Neofaschismus und Krise

Ulla Jelpke

Nicht erst seit den sogenannten „Mitte“-Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung und den Ergebnissen der Bielefelder Forschungsgruppe um Wilhelm Heitmeyer gilt es als eine Art Allgemeinplatz, dass antidemokratische Einstellungen und gesellschaftliche Krisenerscheinungen in einem Zusammenhang zu stehen scheinen. Der Sozialwissenschaftler Reinhard Opitz hat allerdings bereits 1984 darauf hingewiesen, dass diese Korrelation so einfach nicht zu fassen sei: „Denn die faschistische Mobilisierung erfolgt […] im Interesse von [Z]ielen, die völlig außerhalb des Interessenhorizontes der Krisengeschädigten liegen und ist daher auch keineswegs […] auf diese Potentiale als Zieladressaten beschränkt“.

Um die Gesamtproblematik zu erhellen, soll sich im Rahmen der Tagung der Frage des Zusammenhangs von Neofaschismus und Krise aus verschiedenen Perspektiven genähert werden. Prof. Dr. Manfred Weißbecker (Jena) wird sich mit dem Zusammenhang von Faschismus und der Krise des bürgerlichen Parteienwesens beschäftigen und hierbei vor allen Dingen auch auf die Probleme eingehen, die sich für demokratische Kräfte durch die Analyse und Definition von Faschismus in der Gegenwart ergeben.

In Bezug auf den eher sozioökonomischen Aspekt von „Krise“ wird der Beitrag von Prof. Dr. Herbert Schui (Hamburg) die inhaltlichen Zusammenhänge von Rechtsextremismus und Neoliberalismus behandeln.

Das Phänomen des sogenannten „Querfront“-Ansatzes als einer besonders aggressiven Form der „antikapitalistischen“ Sozialdemagogie von rechts analysiert Jürgen Lloyd (Krefeld) mit Hinblick auf die Entwicklung erfolgreicher antifaschistischer Gegenstrategien.

Der Journalist Markus Bernhardt (u.a. tätig für die „junge Welt“, Berlin) wird in seinem Beitrag einen Überblick über rechtsterroristische Angriffspotentiale liefern,

während Ulla Jelpke (MdB, Die Linke) aus ihrer Sicht als Bundestagsabgeordnete speziell auf den Terror des NSU und auf die Zusammenhänge von Terrorismus und dem Abbau von Grund- und Bürgerrechten eingehen wird.

  • 10.00 Uhr Begrüßung
  • 10.15 Uhr Prof. Dr. Manfred Weißbecker (Jena): Die Weltwirtschaftskrise und ihr faschismusfördernder Widerhall im bürgerlichen Parteienwesen der Weimarer Republik
  • 11.30 Uhr Prof. Dr. Herbert Schui (Hamburg): „Wollt Ihr den totalen Markt?“ – Inhaltliche Zusammenhänge von Rechtsextremismus und Neoliberalismus
  • 12.45 Uhr Mittagessen
  • 13.30 Uhr Jürgen Lloyd (Krefeld): Querfront und Sozialismusdemagogie als Herausforderung für die antifaschistische Theorie und Praxis
  • 14.45 Uhr Ulla Jelpke (MdB, Die Linke): Der Zusammenhang von Rechtsterrorismus und Demokratieabbau
  • 16.00 Uhr Kaffeepause
  • 16.15 Uhr Abschlussdiskussion: Demokratische Gegenwehr oder hilfloser Antifaschismus?
  • 17.30 Uhr Schluss

Anmeldungen bitte per E-Mail an: Marx-Engels-Stiftung@t-online.de

Internetseiten der Veranstalter:

http://www.vvn-bda-siegen.de

http://www.nrw.vvn-bda.de

http://www.marx-engels-stiftung.de

Anfahrt Per ÖPNV: Sowohl vom Siegener Hauptbahnhof als auch vom Bahnhof Siegen- Weidenau fahren samstags die Buslinien C111 und C116 zur Universität (Haltestelle Universität / Robert-Schumann-Str.).

Per PKW: Von der A45 (aus Richtung Frankfurt/Main) oder von der A4 (aus Richtung Köln) in Siegen über die B54/HTS (Hüttentalstraße) sowie im Anschluss daran die B 62 in Richtung Netphen der Beschilderung „Universität“ folgen. An der 2. Ampel links in Richtung „Universität“ abbiegen und an der nächsten Ampel rechts über die Hochschulstraße fahren. An der Kreuzung gelangt man links über die Haardter-Berg- Straße zum Adolf-Reichwein-Campus. In der Nähe der Bibliothek sowie in einem kostenfreien Parkhaus vor Ort gibt es ausreichend Parkmöglichkeiten

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