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Lernen aus der Geschichte der KPD

kpdtheorie21Die Gründung der inzwischen verbotenen Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) liegt nun schon fast ein Jahrhundert zurück, ihr Verbot mehrere Jahrzehnte, trotzdem lassen sich aus ihr wichtige Schlüsse für linke Bewegungen ziehen, wie das Buch “Best of KPD- Linke Organisierung damals und heute” zeigt. In dem Sammelband kommen verschiedene Linke zu Wort, die sich kritisch mit der Geschichte der KPD auseinandergesetzt haben.

Im ersten Beitrag beschreibt Stefan Bornost den Weg der Linken innerhalb der Sozialdemokratie, vor allem die Bremer Linken und die Gruppe um Rosa Luxemburg, zur Bildung der KPD. Bornost zeigt anhand des Beitrags wie wichtig ist, dass sich die Kräfte der radikalen Linken organisieren, wenn sie in reformistischen Parteien aktiv sind. So zitiert er Richard Müller: “Das Proletariat konnte unmittelbar nach dem Umsturz die politische Macht ergreifen und behaupten, wenn sein aktivister, kampferprobter und politisch geschulter Teil diese Notwendigkeit und den Willen dazu gehabt hätte.”

Einheitsfront – Damals und heute

Die  drei folgenden Texte im Buch beziehen sich auf die Einheitsfront, die im Jahr 1921 von der KPD entwickelt wurde.  Marcel Bois zeigt in seinem Text anschaulich, wie die KPD mithilfe der Einheitsfront in der Arbeiterbewegung an Einfluss gewinnen konnte und welche Folgen, die Aufgabe dieser Theorie und die Übernahme der Sozialfaschimustheorie hatte. Erstmalig erprobt wurde diese Strategie im Sonner 1921 bei den Demonstrationen in Folge der Ermordung des Zentrumspolitikers Matthias Erzberger durch rechtsradikale Freicorps. An diesen beteiligte sich der KPD mit ihrer Forderung nach der Entwaffnung der “reaktionären Formationen”. Die Erfolge der Theorie werden an weiteren Beispielen, wie der Kampagne zur Fürstenenteignung und einem Eisenbahnerstreik deutlich gemacht, Bois zeigt allerdings auch die Folge des Abrückens von dieser Theorie, in dem er auf die Folgen der Sozialfaschimustheorie verweist. Diese Theorie geht davon aus, dass es zwischen Faschisten und Sozialdemokraten keine Unterschiede gäbe und beide bekämpft werden müssten, als Folge dieser Spaltung der ArbeitnehmerInnen konnte die NSDAP erstarken: “Die von Moskau ausgegebene Sozialfaschimus-These verhinderte nun einen gemeinsamen Kampf der Arbeiterparteien gegen die immer stärker werdenden Nationalsozialisten.” Diesen Beitrag weiterlesen »

Zum 95. Tag der Ermordung Rosa Luxemburgs – im Kampf für Freiheit und soziale Demokratie gestorben

Gedenken an Rosa Luxemburg

Gedenken an Rosa Luxemburg

Vor 95 Jahren am 15. Januar 1919 wurde Rosa Luxemburg ermordet. Vielerorts wird ihrer gedacht. Warum ist Rosa Luxemburg heute noch wichtig? Und wer war sie überhaupt?

 Wer war Rosa Luxemburg eigentlich? Zuerst einmal eine unglaublich aufregende Person: Sie war überzeugte Demokratin im autoritären Kaiserreich, eine engagierte Antimilitaristin im 1.Weltkrieg, eine der wichtigsten marxistischen TheoretikerInnen, eine Frau mit zahlreichen Liebhabern am Anfang des 20. Jhd. und prominentestes Opfer ihrer eigenen Partei. Aber nacheinander:

Rosa Luxemburg wurde 1871 als Rozalia Luksenburg in eine polnisch-jüdische Familie geboren. Sie wuchs dreisprachig auf. Schon als Kind war sie außerordentlich begabt. Deshalb durfte sie als Mädchen und geborene Jüdin an einem Gymnasium im russischen Teil des heutigen Polens zur Schule gehen. Mädchen und Juden war der Zugang zu Gymnasien und höherer Bildung meist verwehrt. Sie war also eine Ausnahme an ihrer Schule und das bekam sie schon früh zu spüren. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, spornte Luxemburg diese unangenehme Situation zusätzlich an. Sie begann sich mit links-gesinnten Schüler_innen an ihrer Schule zu engagieren und schloss als Klassenbeste das Gymnasium ab. Da sie als Frau weder im deutschen noch im russischen Reich studieren durfte, ging sie nach Zürich und begann Nationalökonomie, Geschichte und Philosophie zu studieren.

In Zürich lernte sie Leo Jogiches (den späteren Vorsitzenden der KPD) kennen und schloss sich mit ihm der international ausgerichteten sozialdemokratischen Partei Polens an – sie blieb dort Zeit ihres Lebens aktiv.1 Dieses Engagement in der polnischen Sozialdemokratie wird bis heute allerdings kaum beachtet, denn ihr Hauptaugenmerk richtete sich schnell auf die deutsche Sozialdemokratie (SPD). Die SPD war damals die stärkste und größte sozialistische Partei der Welt. Damit war sie für alle anderen sozialistischen Parteien ein großes Vorbild. Durch eine Scheinehe verschaffte sich Luxemburg die deutsche Staatsbürgerschaft und trat in die SPD ein. Ihre polnisch-jüdische Herkunft und ihr Frausein wurde allerdings nie vergessen und ihr immer wieder zum Vorwurf gemacht – auch in der SPD. Menschen wie Sarrazin sind also auch kein ganz neues Phänomen in der SPD.

Sozialreform oder Revolution?” – Luxemburg wird Wortführerin des linken Flügels der SPD Diesen Beitrag weiterlesen »

Niveauerhöhung oder Breitenwirkung?

Nach den III. Weltfestspielen 1951 wurde die traditionelle Volkskunst als Kulturerbe legitimiert und Volkskunstpflege in das kulturpolitische Programm aufgenommen. 1952 wurde das Zentralhaus für Laienkunst gegründet, zuständig für Organisation und Anleitung der Volkskunstbewegung. Auch die ab 1952 stattfindenden „Deutschen Festspiele der Volkskunst“ dienten der Mobilisierung der Volkskunstgruppen wie ihrer künstlerischen und ideologischen Qualifizierung. Sie sollten sich dem sozialistischen Alltag zuwenden und “Vereinsmeierei” und “Spießbürgertum” ebenso überwinden wie “Kitsch” und ein “rückschrittliches Repertoire”. In den Folgejahren ging die Laienkunstbewegung allerdings eher zurück und die gewünschte “systematische” Qualitätsverbesserung der Gruppen fand (von einigen Spitzenensembles abgesehen) kaum statt. Entsprechend war 1956 von einer “Krise und Stagnation in der Volkskunstentwicklung” die Rede und es begann eine Diskussion über die zukünftigen Wege der Volkskunst. Diese Debatten werden anhand der Argumentationslinien und Hintergründe näher beleuchtet und ihr Ausgang nachgezeichnet.

Referentin: Dr. Cornelia Kühn (Jg. 1974) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin. Derzeit erforscht sie die Berliner Festkultur der 1980er und 1990er Jahre)

Moderation: Prof. Dietrich Mühlberg

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der KulturInitiative’89 und unterstützt durch “Rohnstock Biografien”.

Diskussion / Vortrag
23.10.2013 | 19:30 Uhr
Salon Rohnstock, Berlin
Mit Referentin: Dr. Cornelia Kühn, Moderation: Prof. Dietrich Mühlberg

Rechte Euro-Rebellion. Alternative für Deutschland und Zivile Koalition e. V.

Andreas Kemper präsentiert sein neuen Buch im Rosa Luxemburg Club Speyer.

Rechtspopulistische Parteien gedeihen derzeit bestens in Europa. Anhand des Beispiels der „Alternative für Deutschland“ erklärt Andreas Kemper, Soziologe und Autor Entstehung und Hintergründe der AfD. Die Alternative für Deutschland ist im April 2013 als Anti-Euro-Partei gegründet worden, die sich konservativer und marktliberaler positioniert als CDU und FDP.

Inhaltlich steht sie dem Netzwerk um den Verein Zivile Koalition e.V. des Ehepaares Beatrix und Sven von Storch nahe. In diesem Band werden Geschichte und Hintergründe der Alternative für Deutschland und der Zivilen Koalition e.V. beleuchtet. Aus dem Scheitern der rechtspopulistischen DM-Partei Bund Freier Bürger und der unternehmernahen Lobbyorganisation Bürgerkonvent e.V. sind rechtskonservativ-libertäre Fortsetzungsprojekte mit neuen Strategien entstanden.

Das Besetzen von linken Begriffen wie Direkte Demokratie und Alternative Bewegung ist dabei nicht nur als rechte Diskurspiraterie zu interpretieren, sondern als neue politisch-praktische Strategie. There is no Alternative gilt für die deutsche Tea-Party-Bewegung nicht.

Lesung / Gespräch

14.08.2013 | 20:00 Uhr bis 22:00 Uhr

Gaststätte “José”, Speyer
Mit Andreas Kemper

Wie steht es um das Europa des Euro?

Der Publizist und Lehrbeauftragte Dr. Werner Rügemer (www.werner-ruegemer.de) geht davon aus, dass das Europrojekt gescheitert ist und zwar in vielfacher Hinsicht: fiskalisch, volkswirtschaftlich, demokratisch, menschenrechtlich und moralisch.
Er wird das an diesem Abend für jeden der genannten Punkte darlegen.

Dabei geht er davon aus, dass das Europrojekt zwar an »sein logisches Ende gekommen« ist, aber dass dieses Ende nicht von selbst kommen wird. Wenn es so weitergeht, wird es als Katastrophe für die Mehrheit der Bevölkerungen kommen. Es sei denn, diese Art Ende wird von eben diesen Bevölkerungen aufgehalten.

Am Freitag, den 28. Juni um 19:00 Uhr trifft er im Bücherturm Offenbach in der Herrenstraße auf die wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Hessischen Landtag. Sie wird ihre und die Sicht der LINKEN mit Rügemers Thesen konfrontieren.

Der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Kreistag Offenbach, Friedrich Elgert, wird einen spannenden politischen Abend moderieren.

Einlass ab 18:30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Rosa-Luxemburg-Club Offenbach Stadt und Land

c/o  Raimund Bieker  Dieselstraße 9   63071 Offenbach
Tel. 069 8570 9564, 069 871982 | mobil 0171 4129 805

RosaLuxemburgClubOffenbach@t-online.de
www.rosa-luxemburg-club-offenbach.de/

«Ein Ort zum Lesen»

Mit der Intention, die Erinnerung an das Ereignis der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 wachzuhalten, platzieren die InitiatorInnen der «Aktion 10. Mai» am 80. Jahrestag 30 Stühle mit jeweils einem Werk aus der Liste der verbrannten Bücher. «Ein Ort zum Lesen» symbolisiert die Rückholung und Übergabe der verbrannten Werke in die Hände der Menschen auf dem Platz. Die Installation im öffentlichen Raum ist Einladung und Aufforderung zugleich zu verweilen, um als stiller Teilnehmer für sich alleine einige Seiten zu lesen oder selbst zum Akteur zu werden und einen Text vorzutragen.

«Ein Ort zum Lesen» ist ein Projekt des Berliner Künstlers Jürgen Breiter, die dieser auf dem Bebelplatz in Berlin ins Leben gerufen hat. Wir danken Jürgen Breiter für die Kooperation und Unterstützung.

Veranstaltung im Rahmen der «Aktion 10. Mai: 80 Jahre Bücherverbrennung». Alle Infos zur Aktion und zu den Veranstaltungen unter: www.10ter-mai.de

Ausstellung / Kultur
10.05.2013 | 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Marktplatz, Stuttgart

Alle Menschenrechte für alle Menschen!

Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte – zu ihrer Entstehung, Bedeutung und ihrer Umsetzung in der Bundesrepublik. Reihe: Seniorenklub im Karl-Liebknecht-Haus

Es geht um den Sinnzusammenhang, die Unteilbarkeit, Gleichrangigkeit und Allgemeingültigkeit der Menschenrechte. Es geht um Gerechtigkeit und Menschenrechte und ihren historischen und moralisch-ethischen Zusammenhang.
Dazu gehören die Lage der Menschenrechte in der Bundesrepublik nach dem Anschluss der DDR ebenso, wie wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte. Weitere Stichworte in diesem Kontext sind: Agenda 2010 contra Concluding Observations von UNO-Institutionen; bevorstehende UPR-Berichterstattung der Bundesrepublik; die UN-Charta und das Grundgesetz der BRD sowie Menschenrechte der Dritten Generation und die Zukunftsfragen der Menschheit.

Referent: Prof. Dr. sc. phil. Wolfgang Richter
Moderation: Brigitte Semmelmann

Warum Spekulation und Staatsverschuldung nicht die Ursache der Krise sind

Im globalen Finanzmarktcrash entladen sich die Widersprüche der kapitalistischen Gesellschaft. Der akute Krisenschub nimmt zwar von den Finanzmärkten seinen Ausgang, die Ursachen liegen aber tiefer. Nichts ist so verkehrt wie die Dolchstoßlegende, eine gesunde Realwirtschaft sei der grenzenlosen Habgier einer Handvoll Banker und Spekulanten zum Opfer gefallen. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Das historisch beispiellose Abheben des Finanzüberbaus in den letzten drei Jahrzehnten war selber schon die Verlaufsform und der provisorische Aufschub einer fundamentalen Krise der kapitalistischen Gesellschaft. Eine Produktionsweise, die auf der Vernutzung lebendiger Arbeitskraft beruht, muss angesichts des ungeuren Produktivkraftschubs der dritten industriellen Revolution an ihre strukturellen Grenzen stoßen. Die Gesellschaft hat nicht etwa “über ihre Verhältnisse gelebt”, sie ist zu reich für den Kapitalismus.

Ernst Lohoff lebt in Nürnberg und ist Mitherausgeber und Autor der Zeitschrift Krisis. Mehr Informationen unter: www.krisis.org

Eine Veranstaltung der Rosa Luxemburg Initiative – Die Rosa Luxemburg Stiftung in Bremen.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich, die Toilette leider nicht.

 

Buchvorstellung und Diskussion mit Ernst Lohoff

Dienstag, 2. April 2013, 20 Uhr / Infoladen / St. Pauli-Str. 10-12 / 28203 Bremen

Wie kann politische Partizipation von Migrant_innen vor Ort gelingen?

In Hamburg haben knapp 30% der Menschen einen sogenannten Migrationshintergrund; bei den unter sechsjährigen Kinder ist es sogar jedes zweite. Obwohl sich in den letzten Jahren Fortschritte in verschiedenen Bereichen aufzeigen lassen, wird die öffentliche Debatte um Migration und Integration immer noch mit großen Anspannungen, Nervositäten und Vorurteilen geführt. In der Reihe „Zukunft statt Herkunft“ werden, wie bereits in den letzten beiden Jahren, aktuelle Aspekte des ausgesprochen vielfältigen Themas aufgegriffen.

Ohne politische Partizipation ist Demokratie nicht machbar. Die Studie „Partizipation vor Ort“, die im Auftrag der Hamburger Stadtentwicklungsbehörde u.a. entstanden ist, hat ergeben, dass insbesondere die Beteiligung von Migrantinnen und Migranten auf verschiedenen institutionellen und informellen Ebenen noch völlig unzureichend ist. Es werden wesentliche Ergebnisse der Studie vorgestellt und gemeinsam mit Menschen, die auf unterschiedlichen Ebenen engagiert sind und den Teilnehmenden, mögliche Lösungen diskutiert.

Diskussion / Vortrag
02.04.2013 | 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr
W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e. V., Hamburg
Mit Emilija Mitrovic (Sozialwissenschaftlerin, Autorin der Studie „Partizipation vor Ort“), Kazim Abaci (Geschäftsführer „Unternehmer ohne Grenzen“, SPD Bürgerschaftsabgeordneter), Aysel Özkan (Die Linke Bezirksfraktion Altona, angefragt)

Warum Marx nach Habkirchen kam!

Am Vormittag des 7. April 1848, es war ein Mittwoch, überschritt Karl Marx in einer Postkutsche die Grenzue von Frankreich ins damalige Königreich Bayern bei Frauenberg-Habkirchen.

Was der Berliner Historiker Francois Melis erst kürzlich entdeckte: Karl Marx wurde von Friedrich Engels und dem Schritsteller Ernst Dronke begleitet.

Die linke Reisegruppe kam aus Paris, wo sie sich bisher im sicheren Exil wähnen durfte.
Doch warum kamen Marx, Engels und Dronke nach Deutschland zurück?
Was waren die Gründe, dass sie den kleinen unscheinbaren Grenzübergang an der Blies benutzten?

Während einer Matinée im Zollmuseum Habkirchen gibt Dr. Francois Melis Auskunft über den Zweck und Verlauf einer Reise, deren Ergebnis später Weltgeschichte schrieb.

Lesung / Gespräch
24.03.2013 | 11:00 Uhr
Zollmuseum Habkirchen, Mandelbachtal

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