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geplante Obsoleszenz – ein Leben für das Wachstum
Geplante Obsoleszenz. Hinter diesem Begriff verbirgt sich das Herstellen von Gütern, welche absichtlich minderqualitativ konzipiert werden, sodass das Endprodukt überfrüht verschleißt. Wer kennt es nicht? Das Mikrofon am Headset funktioniert nach knapp zwei Jahren nach dem Kauf nicht mehr, eine Reparatur lohnt sich nicht: Ein Neukauf muss das alte Gerät ersetzen. Dann macht auch noch das Handy schlapp, die Glühbirne ist schon länger kaputt und der Drucker, der vor kurzer Zeit noch einen intakten Eindruck machte, spuckt plötzlich keine bedruckten Papiere mehr aus.

Wie würdest Du reagieren, wenn Dir jemand sagen würde, dass eine Glühbirne, die seit 1901 in Betrieb ist, noch heute funktionstüchtig sei? Eine glatte Lüge? Nein, Realität! Im amerikanischen Shelby brennt diese Glühbirne noch heute – seit bereits mehr als 111 Jahren! Der Glühfaden ist so robust, dass er einfach nicht reißen mag. Die perfekte, qualitativ so hochwertige Birne war bis 1924 noch auf dem Markt frei erhältich. Doch seit dem großen Treffen der Weltgrößten Glühbirnenhersteller im Dezember 1924 änderte sich alles: Fortan wurde die Lebensdauer einer gängigen Glühbirne um ein vielfaches reduziert – wer dauerhaft Geld verdienen will, darf den Markt eben nicht sättigen, sondern muss durch gezielten Verschleiß die Nachfrage ankurbeln.
Ein Artikel, der sich nicht abnutzt, ist eine Tragödie fürs Geschäft
Kapitalismus oder Kommunismus? Weder noch! Diesen Beitrag weiterlesen »
Ist Glück steuerbar? Ein Essay
“Warum bin ich nicht glücklich? Ich habe doch einen guten Job, Frau, Kind, Auto und Eigenheim”, mag sich so mancher Bürger fragen.
Oft diktieren einem die Medien, was man kaufen soll, um uns das Leben ein wenig zu erleichtern, um uns glücklicher zu machen. Aber wie oft muss der Käufer später feststellen, dass der Kauf für ihn schließlich keinen Nutzen darstellt? Falls das Unternehmen von Absatzschwierigkeiten geplagt ist, werden antizyklische Werbemaßnahmen ergriffen. Diese Motivation wird in dem neoliberalen Grundsatz, welcher besagt, dass sich jedes Angebot seine eigene Nachfrage schafft, begründet.
persönliche Erfahrungen
An mein Abitur hängte ich eine Ausbildung zum kaufmännischen Assistenten, welche in meinem Bildungsgang integriert war.
Nach 3 sehr theoretischen Jahren kam es dann zum praktische Teil der Ausbildung. Ich arbeitete für 3 Monate bei einen weltweit führenden Automobilzulieferer, wo ich endlich die zu theoretischen gelernten Wirtschaftstheorien beiseite legen konnte und ich eine praxisbezogene Arbeit vor mir sah.
Mir wurde viel Verantwortung übertragen, ich lernte viel und ich war dementsprechend auch hoch motiviert.
Das Leben spielt sich vollkommen im Unternehmen ab
Aber mit der Zeit fiel mir immer mehr die hohe Unzufriedenheit der Mitarbeiter auf. Die Stressbelastung war zu hoch. Als ich morgens im Unternehmen meine Arbeit aufnahm, rannten schon die ersten Mitarbeiter mit blutroten Köpfen durch die Gänge. Auf den Toiletten hörte man Geschrei von Mitarbeitern, die stressbedingte Stuhlgangprobleme hatten.
Das Kantinenessen war plötzlich nicht mehr gratis; eine Mahlzeit kostet fortan 4€.
Die Mitarbeiter konnten sich nicht einmal mehr Bleistift aus der Büroartikelausgabe nehmen – die Ausgabe wurde aufgrund von Sparmaßnahmen gestoppt.
Der Stress war z.T. so groß, dass Mitarbeiter, die in der Hierarchie auf mittlerer Ebene standen, bis Neun Uhr abends in ihren Bürostühlen saßen.
Es ging sogar soweit, dass Arbeitnehmer ihre Kollegen nicht mit den Worten “Schönen Feierabend, bis Morgen” verabschiedeten, sondern ein schlichtes “Bis gleich” verlauten ließen. Viele Mitarbeiter kamen von Außerorts. Auf Sie wartete noch eine ein- bis anderthalbstündige Autofahrt, um dann nur noch ins Bett zu fallen und früh morgens wieder aufzustehen. “Bis gleich”. Es blieb nur noch der Sarkasmus. Diesen Beitrag weiterlesen »

