By Alexey Yushenkov / Алексей Юшенков - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11785301

Nawalny – Kein Vorbild, kein Held

In den deutschen Medien wird Alexej Nawalny oft als der gute demokratische Gegenspieler von Putin dargestellt. Mit der Realität hat dies wenig gemein. Nawalny ist ein rassistischer, homophober und nationalistischer Politiker.

Der mutmaßliche Giftanschlag auf Nawalny ist nicht zu verteidigen und durch nichts zu rechtfertigen. Das macht die Person Nawalny allerdings nicht zu einer angenehmeren Person. Nawalny war einst Mitglied der Partei Jabloko und wurde dort ausgeschlossen, weil er zu nationalistisch war. Als er 2013 in Moskau als Oberbürgermeister kandidierte, erklärte er, die Hälfte aller Straftaten in der Hauptstadt seien von Migranten begangen worden.  Die Statistiken widersprechen dieser Aussage jedoch. Auf seiner Webseite bezeichnete er Homosexuelle als „Schwuchteln“. In einem Video von 2008 erklärte er, man müsse verhindern, „dass Kakerlaken in unsere Wohnung eindringen“, diese Aussage bezogen sich auf Migrantinnen und Migranten im Allgemeinen und auf Tschetschenen und Tschetscheninnen im speziellen.

2008 während des Kriegs zwischen Russland und Georgien, forderte er die Zerstörung der georgischen Hauptstadt Tiflis und erklärte, „das Hauptquartier der Nagetiere“ müsse durch Raketen zerstört werden. Alle Georgierinnen und Georgier sollten darüber hinaus aus Russland deportiert werden. Die Entmenschlichung von Migrantinnen und Migranten und ihre Gleichsetzung mit Tieren hat in den letzten Jahren abgenommen, wie auch seine Beteiligung an Protesten, auf denen ein Russland nur für Russen gefordert wird.

Dass sich seine ultranationalistischen und rassistischen Positionen jedoch geändert haben, darf bezweifelt werden. So antwortet er heute nicht mehr so rassistisch auf Fragen, der Journalist Klimeniouk erklärt dazu: „Mittlerweile weicht er mit Andeutungen aus, die alle verstehen. In der Sache aber bleibt er unverändert.“ Nawalny taugt somit nicht als Vorbild oder Bündnispartner – und erst recht nicht als demokratischer Held.

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5 Antworten

  1. 1. Wenn mensch all diesen negativen Behauptungen Glauben schenken dürfte, so bliebe dennoch zu Nawalnys Gunsten übrig: Bessere Oppositionelle haben unter Putin in Russland nicht überlebt oder mussten ihrer Familien wegen aufgeben. (Ca. 10 Prozent der Einwohner haben das Land verlassen.)
    2. Es gibt auch die Nachricht, Nawalny habe sich in Russland pro LGBT eingesetzt, wie im CSD Ev Deutschland aus dem Pride EV MOSKAU berichtet. Dies stünde im direkten Widerspruch zu den hier vorgebrachten Anschuldigungen. Vielleicht ist aus dem einstigen Nationalisten unter dem restaurativen Regime Putins ein Freiheitsliebender geworden, der in der LGBT-Bewegung mögliche Verbündete erkannt hat?
    3. Ich las auch den in der Intention sehr ähnlichen Artikel „Stauffenberg – Kein Held, kein Antifaschist“ hier in der „Freiheitsliebe“. Dass Claus von Stauffenberg nicht von Anbeginn gegen Hitler war, ist bekannt, na und? Bisweilen bedürfen Entscheidungen einer längeren Entwicklung. Den Versuch des Tyrannenmordes hat von Stauffenberg mit dem Leben bezahlen müssen. Seiner Tat den Heldenmut absprechen zu wollen, ist einfach nur vermessen.
    Der Ausruf Claus von Stauffenbergs vor seiner Erschießung „Es lebe das heilige Deutschland!“ ist kein rechtradikales Bekenntnis, sondern dem Werke Stefan Georges verpflichtet. Im George-Kreis spielte die Abstammung keine Rolle, auch Juden gehörten selbstverständlich dazu, mag die esoterische Weltsicht uns Heutigen auch wunderlich anmuten.
    Bizarr wird der Artikel, wenn er abschließend die Kommunisten zu „wirklichen Antifaschisten“ erklären will. Deren Weltsicht dürfte uns Heutigen nicht minder wunderlich anmuten und mindestens die Stalinisten unter ihnen waren ebenso Gegner der Weimarer Republik wie einst Claus von Stauffenberg.
    Auch Gegner einer Diktatur können nie ganz frei von zeitbedingten Irrtümern sein. Doch wer will sich anmaßen, ihnen Vorbildhaftigkeit und Heldenmut abzusprechen?

    1. Ähm was willst du sagen? Egal, dass er ein homophones Faschist ist; Hauptsache er ist gegen Putin und auf unserer Seite, dass vllt das russische Volk leiden wird oder weiter leidet ist doch egal, er hilft UNS dem Westen und das ist das einzige was zählt?
      „ Jawlinski begründete den Ausschluss mit nationalistischen und fremdenfeindlichen Äußerungen Nawalnys. Nach der Ausschlusserklärung verabschiedete sich Nawalny mit dem nationalistischen Gruß „Ehre sei Russland“ von der Partei.“ aber macht ja nichts 🙄 und was bitte schön hat IRGENDJEMANDEN zu interessieren wie demokratisch ein anderes Land ist? Wer sind denn WI, dass WIR uns einmischen dürfen? Das sollen die Russen selber klären!
      Und bevor irgendjemand irgendwas schreibt man solle sich einmischen, kann ich nur sagen, für mich ist alles was KEINE direkte Demokratie hat „nicht wirklich“ wirklich demokratisch, sry nur meine Meinung

      1. Was ich sagen wollte? Na dann besser strukturiert und hoffentlich nachvollziehbar:
        1. Ich glaube nicht, dass Nawalny heute noch – sofern er es wirklich jemals gewesen sein sollte – zu den „homophoben Faschisten“ zu rechnen wäre. So ähnlich kann er Putin kaum sein, dem er heute als Antikorruptions-Aktivist zum Widerpart geworden ist. Der Pride e.V. Moskau bescheinigt Nawalny immerhin, sich pro LGBT eingesetzt zu haben, was in Putins Russland echten Mut erfordert. Ich begrüße es, wenn sich Menschen durch bessere Einsichten wandeln.
        2. Es gibt auch progressive Nationalisten (z.B. der frühe Fidel Castro oder der späte Claus von Stauffenberg), die sich freiheitlich gegen eine Diktatur engagieren. Hierzu dürfen wir vermutlich sehr berechtigt auch Nawalny rechnen und in diesem Sinne sollten ihm weder Vorbildhaftigkeit noch Heldenmut in Frage gestellt werden, sofern wir Freiheitsliebe zu würdigen wissen! Nawalny hat sein Leben gegen das Putin-Regime riskiert und es ist ihm sogar zuzutrauen, sich auch künftig zu engagieren.
        3. Eine „direkte Demokratie“ im Sinne Rousseaus halte ich gewiss nicht für erstrebenswert, sie diente den Faschisten wie den Kommunisten zur staatsrechtlichen Legitimation, heute wird sie in Europa von den rechten Identitären, in Putins Russland von „den Unsrigen“ beschworen.
        4. Einmischung in die vermeintlich „inneren Angelegenheiten“ anderer Staaten sollte unter universalistischem Vorzeichen Freiheitsliebenden stets eine sehr ehrenwerte Sache sein! Ebenso wie einst im linksliberalen Sinne unterstellt werden durfte, dass die Witwenverbrennung dem Lebenswillen der Witwen widersprechen dürfte, dass Sklaven sich günstigere Entfaltungsmöglichkeiten erträumen könnten, so dürfen wir wohl heute auch von der Mehrheit der Russinnen und Russen ohne Anmaßung annehmen, sie lebten lieber in einer liberalen Demokratie als unter dem restaurativen Regime Putins. Die Ausreise-Bewegung aus Putins Russland ist ein guter Indikator für diese Annahme, aber nicht alle können sich die Ausreise leisten. Viele sehen sich auch ihrer Heimat im vorpolitischen Sinne zu sehr verbunden. Wie sehr Putin die Unterstützung der pro-demokratische subversiven Kräfte im Lande fürchtet, hat er mit dem Gesetz gezeigt, dass alle ausländischen Vereine prophylaktisch zu Agenten erklärt. Sein Dresden-Trauma von 1989 sitzt sehr tief. Daher sollten die Heldinnen und Helden, die sich die Verhältnisse in Russland zu wandeln erkühnen, alle mögliche Unterstützung von außen erhalten!

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