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Jugendkongress zur Ausbildungssituation in Deutschland und kämpferischer Betriebs- und Gewerkschaftspolitik

Hast du einen Ausbildungsplatz? Wenn ja, dann kannst du dich glücklich schätzen – und dich in den meisten Fällen mit Überstunden und Arbeitshetze herumschlagen, damit, als billige Arbeitskraft eingesetzt zu werden und mit der Frage, wie es nach der Ausbildung weitergeht. Du hast keinen Ausbildungsplatz? Das heißt erstmal Bewerbungen schreiben und Warteschleifen durchlaufen oder sich vom Wunschberuf verabschieden. Während uns im Fernsehen erzählt wird, dass es eigentlich genug Ausbildungsplätze gibt und die Jugend angesichts des Fachkräftemangels die freie Wahl habe,  erleben wir: Leiharbeit, befristete Verträge und ungesicherte Übernahme für uns – während für die deutschen Banken und Konzerne Milliardenrettungsschirme gespannt werden und auch in der Krise Profite gemacht werden.

Wir finden: Das ist Grund genug, sich zu wehren. Die SDAJ schlägt dafür ein Ausbildungsgesetz vor, das unseren Interessen entspricht: mit Ausbildung für alle und Vergütung, von der man leben kann. Über den Kampf für ein solches Ausbildungsgesetz und Perspektiven kämpferischer Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit wollen wir auch auf unserem Abschlusspodium diskutieren.

Workshops

Lehrjahre sind keine Herrenjahre – Azubis als billige und rechtlose Arbeitskräfte

Lehrjahre sind keine Herrenjahre! Wer hat diesen Spruch nicht schon einmal gehört? Von Eltern und Lehrern, aber vor allem auch vom Ausbilder oder direkt vom Chef.

Ist es denn wirklich so, dass sich die Azubis in Deutschland als Herren aufspielen? Oder kann aufgrund des Arbeitsdrucks, der miesen Vergütung und der Schmalspurausbildung nicht einmal mehr von Lernen die Rede sein? Und was ist eigentlich mit denjenigen, die nicht einmal einen Ausbildungsplatz bekommen haben? Mit welchen Problemen die Azubis in Deutschland wirklich zu kämpfen haben und was die Gewerkschaftsjugend dagegen tun kann, wollen wir gemeinsam diskutieren.

Workshop mit Jan Meyer, Jugendbildungsreferent der IG BAU Hessen

Die Grenze verläuft nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen oben und unten

In Belgien liegt der Mindestlohn bei 1500€ im Monat. In Luxemburg sogar bei fast 2000€! Geradezu paradiesisch könnte man meinen. Warum ihre Situation dennoch nicht viel anders ist als die unsrige, warum auch in Belgien und Luxemburg die Jugend ständig den Angriffen der Unternehmer ausgesetzt ist und was sie dagegen tun – davon berichten Christophe und Adrian, unter anderem anhand des Widerstands gegen die Werksschließungen des Stahl-Konzerns ArcelorMittal in Belgien und Luxemburg und dem Ford-Werk im belgischen Genk.

Workshop mit Adrian Thomas vom belgischen Jugendverband COMAC und Christophe Bartz von der Kommunistischen Jugend Luxemburg

Jung, prekär, weiblich – Die Prekarisierung der Arbeitswelt und die Lage junger Frauen

„Das is doch voll der Mädchenberuf!“; „Biste Tipse oder was?“, „Was ist eigentlich die männliche Form von Verkäuferin?“

Solche oder ähnliche Aussagen gehören zum „Standartrepertoire“, wenn man über so genannte „typische Frauenberufe“, wie etwa im sozialen Bereich oder im Handel redet. Dummerweise sind genau diese „weiblichen“ Berufe auch die Berufe, in denen Bezahlung, Arbeitsbedingungen und alles andere auch ziemlich mies sind. Was das eine mit dem anderen zu tun hat, wie und warum die Lage so ist wie sie ist und was wir als GewerkschafterInnen, junge Beschäftigte, Männer und Frauen, Auzubildende etc. pp. dagegen tun können, wollen wir gemeinsam diskutieren, denn: „In jeder Gesellschaft ist der Grad der weiblichen Emanzipation das natürliche Maß der allgemeinen Emanzipation.“ (Charles Fourier)

Workshop mit Sina Wunderlich, Jugendsekretärin der ver.di Köln

Rassismus am Arbeitsplatz – Probleme migrantischer KollegInnen

Rassismus am Arbeitsplatz hat viele Gesichter: KollegInnen reißen rassistische Witze, ausländische Kolleginnen und Kollegen bekommen weniger Gehalt bei gleicher Arbeit oder haben schlechtere Aufstiegsmöglichkeiten. Vom Grundsatz “Gleiches Recht für alle” sind wir weit entfernt. Was kann man gegen Rassismus im Betrieb machen? Wie können die migrantischen KollegInnen sich dagegen wehren und warum haben auch die deutschen Beschäftigten allen Grund, Rassismus im Betrieb die rote Karte zu zeigen?

Workshop mit Baran Kiraz, Mitglied der DIDF-Jugend und DGB-Jugendsekretär in Frankfurt/M

Ausbeutung mit System – Wie Staat & Konzerne von unserer Arbeit profitieren

Immer mal wieder ist in den Medien von Ausbeutung die Rede, zum Beispiel wenn es um besonders skandalöse Arbeitsbedingungen von Auszubildenden im Gesundheitswesen oder im Hotel- und Gaststättengewerbe geht. Aber wann wird Ausbildung zur Ausbeutung? Wann wird diese ominöse Grenze überschritten? Wer schafft den gesellschaftlichen Reichtum und wie wird er verteilt? Woher stammt der Profit der Unternehmen? Wer verdient wie viel und was haben Arbeitskämpfe damit zu tun? Können sich die Arbeitsbedingungen verbessern und sich die Ausbeutung gleichzeitig verschlimmern? Gibt es einen gerechten Lohn für gute Arbeit?

Diesen und ähnlichen Fragen wollen wir uns vom Standpunkt der Wirtschaftslehre von Karl Marx und Friedrich Engels nähern. In der Diskussion wollen wir uns Antworten gemeinsam erarbeiten und Schlussfolgerungen für die Praxis ziehen.

Workshop mit Kerem Krim, SDAJ Bundesvorstand

Antikapitalistische Perspektiven in Gewerkschaftskämpfen

“Dieser Kapitalismus gehört weg!” war beim Auftakt der Kampagne “Operation Übernahme” der IG-Metall auf einem übergroßen Transparent zu lesen. Die Frage ist nur: Wie soll das gehen? Die meisten Tarifauseinandersetzungen und Service-Beratungsstellen der Gewerkschaften scheinen aktuell nicht sonderlich antikapitalistisch. Braucht es neben den Gewerkschaften noch andere Organisationen, die mit ihnen gemeinsam den Kampf gegen den Kapitalismus führen? Und was können wir in den Gewerkschaften und als Gewerkschaft denn tun, damit der Kapitalismus möglichst bald entsorgt wird?

Workshop mit Tom Talsky, Bezirksjugendvorstand und Bezirksvorstand Ver.di-München und SDAJ Bundesvorstand

Abschließende Podiumsdiskussion – “Ausbildungsgesetz statt Ausbildungspakt”

Schlechte Vergütung, unbezahlte Überstunden oder geringe Übernahmechancen – miese Ausbildungsbedingungen kennt ein Großteil der Azubis vom eigenen Arbeitsplatz. Auch der von Unternehmen und Regierung bejubelte „Ausbildungspakt“ ändert daran nichts und kann auch den ständigen Mangel an Ausbildungsplätzen nicht beheben. In den Interessenvertretungsstrukuren im Betrieb, in der Gewerkschaft oder als Jugendorganisation stellt sich uns immer wieder die Frage: Wie können wir dem etwas entgegensetzen? In einer Podiumsdiskussion wollen wir Erfahrungen von früheren Auseinandersetzungen austauschen und vor allem Orientierungen für kommende Kämpfe finden. Wie kann ich als JAVlerIn die Situation für die Azubis verbessern? Kann dabei und in gewerkschaftlichen Auseinandersetzungen ein gemeinsam erkämpftes Ausbildungsgesetz helfen? Und was sollten Schwerpunkte in den kommenden Tarifverhandlungen sein?

Es diskutieren:

Florian Hainrich, Leiter der AG Arbeiterjugendpolitik beim SDAJ Bundesvorstand & Vorsitzender der JAV in seinem Ausbildungsbetrieb

Baran Kiraz, DIDF-Jugend und DGB-Jugendsekretär in Frankfurt/Main

André Schönewolf, Politischer Referent beim Deutschen Gewerkschaftsbund, Abt. Jugend und Jugendpolitik

Jonas Beer, JAV-Vorsitzender bei Bosch Nürnberg, Mitglied der Gesamt-JAV Bosch

Jules Jamal El-Khatib, Linksjugend [’solid] NRW

Moderation: Lotta Krachmacher, SDAJ-Bundesvorstand

 

Alle wichtigen Infos findet in hier:
www.Jugendkongress2014.de

Unterstützt wird der Kongress bisher von:
– DIDF-Jugend
– Linksjugend [’solid] – nrw
– DieLinke.SDS
– IG BAU [Bochum/]

Medienpartner:
– junge Welt
– Die Freiheitsliebe – Freiheit und Frieden

Details

Datum:
28. September 2014
Zeit:
10:00 - 20:00
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