Brennendes Babylon

US-Marine-Soldaten patrollieren 2004 in der Nähe der Stadt Falludscha. Die Stadt gilt seit dem Beginn des Irakkriegs 2003 als Zentrum des Widerstands und ist oft Schauplatz erbitterter Kämpfe gewesen. Im Januar eroberten nun Isis-Kämpfer die Stadt. (Foto: flickr/ expertinfantry/ cc-lizenz)

US-Marine-Soldaten patrollieren 2004 in der Nähe der Stadt Falludscha. Im Januar eroberten Isis-Kämpfer die Stadt. (Foto: flickr/ expertinfantry/ cc-lizenz)

Seitdem die USA Saddam Hussein gestürzt haben, toben blutige Kämpfe im Irak. Auch am gegenwärtigen Aufmarsch der dschihadistischen Isis-Milizen ist die Besatzungspolitik schuld. Als Rechtfertigung für ihren militärischen Einmarsch in den Irak im März 2003 behaupteten US-Präsident George W. Bush und der britische Ministerpräsident Tony Blair, das Land gehöre unter Saddam Hussein zu einer »Achse des Bösen«: Es sei ein »gescheiterter Staat« (wie der Iran und Nordkorea), der eine Gefahr für sich selbst und andere Länder darstelle. Sollte es jedoch je einen gescheiterten Staat gegeben haben, dann ist es vielmehr der heutige Irak. Von Alex Callinicos Diesen Beitrag weiterlesen »

Das Vernichtungslager Treblinka

Foto: Markus Bögner

Foto: Markus Bögner

Zur Geschichte: Treblinka ist ein kleines Dorf, nordöstlich von Warschau liegend und somit Teil des Generalgouvernements (nach dem Polenfeldzug „nicht in das Reich [eingegliederte besetze zentralpolnische] Gebiete“[1]. Etwa 4 Kilometer entfernt ist ein größeres Waldgebiet, wo 1941 zunächst das Straflager Treblinka I errichtet wurde, worin Polen und (später) Juden im angrenzendem, schon vorhandenem Steinbruch etwa 12 Stunden pro Tag härteste Arbeit verrichten mussten. Dieser Kies wurde über eine Rampe zu anschließenden Gleisen befördert, wo Güterwaggons sie für den Straßen- und Befestigungsausbau abtransportieren.
Der Bau von Treblinka II, dem eigentlichen Vernichtungslager, wurde erst im Juni/Juli 1942 begonnen. Besonders aufgrund der „guten“ Erfahrungen in bereits existierenden Vernichtungslagern konnte das Morden in Treblinka perfektioniert werden, da diese Kenntnisse bei der Bauweise halfen. Im Rahmen der „Aktion Reinhard“ – dem industriellen Plan zur Ermordung der jüdischen Bevölkerung im Generalgouvernement – wurden 3 Vernichtungslager erbaut: Bełżec, Sobibor und Treblinka. Ein Bericht von Markus Bögner.

Das Lager wurde in einem Rechteck von 400 Meter Breite und 600 Meter Länge errichtet und mit einem doppeltem Stacheldrahtzaun umzäunt. Zweige, die an den inneren Draht befestigt wurden, haben jegliche Möglichkeit verhindert, von außen in das Lager hinein zu gucken. An der heutigen Gedenkstätte zeigen riesige (Hinkel)Steine (?), wo der Zaun gestanden hat. Wichtig ist, dass die Deutschen nach der bekannten Revolte von Treblinka und wegen der zurückfallenden Frontlinie im Osten damit begannen, das Lager abzureißen, damit die Russen nicht von den Verbrechen erfahren. Folglich steht auf dem Gelände heutzutage kein einziges Gebäude mehr, kein Wachturm, nicht mal mehr die Zäune beider Lager. Nur noch die Fundamente des Arbeitslagers sind in moderatem Zustand vorhanden und können nur noch die Ausmaße andeuten.
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Nein zum Krieg ist und bleibt die wichtigste Lehre

Protest von Abgeordneten gegen den Krieg - Bildquelle:  http://www.azize-tank.de

Protest von Abgeordneten gegen den Krieg – Bildquelle: http://www.azize-tank.de

Aktuell diskutiert die Welt über den Krieg in Gaza, den Flugzeugabsturz in der Ukraine und die Konflikte im Irak. Der Beginn des ersten Weltkriegs, der Millionen Menschen das Leben kostete, wird dabei vergessen. Die deutsche Außenpolitik, die in den letzten 15 Jahren ihre militärische Zurückhaltung abgelegt hat, scheint grade im 100 Jahr des Kriegs, eine schärfte Position einzunehmen.

Die historische Kommission der Linken hat aus diesem Grund eine lesenswerte Erklärung gegen den Krieg verfasst, die wir hier für euch dokumentieren wollen:

Der Beginn des Ersten Weltkrieges leitete die “Urkatastrophe” des 20. Jahrhunderts ein. In ihm entfesselten sich mit aller Gewalt die Destruktionspotenziale des Kapitalismus. Der Erste Weltkrieg resultierte aus den imperialistischen Rivalitäten der europäischen Großmächte, wobei das kaiserliche Deutschland aufgrund seiner die anderen Staaten herausfordernden Weltpolitik die Hauptverantwortung für dessen Ausbruch trug. Im Ersten Weltkrieg standen sich erstmals in der Geschichte industriell hochgerüstete Massenheere gegenüber, die jeweils gegeneinander auch Massenvernichtungsmittel einsetzten. Fast zehn Millionen Soldaten aus allen beteiligten Ländern fielen diesem weltumspannenden Krieg zum Opfer, doppelt so viele wurden verletzt. Weitere zehn Millionen Zivilisten starben abseits der Fronten an Hunger und entbehrungsbedingten Krankheiten. Diesen Beitrag weiterlesen »

Freiheit für Josef S. Oder : Kafka´s „Der Prozess“ live in Wien

Freiheit für Josef S.Lange, grundlose Haft. Eine zweifelhafte Zeugenaussage und immer neue Vorwürfe. Josef S.` Prozess nahm immer weiter kafkaeske Züge an. Am Dienstag wurde sein Urteil verkündet. Die Übereinstimmung des Vornamens von Josef S. und  von Josef K., die Hauptperson in Frank Kafkas Parabel „Der Prozess“, ist wahrscheinlich nur ein Zufall. Dennoch trägt dieser Umstand dazu bei zu verstehen, in welcher Lage sich Josef S. in seiner sechsmonatigen Untersuchungshaft befand. Josef S. ist ein aus Jena stammender Student der Materialwissenschaften, der sich für Antifaschismus einsetzt und dafür jüngst auch einen Preis für Zivilcourage der Stadt erhielt. Einer, der extra nach Wien reiste, um gegen den Akademikerball der rechtspopulistischen Partei FPÖ zu demonstrieren. Ein Kommentar von Richard Diesing.

Die Demonstrationen gegen den Akademikerball hatte schon in den beiden vorherigen Jahren für Aufsehen gesorgt. Im Jahr 2012 wurde laut Polizei, ein 1,23 kg schwere selbstgebastelter Sprengkörper bei einem Demonstrationsteilnehmer sichergestellt. Im Folgejahr wurde der Polizei seitens der FPÖ  ein „Totalversagen“ attestiert, da Teile der Demonstrierenden den Eingang zur Hofburg versperrten. Für den 24.Januar 2014 dann wurden die Sicherheitsmaßnahmen drastisch verschärft, was dazu führte, dass Namenhafte Organisationen wie die Journalistengewerkschaft oder „Reporter ohne Grenzen“ die Maßnahmen als „Einschränkung der Pressefreiheit“ ansahen und diese auch massiv kritisierten.Trotz eines großem Polizeiaufgebots konnten sich laut Medienberichten, TeilnehmerInnen von der Demonstration lösen und die Polizeiabsperrungen durchbrechen. Josef S. War einer von Ihnen.Einige der Personen schlugen Fensterschreiben ein und lieferten sich Kämpfe mit der Polizei. Josef S. wurde jedoch als Einziger von den Festgenommenen in Gewahrsam gehalten. Diesen Beitrag weiterlesen »

Meine Generation für den Frieden

Frieden

Quelle: https://www.flickr.com/photos/alicepopkorn/10233395234

Egal ob in der Ukraine, Syrien oder Nahost: Kriege toben. Menschen toben mit Waffen, bringen andere Menschen um. Aus Hass oder für andere Interessen. Die Frage, die in diesem Zusammenhang immer wieder aufkommt: Kann man Kriege verhindern?

“Kann man Kriege verhindern” – das ist auch der Titel eines Essays, der letzte Woche in der Zeit erschien. Ein Auszug: “Der Frieden ist der Normalfall, der immer wieder von kriegerischen Katastrophen unterbrochen wird- Aus dieser Sicht ist Krieg kein produktives, sondern immer ein störendes , ein zerstörendes und verrohendes Ergeinis, das unbedingt verhindert werden muss.”

Gewaltmittel gegen Staatsschutz

Gewiss, Krieg muss verhindert werden. Es mag zwar blutdürstige Menschen geben, die sich für die Ermordung von Familienmitgliedern rächen wollen und eben auch Geostrategen, für die ein Fetzen Land mehr Wert ist, als ein Menschenleben. Diesen Beitrag weiterlesen »

Penelope Cruz und Javier Bardem kritisieren Israels Politik

Penelope Cruz, Javier Bardem

Penelope Cruz, Javier Bardem

Verschiedene spanischstämmige Hollywood-Stars haben einen Aufruf gegen die israelische Kriegspolitik formuliert, unter ihnen sind Penelope Cruz, Pedro Almodovar und Javier Bardem. Alle drei haben sich auch schon Vergangenheit zu politischen Themen geäußert und sich unter anderem gegen Pelz oder Neoliberalismus ausgesprochen. Hier ist der übersetzte Text:

Die Unterzeichner dieses Kommuniqués, die zur Welt der Kultur gehören, erklären ihre Empörung über den Genozid, den die israelische Besatzungsarmee im Gazastreifen gegen die palästinensische Zivilbevölkerung betreibt.

Hinter den Bildern von getöteten, verstümmelten, verbrannten, schwerverletzten und zu Waisen gemachten palästinensischen Kinder und von zerstörten Häusern, Krankenhäusern, Ambulanzen, Kulturstätten, Schulen steht eine erschreckende Bilanz: Seit dem Beginn des israelischen Angriffs auf Gaza bis zum Sonntag, 27. Juli 2014, um 21 Uhr gab es mehr als 1040 Tote und 6000 Verletzte.

Auslöser der Gewalt ist die israelische Besatzung. Israel rückt weiter auf Territorien der Palästinenser vor, statt an den Grenzen von 1967 zu bleiben. Die Rechte der palästinensischen Bevölkerung des ganzen Westjordanlandes werden von ihm täglich gedemütigt und mit Füßen getreten, was ebenfalls viele Todesopfer fordert. Es gibt seit Jahren Blockaden von Städten wie Nablus und Hebron mit häufigem nächtlichen Eindringen der Armee. Das zu Lande, zu Wasser und aus der Luft belagerte und angegriffene Gaza erlebt dieser Tage den Schrecken. Diesen Beitrag weiterlesen »

#Räpublik Essen und der Kampf ums Ganze

Hausbesetzung in Essen-Frohnhausen (Foto: Daniel Kerekes)

Hausbesetzung in Essen-Frohnhausen (Foto: Daniel Kerekes)

Gestern besetzten AktivistInnen in Essen ein ehemaliges Krupp Verwaltungsgebäude und das dazugehörige Gelände. Über 13 Stünden hielten über zehn HausbesetzerInnen dem Druck der Polizei stand, vier wurden bereits am Vormittag verhaftet. Um 21 Uhr ergaben sich die BesatzerInnen der Staatsmacht, um eine Eskalation zu vermeiden. Gleichzeitig solidarisierten sich direkt am Gelände über 100 Leute, über den ganzen Tag, mit der Besetzungs-Aktion. Die Besetzung ist ein Aufschrei nach Freiräumen, nach Selbstbestimmung und einem Platz für niedrigschwellige Kulturangebote – doch die Stadt und die Krupp Stiftung, größter Eigentümer des Konzerns Thyssen-Krupp, beschäftigen sich lieber mit Hochkultur und Protzbauten, wie der Umbau des Kruppgürtels zeigt. Wir waren vor Ort und haben uns unser eigenes Bild gemacht. Ein Kommentar von Daniel Kerekes. Diesen Beitrag weiterlesen »

Mit Kopftuch nur Putz-Jobs – Auswirkungen des antimuslimischen Rassismus

Diskriminierungsgrund: Kopftuch

Diskriminierungsgrund: Kopftuch

Antismuslimischer Rassismus ist in fast allen Bereichen des Alltags präsent, ob nun im Bildungssektor, auf dem Arbeitsmarkt oder im Alltagsleben. Das ist das Ergebnis einer Studie aus Berlin zum Alltag von Muslimen. Marijam Sariaslani fasst die Ergebnisse zusammen.

Auch wenn antimuslimischer Rassismus nicht erst seit dem 11. September existiert und durch Staats- und Lokalpolitiker immer wieder verwendet wurde, um populistische Hetzparolen zu verbreiten und ihre Vorhaben und Gesetze durchzusetzen, so sind Qualität und Ausmaß heute umso gravierender. So dient die Angst vor terroristischen Anschlägen durch Muslime, die jahrelang von Politik und Medien geschürt wurde, den Herrschenden zur Legitimation ihrer imperialen Interessen unter dem Deckmantel des Kampfes für Demokratie und Frieden und zum Ausbau des Überwachungsstaats. Der Einmarsch in Afghanistan hätte zum Beispiel ohne islamophobe Stimmungsmache niemals die öffentliche Zustimmung erhalten, die er anfangs gefunden hat. Diesen Beitrag weiterlesen »

SPD-Abgeordneter zeigt stellvertretenden Bild am Sonntag-Chefredakteur an!

Anzeige gegen die Bild

Anzeige gegen die Bild

Am gestrigen Sonntag veröffentlichte der  Vize-Chefredakteur der „Bild am Sonntag“, Nicolaus Fest, einen Kommentar in dem er allen Muslimen unterstellte Ehrenmörder, integrationsunfähig und Frauenunterdrücker zu sein. Sein Kommentar führte zu wütenden Reaktionen in den sozialen Medien und in der Politik.

Der Landtagsabgeordnete aus NRW, Serdar Yüksel, hat daher Anzeige erstattet: „Der Kommentar des Vize-Chefredakteurs ist rassistisch und hetzerisch. Er hat in seinem Kommentar alle Anhänger des Islams als potenzielle Straftäter und Menschenrechtsmissachter verurteilt. Ich sehe die Voraussetzung für den Straftatbestand der Volksverhetzung definitiv erfüllt.“
Yüksel kommentierte weitere: „Nicolaus Fest versucht Hass in unserer Gesellschaft zu sähen. Solch ein Pamphlet dazu am einem der wichtigsten muslimischen Feiertage zu verbreiten ist eine zusätzliche maßlose Provokation“, so Yüksel weiter. Er stellt sich in eine Reihe mit Provokateuren wie Thilo Sarrazin oder Akif Pirincci. Kritik am Islam müsse zwar möglich sein, Verallgemeinerungen und Verleumdungen führen dennoch nur zu mehr Missverständnissen und Hass: „Das, was sich Herr Fest sich geleistet hat, vergiftet die Stimmung in unserer Gesellschaft. Das darf ein freiheitlicher und demokratischer Staat wie Deutschland nicht zulassen!“

Auch andere Abgeordnete empören sich

Der Bundestagsabgeordnete Niema Movassat, Linke, unterstützte den von uns gestarten Aufruf zum #Bildboykott und kommentierte auf Twitter: “#Bildboykott. Weil Stimmungsmache gegen Menschen wegen ihre Glaubens oder Herkunft ein absolutes No Go ist!” Diesen Beitrag weiterlesen »

7000 protestieren in Tel Aviv gegen den Krieg!

Stop the war - End the occupation

Stop the war – End the occupation

7000 Israelis und israelische Palästinenser demonstrierten am vergangenen Samstag in Tel Aviv am Symbolträchtigen Rabin-Platz gegen den Krieg in Gaza, den Rassismus in der israelischen Gesellschaft und für Aussöhnung zwischen Palästinenser und Israelis. Eingeladen zu den Protesten hatte ein breites Bündnis aus linken und feministischen Gruppen.

Zu den Einladerinnen gehörten unter anderem die linksliberale Meretz, die Kommunistische Partei Israel – Hadash, Breaking the Silence, Palestinian-Israeli Parents Circle – Families Forum, Women to Women – Feminist Center in Haifa, Combatants for Peace and Peace Organizations Forum. Unter den Slogans  “Stop the war,” “Bring the soldiers back home” and “Jews and Arabs refuse to be enemies”, versammelten sich die Protestierenden und machten lautstark ihre Meinung deutlich.

“Statt wieder und wieder Kriege und militärische Aktionen durchzuführen, ist es jetzt an der Zeit den Weg des Dialogs und einer politischen Lösung zu finden. Es kann nur eine politische Lösung geben. Die Frage ist welchen Preis müssen wir zahlen – müssen die Menschen im Süden und die anderen Bewohner von Israel, und die Menschen in Gaza und der Westbank zahlen – bis wir eine politische Lösung finden? Gemeinsam werden wir, Juden und Araber,  Besatzung und Krieg, Hass, Hetze und Rassismus überwinden – und einen Weg zur Hoffnung finden”.

Gegenüber der Kundgebung bezogen 300 Anhänger der israelischen Rechten Positionierung und skandierten Sprüche wie “Araber in die Hölle” und “Linke in die Gaskammer”.

Eine Positionierung der Kommunistischen Partei Israels findet sich hier.

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