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“Der größte Raubzug der Geschichte” – eine Buchvorstellung

Buchcover "Der größte Raubzug der Geschichte"

Buchcover “Der größte Raubzug der Geschichte”

“Der größte Raubzug der Geschichte” – so lautet der Buchtitel der beiden Autoren Matthias Weik & Marc Friedrich, die sich mit dem Geldsystem und Finanzmarkt auseinandersetzten. Gewagt, gewagt mag der ein oder andere bezüglich der Titelwahl denken. Der größte Raubzug der Geschichte? Dabei gab es in der Geschichte doch immer wieder beispiellose Raubzüge. Seien es Kriege, Kreuzzüge oder ähnliches. Alle haben gemein, dass Hass gestreut wurde und zahlreiche Menschen ihr Leben verloren. Und nun soll der Finanzmarkt den größten Raubzug der Geschichte darstellen?

Der bedrohliche und mit einer Waffe ausgestattete Banker auf dem Buchcover, dazu der Hinweis auf die Beantwortung der Frage warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden mag schon ein wenig hart wirken. Aber können denn einige Hundert beschriebene Seiten ausreichen, um diese Frage zu beantworten oder gibt es nicht mehrere Faktoren für das Auseinanderklaffen der Schere zwischen arm und reich? Nach dem Lesen des Buches ist dem Leser zumindest bewusst gemacht worden, dass wir es in der Tat mit einem großen Raubzug zu tun haben und dass das ungerechte Geldsystem ein Hauptfaktor der gegenwärtigen Verarmung darstellt.

Solange die Musik spielt, muss man tanzen

Diese Worte entstammen dem ehemaligen Chef der US-Bank Citigroup. 2007 stoppte die Musik bekanntlich und die Finanzmarktbranche wurde zum Tanz-Stopp gezwungen. Heute wissen wir, dass die Musik nur kurze Zeit still stand, um wenig später die Musik dermaßen aufzudrehen, um noch wildere Partys mit noch vielfältigeren Tänzen zu entfachen. Es wurde nichts aus der Lehmanpleite gelernt, das hiesige Ausmaß der Verarmung von millionen Menschen auf dieser Erde allein konnte die Finanzmarktindustrie und die Politik nicht motivieren, zukünftige Breakdowns zu verhindern und härtere Bankenregelungen durchsetzen. Im Gegenteil: Die heute geschaffenen Finanzprodukte sind noch undurchsichtiger und perfider als vor der Krise – nach dem Platzen der Immobilienblase wird nun die nächste Blase geschaffen. Die Kreditkartenblase. Die Frage ist nicht ob sie platzen wird, sondern nur noch “wann platzt sie?”.

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Einblicke in ein Enteignungssystem

Die hier dargstellten Mechanismen des Geldsystems sollen nicht die klassischen, weitestgehend bekannten Probleme des Kapitalismus negieren. Eine aufgeklärte Geldsystemanalyse ist nicht als „Verkürzte Kapitalismuskritik“ zu verstehen, sondern vielmehr als Erweiterung eben dieser Kapitalismuskritik. Auch ist mit den dargestellen mathematisch-logischen Fakten des Geldsystems keine Kritik an bestimmten Berufsgruppen zu verwechseln. Ziel ist viel mehr aufzuzeigen, dass die Probleme im Geldsystem systemischer Natur sind, nicht akteursbezogener.

Im gesellschafts- politischen Diskurs sind derzeit aus fast allen politischen Richtungen systemkritische Stimmen zu hören. „Konservative“ erkennen dass „Linke“ oft Recht hatten, es wird gemahnt und gewarnt, und dass der real existierende Kapitalismus nicht funktioniert, scheint mittlerweile eine Binsenweisheit geworden zu sein. Dennoch tut die immer breitere Kritik dem derzeitigen EU-Krisenmanagement keinen Abbruch. Die europäische Elite über Merkel bis Sarkozy droht mit dem umstrittenen ESM-Vertragsentwurf das europäische Demokratie- und Transparenzdefizit nicht nur zu zementieren, sondern auch nationalstaatliche Handlungsspielräume weiter einzuschränken, so die Kritiker des so genannten Rettungsschirms (Vertragsentwurf als PDF). Auch wenn generell eine koordinierte Wirtschafts- und Finanzpolitik Teil einer Währungsunion sein sollte, stellt sich doch die Frage, unter welchen Voraussetzungen und Kriterien dieser Politikwechsel nun verwirklicht werden soll. Die öffentliche Debatte über Geld wird derweil unermüdlich geführt, doch woher Geld überhaupt kommt und wie unser Geldsystem funktioniert, wird dabei kaum erörtert. Dass der im Geldsystem verankerte Zinseszins mathematisch bedingt zu einer immer stärkeren Vermögensumverteilung führt, ist unwiderlegt. Kritiker dieser These Diesen Beitrag weiterlesen »

Die Jagd nach dem Kapital

Ich erwische mich immer wieder beim Aussprechen folgender Sätze: “Die Schere zwischen arm und reich wird immer größer” oder “Das Geldsystem ist der Keim ökonomischen Übels”. Ich bin kein Freund von Pauschalisierungen oder Verkürzungen: Unten im Text werde ich noch genauer darauf eingehen. Was wir jedoch immer wieder beim Nennen solcher Sätze auffällt, ist, dass man schnell in die linke Ecke gestellt wird, ohne sich einmal selbst die Frage nach einem für alle gerechteren System zu stellen. Ein System, was darauf ausgelegt ist, dass sich irgendwann das Geld in den Händen ganz ganz weniger befindet, kann kein System mit Zukunft sein.

Ein Hauptproblem ist, dass die Masse der Probleme so unendlich groß ist. Man kommt nicht einmal zu adäquaten Lösungsaussprachen: Die ökonomische Krise, der Welthunger, die Atomkatastrophe in Fukushima, die Prekarisierung der im Niedriglohnsektor arbeitenden Menschen, die militärischen Spannungen in den Arabischen Staaten, die dramatische Zunahme der Wasserknappheit etc.  Die Liste der Weltprobleme ist ewig lang und es müssen nur wenige Katastrophen wirklich eintreffen, um eine global vernetzte Welt ins Wanken zu bringen – gar einen Flächenbrand auszulösen.

Wie könnten wir diese Probleme lösen?

Die Medien verpacken die Weltprobleme oft in kleine Formate, produzieren halbstündige Dokumentationen und verfüttern sie uns in Diesen Beitrag weiterlesen »

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