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“Worum es geht” – Eine Flugschrift von Jutta Ditfurth

Rar sind sie geworden. Die Rede ist von Flugschriften, Appellen an Moral, Vernunft und Friedlichkeit. In der 46 Seitigen Flugschrift schafft es Jutta Ditfurth, einst Grünen/Bündnis90-Mitgründerin und heute eine ihrer ärgsten Widersacher, den Bogen der Vernunft zu spannen.

http://www.scharf-links.de/fileadmin/user_upload/Kultur6/worum-es-geht.jpg“Worum es geht”. Interessanterweise steht nach den drei Worten weder ein Ausrufezeichen, noch ein Fragezeichen – doch es ist klar, dass dort ein unsichtbares Fragezeichen stehen muss. “Worum geht es?” ist eine Frage die in Zeiten der vollgepumpten Märkte gestellt werden sollte. Dass diese Frage nicht gestellt wird, ist ein klares Zeichen, wie schwer krank nicht nur unsere Gesellschaft, sondern auch alle anderen kapitalistischen Staaten sind. Wir stellen uns nicht mehr die Frage, was wir wollen, zweifeln längst keine Autoritäten mehr an, überlassen das Handeln denjenigen, die die Macht dazu haben und hoffen, dass sie sorgsam mit ihrer Macht umgehen – vergebens. Und doch vertrauen wir ihnen weiter…

Worum es geht

Die Flugschrift ist in vier Abschnitte eingeteilt: Worum es geht, Was ist, Was droht und Was tun. Der erste Abschnitt ist als eine reine Kapitalismuskritik zu verstehen. Beim Diesen Beitrag weiterlesen »

Krieg, Atom, Armut. Was sie reden, was sie tun: Die Grünen – Eine Rezension

Die Grünen stehen für ein Atomkraftwerkfreies Deutschland, zählen Pazifismus und Soziale Gerechtigkeit zu ihren Idealen. Dieses Bild dürfte noch der ein oder anderen Wähler von den Grünen haben, doch haben die Grünen ihre Maxime schon längst über Bord geworfen.

Krieg, Atom, Armut. Was sie reden, was sie tun. Jutta Ditfurth gewährt dem Leser einen tiefen Einblick, insbesondere in die frühen 80er, in jener Zeit als eine Horde linker, Atomkraftwerkgegner, aber auch Menschen des rechten Spektrums nach langen und hitzigen Diskussionen die Partei “Die Grünen” gründeten. Dass es zur Gründung der Grünen kam, ist jedoch ein Verdienst der in den 70er Jahren stetig gewachsene Anti-AKW-Bewegung.

Nach den Gründungsjahren 80/81 begann das allmähliche ausmisten von schwarzen Schafen in den eigenen Reihen. Alle schwarzen Schafe konnten jedoch nicht ausgemistet werden, leisteten Widerstand, sahen die Chance zur passenden Zeit den entscheidenen rechten Impuls zu geben, lächszten nach Ministerämtern.

Dadurch, dass die Grünen aus der Anti-AKW-Bewegung entstanden, stand an oberster Priorität der Atomausstieg. Die blutigen Erfahrungen der Anti-AKW-Aktivisten mit der Polizei, führten zu einem weiteren Konsens namens “Entmilitarisierung” der Polizei. Außerdem war man geschlossen gegen die NATO, für einen deutschen Ausstieg aus der NATO. Die Grünen definierten sich selbst als pazifistisch und anti-kapitalistisch. Die soziale Gerechtigkeit war ein weiteres, hoch gesetztes Ziel einer noch so jungen Partei.

Jutta Ditfurth, die nach ihrem Austritt bei den Grünen 1991 die ökologische Linke mitgründete, beschreibt und analysiert die Entwicklung der Grünen von der ihrer Entstehung aus bis heute. Es ist nicht zu übersehen, dass Frau Ditfurth enttäuscht ist, enttäuscht ist von einer Partei, die eine 180 Grad-Drehung hingelegt hat. Was ist übrig geblieben von der einstigen Skepsis gegenüber dem Neoliberalismus? Wie stehen die Grünen heute zur NATO? Wo sind die damals so heiligen pazifistischen Werte hin? Setzt sich die Grüne überhaupt noch für eine sozialere und solidarischere Gesellschaft ein? All diese Fragen werden von der Autorin beantwortet und zudem liefert Frau Ditfurth oft Exkurse zu wichtigen Einzelpersonen.

Das Buch lässt sich aufgrund des angenehmen Erzählstils gut lesen.  Fakten werden genannt, in einen Kontext gestellt und schließlich wird über die jeweilige Handlung geurteilt.

Hervorzuheben ist das “Atom-Kapitel”. Gerade für diejenigen Leser, die die 70er Jahre nicht erlebten, werden diesen Part mit Erschrecken lesen: Einst prognostizierten Energieforscher, dass Deutschland im 21. Jahrhundert 500 Atomkraftwerke benötigt werden würde. Man stelle sich nur vor, es hätte nie eine Anti-AKW-Bewegung gegeben, wir wären heute umgeben von AKW’s leben.

Dieses Buch ist für diejenigen besonders interessant, die sich kritisch mit den Grünen auseinandersetzen wollen und das alte und den schleichenden Wandel der Grünen verstehen und aufarbeiten wollen.

Verstrahlte Leiharbeiter arbeiten für weniger Geld

24.000 Leiharbeiter sind in deutschen Atomkraftwerken beschäftigt. Wenn in einem Atomkraftwerk Brennstäbe ausgetauscht werden müssen oder Wartungsarbeiten in stärker strahlenden Regionen durchgeführt werden müssen, genügt ein Anruf bei einer Leiharbeiterfirma. Obwohl die Fremdarbeiter durchschnittlicher doppelt so hoher Strahlung ausgesetzt sind als die Stammkräft, werden Leiharbeiter in der Regel schlechter bezahlt.

Leiharbeiter bei gefährlichen Arbeiten eingesetzt

Einem Bericht zufolge werden zahlreiche Leiharbeiter für gefährliche Arbeiten eingesetzt. Fast 90 Prozent der gesamten Strahlendosen bekommen – dem Bericht nach – Leih- und Werkarbeiter ab,  die werksinternen Arbeiter allerdings nur etwas mehr als ein Zehntel. Diesen Beitrag weiterlesen »

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