Der neue “Schlampenhass” im Internet – oder: Pornos sind das Gegenteil von sexueller Befreiung

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By Sasha Wolff from Grand Rapids (Sadness 90/365) [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Eine junge Frau befriedigt auf einem Festival in Irland zwei Männer nacheinander oral. Beide Begegnungen werden fotografiert und im Internet hochgeladen, in den Sozialen Netzwerken bricht ein Sturm aus Hass und Verachtung los. Nicht etwa gegen die beiden Männer, von denen einer noch in Siegerpose den Daumen auf dem Foto reckt, sondern gegen die junge Frau. Man beschimpft sie als “Schlampe”, “dreckige Hure”, wünscht ihr Vergewaltigung und Tod. Die junge Frau musste ins Krankenhaus gebracht und mit Beruhingsmitteln behandelt werden. Sofort analysierten ein paar spitzfindige Journalisten und Blogger, das Ganze habe sich schließlich im katholisch-konservativen Irland abgespielt und der ganze Hass sei eine Folge der dort herrschenden Prüderie. Tatsächlich ist es fragwürdig, wie sie zu diesem Ergebnis kommen. Denn die Titulierungen, die die junge Frau erfährt, sind exakt jene, die in Pornos über die Darstellerinnen ausgeschüttet werden und die Kommentarspalten auf den Pornoseiten füllen. Dort sind sie allerdings, wie uns der Spiegel doch jüngst erklärt hat, nicht Ausdruck von Verachtung, sondern von Lust, von Spaß.

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Landrat prellt montenegrinischen Staat um 2,2 Millionen Euro

Montenegro, Bar – Korruption ist nicht (nur) ein Laster von Großstädten

In Montenegro schlagen die Uhren anders – der Landrat des Kreises Bar hat den Staat in einem Insolvenz- und Privatisierungsverfahren um 2,2 Millionen Euro betrogen. Das behauptet zumindest das Postamt des Kreises. Landrat Žarko Pavićević hatte Gebäude und Grundstücke in einem undurchsichtigem Verfahren veräußert.

Das staatliche Bauunternehmen für den Ausbau Bars, ist vergangenes Jahr Bankrott gegangen. Insgesamt stand ein Projekt für vier Millionen Euro aus. Als das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, stellte sich heraus, dass der Betrieb 11 Millionen Euro schulden hatte, hautsächlich gegenüber russischen Firmen. Um die mit Žarko Pavićević befreundeten Unternehmer nicht zu verärgern, ging das Grundstück auf dem der Bürokomplex gebaut wurde, mit in die Insolvenzmasse ein. Doch eigentlich gehörte dieses der staatlichen Post. Diesen Beitrag weiterlesen »

Westliche Werte? Frauen aus dem Osten

Matroschkas

Rw22mhhs at the German language Wikipedia [ CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)]

Männer, die mit “einheimischen” Frauen überfordert sind, kaufen sich “Frauen aus dem Osten” – das scheint für viele ganz normal zu sein und vermittelt ein Bild davon, was sie sich unter “westlicher Kultur” vorstellen. Der österreichische Privatsender ATV widmet solchen “westlichen Werten” seit Jahren eine Serie, die er “Das Geschäft mit der Liebe” nennt und mit russischen Puppen symbolisiert.

 

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Nach Militärputsch in Ägypten traut sich nur Hamdin Sabahi zu kandidieren

Hamdin Sabahi - Queller:arab48

Hamdin Sabahi – Queller:arab48

Am 26 und 27 Mai finden in Ägypten Präsidentschaftswahlen statt. Die Wahlen waren nach dem Putsch von Militärs des alten Regimes gegen den demokratisch gewählt Mursi von den Muslimbrüdern notwendig geworden. Bei den anstehenden Wahlen treten nur zwei Kandidaten treten der frühere Armeechef Abdel Fattah al-Sisi und der linksgerichtete Politiker Hamdin Sabahi.

Al-Sisi habe 188′ 930 Unterschriften von Unterstützern gesammelt, sagte ein Sprecher der Wahlkommission. Für ein Antreten zur Wahl wären 25’000 nötig gewesen. Sabahi kam demnach auf 31’555. Kein weitere Kandidaturen seien eingereicht worden, dies wurde von Sabahi als deutliches Zeichen der Entdemokratisierung gewertet.

Sabahi, der sich selbst als demokratischen Sozialisten bezeichnet, kritisiert deutlich die neoliberale Politik, die die ägyptische Bevölkerung in die Verarmung geführt hat, so sagte er dem Spiegel: “Wir stehen für einen dritten Weg, jenseits von Polizeistaat und Islamismus. Wir verkörpern die ägyptische Nationalbewegung, wir setzen uns für einen modernen zivilen Rechtsstaat ein, wir kämpfen für soziale Gerechtigkeit. Die Mehrheit der Ägypter ist bettelarm. Was dieses Land dringend braucht, sind Konjunkturprogramme, eine Erhöhung der Renten und des Mindestlohns, Sofortmaßnahmen für Jugendliche.” Seine Partei der Würde steht daher vor allem auch für eine Demokratisierung des Landes und den Aufbau des Sozialstaats.

Sabahi kritisierte auch das Verbot der Muslimbrüder und der Hamas, von deren islamistischen Prägung er sich zwar distanziert, das Verbot aber vor allem als Angebot an Saudi-Arabien sieht, dessen Herrscher sich im Konflikt mit den ägyptischen Muslimbrüder befinden, da diese sich nicht klar an der Seite der USA positionierten und die Beziehungen zum Iran normalisieren wollten. Seine Haltung zur Hamas und Palästina verdeutlichte gegenüber El Ahram: “ I am with Palestine. That’s not debatable. Palestine is not Gaza, Gaza is not Hamas, and Palestine is bigger than Hamas and Fatah.”

 

#22 Filmtipp am Montag: “Her”

Regisseur Spike Jonze; Quelle: https://www.flickr.com/photos/the1secondfilm/

Regisseur Spike Jonze; Quelle: https://www.flickr.com/photos/the1secondfilm/

Dem Regisseur Spike Jonze ist mit dem Film “Her” ein Kunststück gelungen. Herausgekommen ist ein facettenreicher Film der alles mitbringt was einen guten Film ausmacht: Witz, Humor, gute schauspielerische Leistungen, Authenzität und eine Message an die Menschheit.

Es ist die Frage unserer Zeit: Mit wie viel Technik in unserem Alltag wollen wir leben? Vor wenigen Jahrzehnten lebte der Mensch noch ohne Computer. Ohne Internet. Heute ist das Internet und das Smartphone für viele nicht mehr wegzudenken. Das Smartphone, ein treuer Wegbegleiter, der es versteht einsame Minuten des Wirts mit Musik, Spielen, Chats etc. zu versüßen. So auch im Film “Her”. Diesen Beitrag weiterlesen »

Sind die neuen Montagsdemonstrationen um Lars Mährholz und Ken Jebsen antisemitisch und rechts?

Musik als Widerstand

Musik als Widerstand- Kaveh

Heute werden für die neuen Montagsdemos allein in Berlin 5000 Menschen erwartet. Der politische Aktivist und Rapper Kaveh hat sich in einem Debattenbeitrag mit diesen auseinandergesetzt und mit der Frage beschäftigt, ob diese rechts und antisemitisch sind:

Seit knapp einem Monat gibt es bundesweit neue Montagsdemonstrationen (Mahnwachen) unter dem Motto: ‘‘AUFRUF ZUM FRIEDLICHEN WIDERS…TAND! FÜR FRIEDEN! IN EUROPA! AUF DER WELT! FÜR EINE FREIE, UNABHÄNGIGE PRESSE! GEGEN DIE TÖDLICHE POLITIK DER FEDERAL RESERVE (einer privaten Bank)!‘‘ Die Demos, die sich von Berlin auf 22 weitere Städte ausgebreitet haben, werden überwiegend über soziale Netzwerke wie Facebook organisiert. Während zunächst nur einige hunderte von Menschen auftauchten, waren es zumindest in Berlin weit über tausend Demonstranten, die in den letzten Wochen zur Mahnwache kamen. Am Anfang wurden die Demos noch von den Mainstream-Medien ignoriert. Mittlerweile existieren aber schon mehrere Zeitungsartikel über die Mahnwachen, z.B. in der Taz, Berliner Zeitung, Spiegel Online etc. Es gab einen Beitrag beim Radiosender Deutschlandfunk, ein 3Sat Interview mit Jutta Ditfurth, ein Bericht über den Initiator der Mahnwachen auf tageschau.de und sogar ein Kommentar von Konstantin Wecker. All diese Beiträge haben gemeinsam, dass sie die Mahnwachen zum rechten und antisemtischen Spektrums zählen. Auch linke Friedensorganisationen und Gruppen wie ATTAC haben sich von den Organisatoren distanziert und eindeutig vor den neuen Montagsdemos und ihrer Unterwanderung durch rechte Strömungen gewarnt. Die ‘‘neue Friedensbewegung‘‘ treibt unterdessen einen offen zur Schau getragenen Keil zwischen regierungskritischen Aktivisten. Ist die scharfe Kritik an den Mahnwachen berechtigt?

Für eine Welt ohne Prostitution – Stellungnahme zu den Forderungen der CDU zu einer Neureglung der Prostitution

1386012_454354701350082_1074952089_nDieses Papier wurde erarbeitet von Personen, die sich aus unterschiedlichsten Blickwinkeln (Betroffene, Feminismus, Politik, Wissenschaft, Justiz) seit längerem (teilweise seit Jahren) mit dem Thema Prostitution auseinandersetzen. Für uns ist die Regulierung der Prostitution grundsätzlich ein falscher Ansatz, da wir der Meinung sind, dass es keine “Bioprostitution” geben kann. Prostitution kann nicht schön gemacht werden, sie bleibt kommerzialisierte sexuelle Gewalt.

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“Wir alle haben die Pflicht, unsere Vorurteile zu reflektieren” – im Interview mit Sineb El Masrar

Sineb_El Masrar_Presse

(c)Amdela Wartenberg

Die Freiheitsliebe: Hallo Sineb El Masrar – wir freuen uns sehr, dass du Zeit für ein Interview mit uns hast. Du hast das Buch „Muslim Girls“ geschrieben: „Gestatten, Muslim Girls! Wer sind die? Woher kommen die? Was wollen die? Da sind wir also! Diese Horde dahergelaufener Terrorismus-Sympathisantinnen. Die sich mit ihren muslimischen Männern wie die Karnickel vermehren, ein Kopftuchmädchen nach dem anderen produzieren und willenlos in der Küche des Hauses auf die Befehle ihrer Väter, Brüder und Ehemänner warten. Um dann noch schamlos das deutsche Sozialsystem wie eine reife Zitrone auszuquetschen. Wenn Sie derlei oder ähnliche Bekenntnisse auf den kommenden Seiten erwarten, dann sollten Sie dringend weiterlesen – zwecks Horizonterweiterung! Wir sind heute überall. Wir, die Muslim Girls, die nicht nur in der islamischen Welt zu Hause sind, sondern seit Jahrzehnten auch in Deutschland.“ – Was war deine Intention, das Buch zu schreiben?
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#1 Freiheitsliebe-Tv – Jorge Roque im Interview

Jorge

Autor Toby Leo Link mit Jorge Roque

Drogenpolitik – es tut sich etwas. Zumindest in den US-Bundesstaaten Wahsington & Colorado blüht seit Anfang des Jahres der Cannabismarkt. In Uruguay hat Präsident Mujica den Cannabismarkt für Inländer geregelt - Konsum, Anbau, Besitz und Kauf von Marihuana sind nun legal. Aber auch Portugal hat sich bereits seit mehr als einem Jahrzehnt von dem weit verbreiteten repressiven Drogenmodell verabschiedet.  Diesen Beitrag weiterlesen »

AfD Berlin zeigt eigene Interpretation der Geschichte und bezeichnet NSDAP als links!

Die "linke" NSDAP

Die “linke” NSDAP

Die AFD distanziert sich öffentlich von Rechtsextremismus, natürlich auch von “Linksextremismus”, dabei scheint sie sich allerdings nicht so sicher zu sein, wer denn nun rechts und links steht. In einem aktuellen Tweet des Berliner Landesverbands wird die NSDAP als links bezeichnet und damit ”belegt”, dass links sein schon immer uncool war.

Man sollte meinen, dass  der Name “Nationalsozialistische-deutsche-Arbeiterpartei” eigentlich niemand über den wahren Charakter dieser faschistisch und rassistischen Parteien hinwegtäuschen kann, bis auf Erika Steinbach und die AfD, die beide damit Stimmung gegen links machen wollen.

Unsere Frage an die AfD:  “Wenn die NSDAP links ist, weil in ihrem Namen das Wort “sozialistisch” vorkommt, wo steht dann die CSU im politischen Spektrum? In deren Namen kommt das Wort “Sozial” vor, ist sie auch links?” Es wird Zeit, dass die AfD deutlich macht, dass sie weiß, dass die NSDAP eine rechte faschistische Partei war und sie nicht versucht rechts und links gleichzusetzen.

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