Artikel-Schlagworte: „boykott“

Kommt nach vorne – Gemeinsam für Tim!

Tim ist nur die Spitze des Eisbergs, unser Recht auf Widerstand ist nur ein scheiß Wert”, rappt Holger Burner auf seinem neuen Song “kommt nach vorne”, in dem er die Folgen der Kriminalisierung von Tim H. verarbeitet. In den Wochen seit Tim verurteilt wurde, hat der Widerstand gegen die Bestrafung von Tim immer mehr an Kraft gewonnen. Es ist Zeit, dass die deutsche Politik endlich zeigt, dass Faschismus und nicht der Widerstand dagegen ein Verbrechen ist.

Solidarisiert euch mit Tim!

 

Boykott – Solikonzert des rappenden Punks

Solikonzert - Boykott

Solikonzert – Boykott

„Alte Schule, neue Schule, die Grenzen verwischen. Bin ich Hip Hop, bin ich Punk, ich bin irgendwas dazwischen. Und jetzt kommt mir nicht mit deutscher Rap, die Scheisse macht mich krank. Ich bin kein Rapper, ich bin Deutschlands best rappender Punk “

Boykott rappt in seinem ersten Track „Rappender Punk“ seines Zweiten Albums „Solikonzert“ darüber, dass er kein Hip Hopper ist, sondern ein rappender Punk. Den unterschied sieht er darin, dass er mit seiner Musik nicht auf Erfolg aus ist, sondern seinen Teil zur Gesellschaft beitragen will („Mach das hier mein Leben lang, auch wenn ich nicht davon leben kann. Es reicht mir völlig, wenn ich Euch etwas dafür geben kann […]Der Erfolg bleibt so weit weg, ich mach das hier nur für Euch“). Boykott übt Kritik am Mainstream Rap, so sagt er z.B. „, der will uns doch verarschen, der kommt in seinen Lyrics aus ohne Ficken und Blasen.“ Dieser Song verdeutlicht sehr gut, dass Boykott nicht für Geld und/oder Fame rappt, sondern um bestimmte Messages mit seiner Musik zu transportieren. Diesen Track als Einstieg in sein zweites Album zu wählen, ist sehr geschickt. Dadurch macht der Artist nämlich seine Intention deutlich. So würde Boykott wahrscheinlich auf die von Savas in die Rap Community geworfene Frage „Warum Rappst Du?“ mit „Um etwas zu verändern“ antworten. Dadurch hebt sich Boykott vom vielen Rappern ab. Besonders interessant am Beat ist der Bruch nach 2/3 des Tracks, von einem Beat, der gute Laute verbreitet und zum Feiern einlädt, hin zu einem Beat, der eine ernsthafte und aggressivere Stimmung verbreitet. Die Thematik bleibt dieselbe, jedoch verleiht dieser Bruch dem Track einen gewissen Nachdruck.

 

„Es fühlt sich gut an, was ich bewege mit Rap. Wir stehen hier auf der Bühne für einen guten Zweck. Doch wenn ich ehrlich bin, geht das nicht so oft, denn auch wir haben laufende Kosten […], auch die Musik ist Zeit- und vor allem Kostenintensiv. Und immer nur reinzustecken ist auf Dauer ziemlich mies, also ist ein Kompromiss der einzige Ausweg. Das heißt, dass ich gerne, aber nicht immer soli aufdreh. Ich bin solidarisch, was geht mit dir? Bist auch solidarisch mit mir?“ Der zweite Track „Solikonzert“ greift die Kostenthematik auf. Boykott betont mehrmals, dass er gerne Anfragen auf Soli Konzerte zustimmt, auch wenn er keine Gage dafür bekommt. Das ist tatsächlich sehr solidarisch von ihm, jedoch hat jede Medaille seine zwei Seiten. So ist in diesem Fall die zweite Seite das Problem der Kosten. „Musik ist Zeit- und vor allem Kostenintensiv“ bringt es sehr gut auf den Punkt. „Was zu essen kommt nicht allein aufn Tisch. Auch die Miete zahlt sich von allein leider nicht“. Es wird deutlich, dass Boykott kaum lebensnotwendige Kosten mit seiner Musik decken kann, geschweige denn in Luxus leben kann (was er sicherlich selbst ablehnen würde). Er macht den Zuhörer auf diese Problematik aufmerksam, ohne wirklich fordernd zu werden. Er bringt authentisch rüber, dass ihm die Musik und die damit verbundende Message im Vordergrund steht, jedoch wie jeder (nicht groß bekannte) Künstler irgendwie die Lebenserhaltungskosten decken muss. Dies ist ein Problem vieler Rapper, selbst solcher, die weit mehr Klicks auf Youtube haben als Boykott. An dieser Stelle sollte eins gesagt werden: Wenn Ihr seine Musik feiert, kauft sein Album: http://www.boykottone.de/shop . Solidarität sollte weit genug gehen, um 12€ inkl. Versand abzudrücken, um einen linken Künstler zu unterstützen, der gute Musik macht. Abschließend zu dem Track: Die Beat ist gut, die Geigen passen und Boykott flowt den ganzen Track über gut. Diesen Beitrag weiterlesen »

Jenaer Oberbürgermeister fordert Boykott von israelischen Siedlungsprodukten

Besatzung schmeckt bitter -Quelle: paxchristi.de

“Besatzung schmeckt bitter” so lautet ein Aufruf von Pax Christi, der die Kennzeichnung von Produkten aus israelischen Siedlungen fordert. Eine Forderung, die im Einklang steht mit europäischen Gerichtsurteilen, mit dem Menschenrecht und der UN-Kommission, welche Israel Siedlungen alle als illegal und gegen das Völkerrecht bezeichnen. In Deutschland und vor allem in Jena ist nun eine Debatte um den Aufruf entstanden, weil der Jenaer Oberbürgermeister, Albrecht Schröter, zu den Unterzeichnern gehört.

Der Aufruf wird harmlos eingeleitet und bleibt es auch: “pax christi fordert eindeutige Kennzeichnung der Waren aus israelischen Siedlungen Angesichts der derzeitigen unklaren Deklarierung empfiehlt die Nahostkommission Kaufverzicht” Pax Christi fordert damit eine Kennzeichnung wie sie schon in vielen Ländern üblich ist.

Kaufverzicht als Empfehlung Diesen Beitrag weiterlesen »

Um Israel zu retten, boykottiere die Siedlungen

Früher und heute

An einen demokratischen jüdischen Staat zu glauben, ist so, als sei man zwischen die Klemmbacken einer Kneifzange geraten.
Einerseits löscht die israelische Regierung die „grüne Linie“, die das eigentliche Israel von der Westbank trennt. 1980 lebten etwa 12 000 Juden in der Westbank (einschließlich Ostjerusalem). Heute haben Regierungs-Subventionen geholfen, dass die Anzahl auf mehr als 300 000 gestiegen ist. Tatsächlich zeigen viele israelische Karten und Schulbücher die Grüne Linie nicht mehr.

2010 nannte Israels Ministerpräsident B. Netanjahu die Siedlung Ariel, die sich weit in der Westbank erstreckt, „das Herz unseres Landes“. Mit seiner Pro-Siedler-Politik baute er eine politische Entität zwischen dem Jordan und dem Mittelmeer auf – eine Entität von zweifelhafter demokratischer Legitimität, angesichts der Tatsache, dass Millionen Palästinenser der Westbank von der Staatsbürgerschaft und dem Recht zu wählen, von dem Staat, in dem sie leben, ausgeschlossen werden. Diesen Beitrag weiterlesen »

Der Ausschluss der Israelkritiker – Das Wirken des BAK Shalom

Claus Stephan Schlangen ist ein engagiertes Mitglied der Linkspartei, wie viele andere zählt auch er sich zum antiimperialistischen Spektrum und lehnt jede Form von Krieg und Gewalt ab. So kritisiert er auch die Gewalt von israelischen Siedlern und der israelischen Armee gegen Palästinenser, aber auch die Gewalt der Hamas gegen Israelis, wegen seiner Kritik soll er nur aus der Linken ausgeschlossen werden.

Die Linke ist eine pluralistische Partei, die allen Menschen offen steht, die den Wunsch haben sich für eine Welt einzusetzen, die nicht von den Interessen des Kapitals bestimmt ist und in der jeder Mensch unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Religion sein Leben leben kann. Die Wahrung des Friedens und der Einsatz und die Stärkung der Friedensbewegungen weltweit zählt ebenfalls zu den Zielen der Linkspartei, genau für diese Ziele hat sich Claus Stephan Schlangen eingesetzt.

Wieso ein Ausschluss Diesen Beitrag weiterlesen »

Musik kann politisches Bewusstsein schaffen – Im Interview mit Boykott

Boykott

Vor wenigen Tagen haben wir eine Review zu “Angriff – Die beste Verteidigung” geschrieben, nun sprachen wir mit Boykott über politischen Rap und den Wunsch etwas in unserer Gesellschaft zum besseren zu verändern.

Die Freiheitsliebe: Wieso trägt dein Album den Namen “Angriff – Die beste Verteidigung”?
Boykott: Songs wie Friedlich?!, Bulle, Mein Debüt und Integrationsproblem gehen sehr stark nach vorne und ich fand es sehr schwer das zu beschreiben.  Ein Album braucht eine Maske und wir haben lange überlegt, welcher Titel das Album wohl am besten beschreibt. Wie ich genau auf den Titel gekommen bin, kann ich nicht sagen. Bei den meisten Alben hat man einen Song, der sich im Albumtitel widerspiegelt, bei diesem Album ist, dass nicht der Fall. Der Grundgedanke war, dass ich mit diesem Album eine härtere Gangart fahren wollte, was du auch in dem Review auch erkannt hast. Der Titel “Angriff – Die beste Verteidigung” zeigt auch diese Wut, die ich und viele Menschen in sich tragen. Das Album soll zeigen, dass man nicht warten kann damit sich etwas verändert, sondern man aktiv etwas tun muss.
Die Freiheitsliebe: Du kritisiert, dass die Menschen in Deutschland zu passiv sind, hast du die Hoffnung mit deinem Album das zu verändern? Diesen Beitrag weiterlesen »

Angriff ist die beste Verteidigung – Wut auf das System

Boykott

“Ich bin für eine Gesellschaft ganz ohne Vorurteile, für Angestellte mit Anspruch auf Gewinnanteile, ich bin gegen Bundeswehr, gegen Militär, gegen Sprüche wie” mit Uniform da bist du wer”,” so rappte der linke Rapper Boykott auf dem Song “Standpunkt”. Diese Zeilen verdeutlichen gut, in welche Richtung sein Album “Angriff – Ist die beste Verteidigung” geht.

Der erste Song des Albums trägt den Namen “Mein Debut” und soll den Einstieg in das Album bieten, bei dem Song schwankt der Rapper allerdings zwischen Ich und Wir und trägt somit nicht dazu bei, dass der Song den Einstieg erleichtert.  Der Flow im Refrain mag überzeugen, das ganze Lied tut dies nicht!

“Keiner denkt hier an Menschen, alle denken nur an ihre Grenzen” so der Refrain des Songs “Integrationsproblem”. Boykott trägt  in dem Song die Kritik an der Ausgrenzung von Menschen in unserer Gesellschaft vor. Dabei erkennt man die Wut, welche er in sich trägt, doch diese trägt dazu bei, dass der Song im Ohr bleibt! Diesen Beitrag weiterlesen »

Die Geschichte von Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen – Teil 2

BDS

Im März 2006 veröffentlichte Shir Hever von „The Alternative Information Center (AIC)“ eine Tiefenanalyse der Abhängigkeit Israels von der globalen Wirtschaft und seine Verletzlichkeit als Auswirkung der BDS-Kampagnen dagegen. Die Schlussfolgerung seiner Analyse ist gerade heraus: „Internationales Zögern, israelische Waffen zu kaufen oder Waffen nach Israel zu verkaufen, werden Israel ermutigen, gewaltlose Wege zum Umgang mit den Palästinensern zu finden“. (42)

Im Mai 2006 drückte ich, dem Ruf der Palästinenser folgend, die Unterstützung eines umfassenden Boykotts Israels aus, einschließlich akademischem Boykott. (veröffentlicht durch „Yediot Acharonot)
(43).

Im Mai 2006 sandte die feministische Organisation „New Profile“ einen Brief um Unterstützung an die Presbyterian Church USA (PCUSA), der von der Aktivistin von New Profile, Dr. Dorothy Naor, initiiert wurde, in dem die Absicht dargelegt wurde, die Politik des selektiven Investitionsstopps als Mittel für Frieden zwischen Palästinensern und Israelis anzuwenden. „Wir unterstützen lebhaft ein solches Bemühen und hoffen, dass PCUSA tatsächlich einen Investitionsstopp als gewaltloses Mittel, um die Besetzung der Palästinenser und ihres Landes durch Israel zu beenden, aufnimmt“. (44) Diesen Beitrag weiterlesen »

Die Geschichte von Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen – Teil 1

BDS

Das Aufkommen der israelischen Bewegung, Boykott, Divestment und Sanktionen (BDS) ist durch eine Reihe von Faktoren beeinflusst worden. Im Wesentlichen ist in Israel die Bewegung jedoch reaktiv – eine Antwort auf (a) internationale Aufrufe, die Traumata folgen und (b) Ideen, vor allem jene, die das südafrikanische Modell in den internationalen und israelischen Diskurs brachten; und vielleicht am Bedeutendsten, sie entwickelte sich als Antwort auf Aufrufe von Palästinensern an die internationale Gemeinschaft, Israel zu boykottieren, sich wirtschaftlich von ihm zu trennen und zu sanktionieren. Auch wenn die Geschichte der BDS-Bewegung in Israel hier chronologisch überblickt wird, nehme ich an, dass all diese Faktoren miteinander wirkten und zusammen die Entwicklung der BDS-Bewegung international und in Israel beeinflussten.

Die größere Rolle der israelischen BDS-Bewegung ist die gewesen, die internationale BDS-Aufrufe gegen Israel unterstützten und sie nicht als antisemitisch legitimierten, dass sie nicht gegen Israelis ist, sondern gegen die israelische Regierungspolitik, und so legitime gewaltfreie Mittel unterstützt, durch die die palästinensische Zivilgesellschaft die Rechte und Freiheit ihres Volkes reklamieren kann. Außer der Solidarität mit den Palästinensern ist hinter der israelischen BDS-Bewegung als treibende Kraft die Erkenntnis der kriminellen Besatzung und Unterdrückung des palästinensischen Volkes gewesen, wie sie von israelischen Regierungen praktiziert und ohne internationalen Druck nicht beseitigt wird. Diesen Beitrag weiterlesen »

Das Ziel muss die Überwindung des Kapitalismus sein -Interview mit Nele Hirsch zur AKL und der Programmdebatte in der Linken

Anitkapitalistische Linke

Das Team der Freiheitsliebe hat sich überlegt mit VertreterInnen der verschiedenen Strömungen innerhalb der Linken zu sprechen.  Vor wenigen Tagen haben wir mit einem Vertreter der KPF und Julia Bonk von der EmaLi gesprochen, nun haben wir uns mit Nele Hirsch, Mitglied des Koordinierungskreises der AKL, unterhalten*

Die Freiheitsliebe:  Was sind die grundsätzlichen Ziele der Antikapitalistischen Linken (AKL)?

Nele Hirsch: Erst einmal muss man sagen, dass die AKL gar keine Strömung ist, zumindest im Sinne des Parteistatus. Die AKL ist ein Netzwerk von Menschen, welche sich bei der Gründung der Linken zusammengesetzt hatten. Für die Linke in der Bundesrepublik sollten drei Dinge bestimmend sein: Erstens kämpfen wir im Hier und Jetzt um soziale Reformen – aber immer mit dem Ziel der Überwindung des Kapitalismus. Wir können uns nicht anfreunden mit naiven Analysen zum Kapitalismus, welche sich auch noch als empirisch falsch erwiesen haben. Etwa zu sagen man muss den Kapitalismus als langen ruhigen Fluss verstehen bei dem man nur einige Dämme bauen muss, damit er im Sozialismus mündet.

Ebenfalls ganz zentral für die AKL ist zweitens die außenpolitische Positionierung, wir wollten innerhalb der Linken verankern, dass natürlich die Grundposition der Linken eine unmissverständliche Absage an Auslandseinsätze ist. Diesen Beitrag weiterlesen »

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