Zivilisten sind die Hauptopfer von Waffengewalt. Foto:

Die Mär vom sauberen Krieg

Im vergangenen Oktober startete die irakische Armee die Rückeroberungsoffensive auf die Stadt Mossul. Mithilfe von ausländischen Kräften – insbesondere der USA – sollte die irakische Millionenmetropole aus den Händen der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gerissen werden. Neun Monate nach Beginn der militärischen Großinvasion scheint Mossul wieder unter der Kontrolle Bagdads. Statt dem öffentlich propagierten heldenhaften Sieg der irakischen Regierungstruppen liest sich die Bilanz vernichtend. Etwa eine Million Menschen musste flüchten und durch die verheerenden Gewaltakte aller Kriegsparteien sollen alleine in den letzten Wochen und Monaten weit mehr als 4.000 Zivilisten getötet worden sein. In der ARD-Sendung MONITOR spricht der Initiator der deutschen Hilfsorganisation CADUS über die massenhaften Fälle ziviler Opfer, die auch die US-geführte sogenannte Anti-IS-Koalition zu verantworten habe. 

Zu Beginn des 13-minütigen Berichts nennt MONITOR-Moderator Georg Restle den Krieg im Nordirak „eines der größten Dramen, das die Welt gerade erlebt“. Mossul muss mit aller Macht befreit werden, die prestigeträchtige Stadt am Tigris – berühmt für ihr Marmor und Erdöl – nimmt eine geostrategische Schlüsselposition für die Regierungstruppen und ihre internationalen Alliierten ein. Auf dem Weg zur vollständigen militärischen Kontrolle stellen zivile Opfer lediglich eine Art Kollateralschaden dar. Die Bilder der Schicksale schwer verletzter und getöteter Menschen, die in diesem irrsinnigen Krieg der Welt- und Regionalmächte unsägliches Leid ertragen müssen, sind verstörend. Die Frontlinien verlaufen inmitten der dichtbesiedelten Millionenstadt, umso größer ist das Risiko für Zivilisten den Kriegshandlungen von Boden und Luft aus zum Opfer zu fallen.

Für die Helfer*Innen vor Ort ist das Bild, das das US-geführte Militärbündnis zeichnet, und zwar der chirurgisch präzise Luftkampf gegen IS-Stellungen ein zynisches Märchen, zigtausende unbeteiligte Menschen allen Alters sterben bei Luftangriffen der Allianz, wenn sie nicht durch die unvorstellbare Gewalt der islamistischen Extremisten sterben. Nach offizieller Darstellung sollen nicht einmal 500 zivile Opfer bei Luftschlägen der Allianz gestorben sein, Syrien und Irak zusammengenommen. Der MONITOR-Bericht ist für jede*n Zuschauer*in kaum zu ertragen, die Bilder sind nichts für schwache Nerven, sie sollten aber ins Gedächtnis zurückgerufen werden, denn verdrängen zugunsten der Kriegsmaschinerie der Militärmächte und des IS wäre falsch.

Der eindrucksvolle Beitrag MONITORS über den verheerenden Krieg im Nordirak ist über den folgenden Link zu erreichen:

http://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/die-schlacht-um-mossul-100.html

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