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Wirtschaft zwischen Demokratie und Verbrechen – Grundzüge einer Kritik der kriminellen Ökonomie
Marxisten und andere Kapitalismuskritiker wirken sehr hilflos, wenn sie öffentlich zu den wirtschaftskriminellen Praktiken von Banken, Versicherungen und Konzernen der «Realwirtschaft» Stellung beziehen. Wie der klassische Kleinbürger beschränken sich die meisten auf Kritik am versagenden Staat, an der Pseudodemokratie, an käuflichen Parteien, Abgeordneten und Beamten. Oder aber sie beschimpfen Vorstandsvorsitzende und Aufsichtsräte als geldgierig und gewissenlos.
Die systematische Kritik der kriminellen Ökonomie rückt – was in einem noch so unzulänglichen Rechtsstaat unumgänglich ist, aber bisher allenfalls mal am Rande diskutiert wird – das Wirtschaftsstrafrecht in den Mittelpunkt. Damit erübrigt sich zwar nicht, immer wieder die Eigentumsfrage grundsätzlich zu stellen. Aber das bisher völlig unzureichende Wirtschaftsstrafrecht – allerdings in unauflösbarer Verbindung mit der ebenfalls kaum noch kämpferisch vertretenen Forderung nach mehr und besseren Mitbestimmungsrechten der Nichtkapitalisten – gehört zur Eigentumsfrage. Hier wird zunächst nicht mehr über Enteignung, sondern über schrittweise Entmachtung gesprochen. Denn Verfügungsgewalt über Eigentum, ob staatliches oder privates, kommunales oder genossenschaftliches, sozialistischen oder kommunistisches, ist Macht. Und Macht kann jederzeit missbraucht werden. Ihre Einschränkung durch wirtschaftsdemokratische Rechte von Nichteigentümern, ob beschäftigte Arbeiter, Angestellte, Beamte, ob Arbeitslose, noch nicht oder nicht mehr Arbeitsfähige, auch partei- und verbandsunabhängie Organisationen, müssen (zum Beispiel durch die Einrichtung überbetrieblicher Kapitalkontrollräte) rechtlich befugt sein, die Rechtmäßigkeit wirtschaftlicher Entscheidungen zu überprüfen und auch wirksam zu stoppen. Solche Kapitalkontrollräte müssten für jede Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung (also auch für künftige sozialistische) gefordert und erkämpft werden.
Parteien, die sich – mit Blick auf die Sozial- und Umweltschädlichkeit der aktuellen kriminellen Ökonomie – diese Forderung auf ihre Fahnen schreiben, kann nicht mehr nachgesagt werden, sie hätten keine Vision. Wenn überhaupt, haben nur sie eine Zukunft, die über den Kapitalismus hinausweist. Es macht Sinn, die Kritik der kriminellen Ökonomie als Dritte Aufklärung zu beschreiben. Die erste bekämpfte die «selbstverschuldete Unmündigkeit» der Menschen, die zweite, für die Marx und die Arbeiterbewegung stehen, kämpft gegen die fremdverschuldete Unmündigkeit, die Entmündigung derer, die über kein Eigentum verfügen. Beide scheiterten auf halben Weg, weil sie ihre eigene Klasse für unfehlbar, für integer hielten. Die dritte Aufklärung kämpft gegen kriminelles Wirtschaften, gegen Missbrauch wirtschaftlicher Macht. Und sie setzt nicht am Staat an, sondern nimmt direkt die demokratiefreien Herrschaftsbereiche ins Visier, die wir Chefetagen nennen und als Kommandobrücken derer kennen, die, wenn sie es bis ganz oben geschafft haben, ganz gleich, welche Religion oder Weltanschauung sie haben, welcher Partei, welchem Verband oder welcher Gewerkschaft sie angehören, sich mit Hilfe der ihnen zugebilligten Machtbefugnisse zu Diktatoren entwickeln.
Der Kapitalismus ist auch ohne Wirtschaftskriminelle eine Gefahr für Mensch und Natur, Demokratie und Kultur, aber es sind die Wirtschaftskriminellen, die verhindern, dass die sozialen Kämpfe, die gesellschaftliche Entwicklung, die Friedensbemühungen und menschenrechtlichen Fortschritte sich festigen und vergesellschaftet werden können.
Hans See ist Mitglied bei Business Crime Control und war Mitherausgeber der Zeitschrift «Demokratisches Gesundheitswesen» und ist Herausgeber der Zeitschrift «Big Business Crime».
Diskussion / Vortrag
08.04.2013 | 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr
Kultur- und Congress-Centrum Graf-Zeppelin-Haus, Kapitän-Lehmann-Zimmer , Friedrichshafen
Mit Prof. Hans See
Hauptschüler – Zur gesellschaftlichen Produktion von Verachtung.
Bei der vorliegenden Arbeit von Stefan Wellgraf „Hauptschüler“ mit dem Untertitel „Zur gesellschaftlichen Produktion von Verachtung“, handelt es sich um eine an der Universität Frankfurt/ Oder vorgelegte Dissertation. Dennoch sollte man sich nicht vom wissenschaftlichen Anspruch dieser Arbeit abschrecken lassen, da das Thema verständlich und sehr gut recherchiert vorgestellt wird.
Die Arbeit basiert auf einer anderhalbjährigen Feldforschung mit Hauptschülern in West- und Ostberlin in den Jahren 2008/9. Im Jahre 2010 wurde dann in Berlin die Hauptschule abgeschafft. In einigen Bereichen zieht der Autor zum Vergleich Gespräche mit Schülern eines Berliner Gymnasiums heran.
Wellgraf unterteilt seine Studie in zwei Schwerpunkte „Selbstwahrnehmungen und kulturelle Praktiken“ sowie „Repräsentationen – Macht – Kritik“.
Der erste Schwerpunkt „Selbstwahrnehmung und kulturelle Parktiken“ beruht zu einem grossen Teil auf Gesprächen mit den Schülern. Er ist gliedert sich in diverse Kapitel. So hinterfragt der Autor im Kapitel „Soziale Beziehungen“ die Vorstellungen der Schüler von Freundschaft, Liebe und Anerkennung . Hierbei stellt der Autor fest, dass Liebesbeziehungen für die Schüler eine zentrale Rolle für ihr Selbstverständnis spielen. Diese helfen, das Gefühl der Ausgrenzung zu kompensieren und stellen eine „Ressource emotionaler Wertschätzung“ dar. Besonders interessant war das Kapitel „Nach der Schule – Wege und Zukunftsvorstellungen“ in dem verdeutlicht wird, wie die Schüler den Übergang von der Hauptschule ins Berufsleben erfahren. Diesen Beitrag weiterlesen »
Sanktionen sind Gift für die Gesellschaft
Die Sanktionen gegen den Iran werden von großen Teilen der westlichen Welt mitgetragen, Widerstand dagegen leisteten vor allem linke und sozialistische Parteien. Mit dem Beginn der Verhandlungen mit dem Iran äußert auch die deutsche Sektion der IPPNW (Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges ) deutliche Kritik an den Sanktionen und der deutschen Iran-Politik.
Die Organisation appelliert nach den Verhandlungen an Außenminister Guido Westerwelle, sich für eine Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran stark zu machen. In einer Pressemitteilung der Organisation heißt es: “Sanktionen sind kontraproduktiv für eine Lösung des Irankonflikts, denn sie treffen hauptsächlich die Zivilbevölkerung. Erfahrungen mit den Sanktionen gegen den Irak lehren zudem, dass sie Teil einer Eskalationsspirale sind, die in einen Krieg münden kann. Die IPPNW fordert stattdessen schon seit Langem einen Stopp des Rüstungsexports in die Region sowie Verhandlungen über eine Zone frei von Massenvernichtungswaffen im Nahen und Mittleren Osten.” Eine Forderung, die auch letztes Jahr eine internationale Konferenz über den Nahen Osten hatte, die allerdings von Israel boykottiert wurde.
„Sanktionen sind weder in politischer noch in gesellschaftlicher Hinsicht eine Heilung versprechende Medizin, sondern eher ein langsames Gift. Die laut US-Präsident Obama härtesten Sanktionen, die je in der Geschichte auferlegt wurden, treffen die einfachen Menschen in Iran und nicht etwa das Regime. Die Zivilbevölkerung leidet massiv unter den Folgen, der Humus der Zivilgesellschaft wird langsam aber sicher ausgetrocknet. Somit wächst der Machtvorsprung des Staates gegenüber zivilgesellschaftlicher Widerstandskraft“, kritisiert der deutsch-iranische Politologe Ali Fathollah-Nejad. Wie auch zunehmend in den USA zugegeben werde, sei diese Druck- und Drohpolitik gegen Iran gescheitert. Diesen Beitrag weiterlesen »
Länger arbeiten kostet Geld
In Deutschland arbeiten die meisten Menschen immer länger, der Unterschied zwischen Armen und Reichen wird auch deswegen immer größer. Einst haben die Gewerkschafter gefordert, dass die Arbeitszeit verkürzt wird, inzwischen halten sich die meisten Gewerkschaften mit solchen Forderungen zurück, teilweise akzeptieren sie sogar längere Arbeitszeiten, wenn dafür Arbeitsplätze “gesichert werden”. Am vergangenen Montag haben nun verschiedene WissenschaftlerInnen und PolitikerInnen in einem offenen Brief kürzere Arbeitszeiten gefordert
und damit der Debatte über gerechtere Verteilung von Kapital und Freizeit eine neue Basis verschafft.
Ihre Forderung ist dabei nicht so neu, wie ein Linksruck-Interview mit Rainer Roth, Professor für Sozialwissenschaften an der FH Frankfurt am Main und Autor des Buches „Nebensache Mensch : Arbeitslosigkeit in Deutschland.“ zeigt.
Bund, Länder und Kommunen wollen die Arbeitszeiten im öffentlichen Dienst verlängern. Was bedeutet das für die Menschen, die im öffentlichen Dienst arbeiten?
Sie werden für dasselbe Geld 41 oder 42 Stunden arbeiten müssen. Das ist eine massive Lohnkürzung. Außerdem wird ihnen die Arbeitszeitverlängerung viel Motivation nehmen. Der Druck zur Arbeitszeitverlängerung geht aber noch weiter. Man sollte nicht glauben, dass Ruhe einkehrt, wenn man jetzt die Verlängerung schluckt.
Das Kapital verlangt eine weitere Senkung der Steuersätze und die Abschaffung der Gewerbesteuer. Das wird die Krise der Staatsfinanzen weiter verschärfen. Zweck der Arbeitszeitverlängerung ist es, Kosten zu sparen, indem Stellen gestrichen werden. Diesen Beitrag weiterlesen »
Wer beaufsichtigt die GEMA ? Wird sie beaufsichtigt?
Die GEMA ist unbeliebt. Die GEMA ist Gegenstand von zahlreichen Beschwerden, Petitionen und Klagen. Auch bei Kulturschaffenden, deren Interessen sie ja eigentlich vertreten soll, hat sie einen schweren Stand. Weil das Thema wiederholt bei uns im Petitionsausschuss des Bundestages landete, habe ich versucht, mit einer „Kleinen Anfrage“ etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Das Ergebnis ist ernüchternd.
Über 190.000 Bürgerinnen und Bürger haben sich in den vergangenen zehn Jahren beim Petitionsausschuss des Bundestages über die GEMA beschwert. Eine außergewöhnlich hohe Zahl. Zwei öffentliche Ausschusssitzungen in der selben Legislaturperiode zum gleichen Thema wurden so erzwungen. Das gab es noch nie.
Wirklich erstaunlich, dass nur 323 Beschwerden über die GEMA in diesem Zeitraum beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) – der offiziellen staatlichen Aufsichtsbehörde – eingegangen sein sollen.
Interessant ist, dass das DPMA keine Statistik zu den Beschwerdegründen, eigenen Beanstandungen und Verwicklung der GEMA in Gerichtsverfahren führt. Sieht so staatliche Aufsicht aus? Nur 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim DPMA beaufsichtigen alle deutschen Verwertungsgesellschaften. Das sind neben der GEMA noch elf weitere Verwertungsgesellschaften für die Bereiche Wort, Bild, Film und Fernsehen. Diesen Beitrag weiterlesen »
“Stresstest Deutschland – wie gut sind wir wirklich?”
Stresstest Deutschland – wie gut sind wir wirklich? Hört man auf die Massenmedien, so wird einem der Eindruck vermittelt, dass Deutschland gut durch die Krise gekommen ist, im Stande ist die Massenarbeitslosigkeit abzubauen und die Armut stets bekämpft wird. Jens Berger, bekannt durch seinen Blog “Spiegelfechter” und seinen Publikationen auf den “Nachdenkseiten“, kritisiert in seinem Buch unter anderem die unterwanderten Medien, den Lobbyismus und die Sozialpolitik in Deutschland.
Das vom Westend-Verlag verlegte Buch gewährt dem Leser einen näheren Einblick in die oben genannten Themen – betrachtet aus einer linken Sichtweise. Vor allen Dingen im Lobbyismus-Kapitel bekommen Politiker ihr Fett weg. Die Namen Friedrich Merz und Wolfgang Clement fallen in diesem Kapitel häufiger als Füllwörter bei Stoiber-Reden. Der hierzulande aufgekeimte Lobbyismus betrügt hinterrücks die Demokratie – Fragen wie “warum wird der Lobbyismus vom Volk einfach hingenommen” tun sich auf. Nicht immer hat der Autor Jens Berger Antworten auf alle Fragen, doch seine fundierten Recherchen dokumentieren ein klares Bild der düsteren Entwicklungen in punkto “Lobbyismus”.
Deutschland im Fokus – wie gut sind wir?
Jens Berger hat das heutige Deutschland einer Prüfung unterzogen, und sein wenig schmeichelhaftes Ergebnis sachkundig und ausführlich in seinem Erstlingswerk niedergelegt. Berger verfolgt in diesem Buch, wie auch im Blog, spürbar den Anspruch, seinen Lesern komplexe politische und ökonomische Inhalte und Vorgänge auf verständliche Weise nahezubringen, was ihm – absolut betrachtet – gut gelingt. Das Buch prahlt mit einer Fülle von Informationen, die Texte sind sprachlich dicht, der Autor argumentiert sauber und klar, meist sachlich und ruhig, gelegentlich an passender Stelle auch ironisch bis sarkastisch – an einigen kann es passieren, dass man kräftig drauflos lachen muss. Diesen Beitrag weiterlesen »
„Goldene Morgenröte“ gründet erste Parteizelle in Deutschland!
Die nationalsozialistische griechische Partei „Chrysi Avgi“ (Goldene Morgenröte) soll nach einem Bericht des Nürnberger Bündnis Nazistopp die erste Parteizelle in Deutschland in der Stadt der Reichsparteitage gegründet haben. Mit einer eigenen Seite ist die Zelle auch im Internet präsent. Am 6. Mai vergangenen Jahres schaffte die ultrarechte Partei zum ersten Mal mit 21 Sitzen den Sprung ins griechische Parlament. Bei der Wahl am 17. Juni erhielten sie bei 6,9 Prozent Stimmenanteil 18 Sitze. Im Moment werden ihr bei Umfragen um die 12 Prozent der WählerInnenstimmen zugeschrieben. Im täglichen Leben fallen die Parteimitglieder durch Überfälle auf MigrantInnen und Linke und weiteren oft bewaffneten Gewalttätigkeiten auf.
Das Nürnberger Bündnis Nazistopp schreibt:
„Einem Internetauftritt und einem Hinweis aus der griechischen Linken (Syriza) zufolge gründete sich eine lokale Zelle der griechischen Neonazipartei „Chrysi Avgi“ (etwa: Goldene Morgenröte) Anfang Januar in Nürnberg. Zwei Texte auf der Neonazi-Homepage sind unterschrieben mit „Lang lebe unser Führer Nikolaos Michaloliakos“. Michaloliakos bestritt laut Medienberichten öffentlich den Holocaust und bezeichnete Hitler in einem Interview als eine „große Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts“ (www.focus.de, 15.5.12).
Übersetzte Textpassagen aus der oben erwähnten Homepage: „Die erste Zelle in Deutschland bzw. in ganz Westeuropa (Überschrift, Red.). Heute Nachmittag, den 07/01/2013, in NÜRNBERG, in DEUTSCHLAND, wurde die erste Tagung der neugegründeten ersten Zelle der goldenen Morgenröte in Westeuropa, abgehalten. Die Auslandsgriechen antworten auf die dreckigen Hippies und das Regime der demokratischen Diktatur in unserer Heimat. (…) Wir erwarten das Trompetensignal unseres Führers, NIKOLAUS MICHALOLIAKOS, um uns wie ein gewaltiger Strom auf der ganzen Erde auszubreiten und den Endsieg zu erzielen.“ Ziemlich antisemitisch wird es dann hier: „Also, ihr Zinswucherer versteht endlich, dass unsere Wut nicht mehr zurückgehalten werden kann. Meine Herren, Euer Ende ist so nah, dass ihr es schon spürt.““
Auf der Nürnberger Morgenröte Seite finden sich u.a. Links zur faschistischen Umwelt Bewegung Griechenlands sowie zur extrem rechten griechischen Frauenbewegung „whitewomenfront“. Diese wiederum verlinkt auf den NPD Frauenverband „Ring Nationaler Frauen“ (RNF). Die rechte griechische Umweltseite verweist auf internationale ultrarechte Umweltseiten und Magazine, so auch auf das deutsche ökofaschistische „Umwelt und Aktiv“. Gehostet wird die Seite über den Google Blog „Blogger“. Als Kontaktadresse ist genannt: xa.nurnberg@gmail.com Diesen Beitrag weiterlesen »
Der Storch bringt keine Kinder – Hebammenvergütung erhöhen und Geburtshilfe sichern!

Wer fürs Leben arbeitet, muss von der Arbeit leben können. Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/campact/7466135130/lightbox/
5300 – 5600€. So viel zahlt eine verbandslose Hebamme, die in der Geburtshilfe tätig ist, für ihre jährliche Berufshaftpflichtversicherung. Dabei liegt das durchschnittlich zu versteuernde Einkommen für eine Hebamme in Vollzeittätigkeit bei 14.150 € pro Jahr. Das bedeutet einen Stundensatz von 7,50 €. Steigt die oben genannte Summe an Versicherungsbeiträgen weiter an, wird sich jede Hebamme fragen, ob sie ihren Beruf weiter ausüben soll.
Konkrete Zahlen zur Situation der Hebammen gibt es kaum. Der Unterschied zwischen freiberuflichen und fest in einem Geburts- oder Krankenhaus angestellten Hebammen und denen, die direkte Geburtshilfe anbieten oder nicht, beeinflusst stark den Verdienst und die Belastung durch Berufshaftpflichtbeiträge. Nachdem das System der Hebammenvergütung mehrfach umgestellt wurde (Mindestvergütung, staatlich festgesetzte Gebührenordnung), wird seit 2007 die Vergütung der Hebammen je nach Leistung direkt zwischen den Hebammenverbänden und den Krankenkassen verhandelt. Dabei sind die Kassen verpflichtet, nur möglichst geringe Kostensteigerungen zuzulassen. Die Hebammen, deren Versicherungsbeiträge vor allem durch die hohen Kosten für mögliche Geburtsschäden und gestiegene Schadenersatzbeträge bei Gerichtsurteilen explodiert sind, können diese Kostensteigerungen damit nicht direkt an die Krankenkassen weitergeben. Diesen Beitrag weiterlesen »
Weltwirtschaft weiter in der Krise!

Symbol der Arbeitslosigkeit – Quelle:http://www.flickr.com/photos/moe/8322628/sizes/m/in/photostream/
Für viele Menschen in Europa wird immer deutlicher, dass es sich bei der aktuellen Krise des Kapitalismus nicht nur um eine kurzfristige Erscheinung handelt. Der aktuelle Bericht der Weltbank bestätigt diese Einschätzung und weist besonders für die “wohlhabenderen Länder”, Europa und Nordamerika, düstere Zukunftsprognosen aus, als noch vor 6 Monaten.
Laut ihrem aktuellen Bericht erwartet die Weltbank für 2013 nur noch ein Wachstum der Weltwirtschaft um 2,4 Prozent, in ihrem letzten Bericht war das Institut noch von einem Wachstum von 3,0% ausgegangen. Im vergangenen Jahr ist die Weltwirtschaft nur noch um 2,3% gewachsen, in vielen Ländern Europas ist die Wirtschaft sogar schwächer geworden. Für 2014 erwartet sie ein Wachstum von 3,1 Prozent und für 2015 von 3,3 Prozent. Dieses vorausgesagte Wachstum ist niedriger als die Schätzungen der Bank im vorherigen Bericht, der Mitte Juni 2012 erschien.
(Finanz-)Krise bleibt aktuell Diesen Beitrag weiterlesen »
Die Politik hätte viele Möglichkeiten, Polizeigewalt zu verhindern- Im Gespräch mit Karin Binder
Polizeigewalt ist ein wenig diskutiertes Problem in Deutschland, Amnesty International war die erste große Aktion, die sich der Thematik gewidmet hat. Karin Binder, Bundestagsabgeordnete der Linken, hat mit uns überPolizeigewalt in Deutschland und den Möglichkeiten diese zu verhindern, gesprochen.
Die Freiheitsliebe: In Deutschland hört man relativ wenig von Polizeigewalt, ist diese real vorhanden?
Karin Binder: Nur weil die Medien in Deutschland offenbar ungern über Polizeigewalt berichten, heißt das noch lange nicht, dass es sie nicht gibt. Die meisten Medien sind in der Hand von Konservativen und Neoliberalen, die kein Interesse daran haben, dass über Polizeigewalt in Deutschland berichtet und womöglich noch öffentlich diskutiert wird. Damit würde unsere Gesellschaft auf Probleme innerhalb unseres demokratischen Systems aufmerksam gemacht werden. Polizeigewalt ist in vielfältiger Form real vorhanden und zeigt sich nicht nur beim brutalen Vorgehen gegen DemonstrantInnen und dem Umgang mit dem Thema Meinungsfreiheit. Schikanöse Kontrollen und Inhaftierungen von MigrantInnen wegen Nichtigkeiten gehören ebenso dazu wie zum Beispiel Platzverweise gegen Jugendliche bei Aktionen zivilen Ungehorsams. Damit sollen Menschen eingeschüchtert und der Mut genommen werden, sich stärker für ihre Interessen einzusetzen, als dies dem Staat lieb ist.
Die Freiheitsliebe: Von Linken und Antifaschisten wird häufig auf Polizeigewalt auf Demonstrationen aufmerksam gemacht, in den Medien liest man wenig bis nichts über deren Berichte. Woher stammt der Unterschied? Diesen Beitrag weiterlesen »







