Uruguay will das Hanf freigeben!
Die Regierung Uruguays plant, den Verkauf von Cannabis in staatliche Obhut zu nehmen und so den Kauf, Besitz, Konsum und auch den Eigenbedarfs-Anbau für Erwachsene komplett zu legalisieren.
Strikte Kontrolle von Anbau und Abgabe geplant
Montevideo, 21. Juni – Die Regierung im südamerikanischen Uruguay will einen staatlichen Verkauf von Marihuana erlauben. “Wir glauben, dass ein Verbot bestimmter Drogen mehr Probleme für die Gesellschaft schafft als die Drogen selbst – mit desaströsen Folgen”, sagte Verteidigungsminister Eleuterio Fernández Huidobro am Mittwoch (Ortszeit) vor Journalisten. Ziel des Plans sei eine “strikte staatliche Kontrolle über die Abgabe und Produktion” von Cannabis. Das Vorhaben ist Teil eines Maßnahmenpakets, mit dem die Regierung gegen Gewalt vorgehen will.
Legalisierung als Gewaltbekämpfung
Der uruguanische Verteidigungsminister Eleuterio Fernandez Huidobro sagte auf einer Pressekonferenz in Montevideo gegenüber der internationalen Presse, dass die neue Regelung hohe Gewinne für Dealer verhindert. Auch spricht Huidobro davon, dass durch die Legalisierung eine Eindämmung und Reduzierung der Kriminalität im Lande erreicht werden würde.
“Therapie für Dauerkiffer”
Interessant ist ein Gesetzesentwurf, welcher vorsieht, dass Cannabiskonsumenten, die mehr als 40 Joints pro Woche rauchen, zu einer Therapie verpflichtet werden. Die Gelder für dieses Projekt soll aus Steuereinnahmen des Cannabishandels finanziert werden.
Kongress noch nicht überzeugt
Dem Kongress in Uruguay liegen derzeit drei Vorschläge zur Legalisierung des Marihuana-Anbaus zum eigenen Gebrauch vor. Die Regierung lehnt diese jedoch ab. Sie befürchte, Uruguay könnte dann als “internationales Zentrum für den Anbau und die Verteilung von Drogen” gelten, sagte Fernández Huidobro. Er schätzt, dass in seinem Land jährlich Marihuana im Wert von 75 Millionen Dollar (gut 59 Millionen Euro) illegal konsumiert wird.
Auch wenn der uruguayische Kongress diese drei Vorschläge ablehnt, ist die Regierung auf dem richtigen Weg. Die Regierung hat erkannt, dass eine repressive Drogenpolitik mehr Probleme schafft, als beseitigt. Vor dem Hintergrund, dass nur 5% aller gehandelten Drogen durch die Polizei aufgedeckt werden und mafiöse Strukturen durch einen geduldten Schwarzmarkt gestärkt werden, kann die südamerikanische Regierung mit der Cannabislegalisierung nur richtig liegen.


Pingback: Eine humane Drogenpolitik muss her – Portugal machts vor | Die Freiheitsliebe