Artikel-Schlagworte: „armut“

Die westlichen Konsumenten sind schuld – oder etwa nicht?

368px-DenimjeansEine Textilfabrik in Bangladesch stürzt ein und 290 Menschen sterben, viele weitere werden verletzt und können zum Teil nur durch Notamputationen gerettet werden. Menschen, die für ihre anstrengende Kleidung unvorstellbar wenig verdienen und im Elend leben. Menschen, die ausgebeutet wurden für die Profitgier globaler Modemarken und dafür am Ende ihr Leben ließen. Es ist tragisch und traurig, was in Bangladesch geschehen ist. Wieder werden die Aufrufe an die Verbraucher im Westen laut, nicht länger billig zu konsumieren, auf Qualität und Preis zu achten. Das ist bereits aus anderen Vorfällen ähnlicher Art in der Vergangenheit bekannt. Die schrecklichen Bilder, die auf Facebook die Runde machen, sollen dafür sorgen, dass alle ein schlechtes Gewissen bekommen und Entsetzen ist bei diesen Bildern sicherlich das angemessene Gefühl. Es ist aber falsch, den Konsumenten im Westen die Schuld daran zu geben.

Wer ist schuld an der Armut?

Viele Menschen in Deutschland verdienen im Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten sehr wenig Geld oder leben dank Hartz IV und Grundsicherung sogar unterhalb der Armutsgrenze. Miete, Lebensmittel, Strom verschlingen einen Großteil ihres Einkommens, die Ausgaben steigen ständig, die Einnahmen nicht oder sinken durch die Inflation sogar. Diese Menschen haben keine Chance, teuer oder qualitativ

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Frau + alt = arm? Für die Freiheit von Armut im Alter! -Im Gespräch mit Matthias W. Birkwald

Matthias Birkwald

Matthias Birkwald

Immer mehr Menschen leben in Altersarmut, trotzdem diskutiert die Politik immer neue Konzepte, wieso die Menschen länger arbeiten sollten. Wir haben mit Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Linken, über Altersarmut und die besonders schlechte Situation von Frauen gesprochen.

Die Freiheitsliebe: Frauen sind in Deutschland stärker von Altersarmut betroffen als Männer, woran liegt das?

Matthias W. Birkwald: Es ist richtig, dass insbesondere Frauen die Leidtragenden der katastrophalen Rentenentwicklung sind. Unsere gesetzliche Rentenversicherung ist am Äquivalenzprinzip ausgerichtet. Das bedeutet zunächst, dass Niedriglöhne und längere Phasen von Nichtbeschäftigung zwangsläufig zu geringeren Rentenansprüchen führen. Frauen werden in Bezug auf das Einkommen nach wie vor diskriminiert. Sie bekommen immer noch im Schnitt 22% weniger Lohn und Gehalt als Männer. Es ist für sie auch schwieriger, überhaupt einen guten Job zu bekommen, besonders wenn Kinder im Spiel sind. Z.B. beziehen 40% aller Alleinerziehenden schon heute Hartz IV und Alleinerziehende sind nun mal in der Regel Frauen (94%). Deshalb fordern wir unter anderem, dass die Bundesagentur für Arbeit für Hartz-IV-Betroffene endlich wieder anständige Beiträge in die Rentenkasse einbezahlt.
Die Gründe sind vielschichtig, aber einer der Hauptfaktoren ist natürlich die veraltete Vorstellung der Rollenverteilung in Familien. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist keineswegs gegeben. Das wollen wir LINKEN ändern!

Die Freiheitsliebe: Wie viele Frauen erreichen nur die „Grundsicherung im Alter“ von durchschnittlich 707 Euro? Diesen Beitrag weiterlesen »

Immer weniger Menschen unterernährt – Boliviens Politik zeigt Erfolge

In Bolivien zeigen sich weitere Erfolge der sozialistischen Regierung, nicht nur die Armut geht massiv zurück, auch die Zahl der Unterernährten, hat in den letzten 8 Jahren deutlich abgenommen. Jahrzehntelang war Bolivien eines der Länder mit den meisten unterernährten Menschen, dies hat sich seit dem Sieg von Evo Morales geändert.

Nach Angaben des Koordinators der Organisation der Vereinten Nationen für Ernährung und Landwirtschaft in Bolivien, Einstein Tejada, sind heute 30 Prozent weniger Menschen von Unterernährung betroffen als noch im Jahr 2005. Damit sei das Land auf einem guten Weg, den Nahrungsmangel und die Ernährungsunsicherheit hinter sich zu lassen.

“Die Zusammenarbeit von staatlichen bolivianischen und internationalen Kräften und vor allem von sozialen Organisationen hat produktive Ergebnisse gebracht”, so Tejada. Allerdings verbleibe die Nahrungsmittelsouveränität eines der wichtigsten bisher ungelösten Probleme auf der politischen Agenda. “Ich sehe, dass wir hier weiter zu arbeiten haben, da Ernährungssouveränität nicht nur heißt, eine Menge von Lebensmitteln bereitzustellen, sondern auch eine bestimmte Qualität der Nahrung zu gewährleisten”, so Tejada weiter.

Im Jahr 2012 verbesserten die Panama und Bolivien ihre Indizes beim Bildungsniveaus, der Lebenserwartung und dem Einkommen.

Arbeitslosigkeit bedeutet den Tod – Die Folgen des Sozialabbaus

Wut auf die Krisenpolitik; Quelle: http://www.flickr.com/photos/theoesenwein/7032315107/sizes/m/in/photostream/

Wut auf die Krisenpolitik; Quelle: http://www.flickr.com/photos/theoesenwein/7032315107/sizes/m/in/photostream/

Die Krisenpolitik der EU, die in immer mehr Ländern zu Sozialabbau und Privatisierungen führt, hat eine weiter schreckliche Folge, den Tod vieler Menschen. Das ist der Inhalt einer Studie der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet, die vergangene Woche vorgestellt wurde. Am schlimmsten ist die Bevölkerung in Griechenland, Spanien und Portugal betroffen, den Ländern, in denen die Troika massive Sozialkürzungen durchgesetzt hat.

Die Folgen der Krise in den verschiedenen Ländern sind vielfältig: Kinder, die vor Hunger in der Schule zusammenbrechen; Eltern, die aus Armut und Verzweiflung ihre Kinder in die Obhut von Heimen bringen; Rentner, die nachts den Müll nach Essbarem durchwühlen; Schwerkranke sterben, weil sie sich einen Krankenhausaufenthalt nicht mehr leisten können.

Kein Geld zum Überleben Diesen Beitrag weiterlesen »

Suizide wegen Zwangsräumungen!

15022013-Zwangsräumung

Zwangsräumungen

Suizide in Spanien: Aus den Augen, aus dem Sinn – Immer mehr Menschen in Spanien verlieren ihre Wohnungen oder Häuser und damit ihre Lebensgrundlage. Die Krise ist ganz unten angekommen und hat bittere Konsequenzen. Die Zahl der Selbstmorde hat in erschreckendem Maße zugenommen.

Für zwei Männer in Málaga war der Jahresbeginn 2013 nicht etwa ein Neuanfang mit Herausforderungen, sondern der schreckliche Zeitpunkt, an dem die Erkenntnis kam, nicht mehr weiter zu wissen. Die Männer verbrannten sich – unabhängig voneinander -, weil ihnen die Zwangsräumung ihrer Wohnungen bevorstand. Selbstmorde wegen Zwangsräumungen sind in Spanien keine Seltenheit mehr, doch die Berichterstattung ist übersichtlich.

Anspruch auf Rente, Sozialhilfe, Kindergeld – doch die Zahlungen bleiben aus Diesen Beitrag weiterlesen »

Hartz IV-Sanktionen und Widerstand

Leben von null Euro? Sanktionen gegen EmpfängerInnen von HartzIV haben im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Sie treffen Erwerbslose, die sich der systematischen Nötigung durch Meldeauflagen, Ein-Euro-Jobs und „Qualifizierungsmaßnahmen“ nicht unterwerfen wollen oder können. Über einer Million Menschen wurde im vergangenen Jahr die Existenzgrundlage teilweise oder komplett entzogen. Durch die Agenda 2010 wurden die Sozialsysteme in eine Sanktionsmaschine für unangepasstes Verhalten verwandelt.

Der zunehmende Druck nach unten und die flankierende Hetze von Bild, Spiegel & Co gegen Hartz-IV-EmpfängerInnen soll die Lohnabhängigen und Erwerbslosen voneinander isolieren und entsolidarisieren. Prekäre und schlecht bezahlte Arbeit soll möglichst ohne organisierten Widerstand der Betroffenen vorangetrieben werden. Die Sanktionen treffen einzelne, doch gemeint sind alle.

Ralph Boes strebt an, das Sanktionssystem über eine Verfassungsbeschwerde zu stoppen. Hierzu hat er begonnen, den dafür notwendigen Präzedenzfall zu schaffen, indem er sich selbst offen in die Schusslinie aller Sanktionen stellt. Vor allem mit seiner Sanktionshunger-Aktion hat er Ende letzten Jahres für öffentliches Aufsehen gesorgt.

Peter Nowak ist Journalist und Autor des Buches „Zahltag – über Zwang und Widerstand unter Hartz IV“. Er wird Möglichkeiten vorstellen, sich im Jobcenter gegen die Zumutungen des Hartz IV-Regime zu wehren. Dazu gehört die Initiative “Keine/r muss allein zum Amt”, die Betroffenen helfen soll, ihre Interessen gemeinsam besser durchzusetzen.

Weitere Infos unter: bertneumann.blogsport.de

Diskussion / Vortrag
08.02.2013 | 18:00 Uhr
Park 7, Forst
Mit Ralph Boes und Peter Nowak

Arm trotz Arbeit`?

In Deutschland arbeiten 8 Millionen Menschen für einen Niedriglohn und damit für weniger als 9,15€ pro Stunde. Davon haben nach aktuellen Zahlen des Deutschen Gewerkschaftsbundes 2,2 Millionen eine abgeschlossene Berufsausbildung und einen Vollzeitjob, können aber trotzdem kaum von ihrer Arbeit leben. Um ihre Existenz zu sichern, müssen mehr als 1,3 Millionen Menschen ihren Armutslohn mit Hartz-IV-Leistungen aufstocken. Frauen tragen dabei ein doppelt so hohes Risiko, einen Niedriglohn zu erhalten. Migrantinnen und Migranten sogar ein dreifach so hohes Risiko!

Diese Zahlen zeigen, dass Millionen in Deutschland nicht gut durch die Krise gekommen sind. Alle, die den Durchschnittslohn oder weniger bekommen, haben die Bankenrettungspakete mit Reallohnverlusten bezahlt. Wachsende Lohnunterschiede und sinkende Löhne für Millionen, das sind die Ergebnisse einer falschen arbeitnehmerfeindlichen Politik, mit der Union, SPD, FDP und Grüne in wechselnden Kombinationen seit dem Beginn dieses Jahrtausends das Land heimsuchen.

Mehr soziale Ungleichheit produziert mehr sozialen Sprengstoff. DIE LINKE fordert daher eine Kehrtwende in der Lohnpolitik. Wie die aussehen kann, welche Instrumente nötig und wichtig sind wird Thema des Abends sein.

Vortrag und Diskussion zum Thema “Arm trotz Arbeit?!”

Arm trotz Arbeit?!

mit:

Bernd Riexinger, Bundesvorsitzender der Partei DIE LINKE

Sevim Dagdelen, MdB DIE LINKE

Der Vortrag mit anschließender Diskussion beginnt am Mittwoch, dem 6. Februar um 19 Uhr im „Haus Kontakt“, Scharnhorststr. 32 in Duisburg Kaßlerfeld. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

DIE LINKE muss zeigen, dass sie an der Seite der MigrantInnen steht! – Im Gespräch mit Sevim Dagdelen

Sevim Dagdelen, migrationspolitische Sprecherin der Linken

Sevim Dagdelen, migrationspolitische Sprecherin der Linken

Vor wenigen Wochen ist ein Bericht des DGBs erschienen, der sich mit den Folgen von Verarmung und Arbeitslosigkeit auseinandersetzt. Wir sprachen mit der aus Duisburg stammenden migrationspolitischen Sprecherin der Linken, Sevim Dagdelen, über die Folgen der Arbeitslosigkeit, eine mögliche Schließung von Opel Bochum und die besonders schlechte Situation von MigrantInnen.

Die Freiheitsliebe: Du hast immer wieder die zunehmende Verarmung in NRW kritisiert. Wie schlimm ist die Situation?

Sevim Dagdelen: Im aktuellen Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zeigt sich, dass die Armutsentwicklung in Nordrhein-Westfalen und im Ruhrgebiet am gravierendsten ist. Die Kurve der Armutsgefährdung geht nach oben: In Bochum beträgt die Gefährdungsquote bereits 17,7 Prozent und im Ruhrgebiet insgesamt 18,9 Prozent. Städte wie Duisburg und Dortmund, aber auch Essen sind noch stärker betroffen. Besorgniserregend ist vor allem die starke Zunahme in den letzten 5 Jahren.

Die Freiheitsliebe: Würde die Schließung von Opel Bochum diese Entwicklung befördern? Diesen Beitrag weiterlesen »

Geschönte Zahlen – es hat uns gefälligst gut zu gehen!

Es geht uns bestens. Zumindest wenn man den Medien und der Politik glauben will. Doch die Zahlen der letzten Monate sind nicht nur geschönt, sie vermitteln ein schiefes Bild, das den Eindruck einer konstant positiven Entwicklung vermitteln will.
Die Presse überschlug sich in den letzten Wochen. Sie titelte „Mehr Beschäftigte als je zuvor“ oder „Nie gab es so viele Erwerbstätige wie heute“. Grund für dieses Frohlocken waren die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Doch die sind kein Grund zum Jubeln, im Gegenteil, wenn man hinter sie blickt, wird das Drama deutlich. Außerdem bedienen sie sich einer perfiden Methodik, denn die Vergleichszahlen sind nicht zufällig aus dem Jahr 2005.

Auf zur Vollbeschäftigung

Erst einmal klingt es gar nicht schlecht, wenn man liest, dass mit 41,5 Millionen Erwerbstätigen im Jahr 2012 rund 416.00 oder etwa 1 Prozent mehr Menschen Arbeit hatten als im Vorjahr. Noch besser wirkt es, wenn man bedenkt, dass von 2005 bis heute ein stetiger Anstieg der Erwerbstätigen gemessen werden konnte. In diesem Zeitraum kam es zu einer Steigerung von 6,8 Prozent bzw. 2,66 Millionen Personen, die Arbeit haben. Allerdings war 2005 das Jahr mit miesen Zahlen, wir hatten die seit Langem höchste Arbeitslosigkeit zu beklagen und mussten mit einem sehr niedrigen Beschäftigungsstand zurechtkommen. Die schlechten Zahlen von damals lassen die von heute also in einem ganz besonders schönen Glanz erstrahlen. Doch die viel entscheidendere Frage lautet: Was heißt eigentlich „Erwerbstätigkeit“? Diesen Beitrag weiterlesen »

Rückgang von Armut und Arbeitslosigkeit in Südamerika

Der Kämpfer gegen Armut?

Die Wirtschaftskrise sorgt in den meisten Staaten der Welt für einen Anstieg der Armut und einen Anstieg der Staatsschulden, anders entwickelt sich Südamerika. Die Krise des Kapitalismus betrifft die südamerikanische Staaten, die sich in großen Teilen nicht auf die Privatisierungen und neoliberale Sparpolitik  eingelassen haben, momentan weniger stark.

Die Wirtschaftskommission der UNO für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) hat Ende Novervember in Santiago de Chile ihren Bericht für das Jahr 2011 vorgestellt. Der Bericht zeigt deutlich den Rückgang der Armut in den verschiedenen Regionen Südamerikas. Gehörten im Jahr 2010 noch 31 Prozent der Bevölkerung zu den armen Schichten, waren es im Jahr 2011 nur noch 29,4 Prozent. Die Quote ist die niedrigste seit mehr als 30 Jahren, trotzdem leben noch mehr als 168 Millionen SüdamerikanerInnen in Armut. Der Anteil der Menschen in extremer Armut verringerte sich von 12,1 auf 11,5 Prozent. Die Entwicklung soll sich im nächsten Jahr fortsetzen.

Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit Diesen Beitrag weiterlesen »

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