Warum Assad den Konflikt nicht lösen kann!

12. Februar 2016 - 11:29 | | Politik | 19 Kommentare
flagge-syrien

Viele Linke unterstützen oder idealisieren Diktatoren wie Gaddafi, Mugabe und Assad. Im Folgenden versuche ich anhand des syrischen Machthabers zu verdeutlichen, warum es äußerst bedenklich ist, Assad zu verteidigen oder gar zu verherrlichen. Wäre Assad früh genug auf die Forderungen der Demonstranten eingegangen, hätten vielleicht der Tod von über 250.000 Menschen und die Flucht von mehr als 11 Millionen Kriegsflüchtlingen verhindert werden können.
Dies soll natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die USA, ihre NATO-Verbündeten und die Golfstaaten eine entscheidende Rolle in der Eskalation des Bürgerkriegs in Syrien gespielt haben. Zugleich gibt es aber auch nachvollziehbare Gründe dafür, Assad zu bevorzugen, falls die einzige Alternative eine von den USA eingesetzte Marionetten-Regierung wäre. Denn wie man heute am tragischen Schicksal Afghanistans, Iraks und Libyens sehen kann, standen diese Staaten vor den westlichen Interventionen deutlich besser da als jetzt, wo die Nationalstaatlichkeit praktisch zusammengebrochen und Krieg und Chaos an ihre Stelle getreten sind.

Bashar al-Assads Vater, Hafez al-Assad, regierte von 1971 fast 30 Jahre lang das Land. Er verweigerte unzähligen Kurden die Staatsbürgerschaft, schloss die Sunniten von der Machtbeteiligung aus, unterdrückte die linke Opposition, beförderte Vetternwirtschaft und Korruption, was wiederum die politische Entwicklung begünstigte, dass Islamisten und die Muslimbruderschaft zur stärksten Opposition des Landes werden konnten. Er war ein staatssozialistischer Diktator, der in den 1980ern Tausende, wenn nicht sogar zehntausend revoltierender Muslimbrüder ermorden ließ und die Mitgliedschaft bei den Muslimbrüdern unter Todesstrafe stellte.

Als Bashar al-Assad, eigentlich ausgebildete Augenarzt, 2000 an die Macht kam, führte er dieses Erbe fort. Nach den Attacken von 9/11 arbeitete er zunächst mit den USA zusammen, unter anderem um den verfeindeten Saddam Hossein loszuwerden. Bevor Assad ab 2004 durch Wirtschaftssanktionen bestraft wurde, unterstützte er den imperialistischen Krieg der USA/NATO gegen Irak und kollaborierte mit der CIA, die auf syrischem Boden Menschen zu foltern pflegte.

Wie unter der Herrschaft seines Vaters, waren auch unter dem neuen säkularen Diktator Wahlen und Demonstrationen verboten, der Personenkult um Hafez wurde auf Bashar al-Assad übertragen, während die Minderheit der Alewiten die Machtpositionen innehielten und andere religiöse Gruppen gegeneinander ausgespielt wurden.

Die zunehmenden Privatisierungen seit Bashar al-Assads Machtergreifung, die bereits unter seinem Vater begonnen hatten, führten zu einem Klientelkapitalismus, von dem hauptsächlich Assads Familie profitierte. Die Liberalisierung der Wirtschaft und die westliche Sanktionspolitik trugen schließlich dazu bei, dass die Arbeitslosigkeit kurz vor Ausbruch der Massenproteste bei 20% lag und die Armut bei fast 45%. Der Westen trägt also aufgrund seiner Sanktionspolitik eine gewisse Mitschuld am wirtschaftlichen Verfall und der Verarmung der syrischen Bevölkerung.

Assad brauchte ganze 11 Jahre, um im Jahr 2011 mehr als 300.000 registrierten staatenlosen Kurden die Staatbürgerschaft anzubieten. Unregistrierte staatenlose Kurden durften weiterhin keine Staatsbürgerschaft erhalten und es war ihnen bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges untersagt in der Schule kurdisch zu lernen, kurdische Feste zu feiern, kurdische Namen zu benutzen oder kurdische Bücher zu veröffentlichen.

Steigende Armut und Dürrekatastrophen, die Willkürherrschaft Assads, welche sich durch Korruption, Vetternwirtschaft, eine flächendeckende Zensur und Bespitzelungen der Bevölkerung, die Verhaftung von Andersdenkenden, Folter, Mord sowie die Unterdrückung der Sunniten, Muslimbrüder und Kurden auszeichnete, führte 2011 zu Massendemonstrationen in einigen Teilen des Landes. Die Assad-Dynastie war also maßgeblich für die Stärkung und Radikalisierung von Islamisten, der anhaltenden Unzufriedenheit der unterdrückten Kurden und den Freiheitsbestrebungen säkularer Kräfte mitverantwortlich. Einige Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass es heute über 200.000 politische Gefangene in syrischen Gefängnissen gibt. Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht verwunderlich, dass die USA einige ihrer Gefangenen nach 9/11 in Syrien misshandelten.

Vor allem Islamisten wurden zwar vom Westen und Regionalmächten wie Saudi Arabien unterstützt, aber die Mehrheit der Demonstranten waren unzufriedene Sunniten, Kurden und säkulare Kräfte, die unabhängig von den imperialistischen Machtspielen des Westens, auf der Straße demonstrierten. Die Proteste waren also in erster Linie ein interner Volksaufstand gegen die Assad-Diktatur. Die Behauptung, die Aufstände seien erst durch die Förderung des Westens entstanden, ist eine zutiefst eurozentrische Sichtweise, da sie den Syrern und auch den anderen Demonstranten des „Arabischen Frühlings“ in Tunesien, Ägypten usw. autonome Entscheidungsprozesse abspricht und nicht als handelnde Subjekte wahrnimmt. Auch ohne US-Unterstützung hätte es diese Proteste gegeben. Als ob die unterdrückten Syrer keine eigenständigen Bestrebungen nach Demokratie und sozialer Gerechtigkeit hätten. Die friedlichen Proteste, die mit dem Slogan: „Friedlich, friedlich – weder Sunniten noch Alewiten, wir wollen nationale Einheit“ skandierten, wurden schließlich vom Regime blutig niedergeschlagen.

Als der „Islamische Staat“ sich 2012 aufgrund des Bürgerkrieges immer stärker in Syrien ausbreiten konnte, ließ Assad sie lange gewähren. Der „IS“ und andere militante islamistische Oppositionsgruppen wurden vom Westen, von der Türkei, privaten Geldgebern aus den Golfmonarchien und von Israel tatkräftig unterstützt, da die Schwächung Assads den wirtschaftlichen und geostrategischen Interessen dieser Staaten zugutekam. Es gab einen Gefangenenaustausch zwischen der syrischen Regierung und „Daesh“, es wurden Schutzzölle an den „Islamischen Staat“ gezahlt und auch Öl vom „IS“ gekauft. 2012 wurde sogar eine Vielzahl militanter Islamisten aus syrischen Gefängnissen entlassen. In der Tat gab es viele Parallelen zwischen Assad und dem „IS“. Beide terrorisieren ihre Bevölkerung mit geheimdienstlichen Spionagetätigkeiten, Erpressung, Folter und Mord. Erst 2014 gab es härtere Konfrontationen zwischen Assad und dem „IS“.

Während es vorher nur „Volksabstimmungen“ gab, in denen man entweder für oder gegen Assad „stimmen“ durfte, stellte er sich 2014 zum ersten Mal „demokratischen“ Wahlen, an denen auch andere Kandidaten antreten durften. Da es nur internationale Wahlbeobachter von Staaten gab, die mit Assad verbündet sind, kann man nicht von demokratischen, fairen und transparenten Ergebnissen sprechen. Große Teile der Opposition boykottierten die Wahlen und es spricht viel dafür, dass die Wahlergebnisse gefälscht worden sind und dass sich Assad keineswegs plötzlich vom brutalen Diktator zum lupenreinen Demokraten verwandelte. Vor diesem Hintergrund erscheint das Argument eher ungerechtfertigt, dass Russland, rechtlich gesehen, die einzige „legale“ ausländische Kriegspartei im Syrien-Krieg darstellt. Denn es ist zwar nach internationalem Recht legal, dass Russland zur Hilfe gerufen wurde und seit September 2015 Luftangriffe auf anti-Assad Stellungen fliegt. Aber es ist deshalb noch lange nicht legitim und schon gar nicht moralisch gerechtfertigt, dass ein Diktator, der nicht den Volkswillen repräsentiert, den russischen Präsidenten zur Hilfe ruft, der wiederum für die Sicherung der eigenen Interessen hunderte unschuldige Zivilisten durch Bombardierungen im Kampf gegen oppositionelle Kräfte abschlachtet.

Ähnlich wie Putin, arbeitet auch Assad seit Jahren mit rechtsradikalen Kräften zusammen.* Dies wäre ein weiterer triftiger Grund dafür ihm kritisch gegenüberzustehen. Der frühere Ku Klux Klan Führer David Duke hielt 2005 eine Rede im syrischen Staatsfernsehen. 2006 wurde der ukrainische Rechtsradikale Georgy Shchokin vom Außenministerium nach Syrien eingeladen und bekam von der Ba’th Partei eine Medaille verliehen. Wie sein Vater, beherbergte auch Bashar al-Assad den Naziverbrecher Alois Brunner, Oberleutnant unter der Führung Adolf Eichmanns. Der britische Rechtsradikale Nick Griffin vertritt Syrien in Großbritannien und zuletzt traf sich Assad mit dem belgischen Rechtsradikalen Filip Dewinter.

Es ist verständlich, dass viele Menschen, aufgrund ihrer Frustration gegenüber dem US-Imperium, Assad und Russland als unterstützenswerte Alternativen zur NATO-Vorherrschaft hochstilisieren, da diese notgedrungen die imperialistische Expansion des Westens zu verhindern versuchen. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es Russland um die Sicherung der eigenen imperialistischen Interessen geht und dabei unzählige unschuldige Zivilisten ums Leben kommen. Entscheidend ist aber vor allem, dass Assads Willkürherrschaft maßgeblich die Eskalation des Bürgerkrieges ausgelöst und vorangetrieben hat. Es ist ein Bürgerkrieg, der sich schon längst zu einem Stellvertreterkrieg ausgeweitet hat.

*Kaveh Ahangar: „Ist Putin eine unterstützenswerte Alternative zum US-Imperium?“, Die Freiheitsliebe (23.12.2015):

Über den Autor

Der im Iran geborene Berliner Rapper KAVEH begann 1995 seine ersten Rap-Texte zu schreiben und ist seit mehreren Jahren auch in der Jugendarbeit (z.B. beim WannseeForum; JTB, Gangway etc.) aktiv. Er bietet Rap-Workshops an, in denen er einen Überblick über die Geschichte von Hip-Hop vermittelt, sprachliche und technische Aspekte behandelt sowie Schreibkurse anbietet.
Ihr findet mich auf: Facebook

19 Kommentare

  • 1
    Günter sagt:

    Mit dem Artikel bin ich völlig einverstanden. Außer, daß Assads Vater mit dem unklaren Begrif „Staatssozialist“ bedacht wird. Was soll das sein? Auch im Sozialismus existiert anfangs der Staat noch, soll sich erst in der Phase des Kommunismus aufheben. Sozialismus existierte jedenfalls in Syrien nie, auch wenn die Gruppen „der Funke“ sowie die SAV Syrien einst fälschlich unter die „deformierten Arbeiterstaaten“ einreihten. Aber Kaveh meint entweder einen Bürgerlichen oder einen Stalinisten.

    • 1.1
      digit sagt:

      Ich finde den Artikel von Kaveh ziemlich daneben. Das fängt schom mit dem ersten Satz an:

      „Dies soll natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die USA, ihre NATO-Verbündeten und die Golfstaaten eine entscheidende Rolle in der Eskalation des Bürgerkriegs in Syrien gespielt haben. “

      Ich sehe da ein herunterspielen der Rolle der USA und anderer Kräfte. Es ist ja nicht so, dass diese erst eingegriffen haben, als die Unruhen im Lande ausbrachen – sie waren die Brandstifter, die schon in den Jahren davor das ganze vorbereitet haben.

      Eine Verschwörungstheorie ? Wohl kaum, wenn man den Schriftverkehr des Botschafters, seine Berichte an die Entscheidungsträger in Washington etwas näher anschaut.
      http://quer-denken.tv/index.php/1898-the-wikileaks-files-1-syrien-assad-loswerden-egal-mit-wieviel-toten

  • 2
    digit sagt:

    Und hier noch ein Hinweis :

    France’s Former Foreign Minister: UK Government Prepared War in Syria Two Years Before 2011 Protests
    https://www.youtube.com/watch?v=Kz-s2AAh06I

  • 3
    Merkur sagt:

    Das mit den Wahlbeobachtern ausschließlich aus befreundeten Staaten ist Quatsch.

    https://mundderwahrheit.wordpress.com/2014/06/21/syrien-usa-us-wahlbeobachter-ergebnis-der-syrischen-wahl-ausdruck-des-volkes-willen-presstv-16-06-14/

    „18.06.14 – SYRIEN – USA – US-Wahlbeobachter: “Ergebnis der syrischen Wahl Ausdruck des Volkes Willen” –

    – US-Beobachter, die den Juni Präsidentschaftswahlen in Syrien überwacht haben, haben gesagt, dass Präsident Bashar al-Assads Sieg legitim ist, und ein Ausdruck der Willen des Volkes sei.

    – Die Mitglieder der unabhängigen US-Beobachtermission, Paul Larudee, Joe Iosbaker, Judy Bello, Scott Williams und Jane Stillwater, haben die Äußerung am Mittwoch bei einer Pressekonferenz am Sitz Vereinten Nationen in New York gemacht.

    – Die Gruppe war Teil einer internationalen Beobachtermission mit Delegierten aus 32 Ländern.

    – Die Beobachter beschrieben die Wahlen in Syrien als erfolgreich, frei und transparent. Sie unterstützten die Umfrage als eine Bekräftigung des Willens des syrischen Volkes.

    – Sie stellten weiter fest, dass die massive Wahlbeteiligung bei den Wahlen zeigte, dass die Syrer wollen Frieden, Demokratie und Selbstverwaltung.“

  • 4
    Marco sagt:

    Der Artikel ist gar nicht so schlecht !!.
    Sehr selten für diese Seite.

    Versucht es weiter so.

  • 5

    Wer hat den Krieg begonnen? Präsident Assad oder die von den USA
    geschickten Terroristen? Syrien und Libyen waren friedliche und relativ
    wohlhabende Staaten mit eigenen Staatsbanken. Das gefiel einigen
    Privatbanken aber gar nicht.

    Syrien unterliegt nicht dem SHAEF-Vertrag von 1944 und deshalb
    gibt es keine Kontrolle von Vermögen (Art. 52) in diesem Fall.
    Libyen unterliegt dem SHAEF-Vertrag und die Russen und Chinesen
    mußten in der UNO sich der Stimme enthalten. Nicht so in Syrien.
    Dort haben sie beide nein gesagt und schützen das Land.

    Da Amerika, Frankreich und Großbritannien nicht direkt das
    Völkerrecht brechen wollen, schicken sie über Katar und Saudi Arabien
    ihre eigenen Terroristen.

    Das läßt Russland nicht zu und das Geschrei im ach so friedlichen
    Westen ist groß …..

    U.a. nachlesbar im kostenlosen Buch (als PDF) auf der Seite:

    http://www.gemeinde-neuhaus.de

  • 6

    Echt jetzt? Sie lassen aber auch nichts aus. Ist das eine Abschrift aus der Bildzeitung oder vom Spiegel?
    Ich bin gespannt, ob hier mal ein ernstzunehmender Artikel erscheint.
    Wenn man keine Ahnung hat (oder nur dem Mainstream nachplappert) kann man auch einfach mal die Fresse halten.
    Sorry, aber die Artikel sind derzeit enttäuschend.

  • 7

    Kaveh Hangar sollte sich endlich mal mit der
    Geschichte befassen …
    Auch die Geschichte seines eigenen Landes ist
    von der Unterwanderung durch westliche Staaten
    geprägt. Geschichte: 6 Minus… bitte setzten …..

  • 8
    Bernd Engelking sagt:

    Wer sich der Realität verweigert, wird irgendwann dafür bestraft werde.
    Es ist unverschämt, wie sie hier die Sicht der westlichen Wertegemeinschaft runterbeten und wie diese die Schuld für den Tod von mehr als 250ooo Menschen Assad zuschieben.
    Dann müssen sie auch sagen, dass ebenso Janukovic, Hussein, Gaddafi und alle anderen, die den weltweiten Regime Change Aktivitäten des CIA und der US-Regierung, mit unserer Unterstützung, zum Opfer fielen, zu Recht vertrieben oder ermordet wurden, da sie keine rechtmäßigen Machthaber waren.
    Diese Aktivitäten wurden fast immer durch Lügen, Betrug oder Geld gerechtfertigt, unter dem Vorwand der Demokratisierung. Demokratie ist dort heute nirgendwo, auch nicht bei uns.
    Ist das Völkerrecht noch in Kraft oder nicht?
    Jeder Machthaber eines souveränen Staates darf ausschließlich durch das eigene Volk abgesetzt werden und keinesfalls durch arrogante selbstherrliche westliche Staaten, die selbst nicht mehr wissen, was Freiheit und Demokratie ist und ihren Reichtum durch weltweite Ausbeutung erhalten.
    Gnadenlos setzt die westliche Wertegemeinschaft ihre Macht-Interessen durch und sie machen sich zum Handlanger für diese Schandtaten. Putin setzt diesem Treiben ein Ende und selbstverständlich ist er nicht nur deshalb der Teufel und die riesige Zustimmung in seinem Volk für seine Politik ist ausschließlich Dummheit, Angst und Gehirnwäsche geschuldet.
    Verschweigen, lügen und verdrehen, dass bekommt diesbezüglich in unseren Mainstream-Medien schon mehr als genug.

  • 9
    Traumschau sagt:

    Nun, ich bin der Meinung, dass es Hinweise darauf gibt, dass es möglicherweise nicht ganz so gewesen ist, wie im Artikel dargestellt. Ich selbst kann das aus eigenem Erleben natürlich nicht beurteilen, weil ich nie in Syrien war. Allerdings gibt es einen sehr bekannten Deutschen, der vor Ort war, und das eben auch genau zu der Zeit, als sich die Lage zuspitzte: Wilhelm Hankel!
    Hankel hat Syrien in Fragen zur Entwicklung eines modernen Zentralbankensystems beraten. Denn bis dahin war die syrische Zentralbank nur dazu da, die Gehälter der öffentlichen Angestellten zu bezahlen. Eine moderne Zentralbank hat heutzutage natürlich ganz andere Aufgaben (auf den Sinn oder Unsinn von ZB´s möchte ich hier nicht eingehen, obwohl es dazu sicherlich viel zu sagen gäbe).
    Klar ist jedenfalls, dass sich ausländische Kräfte – bis heute, mit Ausnahme von Russland – massiv in die inneren Angelegenheiten Syriens eingemischt haben. Heute ist es anscheinend so, dass jeder Staat, der gerade nichts besseres zu tun hat, in Syrien rumbomben kann wie er gerade lustig ist! Syrien ist immer noch, nach dem Völkerrecht, ein souveräner Staat! Das sollte man nicht vergessen – von der berechtigten Kritik an der Führung einmal abgesehen …
    Also, hier ist der Bericht von Wilhlem Hankel:

    https://www.youtube.com/watch?v=i_YPhwBh0K8

    Beste Grüße
    Traumschau

  • 10
    MCMLXVIIIadhuc sagt:

    http://antikrieg.com/aktuell/2015_12_31_syrien.htm
    Es gibt auch noch andere Versionen über Syrien, der Realität näher kommend.

  • 11
    Bruce sagt:

    Wäre Assad früh genug auf die Forderungen der Demonstranten eingegangen, hätten vielleicht der Tod von über 250.000 Menschen und die Flucht von mehr als 11 Millionen Kriegsflüchtlingen verhindert werden können.
    Alleine diese übernommene Aussage zeigt in welche Richtung es geht…. Nämlich in die falsche!

  • 12
    rolf sagt:

    Wo haben sie bloß ihre vertrakten Geschichtskenntnisse von Syrien her??
    Jeder Artikel den sie schreiben und den ich bis jetzt bei ihnen gelesen habe hat mit kritischen Journalismus null zu tun.
    Sie dienen sich dem MSM in einer tollen Anbiederung an.
    Entweder haben sie keine Ahnung wie die Vorkommnisse in Syrien entstanden sind oder sie sind ganz einfach bösartig oder noch besser ein Teil der verbrecherischen Aussenpolitik der VSA und ihres Vasall Merkel in Deutschland.
    Das sie sich auch noch als links positioniert ansehen ist eine Schande für die Linken. Aber die brauchen offenbar solche Luftikusse…..

  • 13
    Holger Steinführer sagt:

    Lieber Kaveh Ahangar,

    vielen Dank für Deine ausführlichen Ansichten.
    Aber ich teile, trotz einiger Übereinstimmungen, nicht die Gesamtaussage.

    Wie Du bemerkt hast, ging es den meisten Staaten durchaus besser, bevor „der Westen“ sich eingemischt hat, bzw. interveniert hat.
    Und genau da sehe ich das eigentliche Problem.

    Menschen und Gesellschaften, auch im politischen Bereich, müssen sich entwickeln, aus sich selbst heraus. Das dauert, leider, oft Jahre oder Jahrzehnte, und bringt bis dahin viel menschliches Leid, wirklich zum heulen, aber das ist das, was die Natur oder der/die Gott/Götter uns Menschen auferlegt haben.
    Das hat auch das, was deutsche Volk durchmachen musste, noch nachdrucksvoll im Gedächnis am Vorgang der DDR.

    Aber dann passiert das, was wir aktuell erleben.
    Außenstehende, hier „Der Westen“ mischt sich ein, und meint, daß übers Knie brechen zu müssen.
    Vermutlich/höchstwahrscheinlich wurden die gewaltsamen Kräfte, die das maßlose Leid verursacht, bzw. noch um ein vielfaches verstärkt haben, vom Westen finanziert, ausgerüstet und geschult.
    Über die Motive möchte ich JETZT nicht spekulieren.
    Tatsache ist, das hat und wird nie funktionieren.

    Die arabische oder islamische Welt muß sich selbst entwickeln, aus sich selbst reformieren, aber NUR wenn die Menschen, die in dieser Welt leben, es auch wollen, nicht weil „Der Westen“ es so will.

    Andere Länder können selbstverständlich unterstützen, aber eine Einmischung oder „Lenkung“, wie sie derzeit vermutlich „vom Westen“ erfolgt, ist indiskutabel.

    Und genau DAS ist das Problem, wie ich es beurteile.
    Sei es aus militärisch-strategischen, Rohstoff-strategischen oder demokratischen Gründen.
    DER WESTEN hat versucht etwas in die arabische/muslimische Welt zu setzen, mit Gewalt, übers Knie gebrochen, das kann nur in dem Enden, wie es jetzt ist, mit noch größerem Leid.

    Bashar al-Assad ist nur ein Meilenstein, etwas „besser“ als sein Vater, ein weiterer Meilenstein auf dem Pfad der Entwicklung.

    Putin als den Bösen und Todbringenden darzustellen hilft auch nicht.
    DER WESTEN hat vermutlich mehr Tote und Verzweifelte auf dem Gewissen, weil er vermutlich die ISIS
    erst geschaffen, finanziert und aufgebaut hat. Allepo z.B. wurde vermutlich von der ISIS in „Gefangenschaft“ gehalten und die vielen Fliehenden jetzt sind erst möglich, weil Russland die ISIS durch Kampf zurück drängt.
    Sind die Menschen aus Allepo jetzt wirklich böse auf Putin, wenn sie nun aufgrund des russischen Eingreifens aus der Hölle fliehen können?

    Ja, es ist bitter und eschreckend zu sagen, auch wenn es viel Leid unter den Menschen bedeutet, aber eine Gesellschaft/Religion (z.B. Islam) oder ein Staat (z.B. Syrien) oder eine Region (z.B. arabische) müssen sich mühsam über viele Jahre oder Jahrzehnte selber entwickeln und reformieren, ohne nachhaltige Einmischung von außen. Nachhaltige Einmischungen von Außen haben immer nur MEHR Leid verursacht und zu mehr Instabilität gefüht.

  • 14
    Marwolf sagt:

    In Bahrain hat man gesehen, was einem aufbegehrenden Volk passiert, dessen Aufbegehren nicht den Interessen der USA entspricht: Es wird klammheimlich niedergemacht, und kein Aas hierzulande sagt etwas dazu. In Syrien konnte man sehen, wie Unzufriedenheit in der Bevölkerung zu einer multi-ethnischen Invasion, die sich als Bürgerkrieg tarnt, heranwuchert. Das sollte uns dann doch zu denken gaben.

    Da die Bürger des Bahrain, dort die Syrer. Sind die Syrer einfach unzufriedener gewesen? Kampfeslustiger? Oder waren es doch Interventionen externer Kräfte, die in Syrien zu einer derartigen Eskalation geführt haben? Kräfte, die sich gezielt gegen den Präsidenten Assad und seiner distanzierten Haltung zum Westen hin gerichtet haben?

    Keiner kann behaupten, dass die Zustände in Syrien perfekt gewesen seien. Wie soll denn das gehen, bei einem land, das mehr oder weniger künstlich erschaffen wurde. Aber ich behaupte mit Fug und Recht, dass die Zuständen in Syrien nicht schlechter waren als z.B. in der Türkei oder Saudi-Arabien. NImmt man all das zusammen, Die Lügen, die Propaganda, die Sanktionen, die Trickserein, der mehr als offensichtliche Unterstützung radikalster Kräfte durch unsere Eliten, kann man eigentlich nur zu dem Schluss gelangen, dass selbst wenn ein genuiner Unmut in der Bevölkerung wirklich der auslösende Funke für dieses Desaster in Syrien war, so wurde er doch sofort von geopolitischen Kräften für die eigenen Zwecke gekapert und letzlich pervertiert.

    Die Tatsache, das Assad in Syrien immer noch hohes Ansehen in der Bevölkerung genießt, unterstreicht diese Vermutung.

  • 15
    Bob sagt:

    „…ein Diktator, der nicht den Volkswillen repräsentiert, den russischen Präsidenten zur Hilfe ruft, der wiederum für die Sicherung der eigenen Interessen hunderte unschuldige Zivilisten durch Bombardierungen im Kampf gegen oppositionelle Kräfte abschlachtet.“

    Sehr geehrter Herr Kaveh Ahangar

    M.E. arbeiten Sie mit den den gleichen Methoden wie die Bildzeitung und viele andere selbsternannte vermeindliche „Qualitätsmedien“
    „abschlachten“ ist ein Wort, dass den unkritischen Leser stark suggestiv beeinflusst.
    Mehr möchte ich nicht dazu schreiben….

    Ich lese gerade ein sehr interessantes Buch von John Perkins, vielleicht hat jemand Lust darauf:
    Weltmacht ohne Skrupel – Wie die USA systematisch Entwicklungsländer ausbeutet.
    http://www.buch.de/shop/home/suchartikel/weltmacht_ohne_skrupel/john_perkins/EAN9783864144516/ID37240181.html?jumpId=20744406&suchId=c6a41efd-2261-4073-970f-0b26cee0e076

  • 16
    Oreus sagt:

    Seltsam seltsam.

    Herr Kaveh Ahangar ist Rapper.
    Dafür hat er aber ein ausgefeiltes Politikwissen.
    Ich befürchte nur, es ist nicht sein Wissen, sondern das Wissen einer Soros Organisation!

    Der Mann betrügt nicht nur die Zeitschrift, sondern er agitiert für die großen Geldhaie.

  • 17
    Bobo sagt:

    Ich lese recht häufig Die Freiheitsliebe und bin immer bei der Mehrheit der Kommentatoren. Prizipiell wird meist der Mainstream abgebildet. Kann es sein dass der Wiedersptuch provoziert werfen soll?

  • 18

    … gekauft – der Laden ist gekauft – ein Medium nach dem anderen wird gefügig gemacht – der Krieg in den Medien und in den Köpfen tobt schon lange – dieser Laden hier hat nun auch die Seite gewechselt.