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Ist weltweiter Frieden möglich in einem kapitalistischen System – Ein Gespräch mit Otmar Steinbicker

Die Bundeswehr hält Vorträge an Schulen. Otmar Steinbicker, der Gründer des Aachener Friedensmagazins, hatte die Idee, dass auch die Friedensbewegung Möglichkeiten haben soll um ihre Ideen an Schule zu verbreiten. Über diese Idee, die Schwäche der Friedensbewegung und Pazifismus im Kapitalismus sprachen wir mit ihm.

Die Freiheitsliebe: Herr Steinbicker, Sie hatten die Idee die Positionen der Friedensbewegungen in die Schulen zu bringen. Wodurch entstand diese Idee?

Steinbicker: Es gibt dafür zwei Aspekte. Der eine ist, dass die Bundeswehr leider immer noch an Schulen auftreten darf. Offiziell ist ihr zwar Werbung untersagt, aber de facto dienen diese Auftritte der Werbung für die Bundeswehr. Dem muss Friedensbewegung entgegentreten. Sie kann und soll das Verbot solcher Bundeswehrauftritte fordern. Wenn aber Bundeswehrauftritte in Schulen gestattet werden, darf Friedensbewegung meines Erachtens die Schülerinnen und Schüler nicht mit der Bundeswehr allein lassen.

Der zweite Aspekt ist, dass über die Zukunft der Bundeswehr eine große gesellschaftliche Diskussion geführt werden muss. Die Bundeswehr ist 1956 mit dem einzigen Auftrag “Landesverteidigung” aufgestellt worden. Seit 20 Jahren gibt es keine Armee mehr, die die Bundesrepublik Deutschland bedroht. Also ist ihr Auftrag hinfällig. Sie kann aufgelöst werden. Leider ist diese logische Konsequenz derzeit noch lange nicht mehrheitsfähig. Daher ist eine große gesellschaftliche Diskussion über die Zukunft der Bundeswehr dringend nötig – auch in den Schulen. Wenn diese Diskussion überzeugend sein soll, wird sie auch mit Bundeswehrvertretern geführt werden müssen.

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