Jemen – Der vergessene Krieg

28. April 2018 - 16:20 | | Politik | 1 Kommentare

Im März jährte sich der Beginn des Jemen-Kriegs zum dritten Mal. Die Freiheitsliebe nahm dies zum Anlass, um sich intensiv mit diesem vergessenen Krieg auseinanderzusetzen. Das Ergebnis ist dieses sechsteilige Special. Teil 1 befasst sich mit der ungeheuren kriegsbedingten humanitären Katastrophe. Teile 2-4 behandeln die Rollen der vier wichtigsten regionalen Akteure dieses Kriegs: Saudi-Arabien und die Houthi-Rebellen, der Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate. Teil 5 schaut sich die Rolle der Al-Qaida im Jemen an, die die gefährlichste Filiale des globalen Terror-Franchise darstellt. Teil 6 wirft abschließend einen Blick auf die brutale Doppelrolle der USA im schon vor dem Krieg ärmsten Lander Arabischen Welt.

Bitte teilt dieses Special in den sozialen Netzwerken und verbreitet so wichtige Informationen über den vergessenen Krieg im Jemen – übernehmt die Rolle der Medien, die diesen Krieg schlicht und ergreifend ignorieren.

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Teil 1: Zwischen Cholera und Hungersnot

Der humanitäre Alptraum des Jemen-Kriegs

Seit März 2015 wird der Jemen von einem brutalen Krieg beherrscht, in dem eine von Saudi-Arabien geführte Koalition einen erbarmungslosen Bombenkrieg gegen die Houthi-Rebellen führt. Weit über 10.000 Menschen wurden getötet, über 3 Millionen sind auf der Flucht. Der Krieg wird dominiert von brutalsten Kriegsverbrechen der Saudi-Koalition. Die größte Cholera-Epidemie der Geschichte und die größte Hungersnot seit Jahrzehnten sind die Folge.


Teil 2: Die Houthis und das Haus Saud

Die Wurzeln des Jemen-Kriegs

Saudi-Arabien beteuert, die Houthi-Rebellen wären eine Marionette Teherans und rechtfertigt damit den erbarmungslosen Krieg im Jemen, da dieser die Expansion des Iran auf die Arabische Halbinsel verhindern würde. Die tatsächlichen Gründe sind jedoch wesentlich banaler: Riad will die Grenzen seiner 1934 annektierten Provinzen schützen und seinen jahrzehntelangen Einfluss auf die jemenitische Regierung wiederherstellen.


Teil 3: Die Houthi-Iran-Connection

Der clevere Propagandakrieg der Saudis

Es gibt gewisse Verbindungen zwischen dem Iran und den Houthi-Rebellen im Jemen. Diese werden von Saudi-Arabien – und der Trump-Regierung – jedoch massiv übertrieben dargestellt. Ein regionaler Krieg wird so in den globalen Kampf gegen den „Schurkenstaat“ Iran umgemünzt.

 

 


Teil 4: Das Achte Emirat Südjemen

Brechen die Vereinigten Arabischen Emirate den Jemen in zwei Teile?

Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen zur globalen Energiesupermacht aufsteigen. Dafür nutzen sie den brutalen Krieg im Jemen, machen sich militärisch im Süden des Landes breit und unterstützen die dortigen Separatisten mit dem Ziel der Errichtung eines Vasallenstaats am strategisch so wichtigen Golf von Aden: des „Achten Emirats Südjemen“.

 


Teil 5: Der Westen als treuer Verbündeter der Al-Qaida

Das „War on Terror“-Narrativ bricht vollständig in sich zusammen.

Der Westen unterstützt massiv die erbarmungslose Bombardierung des Jemens durch eine von Saudi-Arabien geführte Koalition, die auf unterschiedlichen Ebenen engste Verbindungen zur Al-Qaida im Jemen hat. Enge Vertraute des Exil-Präsidenten Hadi sind hochrangige Al-Qaida-Funktionäre.

 


Teil 6: Die Blutspur der USA

Die Gewalt des US Empire im ärmsten Land der Arabischen Welt

Als Beschwichtigung eines wegen des Iran-Nukleardeals aufgebrachten Hauses Saud unterstützen die USA auf sämtlichen Ebenen den erbarmungslosen Bombenkrieg gegen den Jemen – die jemenitische Bevölkerung als Bauernopfer auf Obamas Schachbrett. Trump eskaliert nun diese Politik der verbrannten Erde. Doch auch unabhängig vom Krieg der Saudis zieht sich eine jahrzehntelange Blutspur aus Massakern und Drohnenmorden der USA durch den Jemen.

Über den Autor

Ich bin seit Ende 2015 bei Die Freiheitsliebe mit dabei. Als studierter Biochemiker habe ich ein Jahr in Nablus, Palästina gelebt und dort an der Uni die Auswirkungen israelischer Industrieanlagen auf die Umwelt und die Gesundheit der Menschen in der Westbank erforscht. Nach einiger Zeit in Tel Aviv, Haifa, Prag und Sunny Beach (Bulgarien) lebe ich jetzt wieder in Israel und kenne daher „beide Seiten“ des Konflikts und die jeweiligen Mentalitäten recht gut. Soweit ich zurückblicken kann, bin ich ein politisch denkender Mensch und verabscheue Ungerechtigkeiten jeglicher Art. Aus bedingungslos pazifistischer Sicht schreibe ich gegen den Krieg an und versuche so, meinen kleinen Beitrag zu leisten. Meine Themenschwerpunkte sind Terrorismus, das US Empire, Krieg (Frieden?) und speziell der Nahe Osten.

Ein Kommentar

  • 1
    TS says:

    Zu Teil 4: Zum Verständnis des Separatismus muß die neuere Geschichte der Region mindestens skizziert werden. Schon vor 1840 wurde Aden britische Kolonie, und später wurden benachbarte Gegenden aufgekauft. Die Entwicklung der späteren Kronkolonie verlief also 150 Jahre lang ganz anders als im Nordjemen, auch nach der Unabhängigkeit 1967 und dem begleitenden Bürgerkrieg (schon damals mit Einmischung einer Regionalmacht, Ägypten).

    Da ist es kein Wunder, daß 20 Jahre politische Einheit das Königreich und die vormalige Volksrepublik nicht wirklich vereinheitlicht haben.