Proteste gegen Rechts und Querfront, Foto: Linker Gipfel Serbiens

Querfront in Serbien

Kaum hat sich die selbsternannte linke Partei „Die Linke Serbiens“ gegründet, steht bereits der erste Skandal ins Haus: Bei den kommenden nationalen Wahlen tritt sie in mindestens einem Kreis gemeinsam mit der konservativen „Demokratischen Partei Serbiens“ und der religiös fundamentalistischen Organisation „Dveri“ an.

Die Linke Serbiens ähnelt im Moment eher einem Drehkreuz, als einer Partei. Vor nicht einmal zwei Monaten gegründet, verlassen nun wieder etliche Mitglieder die Partei. Auslöser ist das Querfrontprojekt des Vorsitzenden der Linken in der südserbischen Stadt Vranje, Vladica Ranđelović. Ranđelović behauptet gegenüber der Zeitung „Južni Vesti“, einzig die Nähe der Parteiprogramme hätte ihn zu diesem Schritt verleitet. „Wir werden bei den Wahlen ein Programm für die Meschen haben. Es gibt Standards, unter welche wir nicht gehen, wie z.B. Grünflächenausbau und -erhalt, neue Stipendiatenprogramme und eine stärkere Unterstützung für Krebskranke.

Das linke Parteienprojekt gibt sich im Programm als „antikapitalistisch“ aus, erklärt jedoch gleichzeitig, dass es die unternehmerischen Freiheiten eigentlich nicht einschränken möchte. Der Vorsitzende der Partei Borislav „Borko“ Stefanović sitzt bereits im nationalen Parlament. Er war lange Zeit Mitglied der Demokratischen Partei, welche 2002 den аutoritären serbischen Präsidenten Slobodan Milošević stürzte und im Anschluss etlichen neoliberalen Reformen den Weg bereitete. So bleibt es fraglich, welche der Forderungen der Partei für voll genommen werden können, oder ob es sich bei ihr lediglich um eine neue Art „serbischer“ Syriza handelt, bei der zwischen Realität und Programmatik Welten klaffen.

Dveri hingegen ist bisher nur mit Forderungen aufgefallen, die denen der amerikanischen Tea-Party ähneln: Verbot von Abtreibung, Einführung des Orthodoxen Christentums als Staatsreligion, das beschwören der abendländischen Kultur und die Brüderlichkeit zwischen den slawischen und orthodoxen Völkern – Eine Partei, mit der Antikapitalistinnen und progressive Aktivistinnen eigentlich nicht koalieren können – eigentlich.

Das Querfront Projekt in Vranje versetzt dem ganzen bereits einen frühen und tiefen Schlag. Ob sich die Partei davon erholen wird, ist fraglich und somit auch ihr Abschneiden bei den kommenden Wahlen am 24. April.

Dir gefällt der Artikel? Dann unterstütze doch unsere Arbeit, indem Du unseren unabhängigen Journalismus mit einer kleinen Spende per Überweisung oder Paypal stärkst. Oder indem Du Freunden, Familie, Feinden von diesem Artikel erzählst und der Freiheitsliebe auf Facebook oder Twitter folgst.

Die ist dein erster Artikel, den du liest. Wir hoffen unsere Inhalte gefallen Dir!

Unterstütze die Freiheitsliebe

1.609€ of 2.000€ raised
Zahlungsmethode auswählen
Persönliche Informationen

Spendensumme: 3,00€

Teilen:

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on pinterest
Pinterest
Share on linkedin
LinkedIn
Freiheitsliebe Newsletter

Artikel und News direkt ins Postfach

Kein Spam, aktuell und informativ. Hinterlasse uns deine E-Mail, um regelmäßig Post von Freiheitsliebe zu erhalten.

Neuste Artikel

Abstimmung

Deine LieblingspolitikerIn

Ergebnis

Loading ... Loading ...

Dossiers

Weiterelesen

Ähnliche Artikel

Als sich die NATO neu erfand

19 Jahre nach dem Krieg der NATO gegen die Bundesrepublik Jugoslawien kommt der Balkan noch immer nicht zur Ruhe. Erst am vergangenen Donnerstag zündete die