Esst die Reichen & Flüchtlinge Willkommen

6. Oktober 2015 - 09:17 | | Politik | 11 Kommentare

Ein Toter Flüchtling bei einem Brandanschlag auf ein Wohnheim in Thüringen. Ein weiterer Geflüchteter wurde auf offener Straße mit einer Luftpistole in Sachsen-Anhalt angeschossen. Man stelle sich vor, man flieht tausende Kilometer in Monaten vor Krieg, Hunger und Armut. Man kommt im vermeidlich sicheren Europa an und stirbt dann, mit gerade erst 29 Jahren. Dabei könnte man schnell und einfach Helfen.

Vor wenigen Wochen machte selbst die Bildzeitung noch für Willkommenskultur Werbung, nun sollen „die da bleiben wo sie sind“. In Internetforen dominieren rassistische und fremdenfeindliche Äußerungen. In Hinterzimmern wurden Maßnahmen gegen Flüchtlinge durch die Bundesregierung verschärft. Lagertrennung nach Herkunft, Einführung von temporären Grenzkontrollen. Insgesamt sieht die Verschärfung des Asylrechts vor bestimmten Flüchtlingen keine Bezüge mehr aus dem Asylbewerberleistungsgesetz zur Verfügung stellen. Das heißt, dass für sie nicht einmal ein Platz in einer Unterkunft vorgesehen ist. Der Staat übernimmt dann weder Geldzahlungen noch Sachleistungen oder die medizinische Notversorgung. Man stelle sich vor, man flieht tausende Kilometer in Monaten vor Krieg, Hunger und Armut. Man kommt im vermeidlich sicheren Europa an und stirbt dann, mit gerade erst 29 Jahren.

Die Reichen sind das Problem

Wenn Banken gerettet werden müssen sind binnen Wochen 480 Milliarden Euro vom Bundestag bereitgestellt worden. Gleichzeitig ist aber kein Geld für Wohnraum, Öffentliche Infrastruktur oder Flüchtlinge da. Die Bundesregierung spielt diese Karte bewusst und doch ist sie falsch. Was wir brauchen sind offene Grenzen, Millionärssteuer und Geld für Soziales, und nicht weitere acht Milliarden Euro für Bundeswehranschaffungen.

Die EU und die Krise

Die Flüchtlingskrise der EU ist Hausgemacht: Durch Waffenexporte in Krisengebiete, durch die Zerstörung der Märkte im Globalen Süden und hunderten von Freihandelsabkommen mit afrikanischen und asiatischen Staaten dominiert Europa, wie bereits im 18. und 19. Jahrhundert, die Welt wirtschaftlich. Die Beispiele für die Ausbeutung Afrikas sind vielfältig. So fischen seit geraumer Zeit riesige europäische Fangflotten vor den Küsten Afrikas und plündern die Fischbestände. Für die einheimischen Fischer bleibt oft nichts anderes übrig, als ins Schlepper- oder Piratengeschäft einzusteigen. Wieder so ein hausgemachtes Problem. Daneben exportiert die EU massenweise subventionierte Milch und Hähnchen nach Afrika, was wiederum den Kleinbauern die Lebensgrundlage entzieht. Denn in der EU produzierte waren sind günstiger.

Über den Autor

Bundessprecher der linksjugend ['solid] und Wortakrobat für die Freiheitsliebe, Balkan21 und andere Medien.
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11 Kommentare

  • 1
    RN sagt:

    Zitat: Ein Toter Flüchtling bei einem Brandanschlag

    Das ist billiges „Bild-Zeitungs-Niveau“!

    Weil:
    Die Brandursache ist unklar

  • 2
    polaroid sagt:

    Nicht die Reichen sind daran Schuld. Der Kapitalismus und seine Grundlage, die menschliche Gier ist das Problem. Er ist die Grundlage für den Neo-Imperialismus den sie in dem Artikel ansprechen, der in Zusammenarbeit mit der gestiegenen Mobilität der Menschen für die Flüchtlingsströme sorgt.

    Die Reichen sind nur die Menschen die am meisten von dem System profitieren, zum Erhalt des Systems tragen wir alle bei.

  • 3
    ABC sagt:

    „Millionärssteuer“ – die immer wiederkehrende Forderung von (angeblichen) Sozialisten. Was erhofft man sich davon bitte? Das mag ein wenig Geld in die Kasse spülen aber Ungerechtigkeit wird damit sicher nicht beseitigt. Warum nicht gleich Obergrenzen für Vermögen und wenn es Profite gibt, dann fürs Gemeinwohl.
    Außerdem setzt diese Forderung für mich irgendwie voraus, dass es immer extrem reiche Personen gibt.
    Klingt für mich mehr nach Kapitalismus-ein-bisschen-angenehmer-machen als nach Sozialismus.

  • 4
    Wolfram sagt:

    Sehr gute Kommentare bisher!
    Einzig der letzte Absatz findet meine Zustimmung.

  • 5
    Frank Hildebrand sagt:

    Nun, dies sind bedauerliche Zwischenfälle die zunehmen werden. Auf Grund der Politik die in diesem und anderen Ländern gefahren wird ist es noch nicht einmal der Anfang.
    Die „Flüchtlinge“ sind gerade fünf Tage in meinem Wohnort und attackieren einen Kindergarten. Die Belegschaft wird bedroht. Die English-Lehrerin ist eine Schwarze und die „Schlampe“ soll hingehen wo sie hergekommen ist, so die Eindringlinge. Die Kindergärtnerin weiß nicht wie sie dies den Eltern vermitteln soll. Die Eltern werden ihre Kinder aus dem Kindergarten nehmen. Wer glaubt das dies gut geht, ist von Sinnen. Ein alter Traum des alten Geldes wird war, der Austausch der Bevölkerung Europas. Nachzulesen ist dies unter anderem beim UN Vorsitzenden für Migration und Flüchtlinge. Er sagt, die europäische Homogenität der Bevölkerung ist zu untergraben Punkt. Dies sagt er vor dem britischen Unterhaus. Noch Fragen!? Solche Äußerungen gibt unzählig von den Handlangern der alten Geldelite.

  • 6
    Anonym sagt:

    Die Polizei geht davon aus, der 29-jährige Eritreer habe Selbstmord begangen, indem er den Brand in seinem Zimmer selbst gelegt habe (von innen verschlossene Türe, Brandbeschleuniger), womit er das Leben der Anderen im Saalfelder Asylbewerberheim gefährdet hätte.

    Klar ist die Flüchtlingskrise ein Symptom des vorherrschenden Systems, dessen Missstände Sie im letzten Absatz anhand weniger Beispiele grob symptomhaft umreissen – wobei Sie leider noch nicht mal EPA (Economic Partnership Agreement – viel kritisiertes „Freihandelsabkommen“ der EU, aktuell angestrebt mit vielen afrikanischen Staaten) erwähnen.

    Mit ungenügend recherchierten Behauptungen wie zum „Brandanschlag“ und übersimplifizierend-pauschalisierend klingenden Unterstellungen von unspezifizierter „Fremdenfeindlichkeit“ bei kritischen politischen Kommentaren gewinnen Sie allerdings vemutlich kaum zusprechendes Gehör für Ihre Postulate – die Sie noch noch mal minimal selbst argumentativ zu begründen versuchen: Warum „wir“ beispielsweise „offene Grenzen“ „brauchen“ sollten, statt z.B. diplomatisch-wirtschaftlicher Lösungen vor Ort, und wie offene Grenzen inmitten der EU realistischerweise umgesetzt und durchgehalten werden können; warum Sie z.B. vorzugsweise für zweckentfremdungs-anfällige Eingriffe auf der Symptomebene wie eine Millionärssteuer sind und nicht etwa für eine grundlegende Änderung des Wirtschafts- und insbesondere Finanzsystems an sich oder wesentlicher Aspekte desselben – vielleicht steht das ja im beiläufig gesetzten Link auf „marx21“ oder so irgendwo…
    Insgesamt also ein recht schludrig-unüberzeugend wirkender Artikel.

    • 6.1
      m. sastre sagt:

      Ein treffender Kommentar zum Artikel. Bleibt noch zu ergänzen, das alleine der Kontinent Afrika jeden Tag um 200 000 (!) Individuen wächst (alleine in Nigeria wächst die Bevölkerung um 7 Millionen pro Jahr) und sich die Gesamtzahl der Bevölkerung nach neueren Schätzungen bis zum Jahr 2100 vervierfachen soll. Unter diesen Voraussagen offenen Grenzen zu fordern, bedeutet Europa mit Menschen zu fluten, ohne Afrika in irgendeiner Form damit zu entlasten.
      Wer gerne zum Thema Zuwanderung/Flüchtlinge liesst, dem empfehle ich das Buch von Jean Raspail, „Das Heerlager der Heiligen“, welches mit ein wenig Suche auch als .pdf-Datei kostenlos heruntergeladen werden kann.

  • 7
    udo sagt:

    Gilt der Missionsbefehl Jesu eigentlich auch für die Muslime, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen? 80 Prozent der bis zu 1 Million Asylbewerber in diesem Jahr sind islamischen Glaubens.

    „Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker! Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe“, heißt es am Ende des Matthäus-Evangeliums. Gegenwärtig scheint es so, als komme ein Teil „aller Völker“ auf der Flucht vor Krieg und Armut nach Europa, insbesondere nach Deutschland.

  • 8
    m. sastre sagt:

    Dieser Artikel ist, mit Verlaub, unterste Schublade. Wenn schon der erste Quellenverweis, der im Artikel gemachten Aussage von einem Toten durch einen Brandanschlag widerspricht, wird das Weiterlesen eigentlich überflüssig. Ich fühle mich an den toten Asylbewerber in, ich glaube, Dresden nach der Pegida-Demo erinnert, der sofort zum unschuldigen Opfer, der natürlich rassistisch-mordenden Demo-Teilnehmer stilisiert wurde und der, wie sich dann schnell herausstellte, Opfer eines Mitbewohners wurde. Danach herrschte Funkstille im linken Medienspektrum, keine Richtigstellung, keine Entschuldigung, weiter zum nächsten vermeintlichen Unrecht an den prinzipiell die Opferrolle innehabenden Flüchtlingen!
    Dieser Artikel dient einzig und alleine der Stimmungsmache in Kreisen, die genau solche eindimensionale Erwartungshaltung pflegen. Mittlerweile sagt die Statistik, nicht die mediale Darstellung, daß die meisten Brände in Asylbewerberunterkünften durch die Bewohner selber ausgelöst werden, sei es durch bloße Unachtsamkeit beim Rauchen oder der fehlerhaften Bedienung moderner Küchengeräte oder vorsätzlich nach Streitigkeiten bzw. aus Frustration.
    Selbst dort, wo sie mit Versatzstücken der Wahrheit operieren, vergleichen sie Äpfel und Birnen. Natürlich gibt es massive soziale Ungerechtigkeit in unserem Lande und es macht wütend wie hier bestimmte Interessengruppen schamlos bedient werden, aber die verwerfliche Form der Bankenrettung ist eben kein Argument für eine ungehemmte Einwanderung, der Krieg in Syrien (der bereits 2011 begann) ist nicht die eigentliche Ursache für die Ströme aus zig verschiedenen Ländern nach Europa hinein.
    Wenn dieser Artikel der Selbstbestätigung dienen soll, so mag sein Zweck erfüllt sein, wenn er der Information dienen soll, ist er schlicht unbrauchbar und als Fehlinformation einzustufen.