Schwimmbad-Verbot für Asylsuchende

15. Januar 2016 - 16:03 | | Politik | 8 Kommentare

Laut eines Berichts des WDR kam es in Bornheim zu einem Schwimmbad-Verbot für männliche Asylsuchende. Es häuften sich die Beschwerden von Frauen, die angaben sexuell belästigt worden zu sein. Die Konsequenz der Schwimmbadleitung: Schwimmbad-Verbot für alle männlichen Asylsuchenden.

Ich habe daraufhin veranlasst, dass die erwachsenen männlichen Flüchtlinge erst einmal nicht mehr in das Schwimmbad dürfen„, erklärt der Erste Beigeordnete der Stadt Bornheim. „Ich weiß, dass ich damit den allermeisten Unrecht tue, aber ich sehe auch keine andere Möglichkeit als dieses deutliche Zeichen zu setzen.“ Er will nicht die Unschuldigen dauerhaft unter den Taten der wenigen leiden lassen. Daher geht er selbst in die Flüchtlingsunterkünfte und veranstaltet Informationstage. Dort wird alles in drei Sprachen übersetzt, damit es jeder versteht.

Verständliche Informationen für Flüchtlinge

Das westliche Frauenbild solle in diesen Tagen im Zentrum stehen. „Wir sagen da ganz klar: Unser Wertverständnis zur Geschlechtergleichtheit in Deutschland steht nicht zur Diskussion.“ Jeden Übergriff und jede Belästigung werde die Stadt sofort ahnden. Das Schwimmbad-Verbot soll aber keine Dauerlösung sein. „Wenn diese Information hier und heute ankommt und ich den Eindruck habe, dass vor allem die männlichen Bewohner das verstanden haben, werde ich den Zugang zum Schwimmbad wieder öffnen.“

Streitbares Pauschalverbot

Sehr bedenklich ist das erlassene Pauschalverbot. Markus Schnapka, der erster Beigeordnete der Stadt Bornheim, sprach in diesem Zusammenhang nicht von verübten Straftaten. Dass auf dieser Grundlage ein pauschales Schwimmverbot gegenüber allen männlichen Asylsuchenden ausgesprochen wurde, ist rechtlich mehr als heikel und beschreibt die Alternativlosigkeit der Stadt Bornheims. Pauschalverbote sind eigentlich immer unschön. Denn der Asylsuchende der sich schon jetzt nach den sexuellen Belästigungen für seine Glaubensbrüder in Grund und Boden schämt, wird von der Gesellschaft nun gleichermaßen stigmatisiert wie jene, die Badegäste belästigt haben. Plötzlich sind alle männlichen Asylsuchende Grabscher.

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8 Kommentare

  • 1

    Pauschales Schwimmbadverbot für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe – woran erinnert mich das nur? Moment mal, da war doch was: http://www.annefrankguide.net/de-DE/bronnenbank.asp?aid=10177

    • 1.1
      Meh says:

      Schwachsinn!
      Es geht hier nicht um Verächtlichmachung von Zugehörigen einer Rasse oder Religion, sondern um Maßnahmen gegen bestehende Missstände.
      Sogar im Artikel wird eingeräumt, dies sei begründet mit „Alternativlosigkeit „.

  • 2
    Tanis says:

    Die Delikte scheinen ja von Flüchtlingen begangen worden zu sein. Das wird wohl niemand wegdiskutieren wollen.
    Dann schlagt doch mal vor wie man die Frauen in dieser Situation besser schützen kann. Ihr werft der AfD vor keine Vorschläge zu machen. Ich seh bei euch auch keine.

    • 2.1
      aquadraht says:

      Warum ist es leichter, einen Ladendieb oder Schwarzfahrer zu stellen als einen sexuellen Belästiger/Beleidiger/Nötiger oder Hausfriedensbrecher? Wieso ist die „Alternative“ bei Menschen, die sich daneben benehmen, ein Verbot für eine nicht näher spezifizierbare Menschengruppe, ein Verbot, das offenkundig rechtswidrig ist?

      Im Schwimmbad befinden sich Badegäste im umfriedeten Besitztum des Betreibers. Dieser kann entweder mit eigenen Angestellten oder mit Hilfe der Polizei die Personalien von Rechtsbrechern bzw. Personen, die gegen die Hausordnung verstossen haben, feststellen, Hausverbote aussprechen und gegebenenfalls Strafanzeige erstatten.

      Jeder nicht deutsche Staatsangehörige ist verpflichtet, Ausweispapiere mit sich zu führen. Das wäre bei Flüchtlingen die Plastikkarte, die die Aufnahmebehörden ausstellen, oder der Pass des Herkunftlandes.

      Und nun bitte nicht die üblichen Ausflüchte „ja, aber die gerade Angekommenen, die ihre Papiere weggeschmissen haben“ und so weiter. Diese Fälle mag es geben, aber sie rechtfertigen kein flächendeckendes Verbot.

      • 2.1.1
        Tanis says:

        Das klingt alles toll. Scheint mir aber wenig umsetzbar. je nach Größe des Bades gibt es schnell Möglichkeiten für Grabscher unterzutauchen. Auch verteuert ein wegen dieser Vorfälle angestellter Sicherheitsdienst den Eintritt für alle anderen. Also alle müssen leiden und nicht nur wenige. So kann man das natürlich auch machen. Was ist wenn die Grabscher nicht artig auf die Polizei warten sondern aggresiv werden? Wer will denn da noch baden. Der Badespass vieler wird möglicherweise für die Gelüste weniger geopfert. Das ist krank!

  • 3

    Konkrete Vorschläge könnt ihr haben: Mehr Personal in Bussen und Bahnen, in Sportstätten und auf Veranstaltungen. Mehr Zivilcourage, wenn Frauen und Mädchen belästigt, angegrapscht, beleidigt werden – egal von wem. Eine Klarstellung im Sexualstrafrecht, die aber sowieso schon lange gefordert wird. Und außerdem schlage ich vor, dass mal an einem speziellen Tag JEDE Frau JEDE sexuelle Beleidigung, fiese Anmache, Angrabscherei, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung… Bei der Polizei anzeigt und der Presse meldet. Nur damit mal öffentlich wird, wie viele solcher Taten von Vätern, Onkeln, Lehrern, Ausbildern, Freunden, Liebhabern… im privaten Raum begangen werden. Was meint ihr, wie oft in den vergangenen Jahren Frauen im Schwimmbad von einheimischen Männern sexuell belästigt wurden. Kommt trotzdem keiner auf die Idee, deswegen alle Männer auszusperren. Zu Recht.

    • 3.1
      Evgenij says:

      Absolut richtig, Frau Vogler.
      Aber kommen Sie den selbsternannten Abendlandsverteidigern doch bitte nicht mit Logik.
      Sexuelle Übergriffe passieren für die nur durch „Ausländer“ – so sagt es die beschränkte Sicht und das rassistische Weltbild. Und wenn es doch mal ein Deutscher war, ist das alles nicht so schlimm gewesen oder im Zweifel von der Frau erfunden. Deswegen interessiert sich ja auch seit jeher niemand für solche Übergriffe und Belästigungen. Wenn sich eine Frau dann doch mal traut etwas dagegen zu unternehmen darf sie sich – vom unangenehmen Gefühl dabei mal ganz abgesehen – oftmals vorwerfen lassen hysterisch zu sein, soll sich „mal nicht so anzustellen“ und wird belächelt. Auch von der Polizei. Frei nach dem Motto „War doch halb so wild“. Kein Wunder also, dass viele Frauen gar nicht erst versuchen etwas dagegen zu unternehmen. Jetzt, wo man das Thema für seine Hetze missbrauchen kann, wird natürlich sofort auf den „Zug der Empörten“ aufgesprungen. Es ist aber nicht zu erwarten, dass sich irgendeiner der „besorgten“ Bürger in einem halben Jahr noch mit sexualisierter Gewalt beschäftigen wird. Pure Heuchelei also.

  • 4
    Jan says:

    Na ja wenn man sich nicht benehmen kann muß man halt gehen. Bei uns läuft es halt anders als in anderen Staaten. Hier ist die Frau was wert, woanders nicht.