Artikel-Schlagworte: „humanismus“

Gilbert Achcar über den Kampf zwischen Zionismus und Antizionismus im Nahostkonflikt, Teil 1

Die Araber und der Holocaust

Eine jede Betrachtung des Nahostkonfliktes ist überschattet vom arabisch-israelischen Krieg der Geschichtsschreibungen. Der Professor für Entwicklungspolitik und Internationale Beziehungen an der School of Oriental and African Studies in London, Gilbert Achcar, hat dem Thema ein Buch gewidmet. Achcars Buch “Die Araber und der Holocaust” (2012 bei Edition Nautilus erschienen) ist ein wertvoller Beitrag, der dabei hilft, “die Logik des Krieges der Narrative zu beleuchten”, wie Achcar selbst hofft.

Achkars humanistische und wissenschaftliche Perspektive

Achcar schreibt im Vorwort zur deutschen Ausgabe des Buches über seine Motivation:

So hoffe ich, dass die deutsche Ausgabe meines Werks dazu beitragen wird, Licht in die Finsternis zu bringen, die der Instrumentalisierung dieses Konflikts Vorschub leistet, und all jenen Argumente zu liefern, die allein von dem beseelt sind, was die deutsche Geschichte an Wertvollstem hervorgebracht hat – Humanismus und Internationalismus.

Achcar schreibt also ganz im Sinne der humanistischen Ideen solcher Denker wie Karl Marx. Einseitige Parteinahme für die eine oder andere Bevölkerung lehnt er ebenso ab wie die verschiedenen mehr oder weniger versteckten Formen von Rassismus, Nationalismus, Antisemitismus oder religiösem Fanatismus. Einerseits kritisiert er all die Vertreter der Israelkritik und des Antizionismus, die nicht zugleich am Humanismus und Wohl aller Menschen orientiert sind. Er kritisiert andererseits auch reaktionäre Vertreter der pro-israelischen Seite, des Zionismus, die das Wohl des israelischen Staates über das Wohl der Menschen im Nahen Osten stellen. An solchen Zionisten kritisiert er vor allem auch, dass sie sogar den Völkermord an den Juden wie auch üble Antisemitismus-Vorwürfe instrumentalisieren, nur um jede Politik des israelischen Staates heilig zu sprechen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Gewalt mit Gewalt bekämpfen – Die Friedensstrategie Obamas

Barack Obama

Die Lobeshymnen auf ihn verstummten nie, er wurde als neue Hoffnung, als Vertreter der Friedensbewegung, fast schon als neuer Messias bezeichnet, Barack Obama, “der Friedensnobelpreisträger” und US-Präsident. All die Lobeshymnen erscheinen lächerlich, wenn sie heute einer anstimmen würde, denn Obama hat Eingriffe in den Datenschutz durchgesetzt, hat es ermöglicht, das amerikanische Bürger ohne Anklage in Haft kommen und er führt Krieg und lässt weltweit morden.

US-Präsident Barack Obama überwacht einem Medienbericht zufolge persönlich die Auswahl der Ziele für die Drohnenangriffe gegen Anhänger von Al-Kaida und anderer Terrorgruppen. Die Frage, wie sehr sich der amerikanische Staatspräsident an geltendes Recht hält, stellt niemand. Am Ende eines mehrstufigen Auswahlprozesses segnete Obama ab, welche Verdächtigen auf die “Todesliste” kommen, berichtete die New York Times am Mittwoch unter Berufung auf ehemalige Berater und Spitzenbeamte.

Friedensnobelpreisträger oder Kriegsfürst Diesen Beitrag weiterlesen »

Bomben und Raketen – Was sind Menschenleben wert

In den letzten Jahren haben wir es immer wieder erlebt, wie Medien und Politiker die Bombardierung von Städten und Dörfern als Befreiung definiert haben. Wir hörten von amerikanischen Soldaten, die die afghanische Bevölkerung von den islamistischen Taliban befreien wollten, wir hörten von britischen und französischen Bomben auf Tripolis, für die die arabische Revolution ihren Namen geben musste.

Es gab Zeiten, nach dem Zweiten Weltkrieg, da galt in Deutschland das Gesetz, das von deutschem Boden nie wieder ein Krieg ausgehen soll und die Einstellung, das Gewalt gegen Menschen niemals zu rechtfertigen ist. Heutzutage wird der “Feind” als unmenschlich angesehen, dessen Leben weniger oder gar keinen Wert hat.

Bomben für den Frieden

Wir müssen uns fragen, in welcher Welt wir leben, wenn die Menschen in Gewalt eine Antwort auf Gewalt sehen. Der Spruch “Auge um Auge, Zahn um Zahn” scheint wie ein Spruch aus einer vergangenen Zeit, doch die Politiker handeln nach diesem Motto. Auf jeden Akt der Gewalt folgt ein neuer Akt der Gewalt und die Medien rechtfertigen diese Gewalt, als Einsatz für den Frieden.

Wer einmal ein von Bomben zerfetztes afghanisches oder irakisches Kind gesehen hat, wird die Bombardierung von Städten aus sicherer Entfernung immer als das ächten, was sie ist: als feigen Mord. Diesen Beitrag weiterlesen »

Abschieben aber nicht auf Kosten von Vaterstaat!

Demo gegen Abschiebungen - Bildquelle:http://www.linksjugend-solid-nrw.de/1088/deportation

“Es ist ein echtes Problem, dass die Menschen, die verfolgt und bedroht werden, nicht freiwillig in ihre Heimat zurückkehren, daher muss der Staat diese Aufgabe übernehmen. Deutschland, bekanntlich ein armer Staat, hat nicht so viel Geld und kann sicher nicht die Kosten für Abschiebungen tragen” so müssen die Gedanken einiger Bürokraten in Erlangen sein, die einem iranischem Asylsuchenden eine Rechnung über die Kosten seiner Abschiebung schickten.

Ali H. ist 45 Jahre alt und erfüllt so ziemlich alle Forderungen, die die konservativen Parteien an einen Immigranten stellen. Er spricht gut deutsch, ist Christ und hat keine Probleme mit dem Gesetz, abgeschoben wurde er im Jahr 2007 trotzdem.

Asyl erst nach der Folter Diesen Beitrag weiterlesen »

Lasst uns Krieg spielen – denn es sind nicht wir die sterben

Keine Spiele mit der Atombombe

Die Welt ist eine im politischen Spektrum eher rechts der Mitte anzuordnende Zeitung. Sie verteidigt in den meisten Fällen die israelische Politik und vertritt häufig außenpolitische Thesen, die auch von republikanischen Abgeordneten kommen könnten. Mit ihrem neusten Artikel hat die Welt sich nun endgültig unlesbar gemacht, denn es wurde warscheinlich in den letzten Jahren kein Artikel veröffentlicht, der so sehr Kriegsbefürwortend ist.

Der Artikel beschäftigt sich, wie so viele Artikel, mit Europas liebstem Feind, dem Iran. In dem Artikel wird über den möglichen Bau einer Atombombe spekuliert, die nur durch einen Krieg oder durch eine Rebellion verhindert werden kann.

Die iranische Rebellion Diesen Beitrag weiterlesen »

Jüdisches Forum für Frieden wendet sich an den Bundestag

Golden Meorah - Bild von http://www.flickr.com/photos/kilo66/

In Zeiten der Krise im Nahen Osten kommt es immer wieder zu Äußerungen von jüdischen Bürgern aus allen Teilen der Welt, welche sich konsequent gegen die aktuelle israelische Politik stellen und sich aktiv für den Frieden im Nahen Osten einsetzen. Vor wenigen Wochen hat sich das Jüdische Form für Frieden neugegründet.

Eine der ersten öffentlichen Aktionen der Organisation war ein Brief an alle Bundestagsabgeordneten, den wir durchaus unterstützen können und euch daher zeigen wollen:

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrter Herr Westerwelle,
sehr geehrte Abgeordneten des Deutschen Bundestags,

Wir sind außerordentlich besorgt über die bedrohliche Lage im Nahen Osten. Wir sind der Meinung, die Bundesregierung kann und sollte helfen, den Frieden in der Region – über die Bemühungen des „Quartetts“ hinausgehend – durch verantwortliche Eigeninitiative zu fördern. Diesen Beitrag weiterlesen »

Europa am Scheideweg – Humanismus oder Barbarei?

Bild des Ermordeten Gaddafis! Quelle:http://jacobjung.wordpress.com/2011/10/20/zum-tod-von-muammar-al-gaddafi-die-totungskultur-des-westens/

Gestern wurde der ehemalige libysche Präsident, Mumar al Gaddafi, ermordet. Die Menschen in Teilen Libyens freuen sich berechtigerweise über ihre Befreiung von einer Diktatur, vielleicht freuen sie sich sogar verständlich über den Tod ihres ehemaligen Diktators. Die Frage aber ist wie können wir uns als Europäer über die Ermordung eines Menschen freuen?

Europa versucht immer die Flagge des Humanismus und der Freiheit hochzuhalten, eine Flagge, die mit der Verpflichtung einhergeht, dass kein Mensch einen anderen ermorden darf und kein Staat das Recht hat zu morden. Diese Flagge schien nach den barabischen und menschenlebenden Kriegen in Afghanistan, dem Irak und Libyen Feuer gefangen zu haben – nun aber brennt sie voll und ganz. Europas Politiker freuen sich über den Tod Gaddafis!

Die Reaktion in Deutschland Diesen Beitrag weiterlesen »

Kommunisten dürfen nicht geehrt werden!

Walter Krämer war Mitglied der KPD und Abgeordneter im preußischen Landtag, vor allem aber war er ein Lebensretter, ein Mensch der sich für die Opfer des Naziregimes und die Gefangenen des KZs Buchenwald, dem KZ in dem er gefangen war und starb, einsetzte. Er wurde im Jahre 1941 von SS-Schergen ermordet, vor seinem Tod konnte er durch seine medizinischen Fähigkeiten etlichen Menschen das Leben retten.

Für seinen Mut und sein Einsatz unter schlimmsten Bedingungen hatten  die Siegener SPD, Linken und Grünen nun die Benennung einer Brücke nach ihm gefordert. Ein Vorhaben, dass diese Parteien schon seit langer Zeit versuchen durchsetzen, das aber von den konservativen Parteien unter Führung der CDU verwehrt wird.

Kämpfer für das Leben!

Krämer wurde posthum von der zentralen israelischen Holocaustgedenkstätte Yad Vashem die höchste Ehrung zuteil. Noch im April wurde Krämer von der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dor geehrt und mit einer Gedenktafel im ehemaligen Krematorium – als einziger Deutscher – gewürdigt und erhielt 2000 den Titel “Gerechter unter den Völkern”. Trotz dieser Ehrungen und der Taten war besonders die CDU nicht bereite einen Kommunisten für seine Taten zu ehren. So kam es bei der Abstimmung im Rat, über die Benennug der Brück nach Krämer, zu einer knappen Ablehnung. Die konservative Mehrheit im Rat, konnte mit ihrer Ablehnung des Antrags der linken Parteien, eine Mehrheit von 36 zu 32 erziehlen.

Diese Abstimmung zeigt deutlich wie sehr einige Mitglieder in den konservativen Parteien noch im kalten Krieg verwurzelt sind und es nicht schaffen über ihren Schatten zu springen um ein Vorbild zu ehren, wie auch ein Kommentator der westfälischen Runschau schrieb!

Der Siegener SDS kommentierte die Probleme der Umbenennung sehr treffend:

“Wie die Siegener Zeitung im o. g. Artikel schreibt, kritisieren die Siegener Christdemokraten vor allem das Demokratieverständnis des überzeugten Kommunisten. Als wenn der Einsatz für das Leben und gegen die Not, der durch die Faschisten verfolgten und quälten Menschen nicht ein Beweis für tatsächlich gelebte Demokratie selbst darstellt.”

Den Nahen Osten neu denken – Die Ideale des Staates

Die Ein-Staaten-Lösung birgt viele Vorteile und könnte die Lösung des Konfliktes sein. Wenn man diese Idee allerdings tatsächlich verfolgen sollte, muss der Staat auf festen Grundesetzen basieren, so dass es ein Staat aller dort lebender Menschen ist und nicht der Staat einer Bevölkerungsgruppe.

Gleiche Rechte für alle

Ein Bi-Nationaler-Staat müsste allen seinen Bewohnern die gleichen Rechte gewähren, dass bedeutet das keine Gruppe durch Gesetze bevorzugt oder benachteiligt werden darf. Die Verfassung müsste auf den Prinzipien der Gleichberechtigung aufgebaut sein und zwar in allen Bereichen. So dürfte keine Volks- oder Religionsgruppe politische Vor- oder Nachteile haben, dasselbe gilbt auch fürsoziale oder kulturelle Belange.  Diesen Beitrag weiterlesen »

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