Artikel-Schlagworte: „Deutschland“
Grundeinkommen für alle? – Für die freie Entfaltung des Individuums
Die Idee des Grundeinkommens gewinnt immer mehr AnhängerInnen in Deutschland, aber auch die Kritik an diesem wird breiter und kommt nicht mehr ausschließlich aus dem neoliberalen Spektrum, wie Werner Halbauer in einem Beitrag gezeigt hat. Ralf Peter Engelke und Ronald Blaschke haben eine Antwort auf linke Kritik am Grundeinkommen verfasst, die die Unterschiede zwischen den verschiedenen Grundeinskommenspositionen deutlich macht und zeigt, dass das Grundeinkommen keine neoliberale Idee ist, die wirkliche Umgestaltung verhindert.
Einige Kritiken am Grundeinkommen haben erhebliche Schwierigkeiten beim Umgang mit gesellschaftlichen Alternativen und weisen ähnliche Mängel auf: Sie sind in sich widersprüchlich, kritisieren mit ihren Kritiken selbst eigene Ansätze. Sie stellen Grundeinkommenskonzepte falsch oder verkürzt dar. Eigene Alternativen zum Grundeinkommen werden dagegen unkritisch argumentiert. Diese drei Mängel weist auch der Beitrag von Werner Halbauer zum Grundeinkommen auf.
Ein solcher Diskussionsstil erschwert eine sachliche Auseinandersetzung und die gemeinsame Suche nach tragfähigen Konzepten zur Veränderung der Gesellschaft. Darüber hinaus meinen wir, dass Werner Halbauer eine verkürzte Rezeption und Interpretation grundlegender Marxscher Ansätze und programmatischer Aussagen der Partei DIE LINKE vornimmt und dadurch auch eine falsche taktische und strategische Ausrichtung linker und LINKER Kämpfe formuliert.
Mindestlöhne nötig Diesen Beitrag weiterlesen »
Islamfeindlichkeit als bürgerliches Erfolgskonzept für die Rechte
Etwas mehr als drei Jahre ist es her, dass Deutschland über Thilo Sarrazins sozialchauvinistisches Buch „Deutschland schafft sich ab“ diskutierte. Die Diskussion wurde bestimmt von Medien, die der Meinung waren, dass man die falschen Fakten gegenüber Muslimen „wohl noch äußern dürfte“.
Sarrazins Worte wurden nicht nur aufgegriffen von neokonservativen Kreisen, die das Konstrukt eines „christlich-jüdischen Abendlands“ vor den Muslimen „verteidigen wollten“, sie wurden auch aufgegriffen von Neofaschisten und Rechtspopulisten, die nach dem Erfolg des Buchs mit Sarrazins Buch und seinen Thesen warben.
Islamfeindlichkeit in der bürgerlichen Mitte
Das Ausmaß der Islamfeindlichkeit in Deutschland hat eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung gezeigt. Mehr als fünfzig Prozent der Menschen in Deutschland halten den Islam für eine Religion, die nicht mit der deutschen Gesellschaft vereinbart werden kann, die Mehrheit der Bevölkerung ist ebenfalls der Meinung, dass die Muslime in Deutschland zu viele Forderung stellen würden und knapp die Hälfte denkt, dass es zu viele Muslime in Deutschland gibt. Die Vorurteile gegen Muslime kommen nicht von ungefähr, so ist die Gleichsetzung von Frauenunterdrückung und Islam in den Medien allgegenwärtig. Die negative Berichterstattung über Muslime ist deutlich präsenter als eine positive Berichterstattung. Jede Woche lassen sich dutzende Beispiele in den Medien finden, in denen Muslimen direkt oder indirekt vorgeworfen wird, dass sie den deutschen Staat ausnutzen und somit den „Deutschen“ schaden. Diesen Beitrag weiterlesen »
„Deutschland gegen Multi-Kulti“ fordert Völkermord an Muslimen
Die Facebookseite „Deutschland gegen Multi-Kulti“ ist ein rassistisches „Facebookphänomen“, die Seite mit mehr 11.000 likes glänzt vor allem mit Rassismus gegen Minderheiten, denen die Machtübernahme Deutschlands vorgeworfen wird. Vor wenigen Wochen viel die Facebookseite mit einem Bild auf, dass die LeserInnen auffordert nicht mehr bei Muslimen zu kaufen, nun hat die Facebookseite ein neues Bild veröffentlicht, dass zum Völkermord gegen Muslime aufruft.
Der Text des neuen Bildes ist dabei nochmal eine Stufe heftiger, als der offen rassistische Aufruf nicht bei Muslimen zu kaufen.
„Liebe Muslime,
die Juden hat auch mal eine große Fresse und glaubten, die könnten alles übernehmen, dass Deutschland ohne Juden nicht funktionieren würde. Die haben aus der Vergangenheit gelernt und sich seitdem zurückgehalten. Das nehmen wir wohlwollend zur Kenntnis. Laut Statistischem Bundesamt nähern wir uns der Marke von 6 Millionen Muslimen in Deutschland. Ihr wisst, was das bedeutet,“ heißt es in dem Text, der einen Aufruf zum Völkermord darstellt.
Die Seite hat mit diesem Aufruf wieder einmal gezeigt, dass man mit antimuslimischem Rassismus in Deutschland viel zu Stimmung erhalten kann. Das Bild hat über 290 Likes und wurde mehr als 120 geteilt, ohne, dass Facebook es bisher gelöscht hat. Auch die Tatsache, dass der jüdischen Bevölkerung die Schuld gegeben wird am Holocaust stellt ein Verbrechen dar, welches auf Facebook offen artikuliert wird!
Lehren und Widerstand!
Das es mehr als 68 Jahre nach dem Holocaust nun wieder Gruppen gibt, die einen neuen Völkermord fordern zeigt, dass die Lehren aus der Geschichte noch nicht bei allen angekommen sind.
Wir rufen euch dazu auf das Bild und die Seite zu melden, gegen antimuslimischen Rassismus und Antisemitismus vorzugehen und aufzuschreien, wenn in Deutschland zu Gewalt und Völkermorden aufgerufen wird.
Wir bitten außerdem alle LeserInnen eine Strafanzeige lt. § 130 StGB zu stellen, egal ob es Erfolgsaussichten hat oder nicht (Das geht auch online). Die Chancen stehen eigentlich nicht schlecht. Die Anzeige sollte nicht nur gegen die Betreiber der FB-Seite erfolgen, sondern auch gegen die Personen, die das Foto und die Aussage gut finden. Sie machen sich zum Mittaeter, in dem sie diese Volksverhetzung beklatschen und den Aufruf unterstützen.
Wendet euch auch an die Presse und probiert weitere Organe darauf aufmerksam zu machen, in dem ihr ihnen diesen Link schickt und einen kurzen Text.
Den Westen (WAZ, NRZ) erreicht ihr hier .
Den Tagesspiegel über diese beiden Emails: redaktion@tagesspiegel.de leserbriefe@tagesspiegel.de
Die Frankfurter Rundschau über dieses Kontaktformular.
Die TAZ ebenfalls über das Kontaktformular.
Euer Freiheitsliebeteam
Kriegswaffen grundsätzlich nicht exportieren!
Der Bund für soziale Verteidigung hat für den kommenden evangelischen Kirchentag eine Resolution verfasst, die die Exporte von Kriegswaffen und Rüstungsgütern verhindern soll. Wir dokumentieren die Resolution “Kriegswaffen und Rüstungsgüter werden grundsätzlich nicht exportiert!”
Der Bund für soziale Verteidigung, eine Organisation, die sich gegen jegliche Form von Krieg und Militarismus stellt, hat die vorbereitete Resolution, die ein Verbot von Kriegswaffen und Rüstungsgütern zur Folge haben soll, an die BesucherInnen des Kirchentages gestellt.
Die Begründung:
Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur. Über 40 Prozent der Einzelgenehmigungen von Rüstungsexporten betreffen Staaten außerhalb der EU und der NATO. Dieser Anteil stieg von 2010 bis 2011 um über 10% an. Dies zeigt eine Tendenz, Waffen in Drittländer zu exportieren, die hinsichtlich des EU-Verhaltenskodexes für Rüstungsexporte als höchst problematisch einzustufen ist. Dieser Wandel in der deutschen Rüstungsexportpolitik hat tiefgreifende Folgen. Zu den Empfängern deutscher Waffen, Rüstungsgüter und Lizenzen zählen u.a. Diktaturen und autoritäre Regime, die die Menschenrechte mit Füßen treten. Mit Rüstungstransfers werden häufig bestehende Konflikte weiter angeheizt – finanzielle Mittel für Bildung und Armutsbekämpfung fehlen. Diesen Beitrag weiterlesen »
Amazon-Beschäftigte treten in den Streik

Ein Amazon-Werk; Quelle: http://www.flickr.com/photos/scottishgovernment/6352123713/sizes/m/in/photostream/
Erstmals wollen Beschäftigte bei Amazon in einem deutschen Werk streiken. Bei einer Urabstimmung im Leipziger Logistikzentrum des Online-Versandhändlers sprachen sich 97 Prozent der Verdi-Mitglieder für Arbeitsniederlegungen aus.
Amazon stand am Anfang des Jahres im Kreuzfeuer der Medien, als die ARD eine Dokumentation über die Situation der Leiharbeiter veröffentlichte. Ein Unding, da werden Menschen von Leiharbeiterfirmen an Unternehmen verliehen. Begriffe wie moderner Sklavenhandel fielen dabei. In der Tat sind die Bedingungen der Beschäftigten schlecht und es ist wichtig, dass die Arbeiter sich gegen die schlechten Bedingungen wehren. Was der Dokumentation allerdings fehlte, war der Blick für das Ganze – Leiharbeit ist nicht nur bei Amazon ein großes Thema. Auch viele andere multinationale Konzerne profitieren von der Leiharbeit. Nichtsdestotrotz wurde das Thema “Leiharbeit” wieder in den Fokus gerückt und sicherlich hat die Dokumentation ihren Anteil daran, dass nun gestreikt werden soll. Wann allerdings die Arbeit niedergelegt wird, wollte Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago am Freitag nicht sagen.
Verhandlungen über Tarifvertrag
Am größten deutschen Standort in Bad Hersfeld (Hessen) wird nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Montag ein letzter Versuch für Verhandlungen über einen Tarifvertrag gestartet. Bernhard Schiederig, Fachbereichsleiter Handel bei Verdi-Hessen, schätzt die Chancen auf greifbare Ergebnisse aber als gering ein. „Bislang verhandeln wir lediglich darüber, worüber eigentlich verhandelt werden soll“, sagt Schiederig der Berliner Zeitung. Beobachter rechnen damit, dass auch dort in den nächsten Wochen eine Urabstimmung über einen Streik eingeleitet werden könnte.
Konzerninternes Entgeltsystem Diesen Beitrag weiterlesen »
Wirtschaft zwischen Demokratie und Verbrechen – Grundzüge einer Kritik der kriminellen Ökonomie
Marxisten und andere Kapitalismuskritiker wirken sehr hilflos, wenn sie öffentlich zu den wirtschaftskriminellen Praktiken von Banken, Versicherungen und Konzernen der «Realwirtschaft» Stellung beziehen. Wie der klassische Kleinbürger beschränken sich die meisten auf Kritik am versagenden Staat, an der Pseudodemokratie, an käuflichen Parteien, Abgeordneten und Beamten. Oder aber sie beschimpfen Vorstandsvorsitzende und Aufsichtsräte als geldgierig und gewissenlos.
Die systematische Kritik der kriminellen Ökonomie rückt – was in einem noch so unzulänglichen Rechtsstaat unumgänglich ist, aber bisher allenfalls mal am Rande diskutiert wird – das Wirtschaftsstrafrecht in den Mittelpunkt. Damit erübrigt sich zwar nicht, immer wieder die Eigentumsfrage grundsätzlich zu stellen. Aber das bisher völlig unzureichende Wirtschaftsstrafrecht – allerdings in unauflösbarer Verbindung mit der ebenfalls kaum noch kämpferisch vertretenen Forderung nach mehr und besseren Mitbestimmungsrechten der Nichtkapitalisten – gehört zur Eigentumsfrage. Hier wird zunächst nicht mehr über Enteignung, sondern über schrittweise Entmachtung gesprochen. Denn Verfügungsgewalt über Eigentum, ob staatliches oder privates, kommunales oder genossenschaftliches, sozialistischen oder kommunistisches, ist Macht. Und Macht kann jederzeit missbraucht werden. Ihre Einschränkung durch wirtschaftsdemokratische Rechte von Nichteigentümern, ob beschäftigte Arbeiter, Angestellte, Beamte, ob Arbeitslose, noch nicht oder nicht mehr Arbeitsfähige, auch partei- und verbandsunabhängie Organisationen, müssen (zum Beispiel durch die Einrichtung überbetrieblicher Kapitalkontrollräte) rechtlich befugt sein, die Rechtmäßigkeit wirtschaftlicher Entscheidungen zu überprüfen und auch wirksam zu stoppen. Solche Kapitalkontrollräte müssten für jede Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung (also auch für künftige sozialistische) gefordert und erkämpft werden.
Parteien, die sich – mit Blick auf die Sozial- und Umweltschädlichkeit der aktuellen kriminellen Ökonomie – diese Forderung auf ihre Fahnen schreiben, kann nicht mehr nachgesagt werden, sie hätten keine Vision. Wenn überhaupt, haben nur sie eine Zukunft, die über den Kapitalismus hinausweist. Es macht Sinn, die Kritik der kriminellen Ökonomie als Dritte Aufklärung zu beschreiben. Die erste bekämpfte die «selbstverschuldete Unmündigkeit» der Menschen, die zweite, für die Marx und die Arbeiterbewegung stehen, kämpft gegen die fremdverschuldete Unmündigkeit, die Entmündigung derer, die über kein Eigentum verfügen. Beide scheiterten auf halben Weg, weil sie ihre eigene Klasse für unfehlbar, für integer hielten. Die dritte Aufklärung kämpft gegen kriminelles Wirtschaften, gegen Missbrauch wirtschaftlicher Macht. Und sie setzt nicht am Staat an, sondern nimmt direkt die demokratiefreien Herrschaftsbereiche ins Visier, die wir Chefetagen nennen und als Kommandobrücken derer kennen, die, wenn sie es bis ganz oben geschafft haben, ganz gleich, welche Religion oder Weltanschauung sie haben, welcher Partei, welchem Verband oder welcher Gewerkschaft sie angehören, sich mit Hilfe der ihnen zugebilligten Machtbefugnisse zu Diktatoren entwickeln.
Der Kapitalismus ist auch ohne Wirtschaftskriminelle eine Gefahr für Mensch und Natur, Demokratie und Kultur, aber es sind die Wirtschaftskriminellen, die verhindern, dass die sozialen Kämpfe, die gesellschaftliche Entwicklung, die Friedensbemühungen und menschenrechtlichen Fortschritte sich festigen und vergesellschaftet werden können.
Hans See ist Mitglied bei Business Crime Control und war Mitherausgeber der Zeitschrift «Demokratisches Gesundheitswesen» und ist Herausgeber der Zeitschrift «Big Business Crime».
Diskussion / Vortrag
08.04.2013 | 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr
Kultur- und Congress-Centrum Graf-Zeppelin-Haus, Kapitän-Lehmann-Zimmer , Friedrichshafen
Mit Prof. Hans See
Hauptschüler – Zur gesellschaftlichen Produktion von Verachtung.
Bei der vorliegenden Arbeit von Stefan Wellgraf „Hauptschüler“ mit dem Untertitel „Zur gesellschaftlichen Produktion von Verachtung“, handelt es sich um eine an der Universität Frankfurt/ Oder vorgelegte Dissertation. Dennoch sollte man sich nicht vom wissenschaftlichen Anspruch dieser Arbeit abschrecken lassen, da das Thema verständlich und sehr gut recherchiert vorgestellt wird.
Die Arbeit basiert auf einer anderhalbjährigen Feldforschung mit Hauptschülern in West- und Ostberlin in den Jahren 2008/9. Im Jahre 2010 wurde dann in Berlin die Hauptschule abgeschafft. In einigen Bereichen zieht der Autor zum Vergleich Gespräche mit Schülern eines Berliner Gymnasiums heran.
Wellgraf unterteilt seine Studie in zwei Schwerpunkte „Selbstwahrnehmungen und kulturelle Praktiken“ sowie „Repräsentationen – Macht – Kritik“.
Der erste Schwerpunkt „Selbstwahrnehmung und kulturelle Parktiken“ beruht zu einem grossen Teil auf Gesprächen mit den Schülern. Er ist gliedert sich in diverse Kapitel. So hinterfragt der Autor im Kapitel „Soziale Beziehungen“ die Vorstellungen der Schüler von Freundschaft, Liebe und Anerkennung . Hierbei stellt der Autor fest, dass Liebesbeziehungen für die Schüler eine zentrale Rolle für ihr Selbstverständnis spielen. Diese helfen, das Gefühl der Ausgrenzung zu kompensieren und stellen eine „Ressource emotionaler Wertschätzung“ dar. Besonders interessant war das Kapitel „Nach der Schule – Wege und Zukunftsvorstellungen“ in dem verdeutlicht wird, wie die Schüler den Übergang von der Hauptschule ins Berufsleben erfahren. Diesen Beitrag weiterlesen »
Sanktionen sind Gift für die Gesellschaft
Die Sanktionen gegen den Iran werden von großen Teilen der westlichen Welt mitgetragen, Widerstand dagegen leisteten vor allem linke und sozialistische Parteien. Mit dem Beginn der Verhandlungen mit dem Iran äußert auch die deutsche Sektion der IPPNW (Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges ) deutliche Kritik an den Sanktionen und der deutschen Iran-Politik.
Die Organisation appelliert nach den Verhandlungen an Außenminister Guido Westerwelle, sich für eine Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran stark zu machen. In einer Pressemitteilung der Organisation heißt es: “Sanktionen sind kontraproduktiv für eine Lösung des Irankonflikts, denn sie treffen hauptsächlich die Zivilbevölkerung. Erfahrungen mit den Sanktionen gegen den Irak lehren zudem, dass sie Teil einer Eskalationsspirale sind, die in einen Krieg münden kann. Die IPPNW fordert stattdessen schon seit Langem einen Stopp des Rüstungsexports in die Region sowie Verhandlungen über eine Zone frei von Massenvernichtungswaffen im Nahen und Mittleren Osten.” Eine Forderung, die auch letztes Jahr eine internationale Konferenz über den Nahen Osten hatte, die allerdings von Israel boykottiert wurde.
„Sanktionen sind weder in politischer noch in gesellschaftlicher Hinsicht eine Heilung versprechende Medizin, sondern eher ein langsames Gift. Die laut US-Präsident Obama härtesten Sanktionen, die je in der Geschichte auferlegt wurden, treffen die einfachen Menschen in Iran und nicht etwa das Regime. Die Zivilbevölkerung leidet massiv unter den Folgen, der Humus der Zivilgesellschaft wird langsam aber sicher ausgetrocknet. Somit wächst der Machtvorsprung des Staates gegenüber zivilgesellschaftlicher Widerstandskraft“, kritisiert der deutsch-iranische Politologe Ali Fathollah-Nejad. Wie auch zunehmend in den USA zugegeben werde, sei diese Druck- und Drohpolitik gegen Iran gescheitert. Diesen Beitrag weiterlesen »
Länger arbeiten kostet Geld
In Deutschland arbeiten die meisten Menschen immer länger, der Unterschied zwischen Armen und Reichen wird auch deswegen immer größer. Einst haben die Gewerkschafter gefordert, dass die Arbeitszeit verkürzt wird, inzwischen halten sich die meisten Gewerkschaften mit solchen Forderungen zurück, teilweise akzeptieren sie sogar längere Arbeitszeiten, wenn dafür Arbeitsplätze “gesichert werden”. Am vergangenen Montag haben nun verschiedene WissenschaftlerInnen und PolitikerInnen in einem offenen Brief kürzere Arbeitszeiten gefordert
und damit der Debatte über gerechtere Verteilung von Kapital und Freizeit eine neue Basis verschafft.
Ihre Forderung ist dabei nicht so neu, wie ein Linksruck-Interview mit Rainer Roth, Professor für Sozialwissenschaften an der FH Frankfurt am Main und Autor des Buches „Nebensache Mensch : Arbeitslosigkeit in Deutschland.“ zeigt.
Bund, Länder und Kommunen wollen die Arbeitszeiten im öffentlichen Dienst verlängern. Was bedeutet das für die Menschen, die im öffentlichen Dienst arbeiten?
Sie werden für dasselbe Geld 41 oder 42 Stunden arbeiten müssen. Das ist eine massive Lohnkürzung. Außerdem wird ihnen die Arbeitszeitverlängerung viel Motivation nehmen. Der Druck zur Arbeitszeitverlängerung geht aber noch weiter. Man sollte nicht glauben, dass Ruhe einkehrt, wenn man jetzt die Verlängerung schluckt.
Das Kapital verlangt eine weitere Senkung der Steuersätze und die Abschaffung der Gewerbesteuer. Das wird die Krise der Staatsfinanzen weiter verschärfen. Zweck der Arbeitszeitverlängerung ist es, Kosten zu sparen, indem Stellen gestrichen werden. Diesen Beitrag weiterlesen »
Wer beaufsichtigt die GEMA ? Wird sie beaufsichtigt?
Die GEMA ist unbeliebt. Die GEMA ist Gegenstand von zahlreichen Beschwerden, Petitionen und Klagen. Auch bei Kulturschaffenden, deren Interessen sie ja eigentlich vertreten soll, hat sie einen schweren Stand. Weil das Thema wiederholt bei uns im Petitionsausschuss des Bundestages landete, habe ich versucht, mit einer „Kleinen Anfrage“ etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Das Ergebnis ist ernüchternd.
Über 190.000 Bürgerinnen und Bürger haben sich in den vergangenen zehn Jahren beim Petitionsausschuss des Bundestages über die GEMA beschwert. Eine außergewöhnlich hohe Zahl. Zwei öffentliche Ausschusssitzungen in der selben Legislaturperiode zum gleichen Thema wurden so erzwungen. Das gab es noch nie.
Wirklich erstaunlich, dass nur 323 Beschwerden über die GEMA in diesem Zeitraum beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) – der offiziellen staatlichen Aufsichtsbehörde – eingegangen sein sollen.
Interessant ist, dass das DPMA keine Statistik zu den Beschwerdegründen, eigenen Beanstandungen und Verwicklung der GEMA in Gerichtsverfahren führt. Sieht so staatliche Aufsicht aus? Nur 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim DPMA beaufsichtigen alle deutschen Verwertungsgesellschaften. Das sind neben der GEMA noch elf weitere Verwertungsgesellschaften für die Bereiche Wort, Bild, Film und Fernsehen. Diesen Beitrag weiterlesen »








