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Kommunisten gegen Hitler und Stalin. Die linke Opposition der KPD in der Weimarer Republik (Berlin)

Am Ende der Weimarer Republik war die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) eine weitgehend undemokratische und bürokratische Partei, ihre politische Linie wurde aus Moskau vorgegeben. Doch das war nicht immer so. Vielmehr erlebte die KPD im Lauf der zwanziger Jahre einen fundamentalen Wandel.

Nicht alle Kommunisten ließen diesen Prozess, der als „Stalinisierung“ bezeichnet wird, widerspruchslos über sich ergehen. Auf dem linken Parteiflügel entstanden verschiedene Gruppen und Fraktionen, die sich gegen die Entdemokratisierung wehrten und für eine Rückkehr zur „alten KPD“ kämpften.

Später stand der Widerstand gegen die immer stärker werdenden Nationalsozialisten im Zentrum ihrer Aktivitäten. Die Faschismusanalysen der Linkskommunisten waren dabei den Verlautbarungen der KPD weit überlegen. In ihren Hochburgen gelang es ihnen, schlagkräftige Bündnisse gegen die Nazis aufzubauen.

Die KPD-Linken hatten zeitweilig zehntausende Anhänger. Darunter befanden sich bekannte Parteimitglieder wie Ruth Fischer, Karl Korsch oder Werner Scholem. Trotzdem verloren sie den Kampf um ihre Partei – nicht zuletzt, weil ihre Kritik vielen als unaufrichtig erschien. Denn an der Entdemokratisierung der KPD hatten die Linken selbst einen wichtigen Anteil.

Anhand bislang unbekannter Quellen hat Marcel Bois erstmals eine Gesamtdarstellung der linken KPD-Opposition geschrieben. Sein Buch erscheint im November unter dem Titel „Kommunisten gegen Hitler und Stalin“ (Klartext-Verlag). Zum Abschluss der Werner-Scholem-Ausstellung wird er seine Ergebnisse vorstellen und einen Einblick in das Innenleben einer weitgehend vergessenen Strömung des deutschen Kommunismus geben.

Referent: Marcel Bois, Historiker aus Hamburg, arbeitet zur Geschichte des Kommunismus und der Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik. Er ist Mitglied im Gesprächskreis Geschichte der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Einführung und Moderation: Ralf Hoffrogge, Historiker an der Ruhr-Universität Bochum, Autor von „Werner Scholem – eine politische Biographie“ (UVK 2014), Mitautor der Ausstellung zu Werner und Emmy Scholem.

Eine Veranstaltung des Gesprächskreis Geschichte der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Rahmen der Finissage zur Ausstellung „Werner und Emmy Scholem – im Kampf zwischen Utopie und Gegenrevolution“, die vom 13. September bis 14. November in den Räumen der Rosa-Luxemburg-Stiftung zu sehen ist:

18:30 Uhr Beginn und Ausstellungsbesichtigung, Foyer des Münzenberg-Saals, 1. Etage

19:00 Uhr Vortrag, Salon Luxemburg, Raum 135, 1. Etage

Details

Datum:
14. November 2014
Zeit:
18:30
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
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Veranstaltungsort

neues deutschland Gebäude
Franz Mehring Platz 1
Berlin,BerlinDeutschland
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Veranstalter

Rosa Luxemburg Stiftung
Webseite:
www.rosalux.de