E.ON macht Milliardengewinn und will Arbeitsplätze abbauen
Der Ausstieg aus der Atomenenergie wurde als Horrorszenario für die deutschen Energiekonzerne beschrieben, ein Jahr später sind die Zukunftsaussichten der Konzerne wieder rosig, während sich die Aussichten der Beschäftigten verschlechtern. E.ON Deutschlands größter Energiekonzern zeigt wohin die Fahrt der Energiekonzerne gehen dürfte.
Der größte deutsche Energiekonzern befindet sich ein Jahr nach der Energiewende wieder deutlich „auf Erfolgskurs“, wie die Nachrichtenagentur Reuters schreibt. Noch am 4. Juni hatte der „Focus“ sich gefragt: „Ob die Konzernrücklagen
für den Abbau ihrer Atomkraftwerke reichen, weiß niemand.“ Und die Perspektive: „Die AKW-Betreiber, etwa E.ON, sehen ‚keinen sachlichen Grund‘ das bisherige System zu verändern.“
Eine Pressemitteilung von E.ON rückt die “Energiewende” in ein anderes Licht:
„EBITDA im ersten Halbjahr mit rund 6.7 Milliarden Euro um 2,4 Milliarden Euro über dem Vorjahr. Nachhaltiger Konzernüberschuss im ersten Halbjahr mit rund 3,3 Milliarden Euro um 2,4 Milliarden Euro über dem Vorjahr. Für das Jahr 2012 EBITDA zwischen 10,4 und 11,0 Milliarden Euro und nachhaltiger Konzernüberschuss zwischen 4,1 und 4,5 Milliarden Euro.“
Der Nettogewinn ist damit um mehr als 200% gestiegen, von einem Abschwung kann daher keine Rede sein.
Hinter EBITDA verbergen sich die „earnings bevore interest, taxes, depreciation and amortization“, also: Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Die Zahlen sorgten für einen deutlichen Anstieg der Aktienkurse von E.ON und anderen Energieunternehmen, um die sich die AnlegerInnen vorher nocht gesorgt hatten.
Zusammenarbeit mit Gazprom
Der deutliche Anstieg der Gewinne hängt auch mit der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen zusammen, besonders die Zusammenarbeit mit dem russischen Konzern Gazprom, haben sich ausgezahlt. Gazprom und E.ON haben günstige Kondidtionen vereinbart, die beiden Seiten helfen dürften. Gazprom sichert sich den deutschen Martk ab und denkt über einen Einstieg bei dem deutschen Energieriesen nach, während E.ON Gas zu “guten” Preisen anbieten konnte. Die Gewinne des Unternehmens können aber nicht verhindern, dass der Konzern weitere Jobs abbaut um die Gewinne auf Kosten der ArbeitnehmerInnen weiter zu steigern.
Stellenabbau bei E.ON
Vorstandschef Johannes Theyssen will 11 000 von 80 000 Arbeitsplätzen vernichten, um die Gewinne weiter zu steigern. Noch
im Januar hatte E.ON versichert, auf betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland zu verzichten. Bis 2015 sollen fast 10 Milliarden Euro gespart werden, wie die neue Formulierung für Stellenabbau lautet. Im Mai kündigte EON an, 1 100 Arbeitsplätze
aus Westdeutschland nach Berlin und nach Cluj (Rumänien) zu verlagern, um auf diese Weise die Löhne zu drücken. E.ON wird mehr als 6000 Stellen in Deutschland abbauen, der guten Konzernentwicklung zum trotz.
Die ehemalige Landessprecherin der Linken in NRW, Katharina Schwabedissen, forderte schon im März: “DIE LINKE. NRW fordert weiterhin die Umsetzung von Artikel 27 der Landesverfassung, in dem es heißt: Großbetriebe der Grundstoffindustrie und Unternehmen, die wegen ihrer monopolartigen Stellung besondere Bedeutung haben, sollen in Gemeineigentum überführt werden. Zusammenschlüsse, die ihre wirtschaftliche Macht missbrauchen, sind zu verbieten.”
Die Möglichkeit E.ON zu vergesellschaften, scheint die einzige zu sein, die dem massiven Arbeitsplatzabbau im Weg steht und eine Absicherung der MitarbeiterInnen weltweit garantiert. Die deutschen Parteien, mit Ausnahme der Linken scheinen aber kein Interesse an einer sozialeren Politik zu haben, die sich auch mit den Großkonzernen anlegt.


