. Diese Feststellung hat nichts, aber auch gar nichts mit einer Instrumentalisierung der massiven sexuellen Verletzung der jungen Frauen zutun!

    Völlig klar: Die Herkunft der Täter hat keinen Einfluß auf die Strafverfolgung und dem anschließenden Urteil zu gaben! Punkt!

    Aber für Menschen, die hier ihre Zukunft suchen gilt: Wer sich massiv strafbar und wiederholt strafbar genacht hat, nsere Vorstellung von Gleichberechtigung und Achtung vor den Geschlechtern mißachtet, nicht akzeptieren will, der soll hier auch nicht bleiben dürfen. Er ist abzuschieben! Und zwar bei einem Strafmaß einer Gefängnisstrafe ohne Bewährung. Wer das Gastrecht in widerlichster Weise mißbraucht, der hat in Deutschland nichts zu suchen! – So verfahren jedenfalls die klassischen Einwanderungsländer, die kurzen Prozess mit Straftätern machen, die erhebliche Straftaten begangen haben. Und dazu gehören Sexualstraftaten ganz sicher! Ein Kuschelkurs durch Verschweigen, Abwiegeln, Krampfargumente, politische Korrektheit, Drohungen bei Andermeinung Rassist zu sein, all das ist gesellschaftspolitisch höchst gefährlich, schafft in der Bevölkerung das Gefühl, von einer Meinungsdiktatur vergewaltigt zu werden. Wer das will, zerstört den Kitt einer Gesellschaft. Und dieser Kitt ist Demokratie…

  • 18
    H.Ewerth sagt:

    Soweit mir bekannt, gibt es in Deutschland noch das Grundgesetz, welches für alle gilt? Offensichtlich aber für viele Deutsche gilt das Grundgesetz, nur für sie selbst? Auch haben wir in Deutschland (noch) die Gewaltenteilung. Also eine unabhängige Justiz, die für Anklagen und wenn die Beweise ausreichen für die Verurteilung verantwortlich sind? Oder ist das nach Lesart vieler Deutsche so, dass Deutsche generell die besseren Menschen sind, mehr Anstand etc. haben, dagegen Menschen aus anderen Kulturkreisen, genau das Gegenteil? Noch haben wir ein Grundgesetz, das gilt für alle, nicht nur für Deutsche, weißer Hautfarbe, Rasse oder Religion.

    Wie sagte schon Gustav Heinemann „Das Grundgesetz ist ein großes Angebot auch an alle, die zu uns kommen.“

    Unser Grundgesetz sagt klar, was gilt. In Artikel 2, Absatz 1 heißt es: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“ Im Zusammenspiel mit Artikel 3 Absatz 3 („Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“) zeigen sich ganz unmissverständlich die Garantie der freien Entfaltung der Persönlichkeit und ihre Grenzen. Um ein Beispiel zu nennen: Frauen und Männer haben gleiche Rechte.

    Wir brauchen in der gesellschaftspolitischen Debatte über die Bekämpfung von Fluchtursachen, über Aufnahme und Integration von Flüchtlingen mehr Sensibilität, auch was die Sprache angeht. Politikerinnen und Politiker, Journalistinnen und Journalisten, Meinungsmacherinnen und Meinungsmacher tragen dafür eine besondere Verantwortung Wir dürfen durch Sprache nicht Vorurteile schüren. Wir müssen Ängste ernst nehmen, dürfen sie aber nicht verstärken.

    Aber dazu muss sich der Westen erst einmal ehrlich machen, und bevor man Flüchtlinge pauschal als kriminelle diffamiert, sollte man erst einmal die Fakten benennen, Flüchtlinge sind in erster Linie Opfer einer westlichen, imperialen und Kolonialen Außenpolitik. Denn viele westliche Staaten – auch mit dem Zutun der westlichen Welt – in den letzten Jahren so destabilisiert wurden, dass jegliche staatliche Ordnung verloren gegangen ist und es keine Verhandlungspartner gibt, mit denen überhaupt Friedensgespräche geführt werden könnten. Die Fronten sind unklar. Wer steht wofür? Mit wem, gegen wen, für wen? Manche, gegen die wir heute Krieg führen sollen, sind erst durch die Unterstützung westlicher Staaten groß geworden.

    Auch unser Wirtschaften ist ein Krisenverursacher: Waffen, die wir exportieren, zum Beispiel an Saudi-Arabien, einem Staat, aus dem der Terror mitfinanziert wird. Mit unseren hochsubventionierten Waren haben wir die Märkte vor Ort zerstört, und somit hunderttausenden wenn nicht sogar Millionen Menschen und ihren Familien ihre Existenzen zerstört. Mit welchem Recht? Täglich sterben noch immer einhunderttausend Kinder an Hunger und deren Folgen von Hunger auf dieser Welt, westliche Fischereifangflotten fischen vor den Küsten vor Afrika die Weltmeere leer, die Fischer vor Ort und ihre Familien verloren und verlieren zu hunderttausende Ihre Existenzen. Wer über Fluchtursachen nicht reden will, oder diese vehement leugnet, sollte sich über Flüchtlinge und Terror nicht beschweren.

    Wir wirtschaften so, dass Menschen aufgrund von Umweltkatastrophen ihr Leben in Sicherheit bringen müssen. Unser Beitrag zur Entwicklungspolitik liegt immer noch weit unter den 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens, die wir uns schon vor Jahrzehnten vorgenommen hatten.

    Und natürlich ist es auch eine „Krise“, wenn Flüchtlinge in Notunterkünften untergebracht werden müssen oder sich nachts vor Ämtern anstellen müssen, um überhaupt die Chance auf eine Registrierung zu haben. Aber ist das zusammen eine „Flüchtlingskrise“? Nein, die Flüchtlinge sind Opfer dieser Krisen. Wie schrieb schon Jean Ziegler in seinem Buch sehr treffend:“ Der Westen ein Imperium der Schande“ Und wenn ich mir die zum Teil unerträglichen Debatten von verantwortlichen im Westen so anschaue, scheint es niemand zu interessieren was die westlichen Imperien im Ausland so anrichten. Solange nicht wieder irgend jemand Anschläge im Westen verübt.

    • 18.1
      Jean sagt:

      Danke. Es gibt also zum Glück doch noch ein paar Kommentatoren hier, die wirklich gelesen haben, was im Interview gesagt wurde.

      • 18.1.1
        Greg sagt:

        @jean

        Die Rolle des Westens, angeführ durch die USA ist wirklich keine rümliche. Geheimarmeen und dergleichen sind keine Fiktion, sondern zum Teil belegte Informationen, durch die Aktenöffnung der CIA.

        Nur, bedeutet dies nicht, dass man sich „Zuhause“ alles bieten lassen muss. Alles verstehen ist nicht alles verzeihen. Und wenn Migranten und Flüchtlinge kriminell sind, sind das nicht alle.

        Gerade deswegen darf man eben nicht wegschauen und verharmlosen!

        Wer möchte denn schon gerne ein Horde Antänzer bei sich zuhause aufnehmen und versorgen? Warum kann und soll ein überforderter Staat ein Umerziehungslager veranstalten?

        Nein! Die Freiheit nehm ich mir, nicht für alle Probleme der Welt gerade zu steheh. Man muss den Menschen in den Ländern vorort helfen. Punkt. (KEINE Waffen, sondern Zukunftsprojekte verkaufen:)

  • 19
    Fx sagt:

    Geschlechterrassismus statt Rassismus.
    Das ist natürlich viel besser.

    Oder?

  • 20
    Argonautiker sagt:

    Gehört es zur grundsätzlichen Handhabe der Freiheitsliebe, daß schon erschienene Kommentare wieder gelöscht werden, oder werden sie gezwungen?

  • 21
    Linkemännerhassendelügnerin sagt:

    So sieht also eine Kommentarspalte aus, wenn ein Haufen Leute den Inhalt des Interviews nicht verstehen.

    Es geht nicht um Ausländer, es geht um sexualisierte Gewalt.
    Es ist egal welche Hautfarbe, Religion, Herkunft oder welches Geschlecht der/die Täter_in hat.

    Eure Kommentare bestätigen genau das, was Antje sagt.

    Leider war es schon immer so, dass die Menschen, die denken können, in der Minderheit sind. Ihnen bleibt nur das reden, schreiben und weinen… Denn die Probleme, die es zu bekämpfen gilt, lassen sich nicht mit Fäusten, Abschiebungen, Mauern oder Waffen bekämpfen.

    Aber das versteht Ihr leider nicht.

    • 21.1
      Jean sagt:

      „Die Probleme, die es zu bekämpfen gilt, lassen sich nicht mit Fäusten, Abschiebungen, Mauern oder Waffen bekämpfen. Aber das versteht Ihr leider nicht.“
      So ist es.

  • 22
    Jean sagt:

    Liest man die Kommentare hier durch, hat man den Eindruck, im Interview könnte auch was ganz anderes stehen, und die KommentatorInnen würden dasselbe schreiben, was sie geschrieben haben.

    So ein gutes Interview und so einseitige Kommentare – die meisten jedenfalls. Meinen herzlichen Dank an Antje Schrupp für die fundierten, ausgewogenen Gedanken. Danke an Julius Jamal für die Veröffentlichung des Interviews. Sowas brauchen wir im Kampf gegen Sexismus, wo und in welcher Form auch immer er sich zeigt.

  • 23
    Karola Schramm sagt:

    Lachhaft und sträflich, weil die Staatsangehörigkeit als Tatmotiv ausgeblendet und stattdessen Rassismus eingefügt wird.
    So kommen wir nicht weiter, denn es sind Tatsachen, dass in patriachalen Kulturen Frauen als Ding angesehen werden über das Mann frei nach Gusto verfügen kann. Zu diesen patriachalen Kulturen gehören nun mal fast alle islamischen Staaten, die in den letzten Jahrzehnten von fortschrittlich liberal einen Rückfall ins extrem Konservative erlebt haben. (Leider mit westl. Hilfe)

    Dazu gibt es gerade einige sehr gute Artikel auf http://www.cicero-online.de – den ich allen Interessierten eindringlich ans Herz legen möchte, insbesondere denen, die wie im Artikel leugnen, dass dieses für uns kriminelle Verhalten, für eine bestimmte Sorte von Muslimen natürlich ist.

    Hinzu kommt noch, dass für uns Silvester immer ein offenes Fest gewesen ist. Man traf sich auf öffentlichen Plätzen um gegen 12 Uhr gemeinsam das Jahr zu beginnen. Fremde wurden umarmt, man prostet sich zu, die Glocken läuteten von allen Kirchtürmen, auf manchen standen Bläser und hießen das neue Jahr mit Liedern willkommen, die Böller knallten und die Raketen rasten glühend und pfeifend in den Nachthimmel um als viele kleine Sternchen auf die Erde zurückzukommen.

    Diese Ebene der freudvollen Feierlichkeit, der Verbrüderung und Verschwisterungung mit allen anwesenden Menschen ist eine ganz andere als z.B. auf dem Oktoberfest, welches längstens zu einem Saufivent verkommen ist, was weltweit bekannt ist. Wer sich besaufen und die Sau rauslassen will, fährt zum Oktoberfest oder zum Ballermann.

    Dass dies Alles hochpolitisch ist muss auch festgestellt werden. Eine Millionen junge Männer auf den Schlag in DE, aus zerbrochenen Staaten, schon da ohne Halt und Zukunftsaussichten, sind ein Problem auch für unsere Gesellschaft, die ebenfalls seit Jahren neoliberal umgeformt wird. Arme werden Ärmer, die Reichen immer reicher. Der Staat investiert nicht in Arbeitsplätze und wenn, dann über teure und ungerechte PPP-Projekte, wo der billigste Anbieter den Zuschlag bekommt. So werden Arbeitslose produziert und die jungen Männer, werden – durch von uns angeheizte Kriege – Vertriebene aus ihrer Heimat, werden hier zu billigen Arbeitskräften degradiert. Sozialer Sprengstoff für beide Seiten.

    Es geht schon lange nicht mehr um rechts oder links – sondern um den Zerfall der Gesellschaft mit Hilfe des Neoliberalismus zurück ins Mittelalter. Denn auch wenn jetzt alle Eingereisten zurück in ihre Heimat müssten – nach dem Motto von AfD und NPD „Ausländer raus“ und vielen anderen, die sich nicht zum rechten Lager zählen wie ich aber diese unkontrollierte Einwanderung ablehnen und für einen sofortigen Frieden in diesen Ländern votieren, mit Waffenembargo und allem Drum und Dran, damit diese jungen Leute wieder zurück in ihre Heimat können, würde sich hier arbeitsmarktmäßig und im Sozialbereich nichts ändern, solange diese katastrophale, auf den Markt konzentrierte Politik betrieben wird.

  • 24
    M.KR. sagt:

    Muslimisches Frauenbild Sie hassen uns

    Die giftige Mischung aus nordafrikanisch-arabischer Kultur und Religion, die sich in der Kölner Silvesternacht Bahn brach, wird in Deutschland noch immer beschönigt oder beschwiegen. Islamkritik ist überfällig. Ein Gastbeitrag.
    FAZ 11.01.2016, von Samuel Schirmbeck
    Was in der Silvesternacht in Köln passierte, passiert jetzt, in diesem Moment und wie selbstverständlich, am helllichten Tag hunderttausendfach in Nordafrika und in der arabischen Welt: Frauen werden sexuell belästigt, gedemütigt und, so sie es wagen, sich den Übergriffen zu widersetzen, als „Schlampen“ oder „Huren“ beschimpft.
    © cyrilschirmbeck.com Samuel Schirmbeck ist Autor und Filmemacher. Er berichtete bis 2001 als Korrespondent der ARD über Algerien.

    Die ägyptische Schriftstellerin und Feministin Mona Eltahawy hat dieses Phänomen und seine Ursachen am 2. Mai 2012 in der französischen Zeitung „Le Monde“ beschrieben: „Ja: sie (die Männer der arabischen Welt) hassen uns. Es muss endlich gesagt werden . . . Die Frauen der ganzen Welt haben Probleme; stimmt, die Vereinigten Staaten haben noch keine Frau zur Präsidentin gewählt; und richtig, in vielen ,westlichen‘ Ländern (ich lebe in einem von ihnen) werden Frauen weiterhin wie Objekte behandelt. Das ist im Allgemeinen der Punkt, an dem das Gespräch beendet wird, wenn Sie versuchen, über die Gründe zu diskutieren, aus denen die arabischen Gesellschaften die Frauen hassen . . . Nennen Sie mir den Namen arabischer Länder, und ich werde Ihnen eine Litanei an Beispielen für den schlimmen Umgang – er ist tausendmal schlimmer, als Sie denken – mit Frauen rezitieren, der von einer giftigen Mischung aus Kultur und Religion angefacht wird, mit der sich anscheinend nur wenige auseinandersetzen wollen, aus Angst, der Blasphemie beschuldigt zu werden oder zu schockieren.“
    Der Gewaltausbruch von Köln war jedoch derart heftig, dass sich die „giftige Mischung aus Kultur und Religion“, die Mona Eltahawy in ihrem Buch „Foulards et Hymens. Pourquoi le Moyen Orient doit faire sa révolution sexuelle“ („Schleier und Jungfernhäutchen. Warum es im Nahen Osten eine sexuelle Revolution geben muss“) detailliert darlegt, nicht länger leugnen oder verdrängen lässt, auch wenn das von linker und muslimischer Seite auch jetzt wieder versucht wird. So sprach die „taz“ angesichts der Empörung über die Übergriffe von der „Reproduktion des rassistischen Bildes der unschuldigen weißen Frau, die vor dem aggressiven muslimischen Mann geschützt werden muss“.
    Es war allerdings eine nicht „weiß“, sondern asiatisch aussehende junge Frau, die ausführlich schilderte, wie sie von Dutzenden Händen überall begrabscht wurde: „Ich fand, sie (die Männer) hatten nicht den Eindruck, dass sie was Falsches tun.“ Bei Mona Eltahawy könnte die „taz“ erfahren, warum die jungen Muslime kein Unrechtsbewusstsein zu haben schienen.
    Frauen können sich nicht entziehen
    Doch ist zu befürchten, dass auch sie, obwohl Muslimin und Ägypterin, dann als „rassistisch“ eingestuft würde. Schon warnte der Beauftragte der türkischen Religionsbehörde (Ditib) für interreligiösen Dialog in Deutschland, Bekir Alboga, vor einer „Kulturalisierung von Verbrechen“, und die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor befand: „Beim Oktoberfest in München und beim Kölner Karneval kommt es gehäuft vor, dass stark alkoholisierte Männer Frauen sexuell bedrängen und belästigen. Das wird dann gern als Kollateralschaden dieser Veranstaltungen abgetan. Es gibt keinen Unterschied zwischen der einen sexuellen Gewalt und der anderen.“
    Wirklich nicht? Der Unterschied liegt darin, dass die sexuelle Gewalt in Nordafrika und im Nahen Osten zum Alltag gehört und dass in dieser Hinsicht dort permanent „Oktoberfest“ und „Karneval“ ist, denen sich keine Frau entziehen kann, indem sie diese Veranstaltungen meidet. Die Gewalt beginnt vor der Haustür auf der Straße. Nawel, eine algerische Mitarbeiterin, berichtete mir von regelmäßigen Übergriffen im Bus. Obwohl sie eigentlich die Verschleierung ablehnte, verhüllte sie sich für die Fahrt mit einem Hijab (Kopftuch). Das hielt Männer im Gedränge nicht davon ab, sich durch Reibung an Nawels Körper Befriedigung zu verschaffen.
    Rachida, eine marokkanische Mitarbeiterin, musste ich eines Tages von meinem Grundstückswächter per Fahrrad abholen und heimbringen lassen. Sie hatte beschlossen, die Djellaba (langes Gewand) abzulegen, und war daraufhin von jungen Männern mit Messern verfolgt worden. Nun wurde sie, mit wippendem Haar und in Jeans auf der Fahrradstange sitzend, an ihren Peinigern vorbeigefahren.
    Todesdrohungen der Fundamentalisten
    Sexuelle Übergriffe sind in islamischen Ländern die Regel und nicht Ausnahmen. Eine Muslimin kann in Deutschland den Bus nehmen, ohne befürchten zu müssen, begrabscht zu werden, eine Europäerin in Nordafrika kann das nicht. Davon konnte ich mich während meines zehnjährigen Aufenthaltes in Algerien und Marokko überzeugen. Eine Muslimin kann in Deutschland auf den Markt gehen, ohne plötzlich Männerhände am Hintern zu spüren, eine Europäerin kann das in Nordafrika nicht. Westliche Frauen gelten bei vielen jungen Nordafrikanern als halbe Huren, weil „sie es ja schon vor der Ehe mit vielen Männern tun“. Selbst wenn sie mit ihrem siebenjährigen Sohn an der Hand – als Mutter sozusagen eine „heilige Kuh“ – weitab von allen Menschenmengen einen Spaziergang über eine Wiese machen sollte, dauert es nicht lange, bis junge Männer auftauchen, sich an sie drängen, nicht von ihr ablassen und ihr vulgäre Worte ins Ohr raunen. Die islamische Grundeinteilung der Welt in „Gläubige“ und „Ungläubige“ ermutigt den Übergriff auf „westliche“, gleich „ungläubige“ Frauen. Da hilft nur schnellste Umkehr und Verzicht auf jeden weiteren Spaziergang.
    In den zehn Jahren Nordafrika habe ich zugleich viele Musliminnen und Muslime kennengelernt, die diese Sicht auf die „westliche“ Frau abscheulich fanden. Sie hielten großen Abstand zu den Predigern, die die Welt auf letztlich menschenfeindliche Art in „Gläubige“ und „Ungläubige“ einteilten, setzten sich für eine humane, weltoffene Auslegung des Korans ein, schrieben mutig und ungeschützt gegen religiösen Obskurantismus und legten sich mit den mächtigsten Männern ihrer diktatorischen Staaten an, Frauen und Männer, Intellektuelle, Künstler, aber auch unzählige sogenannte „einfache Leute“. Nicht zuletzt ihretwegen blieb ich trotz Todesdrohungen seitens der Fundamentalisten in Algier. Das Problem ist aber, dass die meisten maßgeblichen Islam-Instanzen in den muslimischen wie den nicht-muslimischen Ländern den theologischen Diskurs darüber verweigern, wie man die fatale „Gläubig/Ungläubig“-Dichotomie überwinden und das Verhalten undogmatischer Muslime in den Islam integrieren könnte. Auch die Wortführer der muslimischen Verbände sollten über diese „Ausgrenzung“ von Muslimen endlich offen diskutieren.
    Meine Freunde und Gesprächspartner in Nordafrika riskierten so viel mehr, als es meine politischen Weggefährten aus der 68er-Zeit jemals riskiert hatten: Ermordung, Folter, Gefängnis. Man erinnere sich an den Oktoberaufstand von 1988, die erste und hierzulande kaum zur Kenntnis genommene Arabellion, bei der Büros und Ministerien der algerischen Einheitspartei gestürmt und Polizeikommissariate attackiert wurden – ohne einen einzigen religiösen Slogan. Diese Leute haben meinen Blick auf Musliminnen und Muslime geprägt.
    Muslimische Dissidenz wird als „islamophob“ verhöhnt
    Um so schockierender fand ich nach meiner Rückkehr aus Nordafrika den Blick meiner alten Weggefährten sowie des linksliberalen Mainstreams einschließlich der SPD und der Grünen auf die muslimische Welt: Sie schienen keine Ahnung zu haben von dem, was dort vor sich ging, wie sehr Frauen dort unter religiösen Diktaten litten, nachdenkliche Menschen von Staat und Staatsislam gleichzeitig fertiggemacht wurden. Sie schienen völlig zu ignorieren, wie sehr Islam und Diktatur letztlich Hand in Hand arbeiteten, wenn es darum ging, ihre gemeinsamen Hauptfeinde zur Strecke zu bringen: die Demokratie, die Menschenrechte, die Religionsfreiheit, die Gleichberechtigung.
    Die muslimische Dissidenz à la Necla Kelek, Seyran Ates, Taslima Nasreen, Hirsi Ali et cetera wurde von Linken und Linksliberalen in Deutschland kaum ernst genommen, wenn nicht sogar verhöhnt oder als „islamophob“ diffamiert. Meinungsfreiheit und Demokratie, so war zu lesen, seien nicht unbedingt Lebensformen, nach denen sich die arabische Welt sehne. Das gesamte linke und linksliberale Spektrum baute jedoch eifrig an einem Multikulti-Schutzprotektorat für das Kopftuch samt dahinter steckendem Frauenbild, den Hass auf den „Westen“, die Verschonung des Islams vor jeder Kritik.
    In diesem intellekt- und kritikfeindlichen Dunst konnten die Parallelgesellschaften aufblühen. Dieses Nicht-wissen-Wollen war unfassbar.
    Heute taucht diese Haltung im Zeichen der „Willkommenskultur“ und der „Der-Islam-gehört-zu-Deutschland“-Rhetorik wieder auf. Man erinnere sich nur an das Frohlocken der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt auf allen Fernsehkanälen über den höchstrichterlich ermöglichten Einzug des Lehrerinnen-Kopftuches in deutsche Klassenzimmer. Warum aber schreien Millionen fundamentalistisch gesinnter Männer von Pakistan über Afghanistan, Iran, Saudi-Arabien, Nigeria, Mali, Algerien und Marokko nach dem Kopftuch, warum ist das Kopftuch dort am häufigsten zu sehen, wo es am fundamentalistischsten zugeht?
    Der Umgang mit Muslimen ist neurotisch
    Es ist zu hoffen, dass die Kölner Ereignisse endlich dem Diskurs über „die Muslime“, die man nicht „beleidigen“ darf, ein Ende setzen, dass man hinter den „Muslimen“ – ein Begriff, den die Fundamentalisten zum Oberbegriff für alle Islam-Gläubigen gemacht haben, während man früher eher von Ägyptern, Algeriern, Marokkanern et cetera sprach – Menschen erkennt, die man behandelt, wie man selbst behandelt werden möchte: als selbstverantwortlicher, lernfähiger, kritikoffener Erwachsener und nicht als Kleinkind, dem man sein Lieblingsspielzeug, in diesem Fall die Religion, nicht madig machen darf, weil es sonst aus Wut alles kurz und klein schlägt.
    Das war bisher nicht der Fall. Der Umgang mit Muslimen war bisher eher neurotisch denn normal. Man sollte sich bei dieser Neuorientierung ein Beispiel an jenen muslimischen Intellektuellen in der arabischen Welt nehmen, die längst begriffen haben, dass Islamkritik nicht Angriff auf Muslime bedeutet, sondern Schutz vor seinen menschenverachtenden Auswüchsen, die sich gegen Frauen, Homosexuelle, eigenständig Denkende und sogenannte „Ungläubige“ richten, also auch gegen Millionen von Musliminnen und Muslimen.
    Auch hier kann man sich ein Beispiel an muslimischen Schriftstellern wie Boualem Sansal, Abdellah Taia, Mona Eltahawy, Mohamed Choukri oder Kateb Yacine nehmen: „Haare aus glühendem brüchigen Eisen, auf dem die Sonne wirr sich häuft, wie eine Handvoll Wespen“ – dieser Satz aus „Nedschma“, dem weltberühmten Roman von Kateb Yacine, durfte einmal sein – vor den Kopftuch-Zeiten. Was für eine witzige, schöne, intelligente, zauberhafte muslimische Welt es selbst heute noch gibt und wieder neu geben könnte, würde der elende Entschuldigungsdiskurs für deren zerstörerische Geister endlich ein Ende finden! Warum sich nicht Mut anlesen oder auch auf Tareq Oubrou hören, den Imam der Moschee von Bordeaux? Der fordert Muslime auf, es einmal mit etwas „diskreter Sichtbarkeit“ religiöser Insignien, sprich dem Kopftuch, zu versuchen, um auf eine weniger religiöse europäische Öffentlichkeit Rücksicht zu nehmen, zumal das Kopftuch für den Glauben „nebensächlich“ sei.
    Männer nehmen sich aus dem Koran, was ihnen passt
    Als ich einer marokkanischen Bekannten aus Rabat einmal die Kleinmarkthalle in Frankfurt zeigte, bemerkte sie zu meiner Überraschung: „Das ist der schönste Soukh, den ich je erlebt habe.“ „Unsere Kleinmarkthalle?“, erwiderte ich. „Ohne die Farben Marokkos, ohne das Karminrot und Safrangelb der Gewürzpyramiden?“ Ihre Antwort: „Ohne das Blau von Ellenbogen, die sich Ihnen ganz zufällig derart in die Brust rammen, dass Sie vor Schmerz aufschreien könnten. Ohne das Grün von Kniffen und Griffen sonst wohin. Stimmt, diese Farben Marokkos hat Ihre Kleinmarkthalle nicht.“
    „In der Kleinmarkthalle haben die Frauen das Sagen und nicht der Koran“, entfuhr es mir. „Pardon, ich wollte den Koran nicht beleidigen. Ich weiß, dass im Koran steht, dass auch die Männer ihre Augen niederschlagen sollen, wenn sie einer Frau begegnen, und nicht nur die Frauen, wenn sie Männern begegnen.“ „Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen“, erwiderte die Bekannte, „denn der Koran wird schon ewig von Männern ausgelegt. Die nehmen sich, was ihnen passt.“ Zum Beispiel Sure vier, Vers 34: „Die Männer stehen über den Frauen, weil Gott sie ausgezeichnet hat.“ Oder Sure zwei, Vers 228: „Die Männer stehen eine Stufe über ihnen. Gott ist mächtig und weise.“ Oder Sure zwei, Vers 223: „Eure Frauen sind euch ein Saatfeld. Geht zu eurem Saatfeld, wo immer ihr wollt . . . “ Das sitzt. Das gilt zwar nur für das, pardon, „Besäen“ von Ehefrauen, ist aber längst auf die unverheirateten Männer übergeschwappt, die es jeden Tag auch zum „Säen“ drängt, weil sie arm sind und ihnen das nötige Geld zum Heiraten fehlt. „Nicht meine Schuld, sagen die sich und gehen sich ihr täglich Stück Frau grabschen.“
    „Klingt nicht gut“, sagte ich. „Was sollen junge Leute machen?“, fuhr die Besucherin aus Rabat fort, „Sex vor der Ehe ist bei uns gesetzlich verboten, denn er gilt im Islam als Unzucht. Einer unserer religiösen Scheichs hat neulich sogar öffentlich gezeigt, dass er sich des Problems bewusst ist. Scheich Abdelbari Zamzani hat per Fatwa den unverheirateten Marokkanerinnen die Karotte empfohlen! Als er daraufhin verspottet wurde, konnte er das nicht verstehen, er habe doch als Feminist gesprochen. Obendrein hat Zamzani sogar die Hymen-Reparatur erlaubt – nach einem Unfall! Wissen Sie, es ist dieser Mischmasch aus religiösen Geboten und heutiger Lebenswirklichkeit, der bei den Männern zu permanentem sexuellen Notstand führt – von den Frauen redet dabei übrigens niemand.“
    Frauen mit kurzen Röcken werden als „Schlampen“ beschimpft
    In den zehn Jahren meines Aufenthaltes in Nordafrika und auch bei den späteren Besuchen dort habe ich nicht eine einzige Frau getroffen, die nicht von sexuellen Belästigungen zu berichten gewusst hätte. Mit der zunehmenden Islamisierung Algeriens und Marokkos kann schon das Tragen eines Rockes zu Übergriffen führen. So geschehen in Inezgane bei Agadir: Im Juni 2015, einen Tag vor Beginn des Ramadans, gingen zwei junge Marokkanerinnen namens Sanaa und Siham im Soukh von Inezgane einkaufen. Die beiden Frauen trugen Röcke, die etwas oberhalb der Knie endeten. Als ein Händler die beiden erblickte, bemerkte er zu den Umstehenden, diese Art der Kleidung verletze das Schamgefühl aller Marokkaner, worauf sich sogleich eine Menschenmenge um die beiden Frauen scharte, sie als Schlampen beschimpfte, junge Männer sich an die beiden Mädchen drängten, sie anfassten und vulgäre Gesten machten.
    Die von einem anderen Händler zum Schutz der Frauen herbeigerufenen Polizisten fanden die Kleidung Sanaas und Sihams gleichfalls schamlos. Sie nahmen die beiden Frauen fest und überstellten sie am nächsten Morgen dem Staatsanwalt. Im selben Soukh wurden wenige Tage später zwei für homosexuell gehaltene Männer zusammengeschlagen und gleichfalls festgenommen. Kein Ulema protestierte im einen wie im anderen Fall, während im Touristenort Agadir Schilder mit der Aufschrift „Respect Ramadan. No Bikinis“ auftauchten, um Marokkanerinnen und Ausländerinnen daran zu hindern, sich am Strand zu bräunen.
    Der marokkanische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun schrieb Anfang August 2015 zu diesen Vorfällen: „Es wird Zeit, dass die Regierung auf diese neue Diktatur der Ignoranz, der Frustration und der Dummheit reagiert. Letzte Woche haben mit Säbeln und Dolchen bewaffnete Halunken am Strand von Tanger Jagd auf unverschleiert Badende gemacht. Vorsicht, das fängt mit einer Belästigung dieser Art an und endet mit einer Bombe in einem Schwimmbad oder in einem Café. Die Sicherheitsdienste müssen dieses gefährliche Treiben absolut ernst nehmen und die Sicherheit und Freiheit des Individuums garantieren, ob Mann oder Frau.“ Einen Monat zuvor hatte es das mörderische Attentat am Strand von Sousse in Tunesien gegeben, der Salafisten als „Bordell“ gilt.
    Die Linke muss sich ändern
    Gegen diese Entwicklung eines außer Rand und Band geratenen Islams, dessen Schizophrenie sich diesmal vor dem Kölner Hauptbahnhof ausgetobt hat, gibt es nur ein Mittel, soll die Entwicklung nicht in Richtung Regression weitergehen: Der Islam muss die gleiche Kritik aushalten lernen, wie das Christentum sie hat aushalten müssen.
    Doch die hiesige seriöse Islamkritik besteht bisher aus einer Handvoll Frauen und Männern, die von den Islamverbänden als „islamophob“ abgelehnt werden. Das muss sich ändern.
    Ebenso muss der Resonanzboden für die liebedienerische Haltung des hiesigen linken Spektrums gegenüber jedwedem Obskurantismus verschwinden, sobald dieser nur das Etikett „muslimisch“ trägt. Diese Liebedienerei ist zwar verständlich, teilt die fundamentalistisch-muslimische Welt doch die anti-amerikanische, antiwestliche und antiisraelische Aggressivität, die das Lebenselixier der deutschen Linken ausmacht. Sie ist gemeingefährlich, weil sie in ihrer Verbundenheit mit dem fundamentalistisch festgefahrenen Islam unbesehen jenes „Ungeheuer“ in Kauf nimmt, das der muslimische Philosoph Abdennour Bidar sich aus diesem entwickeln sieht.
    Seit fünfzehn Jahren drischt die deutsche Linke auf muslimische Aufklärerinnen und Aufklärer ein, beschuldigt sie, Wasser auf die Mühlen der Rechtspopulisten zu liefern. Wasser auf deren Mühlen aber liefert vor allem das Blut der Opfer des „Ungeheuers“, das muslimische Freunde verzweifelt bekämpfen, ohne dass die europäische Linke begriffe, was auf dem Spiel steht, auch für Nichtmuslime. Hauptsache, es geht gegen „den Westen“, der für den Niedergang der islamischen Welt verantwortlich sein soll – was keiner historischen Analyse standhält. So wie die Linke für das Scheitern des Sozialismus Sündenböcke findet, sucht sich die islamische Welt die ihren: Loser gesellt sich zu Loser, Underdog zu Underdog, gemeinsam sind wir stark, die Rachsucht brennt: Passt auf, wir werden es euch heimzahlen!
    Der „sterile“ Islam setzt sich in den Köpfen fest
    Die muslimische Intelligenz Nordafrikas hingegen hält Islamkritik für das sine qua non, sollen ihre Gesellschaften nicht dauerhaft einem Obskurantismus anheimfallen, der entsprechende Tendenzen via Immigration und Kommunikation auch in Deutschland noch verstärken würde. Rechtspopulismus machen die muslimischen Dissidenten nordafrikanischer Herkunft vor allem im frauen-, fremden- und aufklärungsfeindlichen „Theo-Populismus“ eines sich zunehmend „salafisierenden“ Islams aus, dem staatliche und religiöse Autoritäten keine stichhaltige Argumentation entgegensetzen, weil sie selbst die „westlichen“ Menschenrechte scheuen wie der Teufel das Weihwasser.
    Die Einzigen, die sich um Aufklärung bemühen, sind die muslimischen „Freiheitssucher“, wie sie der tunesische Psychoanalytiker Fethi Benslama nennt. Gern sähen die Dissidenten der muslimischen Welt europäische Linke und Intellektuelle an ihrer Seite. Vergeblich, wie Fethi Benslama bereits 2004 in seiner „Nicht-Unterwerfungserklärung zum Gebrauch für Muslime und diejenigen, die es nicht sind“, feststellte: „Manche Nachfahren der Aufklärung sind blind für die Aufklärung der anderen.“
    Von europäischer Aufklärung unbehelligt, kann sich auch hierzulande deshalb ein Islam im Bewusstsein der jungen muslimischen Generation festsetzen, den der 2015 verstorbene muslimische Philosoph und Islamologe tunesischer Herkunft Abdelwahab Meddeb folgendermaßen charakterisierte: „Eine Religion, die sich die letztendliche nennt, Trägerin der definitiven göttlichen Botschaft, die die prophetische Inspiration versiegelt, das, was vor ihr war, rekapituliert und rektifiziert, eine solche Religion, wortwörtlich genommen, annulliert jede Fragestellung, gründet eine absolute Wahrheit ohne möglichen Disput . . . Reduziert auf ein solches Skelett, zeigt der Islam sich religiös und politisch als austrocknende, sterile, das ,akut Lebendige‘ zeitgemäßer Fragestellungen ignorierende Sicht auf die Welt, erhebt sich zu einem alles an sich reißenden, aggressiven ,Monologismus‘, taub für jeden Dialog, abgeschnitten von den Voraussetzungen, die die Beziehung zwischen Personen und Völkern, zwischen Bürgern und Nationen eröffnen.“ Gegen einen solchen Islam werden die neuerdings geforderten „Integrationszentren“ nicht viel ausrichten, wenn sie sich vor der Auseinandersetzung mit ihm drücken, um muslimische Einwanderer nicht zu „beleidigen“.
    Muslime selbst lesen dem Islam die Leviten
    In muslimischen Ländern gewinnt genau dieser taube Islam in den jeweiligen staatlichen Fernsehsendern seit Jahren an Einfluss, vor allem, wenn sie von Saudi-Arabien gesponsert werden. Ergebnis ist der sich ausbreitende „Theo-Populismus“. Erfinder dieses Begriffs ist der in Oran lebende Journalist und Schriftsteller Kamel Daoud. Im „Quotidien d’Oran“ schreibt er seit Jahren die Kolumne „Raika Raikoum“ („Unsere Meinung – Ihre Meinung“). Am 28. Mai 2015 stellte er dort die Frage: „Müssen wir gegen den Theo-Populismus in den Untergrund gehen?“, eine Anspielung auf den Untergrund während des Befreiungskrieges gegen Frankreich: „Zu kurzer Rock, abgewiesen in einer Fakultät von Algier, ein rückwärtsgewandter Rektor, der per Anstands-Fatwa seinen Wachmann gegen die Studentin unterstützt. Undenkbar vor einigen Jahrzehnten, denkbar geworden gestern und vorgestern, weil selbst ein Rektor in Algerien inzwischen binär in halal/haram (erlaubt/nicht erlaubt) denkt. Aber das ist nicht der einzige Fall des im Namen des einzigen Gottes einzig erlaubten Denkens … Der behaarte Tumor (Daoud meint den Salafismus) ist in die algerischen Riten eingedrungen, die Kleidung, den Teint und die Zahnpflege. Zeit bedeutet inzwischen Gebet und nicht mehr Pünktlichkeit, Versprechen heißt inzwischen ,inschallah‘ und nicht mehr Worthalten. Das Ziel des Lebens ist der Tod, nicht das Leben . . . Es ist das binäre halal/haram-Denken, das den ,Theo-Populismus‘ ausmacht: ,Kreuzzüglerisierung‘ des ,anti-muslimischen‘ Westens, Obsession eines in allem überall gewitterten jüdischen Komplotts, Promotion des islamistischen Vorbildes in der Mode, den Riten, der Sexualität, dem Zölibat, der Ehe . . . Das Land: verschleiert, nikabisiert, gemobbt und in eine Frauenhintern-Überwachungsstation verwandelt, mittels beschämender und mittelalterlicher Predigten.“
    Das ist das Nordafrika, aus dem auch einige der Kölner Täter kommen. Viele der Phänomene sind mehr oder weniger auch in den hiesigen muslimischen Gemeinschaften zu beobachten. Eines existiert schon lange: Das „Erwecken von Schuldgefühlen bei den progressiven Eliten und deren Denunzierung als … Islamophobe“ (Daoud), insbesondere durch die Islamverbände, Linke und Grüne. Deshalb dürfen wir uns davon nicht mehr ins Bockshorn jagen lassen, denn es sind Muslime selbst, muslimische „Freiheitssucher“, die genauso wenig „islamophob“ sind wie wir, wenn sie einem frauen-, fremden- und gedankenfeindlichen Islam die Leviten lesen statt sich ihm zu unterwerfen.
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    Der Verfasser ist Autor und Filmemacher. 1991 baute er das ARD-Büro Nordafrika in Algier auf und berichtete bis zu seiner Rückkehr 2001 als Korrespondent der ARD über Algerien.
    Quelle: F.A.Z.

  • 25
    jasmine sagt:

    Hallo an euch alle
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    Ich Ihnen die redonne:jasminestratman96@gmail.com