Gauck, Sie “unsäglich alberne” Marionette!
Am vergangenen Wochenende reagierten Politiker und Bürger ganz unterschiedlich auf die #occupy-Bewegung in Deutschland. Zustimmung und Unterstützung erhielten die “Besetzer” vorallem von der SPD, den Grünen/Bündnis90 und der LINKEN.
“Das wird schnell verebben.” Zudem sei dieses ganze Brimborium “unsäglich albern”. Was Gauck zu diesen Aussagen verleitete, mag wohl keinem so recht einleuchten. Vielleicht ist er einfach nur tagespolitisch uninformiert. Vielleicht ging es an ihm völlig vorbei, dass bereits SPD & Grüne/Bündnis90 Fehler bei ihrer betriebenen Finanzpolitik von 1998-2005 eingestanden. Vielleicht hat er einfach nicht mitbekommen, dass bereits seit einem Monat der Protest an der Wall St. anhält und zudem immer breiter wird und längst noch nicht ausgewachsen ist. Warum Gauck prognostiziert, dass die Protestbewegung hierzulande schnell wieder verebben werde, ist rätselhaft, da die Sprecher des Protestcamps in Frankfurt verkündeten, dass die Laufzeit der Protestaktion erfolgreich verlängert wurde. Zudem ist die Avantgarde #occupy Wall St. das Vorzeigebeispiel schlechthin. Der sowohl mentale als auch virtuelle Zusammenhalt gibt den Protestlern zusätzlich Kraft.
Aufstand der Anständigen
Die Frage bleibt dennoch: Warum bezeichnet solch ein erfahrenener Mann eine Bürgerinitiative als <unsäglich albern>? Warum verteidigt Gauck einen Markt, den unregulierten Finanzmarkt, auf welchem hoch riskante CDS, Verbriefungen etc. gehandelt werden? Es ist wirklich ein trauriges Zeichen, wenn ein Politiker “einen Aufstand der Anständigen” – so wie Klaus Ernst die Protestaktion beschreibt – verurteilt. Was ist an einem Protest, welcher sich gegen die Ausbeutungen der Finanzbanken richtet und von der breiten Bevölkerung unterstützt wird, albern?
Bankenkritik nun parteiübergreifend
Früher galt das Thema “Bankenkritik” ausschließlich den LINKEN. Doch so langsam begreifen die Menschen, dass sich die Schere zwischen arm und reich immer weiter öffnet – und kurz vorm Zerbrechen ist. Als nüchterner, realitätsnaher und zukunftsorientierter Politiker SOLLTE man die #occupy-Bewegung gut heißen und sich mit dieser solidarisieren. Hat Herr Gauck denn vergessen, dass nach der Finanzkrise von 2008 die Banken nur gerettet werden konnnten, weil Milliarden Euros, deutsche Steuergelder, in den Rachen der großen Finanzbanken geworfen wurden? Versteht Herr Gauck nicht, dass Menschen Banksterfeindlich werden, wenn diese den Kreditschuldnern, den Bürgern den letzten Cent aus dem letzten Hemd ziehen?
Erst die Krise, dann die Einsicht
Warum erst jetzt, drei Jahre nach dem Finanzcrash die Menschen auf die Straßen gehen und sich für eine Regulierung der Banken einsetzt, ist fraglich. Viele Bürger vertrauten weiter den Politikern, sahen keine andere Möglichkeit als weiter auf bessere Zeiten zu hoffen. Nach der Krise, wenn diese schon vorbei sein sollte, verbesserten sich die Umstände jedoch nicht. Die größten Finanzbanken, die schon vor der Krise ein Oligopol im Finanzmarkt darstellten und mit Billionen von Euros jonglierten, sind in ihrere Anzahl noch weniger geworden, was heißt, dass die verbliebenen Banken noch mächtiger, noch toxischer als vor der Krise sind.
Ein Geheimnis ist es nicht, dass die Politiker mittlerweile nur noch Marionetten der Finanzlobby sind. Die Macht hat sich in den letzten Jahren eindeutig Richtung Schattenfinanzmarkt bewegt. Doch nun kommen all die kleinen Marionetten aus ihren verpfändeten Häuschen, suchen sich kleine Scherchen, klettern auf die Schultern der nachdenklichen Marionetten-Politiker, zücken die Scherchen und….!
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