Albert Camus: Die Pest

Albert Camus ist nicht nur einer der klügsten Köpfe des 20sten Jahrhunderts, ein außergewöhnlicher Philosoph, sondern ein unglaublicher Schriftsteller. Mit seinen Werken, „Der Fremde“, „Mythos des Sisyphos“ und „Der Mensch in der Revolte“, trug er maßgeblich zur Gründung des Existenzialismus bei. Mit seinem schönen, brillanten und äußerst scharfen Geist begeisterte er ganze Generationen von Leser*innen. Mit dem Roman „Die Pest“ schuf Camus ein einzigartiges Werk des Mutes, das auch noch Jahrzehnte nach seiner Erscheinung voller Licht strahlt!  

Es erzählt die fatale Geschichte einer nordafrikanischen Stadt, einer hermetischen Gesellschaft, die sich bitter und persistent weigert die Realität der Fäulnis und des Drecks in denen sie bis zur Nase steckt zu erkennen um sich dann, wenn die Erkenntnis des eigenen Unterganges unausweichlich scheint, auf ebenso fanatischer Weise wie sie es abgestritten hat in ihr Verderben, Kopf über zu stürzen. Die Pest erzählt auch die leuchtende Geschichte eines Mannes der die Frechheit und den Mut besaß dem um sich greifenden Tod zu trotzen! Eines Arztes der sich trotz absoluter Hoffnungslosigkeit geweigert hat aufzugeben und dadurch zu einem grimmen Engel eines dimmen Lichtes der Hoffnung in mitten der Hölle gemacht hat.

Eine extrem detaillierte literarische Reise in die Tiefen des Menschlichen, der Verzweiflung und der Hoffnung in mitten von Wahnsinn und Chaos. Ein erleuchtendes Werk über die Notwendigkeit des Durchhaltens in einer Welt die nichts als Zerstörung des Selbst ist. Die raffinierte Darstellung jedes einzelnen Protagonisten ist eine Wohltat zu lesen, die feinen charakterlichen Details die Camus einbaut machen sie alle unberührbar authentisch und schön. Auch die Stadt nicht nicht bloß Kulisse, sondern ein mal fröhlich mal faulig atmender Brustkorb des Romans, der nicht bloß einfach den Rahmen  sondern auch dieses besondere Feeling verkörpert. Und der Metagedanke des Existenzialismus schwebt zwar schwer aber auch fruchtbar über dem Werk! Ein Buch, das immer eine gute Lektüre ist!

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Eine Antwort

  1. ich mag weder camus noch sartre und halte den existenzialismus keinesfalls für einen verwandten des Marxismus (wie sartre, der zeitweise Maoist war). der existenzialismus sieht den menschen sinnlos in eine sinnlose welt, ein sinnloses leben geworfen, and thats it. der Anspruch, die welt, gar sich selbst, positiv verändern zu können, fehlt. einen Anspruch den nicht nur Marxisten sondern selbst progressive christen haben.
    vor Jahrzehnten las ich ein buch von camus -es könnte der fremde gewesen sein- wo jemand, der, glaube ich, auf seine Hinrichtung wartete, herumsinnierte, und für ihn bewegten sich alle großen und kleinen Ereignisse auf derselben ebene: ob einer jemanden umbrachte oder auf einem stein saß und eine zigarette rauchte, war ihm alles gleich wichtig, genauer, gleich unwichtig- egal. fürchterlich! kein wunder daß bei einer solchen Perspektivlosigkeit existenzialisten in Frankreich oft schwarz gekleidete, depressive Jünglinge waren, die in cafehäusern schauriges deklamierten, und unter denen die selbstmordrate besonders hoch war. eine kleinbürgerliche philosophie.

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