Franz Kafka: Die Verwandlung

26. März 2018 - 22:59 | | Kultur | 0 Kommentare

Franz Kafka’s Werk ist eines der tiefen und unbändigen Trauer, eines der Fatalität und der Finalität. Ja und doch gibt es keinen besseren Trost in genau den trostlosen Stunden unserer Existenz als seine Zeilen. Nichts vermag ein untröstliches Herz, eine blutende Seele und ausgetrocknete Augen so sehr zu heilen, wie sanfte melancholische und tief authentische Worte Kafkas. Jede einzelne Silbe ist wie eine wunderbare Tinktur, jedes Wort wie heilende Salbe, jede Zeile eine selige Medizin. So ist es in einem seiner berühmtester Werke, nicht anders! Also, „Die Verwandlung“.

Die Welt dreht sich nicht um Gregor Samsa. Er, dieser Gregor ist niemand besonders, kein Weltenretter, kein Held hoch zu Ross, ja noch nicht einmal jemand der durch irgend eine und sei es noch so kleine Besonderheit hervorstechen würde. Ein gewöhnlicher Angestellter nichts anderes tut, der für seinen Chef reist und Stoffe verkauft, seine Familie ist kleinbürgerlich und ebenfalls nichts Besonderes. Alles in allem ist sein Leben besonders, ruhig und unaufgeregt. Eines Morgens wacht er jedoch auf, nichts scheint sonst außergewöhnlich zu sein, außer dass er verschlafen hat und nun ein scheußliches Insekt ist. Und nun? Gregor Samsa wird aus dem Paradies verstoßen und muss nun ein recht kurzes aber um so schmerzliches Dasein fristen. Gehasst, verabscheut, verleugnet. Es entwickelt sich eine surreale Geschichte menschlicher Abgründe, Schwächen und Eitelkeiten, rund um das winzige Zimmer des frisch verdorrten Insektes.

Franz Kafka, hat das Genie Fragen des Menschlichen in besonders starke Metaphern und Allegorien zu verwandeln. Jede einzelne Personage offenbart eine unvergleichliche Beobachtungsgabe Kafkas und seinen Sinn für die Extremen des Subjekts sind einzigartig. Dabei, finden wir eine Reihe Beobachtungen Kafkas die seinen einzigartigen, feinen und melancholischen Charakter und viele seiner tiefen Gedanken offenbaren. Es ist eine unvorstellbar tolle Geschichte, das sich für verregnete Tage und einen nicht enden wollenden Winter besonders gut geeignet.

Über den Autor

Julius ist Publizist und Blogger mit dem Schwerpunkt auf Literatur und Literaturkritik. Seit Jahren engagiert er sich in Politik und Bewegung.