Das musst du gelesen haben! Nein muss ich nicht! Stimmt musst du nicht, kannst du aber!

22. Mai 2018 - 17:27 | | Kultur | 1 Kommentare
Anni 50 Nella foto: lo scrittore Italo Calvino (Italo Giovanni Calvino Mameli) @S&M/Dufoto/ArchiviFarabola

In letzter Zeit werde ich öfter, besonders von jüngeren Genoss*innen aber auch von solchen die ich schon seit Jahren in der politischen Arbeit kenne, gefragt was meiner Meinung nach jede*r Linke*r gelesen haben sollte. Natürlich ist diese Frage extrem schwer zu beantworten, im erweiterten linken Kontext existieren Bibliotheken voller gebundenem Papier mit Theorien, Pamphleten, Briefen, Gedichten, Romanen und Erzählungen. Bis natürlich auf einige Ausnahmen sind sie im einen oder anderen Kontext alle lesenswert und haben ihre Berechtigung oder Aktualität. Nehmen wir allein unseren allseits geliebten Karl Marx, der auch in absehbarer Zeit nicht aus der Mode kommen wird. Daneben haben wir einen mehr oder minder institutionalisierten Kanon verschiedenster vor allem theoretischer Werke. Gerade für junge Genoss*innen kann das unheimlich verwirrend sein.

Am Anfang jeglicher Aktivität steht für uns die drängende Frage nach der eigenen Identität. was ist man, wie und warum? Wie diese Frage beantwortet wird hängt maßgeblich von den Genoss*innen ab die uns in dieser ersten spannenden neuen Zeit begleiten. Dabei kann natürlich vieles passieren von überschwänglichen Theorie-Nerds bis zu apathischen Polit-Rentnern kann alles dabei sein. Die Effekte die ich den letzten knapp zehn Jahren beobachtet habe lassen sich eigentlich am besten in zwei Kategorien aufspalten. Vernachlässigung und Überforderung. Die erste Kategorie kommt deutlich seltener vor als die zweite hat dann aber zur Folge, dass wir uns zwar an sehr motivierten junge Genoss*innen erfreuen können, ihnen aber die durchaus wichtige Analyse fehlt, um ihren politischen Alltag meistern zu können. Viel öfter passiert es aber das die Genoss*innen überfordert werden. Da jeder Flügel, jede Gruppe oder auch nur jede Basis Gruppe/Organisation um eine gewisse Geltung und damit auch Macht innerhalb der Organisationen oder im Diskurs kämpft, liegt es nahe bestimmte Theoretiker*innen zu lesen oder zumindest zu kennen. Dabei werden wir in dieser Zeit mit Namen von Werken und Autor*innen bombardiert die wir am besten noch im Mutterleib gelesen haben sollten. Das wird vornehmlich gerne von Menschen gemacht, die bereits einen gewissen Aha-Effekt erlebt haben und diesen mitteilen wollen. Aufgrund der Fülle dieser Informationen sind wir dann schnell raus und verstehen nur noch Bahnhof. Aus bösem Willen oder rein aus Unzulänglichkeiten der Anpreiser (meist sind es wirklich Männer) werden wir anschließend mit unserer Überforderung allein gelassen und müssen uns irgendwie vieles selbst aneignen, wenn wir nicht das Privileg genießen auf Seminare von bestimmten Organisationen zu kommen. Auch wenn diese sich an eine Breite Masse richten und wenige Hürden haben, erfassen sie längst nicht das Groß der jungen Aktivist*innen.

Schlimmer, sieht es dabei auf der künstlerischen Seite der linken Literatur aus. Da Romane, Gedichte und Erzählungen, auch wenn nur scheinbar, nicht im alltäglich-strategischen Fechten um Handlungsfähigkeit oder auch nur im praktischen Polit-Alltag, zu gebrauchen sind, werden sie gerne auf die Ebene der luxuriösen Freizeitvergnügen geschoben, wofür letzten Endes niemand mehr Zeit hat. Wovor auch ich selbst nicht gefeit war. Hier begehen wir einen fundamentalen Fehler, wenn wir glauben, dass diese Literatur lediglich dem privaten Vergnügen dient. Viel mehr ist es eine der notwendigen Säulen um unsere heutige Realität zu begreifen.

Nicht umsonst hatte der ungarische Kommunist Georg Lukasc sein Werk neben den Organisations- und Klassenfragen vor allem dem Literarischen gewidmet. Dabei stellt er fest dass im dialektisch-materialistischen Prozess die Literatur zum Spiegelbild der historischen, ökonomischen und Klassengegebenheiten wird. Künstlerische Erzeugnisse sind also ebenso fundamentale Zeugnisse ihrer Zeit wie Chroniken. Den Chroniken gegenüber haben sie aber unzählige Vorteile, alleine schon weil sie befriedigender aufzunehmen sind als dröge Ansammlungen von Nummern und Geschehnissen. Wir können ihnen also in manch einem Fall mehr entziehen als wir auf den ersten Blick glauben.

Es gibt jedoch einen weiteren ungemein wichtigen Grund warum wir mehr linke Belletristik lesen sollten. Und das sind die Held*innen der wunderbaren, fesselnden und oft auch tragischen Geschichten! Warum sind sie meiner Meinung nach so wichtig? Dafür gibt es mehrere Gründe die ich euch nicht vorenthalten will.

Das Gefühl kennen wir glaube ich alle, spätestens seit der Unendlichen Geschichte von Michael Ende, die oder der Protagonist*in wird für uns zu einem wichtigen Teil unseres Lebens. Es ist ein*e Freund*in, ein*e Lebensbegleiter*in und um ehrlich zu sein eigentlich ein Idol! Für uns ist es ein wichtiger Prozess den wir durchmachen als Kinder, wie als Erwachsene. Besonders als Kinder fantasieren wir dann über die Abenteuer die wir gerne mit der/m Protagonist*in zusammen erleben. Diese wunderbare Fähigkeit verlieren wir im Erwachsenenalter nicht! Ein wahres Glück! Denn unser Unbewusstes sucht immer wieder nach Möglichkeiten sich zu spiegeln und uns in diesem neuen Spiegelbild zu betrachten. Wir entwickeln uns also mit diesen Held*innen und wachsen mit ihnen an uns selbst. Das ist für uns ungemein wichtig!

Dabei erfahren wir bestimmte Winkel der, wie Lukacs sie nennt, objektiven Wirklichkeit und finden uns wie gesagt schnell in ihnen wieder. Wir wissen aber auch das gerade das Private auch politisch ist. Und daher gibt es einen zweiten wirklich gewichtigen Grund warum diese Held*innen für uns wichtig sind. In der politischen Praxis der letzten knapp zehn Jahre wurde ich Zeuge und so zu sagen Mittäter der politischen Kulte. Geschichtliche Figuren werden gerade in der Linken gerne zu Idolen erhoben an denen weder Kritik noch Zweigel erlaubt sind, natürlich kommt es auf die jeweilige Gruppe/Flügel an in dem man verkehrt, was man aber mit Sicherheit sagen kann ist, dass die Stilisierung dieser geschichtlichen Figuren, auch aufgrund der bereits erwähnten fehlenden politischen Bildung, zu einer Mystifizierung und Glorifizierung dieser Figuren führt. An dieser Stelle soll ich nicht falsch verstanden werden, ich möchte keinesfalls die wirklichen mutigen und unglaublich schönen Taten schmälern die die entsprechenden Genoss*innen geleistet haben, lediglich plädiere ich dafür sie so zu sehen wie sie waren, Genoss*innen, Freunde oder Kumpels, Menschen eben nicht Engel oder Götter. Hier nun greifen uns unsere alten Freund*innen uns unter die Arme und lassen uns nicht in die völlige Bedeutungslosigkeit unserer Existenz fallen. Gerade Held*innen der Literatur können zu einer Demokratisierung unserer Realität und politischen Praxis führen. Durch sie und vor allem mit ihnen können wir Geschichte also einen teil dieser objektiven Wirklichkeit erfahren. Wir himmeln sie nicht an wir laufen Seit an Seit, Zeile für Zeile den Freuden und Schwierigkeiten ihrer Geschichte entgegen. Das hat meinem Gefühl nach unsere Generation verlernt oder sie wusste es nie. Es ist aber nicht zu spät es für uns nachzuholen.

Um diesen doch recht theoretischen Ausführungen etwas Substanz zu verleihen, will ich vier Bücher vorschlagen, die wie ich finde jede*r junge Aktivist*in lesen sollte. Hier möchte ich natürlicherweise einen Disclaimer einfügen. Natürlich sind die Bücher die ich hier nun vorschlagen möchte, eben meine ganz subjektiven Vorschläge, die ich nach meiner persönlichen Analyse und Erfahrung erstellt habe. Es gäbe mindestens noch hunderte anderer Bücher und Autoren die hier stehen könnten. Ich habe mich nun für diese entschieden. Wer also glaubt einen besseren Vorschlag machen zu können soll es ruhig tun. Gerade dann werde ich mich darüber freuen, da der Diskurs ein neues Leben bekommt und es vielleicht auch dazu führt dass wir als Bewegung wieder mehr lesen. Sie sollen sich gerade deshalb ermutigt fühlen zu schreiben! Nur eine Bitte macht keine endlosen Listen, sonst werden wir genau da ankommen wo wir schon mal waren.

Nun also meine vier Vorschläge für junge Aktive und alle die sich so fühlen:

1. Italo Calvino „Wo Spinnen ihre Nester bauen“

Der Debütroman von Calvino erschien nur wenige Monate/Jahre nach dem zweiten Weltkrieg. Worin Calvino seine eigene persönliche Erfahrung in der Resistenza verarbeitet der er sich als junger Mensch angeschlossen hat. Natürlich war diese Erfahrung eine unglaubliche prägende und hat ihn wie viele anderer junger Menschen seiner Generation noch lange begleitet. Gerade deshalb war dieser Roman so erfolgreich.

Es geht also um einen jungen Namens Pin, der in einem kleinen italienischen Dorf mit seiner älteren Schwester lebt. Eltern haben die beiden nicht mehr und müssen ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten. Keine einfache Aufgabe, Mitten im Krieg wo sich jede*r selbst am nächsten ist. Pin schlägt sich mit kleinen Jobs durch während seine Schwester der Sex-Arbeit nachgeht. Ihre Leben scheinen auch so keinen besonderen Wert zu haben, sie gelten im Dorf als aussätzig, werden gemieden, verstoßen. Lediglich die Männer in der Taverne schenken Pin ab und an Beachtung, mehr aber zu ihrem eigenen grausamen Vergnügen. Sie sind es auch die Pin dazu anstacheln einem Soldaten der sich gerade bei der Schwester befindet, die Pistole zu stehlen. Nur um ihn anschließend kalt abzuweisen. Voller Verzweiflung beschließt Pin zu verschwinden. Er rennt weg und schließt sich in den Wäldern den Partisanen an. Von da an entfaltet sich eine tragische wie auch unheimlich rührende Geschichte um Pin und die Partisanen.

Warum sollten wir also dieses Werk heute noch lesen? Nun derzeit leben wir nicht mehr in Zeiten relativer politischer Stabilität sondern sind längst in einer ökonomischen wie auch politischen Krise gefangen. Der europäische Schwenk nach Rechts-Aussen ist mittlerweile im letzten Dorf angekommen, unlängst erleben wir nicht nur die bloße Präsenz nationalistischer Parteien und Gruppierungen sondern ganze Regierungen die den Fluss der Zeit umgraben wollen. Viele von uns sind nicht zuletzt in Anti-Rassistischen und Anti-Faschistischen Bündnissen aktiv oder kämpfen täglich gegen Nazis im Dorf oder Viertel/Kiez. Für all die deren Leben bereits jetzt im anti-faschistischen Kampf spielt, kann dieses Werk eine Erleuchtung sein. Ohne Schnickschnack und ohne viel Tramtram.

2. Jean-Paul Sartre „Der Ekel“

Nicht anders als bei Calvino, wurde auch das Leben Sartres vom zweiten Weltkrieg maßgeblich geprägt. Auch wenn Sartre selbst nicht in der Résistance gekämpft hatte, wurde er gerade in der Nachkriegszeit zu einer wichtigen Stimme der linken Bewegung. Der Bruch mit alten Strukturen und Ideologien wurde zu seiner Lebensaufgabe. Nicht zuletzt hatte Sartre sich aktiv an den Studentenrevolten der 68ger beteiligt und das dafür notwendige theoretische Werk geliefert. Er war aber nicht bloß auf die Theorie beschränkt, neben seinem großen Hauptwerk „Das sein und das Nichts“ verfasste Sartre eine reihe von Theaterstücken und Romanen. Der Ekel ist einer seiner ersten und gleichzeitig wichtigsten Werke.

Ein halbwegs junger Historiker begibt sich in die französische Provinz um ein Buch über einen französischen Adligen zu schreiben, der in allerhand Intrigen, Machenschaften und Eitelkeiten verstrickt war. Unbedarft lebt er vor sich hin und kümmert sich wenig um die großen Ereignisse der Weltgeschichte, was ihn aber um so mehr fasziniert ist seine Umgebung. Lange beobachtet er Menschen, Bäume, Straßen. Hebt dreckige Papierfetzen vom Boden auf und treibt sich in schäbigen Kneipen mit sonderbaren Menschen rum. Aber es passiert etwas mit ihm. Nach und nach verliert er den Glauben an die Realität. Er sieht keinen besonderen Sinn mehr darin, warum es Straßen gibt oder wie ein Baum beschaffen ist. Sein Leben wird auf den Kopf gestellt und wieder zurück. Er erlebt nichts weniger als eine wunderbar groteske Reise in die Welt der Existenz.

Natürlich kontrastiert „Der Ekel“ stark das vorangegangene Werk. Plötzlich geht es nicht mehr um große weltpolitische Ereignisse sondern um äußerst abstrakte Überlegungen. Doch der Schein trügt. Der Ekel ist ein Werk über die Erkenntnis unserer Selbst in einer uns feindlichen Welt. Sie hilft uns neue Kraft in uns zu schöpfen ohne dabei den Blick für das Große zu verlieren. Und vor allem steht dieses Werk entgegen dem kapitalistischen und faschistischen Glauben an ideale Totalität. Sicherlich ein Brain-Fuck aber einer der guten Sorte.

3. John Reed „Zehn Tage die die Welt erschütterten“

John Reed entführt uns nun von unserer kleinen aber nichtsdestotrotz wichtigen Erkenntnis unserer selbst auf die große Bühne der Weltgeschichte. Als junger Journalist reist John Reed zusammen mit einigen Genoss*inne von der Socialist Party USA und der United Socialist Press 1917 nach Petrograd um über die Ereignisse der noch jungen politischen Umbrüche zu berichten. Gemeinsamt mit seinen Genoss*innen durchlebt er die Zeit des Aufbruchs in Russland und schreibt sie anschließend nieder.

An der ausgewählten Momentaufnahme von wenigen Tagen beschreibt Reed die komplexen und oft auch wirren Vorgänge der revolutionären Zeit in Russland. Auch wenn sich das Buch in manchen Passagen wirklich zu ziehen scheint und öfter den Charakter eines drögen Zeitungsartikels annimmt, schließlich ist Reed zuallererst Journalist, so kann man dem Buch nicht absprechen eine unheimliche Stimmung zu vermitteln, ein unbeschreibliches Gefühl des Mutes und des Aufbruchs!

Jede*r die schon mal auf größeren Demos waren oder ganze Kampagnen erlebt haben werden genau wissen wovon ich spreche. Besonders meine Zeit in Griechenland erinnerte mich stark und äußerst intensiv an die Geschehnisse die John Reed beschreibt. Das Buch also schenkt uns neuen Mut in unseren doch recht finsteren Zeiten!

4. Simone de Beauvoir „Memoiren einer Tochter aus gutem Hause“

An einer Autorin dürfen wir zum Schluss keinesfalls vorbeikommen, denn ohne sie wäre diese Liste keinesfalls vollständig! Simone de Beauvoir. Simone war nicht nur eine der wichtigsten Existentialist*innen sondern vor allem eine der herausragendsten Feminist*innen überhaupt! Ihr „Zweites/anderes Geschlecht“ ist eines der grundlegenden feministischen Schriften unserer Zeit. Uns jedoch geht es nicht um theoretische Schriften sondern um Kunst und dazu gehört meiner Meinung nach, eines von de Beauvoirs weniger bekannten Werken. „Memoiren einer Tochter aus gutem Hause“

Tatsächlich handelt es sich hier im wenig scharfen Gegensatz zu den anderen Werken um eine konkrete Autobiografie. Dabei darf man nicht vergessen, dass viele Werke linker Literat*innen gerade in der ein oder anderen Weise autobiographisch sind, gerade die von Lukacs beschriebenen Spiegelung der Wirklichkeit, ist Anlass dazu die oftmals schweren Lebenswege nachzuzeichnen. Hier nun geht es um die junge Simone und ihre Rebellion. Gegen Eltern, die Gesellschaft auch gegen sich selbst. In einer besonders schönen gewichtigen Leichtigkeit beschreibt sie ihr Erwachsenwerden mit all den Fragen die eine junge Frau umtreiben. Auch hier weht ein Wind der Veränderung nur, subtiler und dauernder als im letzten Werk.

Simone erlaubt es uns über uns selbst nachzudenken und ermutigt uns zum ehrlich sein, in dem was wir sind. Diese gnadenlose Ehrlichkeit macht uns den Umgang mit uns selbst möglich, ja gar erträglich. Auf einmal sehen wir Dinge klarer!

Viel mehr bleibt mir am Ende nicht zusagen außer, dass man den Mut nicht verlieren sollte ein Buch in die Hand zu nehmen und es zu lesen, sich nicht von Titel oder Autor oder von der Fülle des Buches abschrecken zu lassen und auch den Mut zu haben ein Buch wieder weg zu legen und ein anderes auszuprobieren. Wie ihr in der wunderschönen und aufregenden Arbeit an euch selbst vorankommt bleibt natürlich euch selbst überlassen, eines lasst aber nicht mit euch machen. Lasst euch beim lesen von nichts und niemanden abhalten!

Über den Autor

Julius ist Publizist und Blogger mit dem Schwerpunkt auf Literatur und Literaturkritik. Seit Jahren engagiert er sich in Politik und Bewegung.

Ein Kommentar

  • 1
    günter meisinger says:

    nach langer zeit endlich mal ein artikel hier, dem ich ganz zustimmen kann. auch ich bedauere die vernachlässigung linker Belletristik (oder auch gute belletristik nichtlinker autoren), die ich aber noch breiter fassen würde als die hier vom Autor unter belletristik erwähnten zwar schöne (calvino!) aber doch auch wieder explizit polit. werke. auch nicht explizit sozialist. Autoren schufen große gesellchaftkritische werke; ich denke z.b. an die romane von nagib machfus oder rohinton mistry. an einen Romancier wie Antonio lobo-Antunes oder einen essayisten wie octavio paz. und überhaupt die Italiener: carlo levi ,primo levi, Umberto Saba, Umberto ecco, Antonio tabuchi, Ignazio silone, elsa morante, alberto moravia usw! und was ist mit gedichten? ich publizierte mal in einem linken blatt einige herrliche gedichte von Pier Paolo pasolini, die niemand interessierten. dabei interessierten sich viele linke für den Theoretiker oder Filmemacher Pasolini, aber nicht für den wunderbaren dichter, Literaturkritiker ,schriftsteller. zum dreinschlagen, diese de-Sensibilisierung und -im vergleich zu früher-deutlich geringere Belesenheit heutiger linker.