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Fast 6 Millionen sind arbeitslos in Spanien!
Spanien befindet sich in der Krise und die spanische Regierung scheint alles zu tun, damit die Krise sich weiter fortsetzt. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Arbeitslosenquote im zweiten Quartal auf 24,6 Prozent angestiegen ist. In Spanien sind mehr als 5,7 Millionen Menschen arbeitslos, in keinem anderen Land der EU sind mehr Menschen arbeitslos und auch die Quote der Arbeitslosen ist in keinem anderen Land der EU höher.
Seit der Einführung der Statistik gab es nie ein höhere Arbeitslosigkeit, noch erschreckender ist die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren die hat 53-Prozent-Marke erreicht.
In ganz Spanien scheint die Furcht vor einer negativ Spirale zu wachsen, die von niemandem mehr gestoppt werden kann. Spanische Kommentatoren sind sich einig, dass es in der nächsten Zeit weiter in diese Richtung geht. Welt online zitierte einen Experten des international tätigen Forschungs- und Beratungsinstituts Capital Economics, Ben May, mit den Worten: “Die Daten sind ein weiterer Beleg dafür, in welch miserabler Lage die Wirtschaft ist. Die Dinge werden nur noch schlechter werden.” In der Online-Ausgabe der spanischen Tageszeitung El País hieß es: “Die Sparmaßnahmen heben die Arbeitslosigkeit in Spanien auf einen historischen Rekord.”
Weniger Menschen verlieren den Job
Die spanische Regierung wertet es als ihren Erfolg, dass im ersten Quartal 2012 noch 365000 Menschen ihren Job verloren, während es zwischen April und Juni nur 53500 waren. Tatsächlich hat diese Entwicklung wenig mit einer Stabilisierung des Arbeitsmarktes zu tun, als mit der Einstellung von Arbeitern im Tourismusbereich, der traditionell im Hochsommer blüht. Ein weiterer Grund dürfte die Schwächung der Arbeitnehmerrechte durch die rechtsgerichtete Regierung unter dem rechten Ministerpräsidenten Mariano Rajoy sein. Diese hatte im Februar eine Reform des Arbeitsmarktes verabschiedet, diese dient vor allem den Unternehmen und schadet den ArbeitnehmerInnen. Unternehmen haben neue Möglichkeiten, Beschäftigte zu einfacheren und billigeren Bedingungen zu entlassen. Die neuen Regelungen haben allerdings nicht zu einer Besserung der Perspektiven für die spanischen ArbeitnehmerInnen geführt. Auch die Tourismusbranche ist in diesem Jahr schwächer als im vergangen Jahr, da die Reisen im Land um 30% abgenommen haben.
Innerhalb des nächsten Jahres dürfte sich die Situation weiter verschlechtern, wie selbst die Regierung eingesteht. Diese hat erst vor wenigen Wochen Ausgabenkürzungen in Höhe von 65 Milliarden Euro sowie vor allem eine Erhöhung der Mehrwertsteuer beschloßen, Maßnahmen, die die Konjuktur weiter schwächen. Experten rechnen damit, dass die Arbeitslosenzahlen innerhalb der kommenden Monate weiter steigen werden und die Proteste im Land sich ausweiten werden, die Einschränkung der Demonstrationsfreiheit dürfte an dieser Entwicklung nichts verändern.
Die einzige positive Nachricht ist, dass die Spekulationen gegen Spanien momentan nicht so stark zunehmen wie erwartet. Die Zinsen für zehnjährige Anleihen stiegen nur gering um 0,03 Prozent auf 6,93 Prozent und verblieben damit unter der als kritisch angesehenen Sieben-Prozent-Marke.
Sozialabbau und Neoliberalismus werden in Spanien weitergeführt
Die Eurokrise zeigt momentan vor allem, dass die Politiker, wenn sie denn sparen müssen, dies vor allem bei Sozialem, Renten und Bildung können. So sollen in Spanien, alleine in den kommenden zwei Jahren 65 Milliarden Euro eingespart werden. Der konservative Ministerpräsident Mariano Rajoy sagte dies vor wenigen Tagen vor dem spanischen Parlament, das sehr unterschiedlich auf diese Ankündigung reagierte.
Neue Einnahmen soll vor allem die Erhöhung der Mehrwertssteuer von 18 auf 21 Prozent bringen, eine Maßnahme, die vor allem die ärmeren Bevölkerungsteile treffen dürfte, die einen größeren Teil des ihnen zur Verfügung stehenden Einkommens, direkt ausgeben müssen. Der ermäßigte Satz wird von acht auf zehn Prozent angehoben. Der Steuerabzug beim Wohnungskauf wird 2013 gestrichen. Das Arbeitslosengeld soll nach 6 Monaten gesenkt werden, die genaue Höhe ist noch nicht bekannt, es ist aber deutlich, dass die Ärmsten noch ärmer werden. Insgesamt wird das Arbeitslosengeld nur zwei Jahre ausgezahlt, danach droht eine weitere Verschlechterung des Lebensstandards.
Die Anhebung der Mehrwertsteuer wurde nicht nur von den Arbeitern abgelehnt auch die kleinen Unternehmen fürchten, dass diese die ohnehin schwache Binnenwirtschaft weiter schwächen dürfte. Die Maßnahme zeigt, wie kurzfristig die Programme sind, mit denen die Regierungen versuchen ihre maroden Staatshaushalte zu sanieren, statt auf Reichensteuern und Vermögensabgaben werden die belastet, die es sich nicht leisten können. Selbst EZB-Präsident Mario Draghi hatte diese Woche vor der Gefahr gewarnt, dass eine Erhöhung der Mehrwertsteuer die Rezession weiter vertiefe. Rajoy räumte erstmals ein, dass der Anfang des Jahres eingesetzte Abschwung wahrscheinlich auch im nächsten Jahr andauern werde. „In der jetzigen Situation ist es in Spanien unmöglich, Wachstum zu erreichen und Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte Rajoy
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Millionen Menschen streiken in Spanien
Ein Drittel aller spanischen Arbeitnehmer wird sich laut Umfragen am Generalstreik gegen den Sozialabbau und die neoliberale Politik der eigenen Regierung beteiligen. Unterstützt werden sie dabei von Millionen Arbeitslosen, die momentan keine Hoffnung auf Arbeit haben.
Die spanische Regierung will sparen und wie überall in Europa werden unter diesen Sparmaßnahmen vor allem die Arbeitnehmer und die unteren Schichten leiden. Premier Mariano Rajoy spricht von einem „sehr, sehr ausgedünnten Haushalt“, der helfen soll, das Defizit zurückzuführen, vergisst dabei aber, dass sich selbst im Kapitalismus Spanien nicht erholen wird, wenn es keine Nachfrage gibt. Der Sozialabbau soll in noch größerem Ausmaße stattfinden als in Griechenland oder Portugal, Länder in denen die Menschen schon unter dem Diktat leiden. In der gesamten Geschichte unseres Landes findet sich keine vergleichbare Anpassung“, schreibt die El Pais. Als Reaktion hierauf sowie auf jüngste Veränderungen im Arbeitsrecht rufen die beiden größten Gewerkschaften nur vier Monate nach Antritt der neuen konservativen Regierung am heutigen 29. März zum Generalstreik auf. Die Gewerkschaften und die Menschen in Spanien zeigen schon jetzt sehr deutlich, dass sie erkennen, dass die Konservativen keine bessere Politik machen.
Zusätzlich zu den bereits im Dezember angekündigten Kürzungen in Höhe von 15 Milliarden Euro wird Rajoy Schätzungen zufolge Einsparungen in Höhe von weiteren 40 Milliarden ankündigen. Erwartet werden vor allem Kürzungen im Sozialen und in der Bildung. Druck kommt vor allem von den Finanzmärkten, die schauen ob der Premier vor dem Hintergrund bereits vorhandener Kürzungen im sozialen Bereich, dem Einfrieren der Löhne für den öffentlichen Dienst, der Privatisierungen und der 40 Zwangsräumungen pro Tag in ganz Spanien, an seinem Kurs festhalten kann. Diesen Beitrag weiterlesen »




