180.000 Arbeitsplätze in Italien sind gefährdet

Die Krise des Kapitalismus trifft nicht nur Spanien, Griechenland und Portugal, auch in Italien wird der Widerstand gegen Spardiktat und Entdemokratisierung immer stärker. Die Rechtsregierung in Italien gerät immer stärker unter Druck, während die Parteien links der Mitte an Stärke gewinnen. Der einzige Interessenvertreter, dem die Menschen wirklich glauben, scheinen die italienischen Gewerkschaften zu sein, die sich klar gegen die antisoziale Politik stellen.

Die Gewerkschaften warnen vor einem heißen Herbst, sie drohen mit Streiks, Arbeitsniederlegung und Besetzungen, denn in der italienischen Industrie sind mehr als 180.000 Arbeitsplätze gefährdet. Den massivsten Arbeitsplatzabbau dürften der  Autobauer Fiat, der US-Stahlkonzern Alcoa sowie der Billigflieger Wind Jet durchführen, es seien mehre tausende Jobs gefährdet, warnen die Gewerkschaften, die in den nächsten Wochen mit einer Welle von Streiks und Protesten rechnen. Am Mittwoch startet die Regierung Monti eine Konsultationsrunde mit den Sozialpartnern, um ein Paket zur Förderung der Beschäftigung zu entwerfen.

Fiat kürzt und baut ab

1300 Arbeitsplätze dürften in einem Fiat-Werk in Termini Imerese auf Sizilien wegfallen, warnen die VertreterInnen der Gewerkschaften. Die Zukunft der seit Jahresbeginn stillgelegten Produktionsstätte ist ungewiss. Die Gewerkschaften befürchten, dass Fiat wegen des starken Nachfragenrückgangs auf dem europäischen Automarkt auch noch eine weitere Fabrik in Italien schließen könnte. Der italienische Konzern befindet sich seit Jahren in einer Krise, die durch die Krise des Kapitalismus nur verstärkt wurde.

Die Krise trifft nicht nur die Automobilindustrie, dem italienischen Billigflieger Wind Jet droht wegen massiver finanzieller Schwierigkeiten die Einstellung des Flugbetriebs. 850 Arbeitnehmer arbeiten schon in Kurzarbeit. 2300 ArbeiterInnen beschäftigt das Unternehmen, diesen droht die baldige Kündigung.

Gewerkschaften müssen sich radikalisieren

Besonders stark von der Krise betroffen ist der Süden Italiens, der sich durch hohe Arbeitslosigkeit von der anderen Regionen unterscheidet. So demonstrierten hunderte Arbeitnehmer eines Produktionswerks des amerikanischen Stahlwerks Alcoa, das ab kommender Woche geschlossen wird, am Freitag vor dem Industrieministerium in Rom. Im Ministerium führten Vize-Infrastrukturminister Claudio De Vincenti und der Präsident der Region Sardinien Ugo Cappellacci ein Treffen mit den Managern der Schweizer Gesellschaft Glencore, die Interesse für die Übernahme des sardischen Alcoa-Produktionswerks signalisiert hat. Eine Schließung des Werks würde Zuliefererfirmen und andere Unternehmen in Süditalien treffen.

Deutlich radikaler gingen GewerkschafterInnen in anderen Regionen des Landes vor. So protestieren rund 40 Bergleute seit Anfang dieser Woche unter der Erde und ausgestattet mit 400 Kilogramm Sprengstoff gegen die Schließung des einzigen Kohlebergwerks Italiens. Sie wollen erreichen, dass die Regierung in Rom 200 Millionen Euro für den Bergbausektor freigibt. Mit dem Geld soll das Bergwerk Carbosulcis in eine unterirdische Lagerstätte für das Treibhausgas Kohlendioxid umgebaut werden. Die Kumpel hatten erklärt, sie seien “zu allem bereit”, um ihre Arbeitsplätze zu behalten. Die Bergleute von Carbosulcis westlich der Stadt Cagliari haben ihre Zeche schon in den Jahren 1984, 1993 und 1995 in Protestaktionen besetzt. Die längste Besetzung dauerte 100 Tage

 

BannerFans.com
Soziale Netzwerke



Creative Common