Artikel-Schlagworte: „Ausbeutung“
Lasagne a la Fury: Profitmaximierung um jeden Preis – Kolume von Niema Movassat

Vegetarische Lasagne – eine Möglichkeit dem Pferd aus dem Weg zu gehn; Quelle: http://www.flickr.com/photos/dalboz17/2260773086/
Während weltweit fast eine Milliarde Menschen nichts auf dem Teller haben, wird in Deutschland Pferd statt Rind serviert. Warum beides zur selben Geschichte gehört? Weil es in beiden Fällen um Profitmaximierung von Konzernen geht, weil in beiden Fällen das Mammon und nicht die Moral regiert. Weil das Leben und die Gesundheit von Menschen im Kapitalismus dem Gewinninteresse von Konzernen untergeordnet werden. Aktionspläne und mehr Kontrollen, wie sie Landwirtschaftsministerin Aigner vorschlägt, sind Beruhigungspillen für die Bevölkerung. Sie ändern nichts an der Produktions- und Verarbeitungsweise von Lebensmitteln. Die politischen Rahmenbedingungen müssen sich grundlegend verändern.
Letztes Jahr noch vorm Turnier auf Höchstleistungen gedopt und jetzt zu Döner und Lasagne verarbeitet: der Pferdefleisch-Skandal dreht sich nicht nur um Ekel, weil wir womöglich unser aller liebst Black Beauty, das als Haustier längst in den Kreis der erweiterten Familie aufgenommen wurde, verschlungen haben. Es geht vor allem um einen empörenden, gesundheitsgefährdenden Betrug.
Betrogen werden wir als KonsumentInnen in aller erster Linie um unsere Souveränität. Wir haben die Wahl? – Fehlanzeige! Die immense Vielfalt an Nahrungsmitteln trügt, denn die Dönerbude an der Ecke und das Tiefkühlkostunternehmen beziehen ihr Fleisch vom selben Zwischenhändler und vom selben Schlachtbetrieb. Die Wahl ist eine Illusion, weil die kapitalistische Marktkonzentration und die Profitmaximierung als leitendes Prinzip längst ringsum zu den gleichen Produktionsbedingungen geführt haben. Kaum ein Betrieb, der großartig anders produziert als der andere. Schließlich will man im Wettbewerb überleben. Diesen Beitrag weiterlesen »
Leiharbeit wird ausgebaut – Die modernen Arbeitssklaven
Im Leipziger Werk des Autoherstellers BMW hat sich die Zahl der Leiharbeiter in den vergangenen Jahren immer weiter erhöht. Derzeit arbeiten dort neben 2.800 Stammbeschäftigten mehr als 1.100 Leiharbeiter. Ihr Lohn liegt im Schnitt um tausend Euro pro Monat unter dem der regulär beschäftigten Kollegen und auch die Gewerkschaften vertreten ihre Interessen deutlich weniger.
Nach steigendem Druck hatte der Betriebsrat vor dem Arbeitsgericht Leipzig gegen die Einstellung von 33 Leiharbeitern geklagt. Das BMW-Management hat diese Klage zum Anlass genommen um die Frage der Leiharbeit in ihrem Sinne zu klären. Die Anwälte des Unternehmens erwirkten bei den verschiedenen Kammern des Gerichts insgesamt neun Verfahren, um den Sachverhalt für sämtliche Beschäftigtengruppen separat zu klären und so eine generelle Grundsatzentscheidung über die Leiharbeit herbeizuführen.
Leiharbeit legal Diesen Beitrag weiterlesen »
Pleitegeier kreist über Schlecker
Schlecker ist pleite und so wirklich überraschend kommt die Verkündung der Planinsolvenz der Vorstandsspitze Schleckers nicht. Die Konkurrenzunternehmen Roßmann und dm schliefen nicht und knabberten über die letzten Jahre immer mehr Schlecker-Marktanteile ab. Schlecker schien Ende letzten Jahres aus seinem Dornröschenschlaf erwacht zu sein. Viele Hunderte Filialen wurden geschlossen und in die Jahre gekommene Schlecker-Filialen wurden in moderne XL-Schlecker umfunktioniert. Doch kam das Erwachen zu spät: Der Umsatz brach so sehr ein, dass eine Insolvenz unumgänglich scheint.

Schlecker - Bildquelle:http://www.flickr.com/photos/r000pert/194869063/sizes/m/in/photostream/ - Fotograf:r000pert
Geschäftsführer Dirk Roßmann äußerte sich gleich nach der Veröffentlichung der Schlecker-Insolvenz kritisch aber auch hämisch. »Die Insolvenz war in der Branche voraussehbar«. Schlecker trenne sich nicht von unrentablen Filialen und habe in den letzten Jahren verpasst, die Konkurrenz auf Abstand zu halten. Das Unternehmen trenne sich von Läden, die rote Zahlen schreiben. “Auch nach wohlwollender Betrachtung” sei laut Roßmann keine langfristige Perspektive zu erwarten.
Nicht nur vom Roßmann-Chef hagelt es Kritik, sondern auch GfK-Experte Wolfgang Twardawa spricht von einer zu erwarten gewesenen Insolvenz. Er lässt in Bezug auf die Insolvenz kein gutes Haar an Schleckers Personalpolitik. “Die in diesen Fragen zunehmend kritischen Verbraucher bestrafen solche ethischen Fehltritte inzwischen nicht mehr nur durch zeitweilige Kaufzurückhaltung, sondern durch dauerhaften Vertrauensentzug”
Harte Konkurrenz & Wirtschaftlicher Niedergang Schleckers Diesen Beitrag weiterlesen »
Das Dilemma der Leiharbeit
Immer mehr Menschen in Deutschland werden Opfer des Leih- und Zeitarbeierdilemmas. Die Zahl der oft unter prekären & unwürdigen Verhältnissen schuftenden Leiharbeiter steigt seit der Aufweichung der Sozialgesetze und der Verabschiedung der Hartz-Reformen enorm. 2011 wurden fast eine Millionen Menschen von Leiharbeiterfirmen gebucht, gekündigt, hergehalten und ausgenutzt.
„Arbeitnehmerüberlassung“ heißt es im Amtsdeutsch. Deutlich neutraler und sozialer klingen die Begriffe “Leiharbeit” und “Zeitarbeit”. Ursprünglich war die Leiharbeit eingeführt wurden, um Unternehmen bei temporärer starker Auftragslage Leiharbeiter zeitlich begrenzt unter Vertrag zu stellen. An dieser Idee der Leiharbeit ist nichts dran auszusetzen, wenn bei der Anstellung der Leiharbeiter schwächer oder unausgebildete Arbeitskräfte unter Vertrag genommen werden und entsprechend gerecht vergütet werden. Doch leider ist der Damm gebrochen und die Flut der Ausbeutung fließt unkontrolliert Richtung Festland. Der Begriff, welcher das Ausleihen von Arbeitskräften beschreit, sollte weder „Arbeitnehmerüberlassung“ noch “Leiharbeit” oder “Zeitarbeit” lauten. Heute kann man getrost von der “Versklavung der Moderne” sprechen. Diesen Beitrag weiterlesen »
“Lieber Chef, ….”
Ein Praktikum ist primär dafür geeignet, dem Praktikanten einen erweiterten Einblick in das Arbeitsleben zu gewähren. In den letzten Jahren verblasste jedoch dieses Bild der praktischen Erfahrungssammlung. Heute gelten Praktikanten als billige Arbeitskräfte. Man nimmt nicht umsonst die Wörter “Generation Praktikum” in den Mund. Vergütet wird der Praktikant in den meisten Fällen nicht.
Arbeiten, um ausgenommen zu werden
Vor einiger Zeit absolvierte ich ein neunwöchiges Praktikun bei einem bekannten Automobilzulieferer. Darüber beschweren, dass ich nicht einen ausgesprochen tiefen Einblick in die kalte Welt des Wirtschafts bekommen habe, kann ich mich nicht. Ich durfte beobachten, wie bereits um acht Uhr Morgens gestresste Mitarbeiter, erkennbar durch die roten Köpfe, durch die Großraumbüros gehetzt wurden, wie Manegentiere. Tag ein, Tag aus schloss ich mein kleines Schrankschloss auf, schnappte mir den Laptop, ließ ihn hochfahren und das Spiel durfte beginnen. Das Spiel des Irrsinns. Diesen Beitrag weiterlesen »
Die Wut auf “die da oben”

Unsere Armut ihr Gewinn? - Bildquelle:http://www.flickr.com/photos/wahlkampf09/3830946674/sizes/m/in/photostream/
Wer kennt ihn nicht diesen Satz: “Die da oben verändern doch nichts”? Wir hören ihn im Bus oder in der Bahn, in Cafes oder in Bars, auf der Straße oder bei Freunden zuhause, überall sind die Menschen genervt von der Politik und frustriert. Frustiert das sich an den Verhältnissen nichts verändert, dass die Kleinen belastet werden und die Reichen reicher werden.
Meist folgt der Satz:” Die Reichen werden immer reicher und wir müssen immer mehr zahlen, ob CDU oder SPD, dass ist doch alles das gleiche.” Diese beide Sätze spiegeln die Gefühle der Menschen in Deutschland wieder, wenn sie an Politik denken und an die Veränderungen, die diese ihnen gebracht hat.
Vertrauen in die Politik?
Das Vertrauen in die Politik scheint immer mehr zu sinken, wenn man sich anhört wie die Menschen denken. Immer mehr Frust hat sich in den Köpfen festgesetzt, da viele den Eindruck haben, dass sie diejenigen sind, die die Hauptlast des Staates tragen, während die “Oben” immer reicher werden.
Die Politik der letzten Jahre war nicht im Sinne der Arbeiter in diesem Land. Während Deregulierungen im Finanzmarkt durchgesetzt wurden, hatten die Bürger stetig neue Lasten zu tragen. Die Leiharbeit wurde vereinfacht und mit ihr wurden hundertausende Menschen in Arbeitsverhältnisse gedrängt, in denen sie schlecht bezahlt werden und sich niemals sicher sind, ob ihre Stelle am nächsten Tag noch vorhanden ist.
Hartz 4 hat dafür gesorgt das Arbeitslose in diesem Land täglichem Sozialchauvinismus ausgesetzt sind und jede Stelle annehmen müssen, ob diese nun ihrer Ausbildung entspricht oder nicht. Aus Angst vor der eigenen Entlassung haben Millionen Menschen auf ihr Recht zu streiken verzichtet und darauf gesetzt, dass die Politik ihre Situation verbessert. Doch “sie” hat es nicht. Immernoch arbeiten Millionen Menschen für Löhne, von denen sie nicht leben können und sind auf staatliche Zusatzleistungen angewiesen.
Kann man sich auf die Politik verlassen?
Für viele Menschen gibt es die Politik und die Politiker, diese Verallgemeinerung führt dazu, das alle Politiker für die gleiche Politik stehen. Es gibt keine einheitliche Politik in diesem Land. Die meisten Regierungen, ob nun auf Landes- oder Bundesebene, waren für die Arbeitenden allerdings eher enttäuschend, denn ihre Situation wurde nicht verbessert, weder sind die Reallöhne gestiegen, noch haben sie an Freiheiten gewonnen.
In Deutschland gibt es Parteien, die für Löhne stehen, von denen die Menschen leben können. Es gibt Politiker, die sich dafür einsetzen, dass die Menschen nicht den ganzen Tag arbeiten müssen um eine Lebensgrundlage zu haben. Aber diese Politiker und diese Parteien werden sich nicht durchsetzen, wenn die Menschen, die über “die Politiker” sprechen, nicht endlich aufstehen.
Wenn sich in Deutschland die soziale Lage verbessern soll, dann müssen die Menschen aufstehen, sie müssen für ihre Rechte kämpfen und diese verteidigen. Eine solidarische Gesellschaft werden wir nicht alleine über die Parlamente erziehlen, wir müssen uns stark machen auf der Straße und die Parteien dazu drängen, dass sie sich mit den sozialen Problemen in diesem Land beschäftigen.
Großer Unmut kann nur zu Veränderungen führen, wenn wir unseren Unmut auch laut und deutlich aussprechen. Die Sprache ist das Werkzeug der Menschen in Deutschland und überall auf dieser Welt, wir müssen lernen unsere Stimme zu erheben und unsere Forderungen rauszuschreien, denn sonst wird sich nichts verändern.
Aktion 219 – Jenseits des Kapitalismus
Ist der Kapitalismus das einzige System in dem wir uns vorstellen können zu leben? Ist nicht so viel mehr möglich in dieser Welt? Können wir keine Welt schaffen in der alle Menschen die gleichen Rechte haben und jeder Mensch die Möglichkeit hat seine Träume und Ideale auszuleben?
Diese Fragen sollte man sich stellen, bevor man “Die Aktion 219″ liest. Die Aktion ist eine politische Zeitschrift, die allerdings mehr einem Buch ähnelt in dem verschiedene Themen behandelt werden. In der 219 Ausgaben finden sich verschiedene Artikel, viele beschäftigen sich jedoch mit einer libertären Gesellschaft, welche die Klassenunterschiede umgeht und allen eine Zukunft ermöglicht. Die Einführung in diesem Bereich stammt von Gerhard Stange und sie liefert einen hervoragenden Einblick in die Welt, von der der Autor dieses Artikels träumt.
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Sinkender Lebensstandart schürt Frust und Hass !
Großbritanien hat, wie die meisten Industrieländer, in den letzten Jahren erhebliche Einsparung vorgenommen und diese haben wie in den meisten anderen Länder vor allem eine Schichte getroffen, die Unterschicht! Man musste nicht damit rechnen, dass die Krawalle in London jetzt ausbrechen, aber für viele war es doch zu erwarten, dass es irgendwann zu Protesten und Krawallen kommt!
Tottenham ist ein Stadtteil wie man ihn in ganz Europa finden könnte, ein Stadtteil der geprägt ist von Arbeitslosigkeit, Kinderarmut und vielen Menschen, die vom Bildungssystem benachtteiligt wurden! Die Proteste, die in Tottenham begonnen haben, hätten überall beginnen können und es war kein Wunder, dass sie sich ausgebreitet haben. Je unterschiedlicher der Lebensstandart der verschiedenen Klassen ist, je warscheinlicher werden Proteste, die auch zur Rebellion führen können.
Sparen bei den Armen?
Die englischen Regierungen begonnen bei Thatcher bis zur jetztigen Regierung haben immer auf Ausgabenkürzung gesetzt, statt auf höhere Einnahmen zu setzen. So wurden Jugendzentren geschloßen, Sozialausgaben gekürzt und der Arbeitnehmerschutz verschlechtert, alles Maßnahmen, die die finanzielle Situation der Unterschicht und auch die der Mittelschicht verschlechtert, während die Oberschicht weiter ein dekadentes Leben führen kann und fast keinen Beitrag zur Verbesserung des Staatshaushalt leistet! Für die ausgebeuteten Menschen in solchen Vierteln, ist der Tod eines jungen Mannes, nur der Tropfen, der das Glas zum überlaufen bringt.
Menschen weltweit begehren auf, wenn sie sich unterdrückt oder ausgebeutet fühlen, dass die Proteste von der Jugend getragen werden ist nicht verwunderlich, denn diese hat noch den Mut zu kämpfen und ihre Perspektive sieht am düstersten aus. Wir dürfen die Ausschreitungen nicht als Akt der Verwüstung abstumpfen, denn dann würden wir uns nicht unterscheiden von den arabischen Medien und ihrer Beurteilung zu Anfang der Revolution.
Politiker müssen Konsequenzen ziehen
Die europäischen Politiker müssen aus solchen Protesten lernen, sie müssen erkennen, dass nicht alle Sparmaßnahmen nur von den weniger Wohlhabenden getragen werden dürfen. Wenn Europa wirklich fortschrittlich sein will, müssen die europäischen Politiker sich für wirkliche Chancengleichheit einsetzen und den Menschen eine Perspektive bieten. Es kann nicht sein, dass die Unterschicht leidet, während die Verursacher der Krise mit dieser nun nichts mehr zu tun haben. Wir können keine Banken und Unternehmen für mehrere Milliarden retten, aber bei Bildung und Sozialem sparen.
Die Ausschreitungen und die Gewalt sollte man verurteilen, die Ursachen und Gründe, die dazu geführt haben ebenso!
Durch Erlebnispädagogik in die Globalisierung
Im Rahmen des Projekts “weltwärts”(entwicklungspolitischer Freiwilligendienst) lebt Helmut für 12 Monate in Brasilien. In diesem für die Freiheitsliebe geschriebenen Artikel wirft Helmut die soziale Frage auf, verbindet Geschichte mit Fakten und sucht nach Ansätzen für Verbesserungen.
Durch die Demokratisierung, die Menschenrechte und scheinbar freie Medien fühlen sich die Menschen heutzutage grundsätzlich frei und selbstständig. Dennoch, nicht nur hier in Brasilien, wo es mir unter den Favelabewohnern besonders auffällt, stoßen wir vielfach auf geistige Gefangenheit. Wer seine 12-Jährige Tochter zu Hause Putzen und Kinderhüten lässt, anstatt sie in meinen Cellounterricht gehenzulassen, den sie sooo mag; wer seinem Kind verbiete in die Natur zu gehen, sondern es in Stadt und Favela gefangen hält und wer einen Apfel vor dem Essen mit Chlor abschrubbt, um Bakterien zu entfernen, hat meist keine Erklärung dafür sondern ist Gefangener eines Unbekannten. Erlebnispädagogik könnte ein Ausweg daraus sein.
Unter dem Gesichtspunkt, dass 20 % der Weltbevölkerung 80 % der Ressourcen verbrauchen, sind wir auch dafür verantwortlich, dass es Armut gibt.
Wir, das sind Menschen der sogenannten 1. Welt wie Europäer und Amerikaner.
Wir haben einen Wohlstand entwickelt, den wir keinesfalls auf die gesamte Menschheit übertragen könnten. Denken wir nur an die Müllentsorgung. Diese würde um einiges teuerer sein, könnten wir nichts in Drittweltländer abschieben. Somit ist dieser Lebensstandard ungerechtfertigt. Diesen Beitrag weiterlesen »


