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Vereinigten Arabischen Emirate – kein Partner der Demokratiebewegung
Die arabischen Regime sind groß dabei, wenn es um die Unterstützung der syrischen Rebellen geht und ihren Kampf gegen die Diktatur von Assad, ihre Bereitschaft für Reformen und Demokratie hört aber auf, wenn eben diese in ihren eigenen Ländern gefördert werden. So haben die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), ein monarchistisch-konsverativer Staat, die syrischen Rebellen, zumindest den konservativ-islamischen Teil, bisher mit über 5 Millionen Dollar unterstützt. Für Regimegegner im eigenen Land gibt es aber kein Geld, viel eher drohen Haftstafen.
Das beste Beispiel dafür ist der Prozess gegen 94 AktivistInnen, die in den VAE einen islamischen Umsturz geplant haben sollen, und dafür vor Gericht stehen. “Sie standen außerdem mit der internationalen Muslimbruderschaft und anderen ähnlichen Organisationen im Ausland in Kontakt und baten um Hilfe und Geld, um die Macht im Staat zu übernehmen”, schreibt die staatliche Nachrichtenagentur WAM. Die Angeklagten sollen dabei der Muslimbruderschaft nahestehen, deren Schwesterorganisation in den VAE mehr als 20.000 AnhängerInnen hat. Die Muslimbruderschaft ist in den Emiraten verboten, obwohl die Emirate sie in anderen Ländern finanziell unterstützt hat und nun auch in Syrien Kräfte finanziert, die eben dieser Organisation nahestehen.
Demonstrationen und Parteien verboten
In den Emiraten sind Parteien genauso verboten wie politische Demonstrationen. Gewerkschaften sind unbekannt. Die Löhne werden von der Regierung mit den Unternehmen verhandelt, die meist Verwandten der Regierungsmitglieder gehören. Auch Zensur ist in den VAE keine Seltenheit, sondern eher Alltag. Die Kritik an der Zensur in Syrien wirkt scheinheillig, wenn beachtet wird, dass in den Emiraten nichtmal Webseiten aufgerufen werden dürfen, in denen Kochrezepte für Schweinefleisch zu finden sind. Die Vereinigten Arabischen Emirate zeigen auch bei diesem Prozess, dass sie wenig von demokratischen Spielregeln halten, so sind bei dem Prozess bisher keine Beobachter zugelassen und die Angeklagten haben keine Möglichkeit mit ihren Anwälten im Geheimen zu sprechen.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Emirate undemokratisch mit Regimegegnern umgehen, wie die Junge Welt in einem Artikel zeigt:
“In Zeiten, in denen alte arabische Herrscher wie Muammar Al-Ghaddafi in Libyen und Hosni Mubarak in Ägypten von Volksaufständen weggespült werden, wächst bei den Monarchen am Golf die Sorge, sie könnten die nächsten sein. Im März 2011 forderten Vertreter aus allen politischen Lagern in einer Petition freie Wahlen, fünf von ihnen, alles Liberale, wurden zwei Monate später verhaftet und zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Emirate schrecken auch nicht davor zurück, Aktivisten die Staatsbürgerschaft zu entziehen und des Landes zu verweisen. Ein beliebtes Exil sind dabei die Komoren, denen die VAE Geld zahlen sollen, damit sie Dissidenten aufnehmen, berichtete der Aktivist Said Al-Tiniji im britischen Guardian.”
Unterstützung für Niederschlagung
Auch bei den demokratischen Protesten im Nachbarland Bahrain zeigte das Königshaus der Emirate, wie wenig es wirklich von Demokratie hält.
So wurden die Proteste für Demokratie, die in Bahrain am 14.03.2011 begannen, mit Gewalt niedergeschlagen, dabei halfen Truppen aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bei der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste wurden mehr als 70 Menschen getötet und Hunderte verletzt. Der militärische Einsatz hielt die Emirate aber nicht davon ab, immer wieder zu betonen, dass sie die Demokratiebewegung in Syrien und Libyen unterstützen.
Die Politik der Vereinigten Arabischen Emirate dient vor allem der Beruhigung der eigenen Bevölkerung, der gezeigt werden soll, dass die Proteste unterstützt werden, wenn sie nicht von Extremisten/Schiiten kommen, die Definition von Extremismus unterscheidet sich dabei je nach Land.
Die heuchlerische Haltung der Vereinigten Arabischen Emirate und der anderen Golfmonarchien wird von der Bundesrepublik mit Waffenlieferungen, die direkt gegen “Extremisten” eingesetzt werden, belohnt. Die syrische Bewegung sollte schnell jede Unterstützung von den Golfmonarchien ablehnen, wenn sie ihren Kampf für mehr Rechte und Demokratie ernst meinen.
Portugiesisches Militär demonstriert gegen Regierung
Bereits am ersten März-Wochende strömten die Massen auf die Straßen. In Portugal empörten sich rund 1,5 Millionen Menschen über die Sparpläne der konservativen Regierung. Die Arbeitslosenquote steigt, die Löhne fallen, die Bildungsqualität an Universitäten und Schulen nimmt ab und die Armut steigt. Diese Umstände und schlechten Zukunftsaussichten treibt nicht nur die Zivilbevölkerung auf die Straßen – bei der nächsten Demonstration wird das Militär mit einem großen Aufgebot auf der Seite der Demonstranten sein!
Am 20. März werden tausende Militärangehörige in Portugal auf die Straße gehen, um gegen die Sparpläne zu demonstrieren ihren Umut über die konservativen Regierung zu äußern. Das ist ein Ergebnis der Konferenz von etwa 500 Vertretern verschiedener Vereinigungen von Offizieren, Unteroffizieren und Soldaten.
“Fundament wird ausgehölt” Diesen Beitrag weiterlesen »
Syrien. Solidarität mit der Revolution. Nein zu ausländischer Intervention
Viele Linke stehen der syrischen Revolution kritisch oder ablehnend gegenüber. Zu Unrecht. In fünf Thesen möchte ich argumentieren, dass Solidarität mit der Bewegung und ein Nein zu ausländischer Intervention zusammengehören. Nur so hat eine neue Linke in Syrien eine Chance.
1. Die syrische Bewegung ist Teil des arabischen Frühlings
Wie in Tunesien und Ägypten haben sich viele Menschen in Syrien erhoben, um gegen die Herrschaft eines Clans, Korruption, Repression und soziale Not zu protestieren. Das Regime versucht bis heute, die Volkserhebung gegen die Assad-Herrschaft als das
Werk einzelner bewaffneter Banden darzustellen, die aus dem Ausland gesteuert würden. Das ist eine Karikatur der Wirklichkeit. Die ersten Monate beschränkte sich Bewegung auf friedliche Proteste. Die Forderungen waren vor allem politisch: Freiheit, Demokratie,
Würde. Getragen wurden und werden sie vor allem von den unterprivilegierten Teilen der Bevölkerung. Waffenanwendung erfolgte ausschließlich durch den Staat, der die Armee mobilisierte. Diesen Beitrag weiterlesen »
Ägypten braucht keine neue Diktatur – Kolumne von Niema Movassat
„Der Westen hat die arabischen Diktaturen unterstützt im Namen des Kampfs gegen den Terrorismus. Das war nicht angenehm für die Menschen auf der anderen Seite.“ Wie Recht Ägyptens Präsident Mohammed Mursi mit dieser Aussage hatte, die er während seines kurzen Besuchs in Berlin machte. Man möchte ihm aber antworten: „Der Westen muss daraus lernen und niemals wieder Diktaturen unterstützen – auch Sie nicht, Herr Präsident!“
Ja, Mursi wurde demokratisch gewählt, anders als sein Vorgänger Mubarak, der im Februar 2011 durch einen beispiellosen Protest von ca. 20 Millionen Ägypterinnen und Ägypter aus dem Amt gejagt wurde. Aber nur weil man demokratisch gewählt wurde, heißt es nicht, dass man demokratisch regiert. Sein Regierungsstil ist autoritär und integriert die fortschrittlichen Teile der Opposition explizit nicht in den politischen Umgestaltungsprozess. Die Bilder, die man dieser Tage aus Ägypten sieht, ähneln frappierend den Bildern von vor zwei Jahren. Wieder gibt es landesweit massenhafte Proteste. Die Unzufriedenheit über die Umsetzung der Forderungen der Revolution treibt die Menschen auf die Straße. Armut und Arbeitslosigkeit nehmen weiter zu. Politische Freiheiten werden wieder eingeschränkt, der Notstand ausgerufen. Das Militär darf wieder willkürlich Zivilisten verhaften.
Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, ihr Erbe und ihre Mörder
Heute jährt sich die Ermordung der beiden großen Revolutionäre und Antimilitaristen Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Bis heute prägen beide das Bild einer sozialistischen Gesellschaft, die für Freiheit und Gleichheit steht. Unvergessen Rosa Luxemburgs Zitat: “Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden. Nicht wegen des Fanatismus der »Gerechtigkeit«, sondern weil all das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die »Freiheit« zum Privilegium wird.”
Heldengedenken ist eine Tradition vergangener Zeiten, die Erinnerung an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht sollte deswegen nicht nur dem Gedenken dienen, sondern der Frage wie wir aus der Vergangenheit lernen können. Die Taten der Beiden sollten uns erinnern, dass der Widerstand gegen Krieg und Militarismus von Teilen der Gesellschaft schon immer massiv bekämpft und die Folgen imperialistischer Politik nie den Menschen dienen.
Linkswende hat sich mit der Geschichte der Ermodung der beiden befasst:
Ausgehend vom Kieler Matrosenaufstand, im November 1918, als sich Deutschland, der größten Massenbewegung seiner Geschichte gegenüber sah, waren Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gerade aus der Haft entlassen worden. Rosa, die jahrelang noch aus dem Gefängnis heraus versucht hatte, gegen den Krieg anzuschreiben und die Arbeiterbewegung trotz der SPD-Führung auf einem revolutionären Kurs zu halten, erkannte die einzigartige revolutionäre Gelegenheit.
Nachdem ihre Gegner mit SPD-Beteiligung immer mehr Militär auffuhren, entschloss sie sich schließlich zur Gründung der KPD. Dass all diese Aktivitäten sie früher oder später mindestens wieder ins Gefängnis bringen würden, konnte sie damals schon voraussehen. Als am 5. Jänner Liebknecht den Spartakusbund zu einem voreiligen Aufstand aufrief, wurde die Situation besonders brenzlig und Rosa und er mussten untertauchen. Diesen Beitrag weiterlesen »
Parlamentarismus und Revolution
Rosa Luxemburg ist anlässlich ihrer Ermordung im Januar 1919 wieder in fast aller Munde. Am berühmtesten ist das von ihr stammende Zitat über die „Freiheit der Andersdenkenden“. Gerade für viele Oppositionelle in der DDR galt sie als Bezugspunkt. Jedes Jahr gehen Tausende unterschiedlichster linker politischer Prägung zu ihrem Grab. In diesem Jahr gibt es gleich zwei Gedenkdemonstrationen in Berlin, die sich auf Luxemburg beziehen.
Rosa Luxemburg war eine scharfe Kritikerin eines bürokratischen Reformismus sowie der Beschränkung des politischen Kampfes auf den Parlamentarismus.
Dagegen stand ihr vielmehr eine Umwälzung der Gesellschaft vor Augen, wie sie sich 1917 in Russland ereignete und so kämpfte sie bis zuletzt für den Erfolg der Revolution auch in Deutschland. Diesen Beitrag weiterlesen »
Frankreich 1968: Studentenrevolte, Generalstreik, Revolution
1968 wurde international zum Symbol für Protestbewegungen. Ob Prag, Mexiko City, Chicago oder Berlin, überall gingen vor allem junge Leute gegen die bestehenden Verhältnisse auf die Straße. Die Besonderheit des Mai ’68 in Paris und in ganz Frankreich liegt darin, dass an seinem Höhepunkt zehn Millionen Beschäftigte im Generalstreik waren und eine sozialistische Veränderung der Gesellschaft in einem führenden kapitalistischen Land zum Greifen nahe war.
Die französischen Herrschenden haben diesen Schock bis heute nicht vergessen. Bevor der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy seine jüngsten Angriffe auf Renten, Arbeitszeit, Gesundheit, Autonomie der Universitäten begann, erklärte er öffentlich: „Ich schlage allen Franzosen vor, wirklich mit dem Geist, den Verhaltensweisen, den Ideen, dem Zynismus des Mai ’68 zu brechen.“ Doch heute, am 40. Jahrestag der Bewegung, sind drei von vier jungen Franzosen der Meinung, dass die Ereignisse im Mai ’68 einen positiven Einfluss auf die französische Gesellschaft hatten.
18 Uhr – Yellow Peppers – Schützenstraße 46 Dortmund
Kosovo: Die Großmächte schaffen Kleinstaaten – Gegen albanischen Nationalismus!
Vor wenigen Tagen veröffentlichte das Internetportal Scharf-Links einen Artikel, in dem für den albanischen Nationalismus als Lösung der Klassenfrage argumentiert wurde. Der Autor schreibt zum Ende seines Artikels:
Die Einheit der albanischen Nation ist ein uralter Wunsch. Diesen Wunsch kann man nicht ignorieren.Allerdings ist die Herstellung der Einheit der albanischen Nation eine Klassenfrage. In Kosova und Albanien muss der Kampf um die nationale Einheit mit der Lösung der sozialen Frage in einem permanenten revolutionärem Prozess kombiniert werden.
Eine Argumentation, die in nationalistische Muster fällt, obwohl diese im Text abgelehnt werden. Die Haltung dieses Artikels fanden wir so verwerflich, dass wir mit sie nicht unbegründet stehen lassen wollten. Die Antwort auf den Artikel finden wir in Ausschnitten eines Texts, den der inzwischen aufgelöste Linksruck veröffentlichte: Diesen Beitrag weiterlesen »






